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Aufruf an alle Arbeligeber der Stadl Gießen

Sozialt-

An alle deutschen Lebensmittelgeschäfie in Gießen

Aufruf an die Bevölkerung!

wir! Mit einem

mus unterstützen. Weniger jedoch uns, als Hiller-Jungen, helfen Sie bitte, indem Sie

nur wenig ver- Lagerbeitrag be-

Jhren Ihren

Arbeitgeber, beweist euern Sozia­lismus, zeigt, daß Ihr den Nationalsozialismus

Hitlerjugend vom 19. bis

aus den einzelnen Gefolgschaften zu Ihnen kom­men und um eine Spende bitten. Wir können

Ka- und Der«

Lehrlingen oder Arbeitern, die dienen, ganz oder teilweise den zahlen!

Noch eine dritte Bitte haben

in Euch ausgenommen habt! Seid st en der Tat!

Gebt den Jungarbeitern, die in der kämpfen, frei, wenn sie in der Woche

Der Staat sorgt für die Hebung der Volksgesundheit.

Hilf mit als Mitglied der NSV.!

Die P f i n g st f e i e t f a g e winken! Für den Schüler bedeuten sie acht Tage Jenen, acht Tage losgelöst von Pflicht und Arbeit. Anders der Ar­beiter! Knappe zwei Tage stehen ihm zur Ver­fügung, und teilweise noch nicht diese! Bitt welcher Berechtigung hat der Schüler zu Pfingsten acht Tage Jenen und der Arbeiter nur zwei Tage? Wir von der Hitler-Jugend verdammen diese un­soziale Verteilung von Arbeit und jreizeit.

Deshalb veranstalten wir zu Pfingsten ein großes gemeinsames Zeltlager des ganzen Bannes 116 am Gederner See. Nicht nur der Schüler soll hier seine jreizeit ver­bringen, sondern auch unsere Arbeiterjungen sollen die Möglichkeit haben, heraus zu kommen aus Maschinenlärm und Aktenstaub, heraus aus muf­figen Kontoren und engen jabrikstuben. Sie, die Lehrherren, bitten wir hierdurch, helfen Sie uns, unterstützen Sie unser soziales Werk, machen Sie es möglich, daß Ihr Lehrling sich während einer ganzen Woche an unserem Zeltlager am Gederner See erholen kann. Wenn Sie das fedigbringen können, denken Sie sozial, haben Sie Mitempfinden mit unserer Arbeiterjugend. Unser Zeltlager be­ginnt am Samstag vor Pfingsten und dauert bis Sonntag nach Pfingsten. Wir rechnen bestimmt damit, daß Sie es ermöglichen können, wenigstens einige Tage Ihren arbeitenden Hitler-Jungen Ur­laub erteilen zu können. Diese werden es Ihnen zu danken wissen. Bitt frischer Kraft und gesunden Lungen werden unsere Kameraden aus dem Zelt­lager zurückkehren und mit jeuereifer ihre Tätig­keit verrichten!

Wir wollen Sozial! st en der Tat sein! Deshalb haben wir die Absicht, unser Zeltlager so niedrig wie möglich in finanzieller Hinsicht zu ge­stalten! Der Lagerbeitrag für den Teilnehmer wird sich auf eine ganze Reichsmark belaufen. , Auch hier können Sie uns durch Ihren Sozialis-1

Lagerbeilrag von 1 B2II. kommen wir vom Bann nicht aus. Ls ist uns unmöglich, von diesem ge­ringen Betrag die Unkosten eines solchen großen Zeltlagers vollkommen zu bestreiten. Andererseits können wir es unserer Jugend nicht zumuten, mehr als 1 RB1. zu bezahlen. Wir erlassen deshalb den Aufruf:

helft der Hitler-Jugend!

Unterstützt sie dadurch, daß Ihr Lebensmittel und Dauerwaren spendet! Wenn jeder eine Kleinigkeit gibt, reicht es schon weiter! jür den Ort Gießen rechnen wir mit Lebensmitteln, Tee, Kakao, Zucker, Kaffee usw. Und Ihr, Volksgenossen vom Lande, helft auch Ihr unserer Jugend! Was wir ge­brauchen können sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Wurst, jleisch, Speck usw. Jeder Deutsche muß es als feine Ehrenpflicht ansehen, der Hitler-Jugend, seiner deutschen Jugend, die dereinst die Trägerin des Dritten Reiches fein wird, durch fein soziales Empfinden geholfen zu haben und weiter zu helfen!

