Aus aller Welt
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überboten werden kann.
Die Information" möchte behaupten, die alten Bande zwischen Deutschland und Oesterreich seien noch so geartet, „wie man sie jetzt in Berlin anspinnen wolle". Das Blatt fragt zum Schluß, welche Unterpfänder gebe der Führer des Reiches für feine Aufrichtigkeit?
Der Eindruck in Italien.
Mailand, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Unterredung des F ü h r e r s mit dem Vertreter der „Daily Mail" findet in der italienischen Presse größte Beachtung. Sämtliche Blätter geben ausführlich, teilweise wörtlich, die Antworten des Führers wieder. Insbesondere bringen die Blätter die Stellen, in denen sich der Kanzler zum Frieden bekennt, sowie die Ausführungen über Oesterreich. Die „St-ampa" überschreibt ihre Meldung mit großer Schlagzeile „Friedensoffensive Hitlers".
Oas Echo in Dänemark.
Kopenhagen, 6. Aug. (DRB.) Die Unterredung, die der Führer dem Berliner Korrespondenten der „Daily Mai l" gewährt hat, wird in den Kopenhagener Abendblättern in großer Aufmachung wiedergegeben. Heroorgehoben wird besonders die Erklärung, daß es zu keinem neuen Kriege kommen werde, soweit dies von Deutschland abhänge, ferner die Aeußerungen des Führers über die Kolonien, das Verhältnis zu Oesterreich usw. Eigene Stellungnahmen der Blätter fehlen noch. In einer Ueberschrift weist „Ber- linste Tidende" jedoch auf die „entscheidenden Friedensäußerungen" hin, während „Ekstrabladet" von einer „st aatsmännischen Aeußerung von friedlich st em Charak- t c r" spricht und hervorhebt, daß die Antwort des Führers dem entspreche, was man von einem großen verantwortlichen Staatsmann erwarten müsse.
Starker Eindruck in Amerika.
Reuyork, 6. Aug. (DRB.) Die amerikanische Presse steht weitgehend unter dem Eindruck der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg, lieber die Vorbereitungen zur Beisetzung werden ausführliche Berichte gebracht Auch die Trauerfeier des Reichstags am Montag, sowie der volle Text der Rede des Führers und Reichskanzlers Adol Hitler erschien in großer Aufmachung auf den ersten Seiten der Blätter. In verschiedenen Kirchen Reu- yorks wurde beim Gottesdienst am Sonntag des verstorbenen deutschen Reichspräsidenten gedacht.
erheben, das Todesurteil.
Rach dem Bericht von Price, dem wir hier wörtlich folgen, sollte Holzweber zuerst sterben und — entgegen anderen Meldungen — ein Gnadengesuch ausgeschlossen sein. Bei der Verkündung des Urteils, berichtet Price, sah ich auf die beiden dem Tode Geweihten.
keine Wimper zuckle in ihrem Gefichl. der gemeißelte Ausdruck, den sie während der ganzen Verhandlung zur Schau trugen, veränderte sich nicht um das Geringste. An planetta war überhaupt keine Veränderung zu bemerken. An
Wie planetta und Holzweber starben
Ein erschütternder Bericht eines englischen Augenzeugen.
st i m m e, die zweifellos einer gebildeten Person an- gehörte, wiederholte den Ruf. Wahrscheinlich durch diese Antwort angeregt wiederholte auch Holz- weder diesen Nazigruß n o ch m e h r e r e M a l e, und es war das grauenhafteste Erlebnis, ihn von den toten Mauern des Gefängnisses, an denen man kein menschliches Wesen sah, widerhallen zu hören. Kein Zweifel, dieser Mann st a r b m t e ein Held. Durch die Ungeschicklichkeit der Bedienung des Galgens, vielleicht auch durch das un- menschliche Würgesystem des Galgens selbst, dauerte es nach meiner Uhr zwölf Minuten, bis er tot mar.
