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challen bann bie S)Örntr der Gutsforster.Jagd I vor dem Gutshaus, wo ein größerer Kreis Zeuge orbeil" blasen sie. der Stunde sein wird, da der Gutsherr von Neu-

Die letzte stille Stunde ist vorüber. Nun öffnen deck, der Feldmarschall des großen Weltkrieges, der ich die Türen des Parks von Neudeck, und die Präsident des Deutschen Reiches, sein Haus für )fsiziere tragen Len Sarg hinaus auf den Katafalk1 immer verläßt.

Der Auszug des Mrschalls aus Wett

Neudeck, 7. Aug. (DNB.) Unter einer nächt- ichen Trauerparade von erschütternder jröhe vollzog sich Montagabend zwischen 21 und 2 Uhr der Auszug des toten General- eldmarschalls von Hindenburg aus dem )utshaus von Neudeck nach dem Tannenbergdenk- tnaL lieber Neudeck bricht langsam die Dämmerung herein. Die Bäume heben sich dunkel von dem hel- |en Sommernachtshimmel ab. Nur der Marschschritt ter zur Trauerparade anrückenden Kolonnen und kirze Kommandorufe unterbrechen die feierliche Stille. Ein Bild von düsterer Tragik entwickelt sich, rnd dennoch leuchtet der Abglanz eines gewaltigen ßoldatenlebens, stolz, männlich und für jeden, Der liefe Stunde miterleben durfte, unvergeßlich über liefet Stunde. Schweigend stehen die grauen Ko- lonnen. Matt glänzen wie eherne Mauern die Stahlhelme über harten, ernsten Soldatengesichtern. Knirschend fährt die leere Sarglafette vor. Unruhig scharren die sechs schwarzen Rappen, die die Sarg­lafette ziehen, so daß die Lafette mehrmals um las Rondell vor dem Schloßportal herumgeführt Derben muß. Auf dem Rasenplatz vor der Frei­treppe stehen zwei Musikkorps des Jnfanterieregi- nents 3. Links vom Schloßeingang steht die Ehren- bmpanie des Infanterieregiments 3 aus Deutsch- kylau. Von der Allee bis zum Gutseingang bil- let eine zweite Kompanie Spalier.

Nach Beendigung der Familienfeier im Schloß ammen in rötlich-gelbem Schein in weitem Um­reis Taufende von Fackeln auf. In ihrem Ratterndem Licht leuchtet die hellgelbe Front des Schlosses hell auf.

In diesem Augenblick erscheint in Generalsuni- brm Ministerpräsident Göring. Er begibt sich in las Schloß und legt einen herrlichen Kranz mit sharz-weih-roter Schleife am Sarge nieder.

Der Feldbischof spricht dann den Segen, ein Augenblick unaussprechlichen schweigenden Schmer­zes. Dann flammen gewaltige Magnesiumfackeln auf und überstrahlen ein Bild von unvergeßlicher heroischer Größe. Die Lafette fährt von rechts vor die Stufen des Portals. Wieder ein kurzes Kom­mando:Präsentiert das Gewehr!" Die Fahnen senken sich, der Sarg des Feldmarschalls wird auf die Lafette gehoben. Unter den Klängen des Cho­rals:Jesus meine Zuversicht" formiert sich die Trauerparade und rückt in einem Spalier von Fackelträgern und anderen zur Landstraße Frey­stadtDeutsch-Eylau, wo sich die berittenen Trup­penabteilungen in den Trauerzug eingliedern.

Die Trauerparade unterwegs.

Das Dunkel der Nacht zwischen ben hochragenden Bäumen der Allee, der Schein der Fackeln, der sich weithin durch das schweigende Land ziebt, bie Stahlhelme und Gewehrläufe, bie mächtigen Klänge ber Trauermusik, bie ben Zug begleiten, bas un­bewegliche militärische Spalier: alles bas vereint sich zu einer stolzen Symphonie bieses großen Helbischen Lebens, besten Inhalt uns als ein unsterbliches Vermächtnis verbleibt.