Deshalb, deutsche Volksgenossen, wenn in den nächsten Tagen die Hitler-Jungen auch bei Ihnen anklopfen, denken Sie an unsere großen Aufgaben, die uns noch bevorstehen und unterstützen auch Sie die Hitler-Jugend.

Bereits im voraus danken wir Ihnen für Ihre Gebefreudigkeit, die uns unsere Arbeit erleichtert und unseren Arbeiterjungen unbeschwerte Tage der Ausspannung und Erholung schafft.

heil Hitler!

Die Bannführung 116, Gießen, Abteilung Organisation. Willy Hanke.

27. Mai an dem Pfing st lager der Hitler­jugend am Gederner See teilnehmen wol­len! Denkt daran, wie die Sehnsucht eines jeden

Die Hitlerjugend hält in der Pfingstwoche am Gederner See ein Lager ab. Um ganz besonders den weniger gutgestellten Junggenossen die Teil­nahme am Lager ermöglichen zu können, wurde der Preis für die Teilnahme am Lager auf eine Mark für die ganze Woche festgesetzt. Daß mit diesen geringen Mitteln in keiner Weise die Ver­pflegung beschafft werden kann, wird wohl jedem, der weiß, was Jungens wegputzen können, klar fein. Wir bitten Euch deshalb um Eure tätige Mithilfe. In dieser Woche werden hitlerjungen

versichern Euch, daß alles mitgutem hunger' zehrt werden soll.

heil Hitler!

Der Führer des Unterbanns 1/116.

M. d. F. b.: Clarius.

jungen Deutschen hinaus geht, die Schönheit der Heimat zu schauen und in sich aufzunehmen. Denkt daran, daß schon vor Jahrhunderten der junge Ge­fell hinauswanderte, um in der Fremde Neues zu lernen und nie Gekanntes zu erfahren. Laßt sie sich ausspannen von der Arbeit des Alltages, draußen in der freien Natur, laßt sie Kratt schöpfen, auf daß sie dann mit frischem Eifer und neuer Freude zurückkehren an ihre Arbeitsstätte. Sie werden es Euch zu danken wissen.

Im Anschluß an meinen in der Samstagnummer desGießener Anzeiger" erschienenen Aufsatz Achtet mehr auf das Eichhörnchen, es ilt schlimmer als sein Ruf", find mir eine Reihe von Zuschriften auf den Schreibtisch ge­flattert, die sich mit dem Unwesen der st r e u - nenÄen Katzen in den Anlagen und Gärten Gießens befassen und wegen ihrer allgemeinen Bedeutung an dieser Stelle einmal be­leuchtet werden sollen, zugleich aber auch mit der Bekanntgabe, daß wir nunmehr entschlossen sind, mit allen uns rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die weitere Naturbedrohung durch verwilderte und herumstrolchende Hauskatzen vor­zugehen.

Wie groß die Gefahren für die Vogelwelt zur jetzigen Brutzeit von feiten der Katzen find und in welcher Menge diese gerade in den städtischen An­lagen, den Gärten am Stadtrande und auch drau­ßen in den Feldgehölzen sich aufhalten, das ver­mag der einzelne gar nicht abzuschätzen. Und be­sonders die Katzenhalter haben die geringste Ah­nung davon, wie gefährlich das Treiben der Katzen außerhalb des Hauses ist. Wie - oft habe ich alte Damen, die ausgesprochene Katzenfreunde waren, sagen hören:Oh, meine Katze geht nicht an Vögel, die tut so etwas nicht." Diese Leute wissen anschei­nend nicht, daß gerade die Katze zwei Gesichter hat, draußen völlig andere Gewohnheiten zeigt, als zu Hause und sofort in ihr raubtierartiges Element zurückverfällt, wenn sie sich draußen unbehelligt weiß. Wenn eine Katze zu Hause, wo sie ganz ge­nau weiß, daß sie das nicht tun darf, sich nicht um den Kanarienvogel kümmert, so ist das für den Katzenbesitzer noch lange kein Grund, annehmen zu dürfen, daß seine Katzevogelrein" sei. Die Katze ist und bleibt falsch, und an ihre Lauter­keit und Reinheit, die noch nicht einmal von Natur aus in ihr lieat, sondern der Spekulation des menschlichen Dressurwerkes vorbehalten bleiben soll, mit ber Ueberzeugungsgewißheit eines Katzenzüch- ters glauben zu wollen, wäre blanker Selbstbetrug. Das sei grundsätzlich als persönliche Vorbemerkung dem Katzenproblem vorangestellt.