3n dieser Ewigkeit zwischen Leben und Tod bekannte er sich zu seiner Idee, bis die Merkmale der Würgung seine Stimme langsam erstickten.
Diese Verzögerung mußte Otto Planetta in einer Tür des Henkerhofes angesichts seines mit dem Tode ringenden Kameraden abwarten. Er stand neben dem von ihm gewünschten, in der katholischen Bevölkerung Wiens sehr bekannten und geliebten Priester. Als Holzweber endlich nach einer entsetzlich langen Zeit vom Galgen gelöst war, bestieg Planetta das Gerüst. Er stieß die Henker die sich seiner bemächtigen wollten, beiseite und sagte mit lauter Stimme:
„Ich gehe im Gnadenschuß meines Glaubens zu Gott. Es lebe Deutschland, es lebe Hitler!"
Als alles zu Ende war, suchte ich den Priester auf. Es ging ein Leuchten von ihm aus, nicht so, als ob er eben einem Hingerichteten den Trost der Kirche gespendet hätte. Ich fühlte, daß die Kraft des Glaubens stärker ist als der Tod.
Die beiden Leichen wurden in der Nacht auf dem Zentralfriedhof in Wien verbrannt, die Asche den beiden jungen Frauen der Toten zur Verfügung gestellt.
Selbst den Toten gegenüber noch Llnmenschlichkeiten!
Wien, 5. Aug. (DNB.) Arn Samstag fand die Einäscherung der Leiche des Hingerichteten Holzweber statt. Das Krematorium war von einer starken Polizeiabteilung mit Maschinengewehren umstel l t. Nur die engsten Angehörigen wurden zur Einäscherung zu- gelassen. Die Gattin Holzwebers wollte auf den Sarg ein Lautenband werfen, das noch aus der Zeit der deutschnationalen (großdeutschen) Kämpfe vor dem Kriege stammte. Sie wurde von der Polizei jedoch daran gehindert. Auch wurde der evangelische Pfarrer verwarnt, da er in der Trauerrede bemerkte, daß Holzweber für sein deutsches Ideal gestorben sei. Von den Behörden waren auch die Trauerkarten zensiert worden. Sie durften nur die Bemerkung tragen: „Franz Holzweber, der plötzlich verschied.
Holzweber konnte man vielleicht eine Verstärkung seines selbstbewußten und treuen, fast trotzigen Ausdrucks bemerken, den er die ganze Verhandlung hindurch zur Schau getragen hatte. Drei Stunden später fand die Vollstreckung des Urteils statt, die um 16.30 Uhr angesetzt war. Sie fand in einem dunklen, engen, dreieckigen Hof zwischen dem Gefängnis und dem Gerichtsgebaude statt. Der kleine Hof heißt nicht nur im Volksmunde, sondern auch in der Gerichtssprache der „Galgen- h o f". Durch ganz besondere Umstände, berichtet Price an sein Blatt, war es mir möglich, zur gegebenen Zeit diesen Hof völlig zu übersehen und so Augenzeuge der Hinrichtung der beiden Verurteilten zu werden. Der Hof ist umgeben von den sieben bis acht Meter hohen Wänden des Ge- richtsgefängnifses. Diese Wände sind nur von Heinen Löchern unterbrochen, in die die Ventilatoren für die Zellen eingearbeitet sind. Ein traurigeres Bild als dieser kaum 30 Meter lange, dreieckige Hof ist kaum denkbar. Als ich meinen Beobachtungsstand einnahm, war die eine Seite des kleinen Dreiecks bereits von Soldaten mit aufgepflanz- tem Bajonett eingenommen; die Richter des Kriegsgerichts erschienen gleich darauf und stellten sich im rechten Winkel zu den Soldaten auf. In dem so gebildeten rechten Winkel erhob sich das Blutgerüst. Es interessierte mich natürlich, den Galgen kennenzulernen, der nach österreichischer Me- thode mehr einem langsamen Würgegerät, der in Spanien üblichen Garotte, als einem Hängegal- gen, wie er bei uns üblich ist und schnell zum Tode führt, glich. Neben diesem merkwürdigen Postament warteten Drei Henker, die schwarze Anzüge mit schwarzen Pelzkappen und schwarzen Seidenhand- schuhen trugen. Dem Urteil entsprechend mußte H o l z w e b e r als erster sterben. Er wurde in Begleitung eines evangelischen Geistlichen auf den düsteren Hof geführt. Festen Schrittes bestieg er das Gerüst und sagte mit weithin schallender Stimme:
„Ich hätte gedacht, daß die militärischen Rich- ter uns wenigstens die ehrliche kugel des Soldaten gegönnt hätten. Die Schande des hängens fällt nicht auf uns, sondern auf sie zurück. Ich sterbe für die Zukunft des deutschen Volkes.