An ber Spitze ber Trauerparabe marschiert bas Trompeterkorps ber 2. Abteilung des Artillerie-Re­giments Nr. 1. Es folgt bie 2. Schwadron bes Rei­terregiments 2, bann bie Ehrenwachkompanie vom 2. Bataillon des Infanterie-Regiments 3 mit ben Fahnen. Hinter ben Fahnen geht ber Chef bes Stabes ber 1. Division Oberst H o e p n e r, ber auf einem Kisten ben Marschallstab Hindenburgs trägt, gefolgt von Offizieren mit ben Orbenskissen bes Marschalls.

Tiere ihre Kopfe tief herunter. Und ein fünftes Bild ist hier noch zu nennen, ber graue Zug der roten Soldaten, der wie eine Vision von vielen Personen in der Gegend von Neudeck in der Dämmerung gesehen wurde, obwohl dort gar keine Straße ver­lief und man dort eigentlich nichts hätte sehen können: Ein Fata Morgana warf das Bild auf Straße marschierender Truppen an anderer Stelle zurück und schuf jene Vision.

Dorf um Dorf durchfahren wir, und hinter uns knattern die Motoren der Kraftfahrkolonnen, die den Trauerzug eröffnen. Dann folgen die Motor­kanonen. Eine Lafette trägt den Sarg des teuren Toten.

Immer wieder ziehen sich Girlanden von Baum zu Baum, mit Aehrenkronen und Kränzen find sie geschmückt, von denen schwarze Schleifen hangen, und an manchen Stellen hat man Früchte des Feldes hineingeflochten.

3n Osterode flankieren flammende Py­lone die Straße. Die Laternen find schwarz ver­hängt, ebenso viele Fenster, hinter denen lange Talglichter brennen: Ein düsterer und doch über­wältigender Eindruck. In vielen Schaufenstern steht das Bild des Reichspräsidenten, mit Blumen umkränzt, von Fahnen umgeben. Ganz Osterode ist auf den Beinen. Aus ber ganzen Umgegenb sind Zehntausend hierhergefahren, um an dieser Stelle Abschied zu nehmen vom Generalfeldmarschall.

Plötzlich über einer Straße ein großes Ehren­tor, darauf die Dörte:Einen letzten Gruß die Stadt Osterode ihrem Ehrenbürger." Und solche Ehrentore treffen wir noch viele. Immer wieder stehen auf ihnen letzte Grüße von Verbanden und von Orten.

Reichenau ist vorbei. Wir sind schneller gefahren und haben den Trauerzug weit hinter uns gelassen. UeberaU stehen hier die Menschen schon feit Stunden in stiller Trauer und harren des Zuges.

Bei Frögenau biegen wir von der großen Straße ab, und jetzt geht der Weg des Trauerzuges

vorbei an dem Ort Tannenberg mit de? Ordenskirche. Später führt der Weg vorbei am Feldherrnhügel, wo ein Denkmal daran er­innert, daß von dieser Stelle aus ©eneralfelbmar* schall von Hinbenburg bie Tannenbergschlacht leitete. Bei bem Orte Paulsgut schwenkt ber Zug wieder nach Norden ein, nach Hohen st ein, und von dort aus hinauf zum Tannenbergdenkmal. Wohl noch Stunden wird es dauern, bis der Trauerzug dort fein wird, aber schon ist alles in Erwartung.

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Des Führers letzter Gruß an den Reichspräsidenten ist ein riesiger Kranz aus Lorbeer und weißen Nelken.

Der Trauerkondukt am Tannenberg-Denkmal.

Der letzte Zapfenstreich vor dem Heim.

Dann öffnen sich die Flügel des Portals zum -tztenrnal für den greifen Gutsherrn von Neudeck, "cchts und links vom Portal rauschen im flackern- en Scheine der Fackeln bie ruhmreichen ahnen ber brei Regimenter, mit benen ber elbrnarschall befonbers eng oerbunben war: Die Qemaligen Snfanterieregimenter 91, 147 sowie bas Garberegiment zu Fuß. Der Kommanbeur ber irauerparabe, Generalmajor Wobrig, gibt bas .-ommanbo:Präsentiert bas Gewehr!" Unbeweg­lich stehen, von ben Fackeln umloht, bie Kompa- ien. Offiziere tragen den mit der Kriegsflagge, fc-m Helm und dem Degen des Feldmarschalls be­leckten Sarg heraus und setzen ihn vor dem Portal rieber.