Aber die Leser sollen ja zuerst die Wahrnehmun­gen unserer Mitbürger in den bedrohten (9elänbe= fc en Loren. Da schreibt z. B. Frau M. W. von hatte- ^tzenerlebnissen, die sie in den letzten Jahren

Was wir an Vogelmord beobachtet haben, ist geradezu haarsträubend. Ein Erlebnis von gestern °bend (der Bries ist am 6. Mai 1934 an mich 0ertd)tet morben) veranlaßt mich zu biefen Zeilen. ^Str hatten unsere Freube an einer kaum flüggen Schwarzamsel, bie von ben Eltern in rührender Ißeife umsorgt würbe. Als wir ungefähr um 19 Uhr heimkamen, verzehrte gerabe eine Katze das arme

Oberheffen.

Aus parteiamtlichenBekanntmachungen

Jrn NSLB. Kreis Schotten findet am 9. Mai, 15 Uhr, eine Konferenz des Bezirks G e b e r n, GasthausZur Traube", am 16. Mai, 14 Uhr, eine Konferenz des Bezirks Ulr-ichftein bei Behrrnann, am 30. Mai, 14.30 Uhr, die Kreis- konferenz im Singsaal der Turnhalle zu Schotten statt.

Landkreis Gießen.

0 Wieseck, 7. Mai. Der Ob st - und Gar» tenbauoerein hielt gestern für seine Mit­glieder eine Schulungstagung ab, zu der sich über 50 Teilnehmer eingefunden hatten. Da die An- schauung das Fundament jeglicher Erkenntnis ist, erfolgte ein Gang durch die Baumanlagen der Ge­markung. Der Vereinsführer, Lehrer Beppler, hielt einleitend einen Vortrag über die derzeitige Lage des Obstbaues und führte dabei u. a. aus, daß es Pflicht jedes Baumbesitzers sei, alles zu tun, um aus dem reichen Blütenjahr ein gutes Obstjahr zu machen. Wohl können durch Maiftöste, anhaltende Trockenheit und schwere Stürme bie Hoffnungen zunichte gemacht werden, aber jeder ortschrittlich gesinnte Baumwirt müsse durch rich­tige Düngung und Bewässerung, sowie durch plan» mäßige Schädlingsbekämpfung seine Schuldigkeit tun, um marktfähiges Obst ernten und verkaufen Zu können. Die Zeit müsse endlich vorbei sein, wo der Obstbauer nur das erntet, was ihm das Heer der Schädlinge übrig ließ. Qualitätsobst lasse sich nur erzielen, wenn die nun fällig werdenden Sommerfpritzungen mit Kupfer-, Arsen- und Schwefelmitteln sachgemäß durchgeführt würden, mit denen den Hauptschädigern im Obstbau, dem Apselwickler und Schorf, zu Leibe gerückt werde. Baumwart Haas rückte dann die Erfolge der Kar» bolineumspritzung ins rechte £id)t und zog prak­tische Vergleiche mit den unbehandelten Bäumen. Während die gespritzten Baumstücke sich durch dunkle Laubfärbung und gesunden Wuchs aus- zeichnen, find die ungepflegten Bäume derart stark vom Apfelblattsauger befallen, daß eine nennens» werte Ernte nicht zu erwarten ist. Zu einer neuen Plage hat sich auch der Birnblattfloh vermehrt. Weiterhin wurden die Frostspannerlarven, die Made des Apfelblütenstechers, der Knospenwickler, der Vlattwickler, Blut- und Blattläuse, sowie die schädlichen Fraß- und Saugschäden dieser Schad­insekten gezeigt und Mittel zu ihrer Bekämpfung empfohlen. Dem aus der Versammlung kommenden Wunsche, noch mehr solcher Lehrgänge durchzufüh­ren, soll in einigen Wochen entsprochen werden, wobei mehr die schädigenden Einflüsse von pilz­lichen Feinden (Schorf, Meltau) vor Augen geführt werden sollen. In der kommenden Woche findet eine Vorführung neuzeitlicher Gartengeräte statt, womit eine Umsonstverlosung moderner Boden­bearbeitungswerkzeuge verbunden wird. Der Ver­einsführer kündigte weiter an, daß zur Durch­führung der Sommerspritzungen die beiden Der- einsspritzen und die entsprechenden vom Deutschen Pflanzenschutzdienst erprobten und empfohlenen Pflanzenschutzmittel vom Verein aus zur Ver­fügung stehen.