heil Hitler!"
Dieser Ruf hallte wie durch ein Wunder von den Mauern des Gefängnisses wider und in der Aufregung bemerkte ich erst nach einigen Sekunden, daß er eine vielseitige Antwort durch die Ventilationslöcher der Zellen gefunden hatte. Besonders eine Helle, durchdringende Frauen-
durch Feuer vollkommen zerstört. Der Brand wurde erst bemerkt, als der Dachstuhl bereits in Hellen Flammen stand. Das Feuer griff über auf den Glockenstuhl, wodurch der Turm einstürzte und die Mauern die Glocken unter sich begruben. Im Schiff der Kirche wurde die neueingebaute Orgel mit dem Gebläse zerstört, wie auch die wertvollen Fresko-Malereien verloren sein dürften. Heber die Brandursache sind bis jetzt keine Anhaltspunkte gegeben, doch wird vermutet, daß Brand stiftung vorliegt.
3m Kanu über den Aermelkanal.
Ein 22jährlger Deutscher, Josef F i n k aus Köln a. Rh., hat den Kanal von Calais nach Dover in 5 Stunden 50 Minuten im Kanu überquert. Er fuhr um 13.10 Uhr von Calais ab und traf um 19 Uhr in Dover ein, wo er von einer zahlreichen Menschenmenge begeistert begrüßt wurde. Fink erzählte, daß er auf dem ersten Teil seiner Fahrt ziemlich starken Wellengang und Nebel angetroffen habe; später sei das Wetter besser geworden. Der junge Kölner beabsichtigt, mit dem Dampfer nach Calais zurückzukehren.
Hitlerjugend besucht ein englisches Pfadfinderlager.
22 Mitglieder der Hltlerjug end besuchten ein großes Zeltlager von Pfadfindern bei New Castle-on-Tyne, in dem nicht nur englische, sondern auch andere ausländische Trupps kampieren. Die Gäste, die auf einer Wanderung durch England sind, verbrachten die Nacht im Freien und setzten dann ihren Marsch nach Edinburgh fort.
Schreckensfahrt eines betrunkenen Autolenkers. Vier Tote, drei Verletzte.
In einem Dorfe in der Nähe von Gent ü b e r - fuhr ein kleiner stark besetzter Personenkraftwagen zwei alte Leute. Der Wagenlenker raste weiter, ohne sich um die Unerfahrenen zu kümmern, die bei der Einlieferung ins Krankenhaus starben. In dem nächsten Ort überfuhr der Wagen eine Frau, die auf der Stelle t o t war. Schließlich rannte das Auto gegen einen Leitungsmast und zerschellte. Der Wagenführer und Besitzer, ein Bäckermeister namens Devuyst aus ieire, wurde getötet, während seine Frau schwer verletzt und zwei andere Insassen leichter verletzt wurden. Devuyst hatte eine Kirmes besucht und betrunken die Heimfahrt angetreten.
Rauschgiftschmuggler in die Falle gegangen.