* Reiskirchen, 7. Mai. Ein Handwerks­bursche , der in der Nacht zum Sonntag unseren Ort passierte, benutzte dabei eine aünstige Gelegen­heit, um ein Fahrrad z u stehlen. Die Gen­darmerie ist dem Spitzbuben bereits auf der Spur, so daß feine Verhaftung wohl nur noch eine Frage von Stunden ist.

* Lang-Göns, 7. Mai. In der Nacht zum Sonntag wurden hier an zwei verschiedenen Stellen K a n i n ch e n - D i e b st ä h l e ausgeführt. Die Er­mittlungen durch die Gendarmerie sind im Gange.

tn. Lang-Göns, 5. Mai. Bei dem am Frei- tagnachmittag vorüberziehenden Gewitter er­schlug ein Blitzstrahl ein wertvolles Pferd des hiesigen Bauers Albert Drücket. Der hegtet« tende Knecht wurde zur Seite geschleudert und leicht

ganz besonders Dauerwaren gebrauchen, z. B. Speck, Erbsen, Bohnen, Nudeln, Salz, Zucker, Tee, kao, Kaffee usw. Wir danken Euch jetzt schon

ntSrittlfchSN Sttv ktzttvSlrkschSf?«

lichen Berufe das bisher schon taten.

Wie dort eine feste vertraglich geregelte Lehr­zeit für eine gute Nachwuchserziehung sorgt, muß es möglich fein, Lehrlinge der Hauswirt­schaft auszubilden und damit eine planmäßige

Nachwuchserziehung einzuführen.

Wie ist die Durchführung der hauswirtschaftlichen Lehre gepl/mt? In zweijähriger Lehrzeit soll das junge Mädchen in allen hauswirtschaftlichen Ar­beiten, in Hausarbeit, im Kochen, Backen, Waschen, Bügeln und Ausbessern angelernt werden. Die Hausfrau verpflichtet sich außerdem, für das leib­liche, geistige und sittliche Wohl des Lehrmädchens zu sorgen. Dieser Verpflichtung der Hausfrau steht die Verpflichtung des Lehrmädchens gegenüber, die ihr übertragenen Arbeiten nach den Anord­nungen der Hausfrau gewissenhaft auszuführen und den wirtschaftlichen und persönlichen Nutzen des Lehrhaushalts jederzeit aufs beste zu vertreten."

Manche Hausfrau wird sich durch einen solchen Vertrag abschrecken lassen, wird die vertragliche Bindung scheuen. Aber ist dSr Vertrag nicht gerade im Interesse der Hausfrau unbedingt erforderlich? Wenn die Hausfrau im ersten Halbjahr mehr Mühe mit dem Lehrling, als Hilfe durch ihn hat, so wird in den drei weiteren Halbjahren der Nutzen größer

Btt? imS nlch? We? Seff Vähkett SchädttchlkefftzM» der Hauskatze täuschen können und dürfen, sondern daß es höchste Zeit ist, hier entscheidende Gegen, maßnahmen mit durchschlagender Wirksamkeit treffen! Wie oft sind an dieser Stelle und ander, märts die Katzenbesitzer schon gewarnt worden, ih^ Tiere zur Brutzeit zu Hause zu halten und ne nachts nicht streunen zu lassen! Was hat es denn für einen Erfolg gehabt? Wer sich nachts einmal die Mühe macht, durch die Gärten und Anlagen m gehen, der wird erstaunt fein darüber, was sich bQ mengenmäßig alles an strolchendem Katzenzeug her, umtreibt! Ich wäre in der Lage, eine ganze ßifte von Namen solcher Katzenbesitzer zu nennen, die Abend für Abend, unbesorgt über den Unfung, ben sie draußen damit anrichten, und unberührt von den Warnungen, die auch an ihr Ohr gedrungen sein müssen, ihren Katzen das Fenster öffnen, um sie erst am nächsten Morgen wieder hereinzulassen, ohne sich überhaupt nur eine Spur von Gedanken darüber zu machen, was denn ihre Katze in der Nacht alles anrickten könnte.

Zu diesen habe ich hiermit g e f pro. chen, denn vielleicht machen sich diese Mitmenschen einmal darüber G e d an. fen, wenn in der nächsten Zeit ihr« Katze am anderen Morgen das Heim» kommenvergessen" hat.

Die staatlichen Vertrauensleute für Naturschutz werden in den nächsten Tagen zusammen mit den Ortsfachamtsleitern für Natur- und Tierschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat über die anzu- wendenden Maßnahmen beraten. Nach ihrer Aus­arbeitung wird mit Unterstützung der zuständigen Behörden ein entsprechender Abwehrkampf einsetzen. Da das Privateigentum dabei natürlich ausfällt, können sich diese Maßnahmen nur auf öffentliches Gelände beziehen. Da aber weiterhin bei Bekämp, fungsanorbnungen innerhalb der eingefriedigten Gärten, also des Privatgeländes, nicht auf Katzen- mitverfolgung verzichtet werden kann, rufen wir die Gartenbesitzer hiermit auf, unnachsichtlich uns im Kampf gegen das vvgeloernichtende Katzenoolk zu unterstützen. Sie nutzen damit ja auch sich selbst, denn der Wert der Insekten und Schädlinge ver­nichtenden Vogelwelt für den Kulturgarten ist ge- nügenb bekannt. Ausdrücklich sei an dieser Stelle bemerkt, daß man keinerlei Bedenken zu haben braucht, etwa zu Schadenersatz wegen des Tötens einer streunenden Katze herangezogen zu werden. Seit Jahren bereits hat die praktische Rechtsprechung sich auf den Standtpunkt gestellt, daß der Wert einer Vogelbrut und die Anwesenheit von Insekten fressenden Vögeln im Kulturgarten weit größer und damit wichtiger sei als die Einbuße einer Brut und Vogelbestand gefährdenden Katze. Damit ist der Tatbestand eines bekannten Gesetzesparagraphen er­füllt und die Mithilfe der am Naturschutz interessier­ten Öffentlichkeit in Sachen Katzenbekämpfung zu» gunften des praktischen Vogelschutzes gewährleistet.

Mr gehen gegen streunende Katzen vor!

Don Dr. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für den Naturschutz in Hessen und Kreisfachamtsleiter für Natur­schutz und Tierschutz im Neichsbund Volkstum und Heimat.

fein als die Mühe! Die Hausfrau hat dann schon bald eine ordentliche Hilfe an dem Lehrmädchen. Und welcher Hausfrau ist es denn angenehm, ihre Haushalthilfe immer nur kurze Zeit zu haben und oft zu wechseln?

Auch die Abschlußprüfung wird manche Hausfrau überflüssig finden. Es ist aber hier nicht im geringsten an eine Kontrollmaßnahme gedacht. Diese Prüfung soll sich nicht auf schwierige und be­sonders komplizierte Haushaltarbeiten, wie sie z. B. in derfeinen Küche" vorkommen, erstrecken. Das junge Mädchen soll in dieser Prüfung den Beweis erbringen', daß sie die einfachen täglichen Arbeiten des Haushalts sauber und ordentlich leisten kann, daß sie sich zu helfen weiß und eine gewisse Selbständigkeit erlangt hat.