Wie aus Neuyork gemeldet wird, wurden dort am Sonntag zwei Rauschgiftschmuggler verhaftet, die die Bundespolizei für Angehörige einer der größten internationalen Schmugglerbanden hält. Das Hauptquartier der Bande, das sich in Paris befindet, verkehrte mit feinen Agenten in Neuyork mit Hilfe von verschlüsselten Kabeltelegrammen. Die Polizei kam in den Besitz des Schlüssels und ließ eine falsche Mitteilung absenden, in der eine Zusammenkunft mit den Agenten vorgeschlagen wurde. Zur angegebenenZeit traf an dem bezeichneten Ort ein Kraftwagen mit zwei Männern ein, die sofort verhaftet wurden. Einer der Männer wurde bei der Festnahme in einem Feuergefecht verwundet. In dem Kraftwagen fand man Heroin, Opium und Morphium im Werte von 125 000 Dollar. In der Wohnung der beiden Verbrecher wurde auch eine große Anzahl von Nadeln und Injektionsspritzen vorgefunden.
500 Autos verbrannt.
In Buffalo (USA.) brach in einer riesigen Auto- garage ein GroHfeuer aus, das sich so schnell ausbreitete, daß der größte Teil der dort stehenden Kraftwagen nicht mehr gerettet werden konnte. 500 Kraftwagen wurden durch das Feuer zerstört. Der Schaden wird auf eine halbe Million Dollar beziffert.
London, 4. Aug. (DNB.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail", Ward Price, hatte Gelegenheit, der Vollstreckung des Todesurteils an den wegen Ermordung des Bundeskanzlers Dollfuß und wegen Hochverrats zum Tode verurteilten Aufständischen Dlanetta und Holzweber beizuwohnen. Er drahtete seinem Blatt hierüber aus Wien:
So schrecklich auch die Erschießung des Bundeskanzlers und der damit verbundene Hochverrat war, kann doch keiner, der Ehre hat und der Verhandlung beiwohnte, bestreiten, daß Planetta, der den Bundeskanzler erschoß, und Holz- weder, der die ganze Aktion gegen das Bundeskanzleramt leitete, beides sehr tapfere Manner waren, vor denen jedermann Achtung haben muh.
Ich habe dem ganzen Ablauf des Verfahrens gegen sie von Anfang bis zu dem bitteren Ende beigewohnt und sah keinen von beiden auch nur den geringsten Augenblick durch ein Wort, durch einen Ton, eine Bewegung, ober durch einen sonstigen Ausdruck auch nur das geringste Zeichen von Furcht oder Zurückweichen verraten, obwohl sie von Anfang an wußten, welcher Würgetod sie in dem düsteren kleinen Hoi hinter den vergitterten Fenstern des mit Menschen vollgestopften Saales erwartetet, in dem die Verhandlung vor sich ging.
Die letzten Worte, die sie in der Oessentllchkeit mit scharfer militärischer Stimme und In strammster militärischer Haltung sprachen, werden mir für meine Lebzeit unvergessen bleiben.
„Ich glaube kaum", sagte Otto Planetta zum Gerichtshof, „ob ich die Sonne von Morgen noch werde aufgehen sehen. Aber ich bin kein feiger Mörder, und nichts lag mir ferner, als den Bundeskanzler zu töten. Die unmotivierten Bewegungen, die er mit feinen Armen machte, die unruhlgen Schatten, die dadurch hervorgerufen wurden und mich streiften, die ungeheure Aufregung, in der ich mich befand, hat vielleicht die Schüsse hervorge- rufen. In meiner Absicht lagen sie nickt, und es ging auch dem schärfsten Befehl zuwider, den wir erhalten hatten. Ich bedauere den tödlichen Ausgang und bitte hier in aller Öffentlichkeit, der Witwe des Kanzlers mein schmerzliches Bedauern zu übermitteln." Planetta sprach in lautem Ton und überragte wohl alle, die ihn pörten.
Rüskungsgleichhett ausgesprochen, die den haupl- prüfstein bildet, aber leider ist es ihr nicht gelungen, andere Regierungen auf den gleichen
Standpunkt zu bringen.
Die anschließenden Worte Hitlers galten der Notwendigkeit, der Kriegspsychose ein Ende zu machen. Er sagte, er habe aus ein besseres Einvernehmen mit Großbritannien hingearbeitet und tue es noch immer. Zwei germanische Nationen sollten durch die bloße Kraft des natürlichen Instinktes Freunde fein. Die n a - tionalfoziallstische Bewegung würde einen Krieg gegen England als ein D er - brechen geg en die Raffe ansehen. Er wies baraf hin, daß Engländer, die Deutschland besuchen, sich immer gut mit den Deutschen verständigen, und es wäre wünschenswert, wenn noch mehr Engländer kämen, um sich selbst von den Zuständen in Deutschland zu überzeugen.
Hitler schloß: Es ist traurig, daß unser alter Marschall Hindenburg gestor- b e n i st. Hätte er noch ein paar Jahre gelebt, so würde er, wie ich glaube, einen Weg gefunden haben, Deutschlands aufrichtigen Friedenswunsch der Welt noch deutlicher zum Bewußtsein zu bringen.
Große Beachtung in ber Londoner presse.
London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die letzten Erklärungen des deutschen Reichskanzlers haben in ber Londoner Presse große Beachtung gefunden und werden von ber Mehrzahl der Blätter redaktionell besprochen.
Die unabhängig-konservative „Daily Mail" hebt in einem Leitaufsatz die Aeußerungen hervor, „die ber hervorragendste und am häufigsten erörterte Mann der Gegenwart" am Sonntag einem Vertreter des Blattes gegenüber abgegeben hat. Diese Aeußerungen, so sagt „Daily Mail" waren besonders eindrucksvoll wegen ihrer Freimütigkeit und ihres „vernünftigen Tones".
An die Spitze feines Programms stellt der Führer des Reiches feinen Wunsch nach Frieden. Diese mit solcher Bestimmtheit von ihm abgegebene Erklärung muh als ungemein wichtig für Europa betrachtet und begrüßt werden. Er hat keine chauvinistische Gesinnung bekundet, sondern durch seinen nachdrücklichen Hinweis auf die Notwendigkeit des Friedens bewiesen, daß er ein Staatsmann ist und mit scharfem Blick die Probleme erkennt, die Deutschland und die well lösen müssen.
Als besonders roichtig erscheint dem Blatt die Erklärung, daß Deutschland sich von Rohstoffen aus dem Auslände unabhängig ma- chen werde, wenn es dazu gezwungen würde. Diese Warnung nennt „Daily MaiU höchst bedeutungsvoll für Südafrika, Australien und andere britischeGebiete und ermahnt die maßgebenden Männer, sie in ihrer ganzen Wichtigkeit zu würdigen.
Frankreichs schlechter Wille.
Paris, 6. Aug. (DNB.) Das Interview des Führers des Reiches in der englischen „Daily Mail" findet in der französischen Presse wenig Verständnis. Der am häufigsten wie- verkehrende Einwurf ist der Zweifel an ber „Aufrichtigkeit" ber Erklärung.
Der „Ternp s" begnügt sich mit bem Abbruck eines Auszuges bes Interviews, ohne bazu Stel-
Dann sprang H o l z w e b e r auf, lebhaft, wie währenb ber ganzen Verhandlung. „ S i e m ü f • fen s i ch kurz fasse n", mahnte ihn ber Z i - v i l r i ch t e r, ber ein spitzes und unsymphatisches Gesicht hatte.