Als Erziehungsmaßnahme, als Ansporn und Antrieb zu guter Leistung und größerer Mühe- gabe ist die Prüfung notwendig! Es ist zweifel­los ein größerer jleih zu erwarten und gestei­gertes Interesse, wenn das Mädchen am Schluß der Lehrzeit eine Prüfung ablegen muh.

Alle Befürchtungen dieser Art werden überdies dadurch entkräftet, daß der hauswirtschaftliche Lehr­vertrag wie alle Lehrverträge eine Probezeit vor­sieht, während der beiderseitig fristlos gekündigt werden kann. Nach Ablauf der Probezeit kann das Lehrverhältnis gelöst werden, wenn zwingende Gründe dazu vorliegen. Weiter ist ein Vergütungs­satz von 6 Mark im ersten, 8 Mark im zweiten, 10 Mark im dritten und 12 Mark im vierten Halb­jahr vorgesehen. Es können jedoch hiervon ab­weichende Vereinbarungen von Fall zu Fall ge­troffen werden. Nicht unbedingt erforderlich ist es, daß der Lehrling im Haushalt der Lehrfrau schläft. Lehrstellen lassen sich auch alsT a g e s st e l le n" einrichten.

Der Lehrvertrag ist vorn Reichsverband Deutscher Hausfrauenvereine, der Deutschen. Ar­beitsfront, dem Hausgehilfenverband und der Fach­schaft für Angestellte in Haus-, Garten- und Land­wirtschaft vom VWA. ausgearbeitet worden. Beim Abschluß eines Lehrverhaltnisses verbleibt ein Exemplar beim Arbeitsamt und dem Hausfrauen­verband. Wie für andere Lehrverhältnisse Hand­werkskammer ober Handelskammer zuständig sind, wird für die hauswirtschaftliche Lehre vor allem der Häusfrauenverband diejenige Stelle fein, die Zwei­felsfragen regelt, die ben Ausbau der Lehrverhält­nisse mit organisiert unb Beratung ber beiben Part­ner burchführt.

Die häusliche Lehre Hai sich in vielen Teilen Deutschlands schon fest eingebürgert. Sie ist nicht nur vom Standpunkt einer guten Nach­wuchsschulung aus gesehen eine vortreffliche Einrichtung, sondern auch für eine Anzahl von gehobenen Frauenberufen die zweck­mäßigste Vorbildung. Noch entscheidender ist aber heute, daß sie jungen Mädchen, die sich für ihre Ausgaben in Haus und jamilie vor­bereiten wollen, eine gründliche hausfrauliche Schulung ohne größeren Kostenaufwand ermög­licht, und daß damit zugleich ein überaus wich­tiger Dienst am Volksganzen geleistet wird.

Eigeninteresse unb Volksinteresse finb hier aufs engste verbunden. Das eine bient bem anberen. Mehr als je eine Zeit ruft bie Gegenwart auf zur Mitarbeit aller! Mehr als je muß Erziehungsarbeit geleistet werben für bie großen Aufgaben bes na- tlonalsozlalistischen Staates. Die Frauen haben daran stärksten Anteil. Von der Fähigkeit und Tüchtigkeit der kommenden Frauengeneration wird es mit abhängen, ob die ungeheure Aufbauarbeit des Dritten Reiches die Erfolge haben wird, bie bas ganze Volk erhofft! Wenn heute bie Mäbchen von ben Fabriken, ben Kaufhäusern, ben gewerblichen Betrieben ausbrücklich ferngehalten werben sollen so müssen ihnen anbere Tätigkeitsbereiche einge­räumt werben. Dazu braucht es bie Mitarbeit ber Hausfrauen.

Nicht müßig sollen die Mädchen im Eltern­haus bleiben bis sie heiraten, nicht in solchen Berufen sollen sie ihre beste Iugendzeit ver­bringen, die mit ihrem fraulichen Sein und Wesen, mit ihren mütterlichen Aufgaben über­haupt nichts zu tun haben.