Unangenehm berührt durch diesen Vorstoß gegen einen Totgeweihten sah ich in diesem Augenblick nach dem Gerichtstisch. Da saß der ältere geistreiche General in der Witte, rechts und links von ihm zwei Oberste, und ich muhte feststellen, daß diese alten, harten Kriegssoldaten im Gegensatz zu dem Zivitrichter mit unverhohlener menschlicher Sympathie auf diesen elektrisch geladenen ehemaligen Soldaten blickten, der im Sinne feiner Idee die Regierung eines ganzen Landes zu verhaften versucht hatte. Diese Offiziere waren im Begriff, den Mann zum Tode zu verurteilen, aber sie erkannten in ihm den Typ eines prachtvollen Stabsfeldwebels — schneidig, kühn, aufrecht und korrekt in jedem Zoll seiner Haltung.
Holzweber hatte die fatale Gabe ber Beredsamkeit, die ihm an diesem heißen, sonnigen Nachmittag bas Leben kostete. Denn zweifellos hat er seine Rolle als Führer ber Stürmer Des Bunbes- kanzleramtes nur ber klaren Form seiner Gedanken zu verbauten, ber alle anberen folgten, die feine Ibeale teilten. Holzweber sprach viel besser als bie drei Berteibiger, bie für bie Angeklagten vergebens pläbiert hatten. „Getreu dem Grundprinzip bes Führers aller Deutschen habe ich bie Aufgabe ber Besetzung bes Bunbeskanzleramtes nur unter ber Bedingung unb Voraussetzung übernommen, baß sie nicht mit Blut befleckt sein bürste. Ich mußte auch annehmen, baß bas Gesamtministerium versammelt war, unb vor allem, baß Dr. R i n t e« len zur Stelle sei. Denn wir gingen von ber Voraussetzung aus, baß Dr. Rintelen uns als neuer Kanzler mit seiner Autorität becken würde. Als ich festgestellt hatte, daß der neue Kanzler nicht anwesend war, besprach ich mit dem Minister Fey ganz freundschaftlich die Bedingungen, auf denen mir die Aktion ohne Blutvergießen abblasen könnten. Ich sagte ihm, daß ein großes Mißverständnis vorliegen mühte, und daß ich nun nicht mehr wüßte, was ich ohne Gefährdung einerseits meiner Leute, andererseits der verhafteten Minister zu tun hätte.
Minister Fey gab uns sein Ehrenwort als Offizier, daß uns nichts passieren würde. Wenn er dieses Dort bricht, wird es sich an ihm rächen. Für alles, was sich später ereignete, übernehme ich für meinen Teil die volle Ver- antwortung. Und ich wiederhole noch einmal, daß nicht nur die mir gegebenen Befehle, fon- dern auch die von mir selbst ausgehenden Befehle in der schärfsten Form dahin gingen, daß nicht ein einziger in dem von uns besetzten
Bundeskanzleramt verletzt werden dürfte."
Franz Holzweber fuhr dann mit erhöhter Stimme fort: „Alles, was i ch getan habe, tat i ch für mein weites Vaterland. Ich bin ganz und gar darauf gefaßt, die Konsequenzen meiner Handlungsweise auf mich zu nehmen."
Für eine Viertelstunde nur zogen sich bann bie vier Richter hinter einen Vorhang zurück, um bas Urteil zu beraten. Als sie zurückgekommen waren, haspelte ber Zivilrichter mit einer nachlässigen, gleichgültigen Stimme eine Wiederholung ber Anklage herunter und murmelte, ohne auch nur bie Stimme um ein geringes zu
lung zu nehmen.
Das „Journal bes Döbats" vergleicht bie Erklärungen bes Führers mit „sogenannten Friedensoffensiven, die Deutschland während des Weltkrieges von Zeit zu Zeit unternommen habe, unb die nicht loyale Friedensangebote gewesen jeien, sondern nur Manöver, um die Feinde Deutschlands zu veruneinigen unb zu schwächen."
Auch bie „Libert e" wartet mit einem überaus gehässigen Kommentar auf. Der Kommentar biefes Blattes ist wenn möglich, noch verstänbnisloser unb zeugt von einer sturen unb gewollten Blinbheit für Die tatsächlichen unb psychologischen Verhältnisse im nationalsozialistischen Deutschland, die kaum noch
„Graf Zeppelin" unterwegs.