Der erste verpflichtende Wirkungskreis, in den der junge Mensch eintritt, ist meist von ausschlaggeben­der Bedeutung für sein Leben, weil in ihm die Ideale, die für das weitere Leben richtunggebend werden geformt werden, weil er die Orientierungs- grunbtage schafft, von welcher aus der junge Mensch sein Leden aufoaut.

Drum kommt alles daraus an, daß die jungen Mädchen zuerst in den haushalt kommen, daß sie zuerst dort sehen und schassen lernen, wo sie später ihre zentrale Lebensaufgabe finden werden.

Hausfrauen, helfen Sie dieses Ziel verwirklichen, s ch a f f e n S i e H a u s l e h r st e l l e n !

Alles Nähere ist beim Arbeitsamt Gießen, Ab­teilung Berufsberatung, zu erfragen, wo auch der Lehrvertrag eingesehen werden kann.

kleine Ding. Dieses ist nun der letzte Fall, den wir selbst sahen, aber unsere Zaunkönige, verschie­dene Meisen unb auch Stare, bie alle an ber Wieseck ober in ben Gärten nisten, finb verschwunden. Ich will nun nicht alles auf das Schuldkonto Katzen" setzen, aber die verschiedenen Katzen, die wir regelmäßig auf ihren Beutezügen beobachteten und die auch schon versucht haben, an unsere kleinen Hühner heranzukommen, haben viel auf dem Ge­wissen. Gern will ich zugeben, daß viele Menschen sich Katzen halten, ber Mäuse unb Ratten wegen, aber bann sollte auch bafür gesorgt werben, baß die Tiere in ben Häusern, Ställen unb Werk- ftätten bleiben. Unsere Nachbarschaft unb auch wir kommen gut ohne Katzen aus, stellen aber auch sofort Fallen auf, wenn sich Mäuse ober Ratten Mgen. Wir finb hierbei bislang gut gefahren."

Diese Worte sagen aus, was Hunberte von Men­schen über bas ThemaKatze" benken, bie selbst schon genugsam Gelegenheit hatten, sich von ben Vogelmorbgelüften ber ftreunenben Katzen an Ort unb Stelle zu überzeugen.

Ein anberer Fall warb mir von Herrn W. H. aus einem Garten zwischen Bleichstrahe unb Goethe- siraße gemelbet. Dieser Herr steht eines Abenbs an seinem Fenster unb sieht einer Amsel zu, bie bamit beschäftigt ist, einen Regenwurm aus ber Groe zu lotsen. Das Tierchen ist vollkommen seiner Arbeit hingegeben, vollständig in seine Tätigkeit vertieft, achtet daher so gut wie gar nicht auf seine Umwelt unb bemerkt nicht, baß eine Katze, tief an ben Voben gebrückt, hinter bem Gebüsch auf es zugeschlichen kommt. Der alte Herr, ber Gelegenheit genug gehabt hätte, burch Krachmachen bie Katze zu verscheuchen unb ben Vogel auf bas brohenbe Un­heil aufmerksam zu machen, will nicht daran glau­ben, baß ber Katze ber Ueberfall gelingen wirb unb sieht mehr gespannt unb amüsiert als beun­ruhigt bem Naturschauspiel zu.Du wirst bich boch von ber Saukatz nicht branfriegen lassen" b-mkt er, sonst nichts. Da wagt bie Katze auch schonben Satz", unb ehe er samt ber Amsel es sich versahen war letztere,, ber Katz". Dabei ergab sich benn, baß die Katze noch nicht einmal aus Hunger bie Amsel gefangen hatte, fonbern aus purer raubtierhafter Morblust, aus Freube am Töten unb am warmen Blut, benn nach bem Morb ließ sie ben leblo en Feberklumpen liegen unb machte sich so harmlos aus bem Staube, als ob nichts geschehen wäre.

Noch eine weitere Reihe von Schanb- unb Misse­taten von Katzen ist mir so aus ber Gießener Bür­gerschaft bekanntgegeben worben, unb wenn ich selbst aus meinem eigenen Repertoir bie gleichen laufen­den Fälle aus Garten, Walb unb Flur herausgrei­fen wollte, bann könnte ich bis Uebermorqen am Erzählen bleiben.

Jebenfalls erhellen die angezogenen Fälle, daß