Die Deutsche Seewarte in Hamburg teilt mit, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Montagnachmittag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometer fuhr und um 19.30 Uhr (MEZ.) die Kap Vertuschen Inseln erreichte. Der Himmel war wolkenlos, bie Temperatur betrug 23 Grab Celsius.
Die Toten der deutschen Himalaja-Expedition noch nicht geborgen.
Bon ber beutschen Himalaja-Expebition ist dem Drahtlosen Dienst folgender Kabelbericht zugegangen: „Die Bergung ber toten Kameraben Merkl, Wielanb unb Welzenbach war wegen anbauernber Schnee st ürme oberhalb bes Lagers 4 trotz übermenschlicher Anstrengungen unb wegen späterer Weigerung ber Träger unmöglich. Lager 4 bis Lager 1 finb durch Balti-Kulis oronungsmäßig geräumt. Die Expedition wartet auf das Eintreffen der noch benötigten Träger aus Doian und wird voraussichtlich am 3. August vom Hauptlager aus den Rückmarsch anLcten. Es ist beabsichtigt, bis zum endgültigen Abreisttag aus Indien auf Hausbooten in Srinagar, der Hauptstadt von Kaschmir, zu bleiben."
Motorradfahrer tödlich verunglückt.
Wie aus Aschaffenburg gemeldet wird, ereignete sich auf ber Haibacher Höhe bei Grunmorsbach cm schweres Verkehrsunglück. Ein Motorrab- fahrer, ein Monteur aus Frankfurt namens Eduard Nanninger, der mit feiner Frau auf dem Soziussitz die Straße heraufkam, stieß in der Kurve mit einem Personenkraftwagen zusammen. Der Motorradfahrer kam unter bas Auto zu liegen unb erlitt fo schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zum Krankenhaus starb. Seme Frau trug nur leichte Verletzungen davon.
Schwere Strafen für Devisenschieber.
Das Schnellschöffengericht verurteilte in Stuttgart nach anderthalbtägiger Verhandlungsdauer die Angeklagten Gustav Grau, Richard Ebers- b ä ch e r, August Gunzenhäuser, sämtlich aus Stuttgart, die zusammen mit dem ins Ausland geflüchteten Baron Arthur von Hunnius vom März 1931 bis Januar 1934 insgesamt weit über eine halbe Million Reichsmark ins Ausland verschoben und zum Ankauf deutscher Wertpapiere verwendet hatten, zu Zucht- hausftrafen von 2 bis 4 Jahren. Der mitangeklagte Fritz Mayer erhielt drei Jahre Gefängnis Sämtliche Angeklagten wurden außerdem noch zu hohen Geldstrafen verurteilt, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle weitere Freiheitsstrafen treten. In ber Begründung wurde festgestellt, daß die Angeklagten einen volkswirtschaftlichen Schaben von minbeftens 500 000 Reichsmark angerichtet haben.
Lin Beil ist kein Spielzeug!
Daß gefährliche Gegenstänbe nicht in Kinber- hänbe gehören, zeigt roieberum ein Borfall in Wis- en bei Betzdorf. Dort hantierte ein sechs Jahre alter Junge mit einem Beil und schlug dabei einem vierjährigen Spielkameraden einen Finger glatt ab.
Kind vom Lastauto lotgefahren.
Der sechsjährige Junge des Schuhmachermeisters Hunold m Olpe (Westfalen) geriet unter bas Lastauto einer Bierbrauerei. Vermutlich ist bas Kinb auf die Verbinbung zwischen Lastwagen unb Anhänger geklettert und beim Fohren herunterge- fallen, wobei es überfahren und tödlich verletzt wurde.
pfälzische Kirche aus dem 11. Jahrhundert eingeaschert.
Die aus dem 11. Jahrhundert stammende protestantische Kirche in Herxheim a. Berg (Pfalz) roufDe