In biefem Augenblick rauscht es, gespielt von ben feiben Musikkorps, empor burch bie Nacht im stockelglanz:Befiehl bu beine Wege". Es folgt ber Rapfen ft r e i d) ber preußischen Infan­terie, bie schmetternben, mutigen Klänge, bie dampfen Wirbel ber Tromeln. Die feierlich getragen r-n Weisen bilben in biefer Stunbe eine eigen­artige Heldensymphonie, in ihrer soldatischen Kraft k greifender als Trauermärsche. Dann brechen die ÜLusikkorps ab. Hinter den Bäumen klingt der Zapfen st reich der Kavallerie auf, ge- ielt vom Trompeterkorps der zweiten Abteilung i>5 Artillerieregiments 1. Das Trompeterkorps d)t in einiger Entfernung aufgestellt. So rauschen e Klänge wie ein Gruß von den Schlacht- rldern O st Preußens aus dem Dunkel des larfs hervor.

Dann wirbeln dumpf die Trommeln. Das alte iommanbo hallt burch bie NachtH e l m a b zum ?ebet!" Feierlich erklingt wie ein letztes Be- inntnis aus biefem von ber Vorsehung so wunber- :m gesegneten Leben ber alte Choral auf:Ich >rte an bie Macht ber Liebe".

Felbbischof Dohrmann spricht, schlicht und clbatisch:Nun nehmen wir Abschieb von bem toter unb Herrn dieses Hauses, indem wir das letzte Vaterunser beten".

Von sechs Rappen gezogen folgt bann bie Sarglafe11e. Sechs Offiziere Les Art.-Regts. 1 führen bie Zügel. Hinter bem Sarg gehen die An­gehörigen unb nächsten Freunbe bes verewigten Felbrnarschalls. Dann folgt bie Generalität bes Reichsheeres, an her Spitze Gruppen- fommanbeur I Generalleutnant v. Nundstebt, unb ber ostpreußische Wehrkreiskommandeur Gene­ralleutnant von Brauch itsch. Hinter ber Ge­neralität marschieren bie Musikkorps. Die Reste ber zur Trauerparabe fommanbierten Teile bes Jnf.- Regiments 3 und eine Batterie bes Art.-Regts. 1 bilden unter Führung bes Kommandeurs ber Trau er parade Generalmajors Wobrig ben Schluß bes Zuges.

Langsam ^ücft bie Trauerparabe zwischen kilo- meterlangen Spalieren fadettragen- ber SA. unb S S. in Richtung Heinrichsau vor­wärts. Dumpf klingt ber. Tritt der Kompanien, die Räber ber Protzen unb Lafetten unb bie Hufe ber Pferbe klappern auf her Lanbstraße. Der My­thos, ber den toten Marschall mit bem Heer des Großen Krieges verbanb, wird in biefer Nacht lebenbig. Es ist, als ob ein Geisterheer ben Sieger von Tannenberg zu ben alten Schlachtfelbern heim­geleitet. Es ist, als ob in biefer unfaßbaren gewal­tigen Stunbe noch einmal vor bem ganzen beut- fchen Volke alle Tragik und Größe unserer opfer­reichen Geschichte lebendig werden sollte, deren Ver­körperung der tote Feldmarschall ist.

Nach zwei Kilometer wird die erste Trauer- parabe von einer zweiten Trauerparabe abgelöst, bie aus einer motorisierten Abteilung unb einer Kraftrad-Schützenkompanie besteht. Noch ein­mal präsentiert bie erste Trauerparade bas Ge­wehr, und ber Sarg des Feldmarschalls wird von Offizieren von der ersten Lafette auf eine Motor­lafette überführt. An einem ununterbrochen nenSpalier fackeltragender ost preu­ßischer Menschen entlang bewegt sich nun in etwas beschleunigter Fahrt der Trauerzug in Rich­tung Tannenberg. In allen Dörfern läu­ten die Glocken. Ostpreußen geleitet feinen Feldmarschall zur letzten Ruhe an ber Stätte seines größten Sieges.

Die Fahrt durch den flammenden Weg.

Hohenstein, 7. Aug. (DNB.) Nun haben bie Reichswehrfoldaten, die ben Weg vorn Guts- ijius von Neudeck zum Parktor umsäumen, ihre Jäckeln entzündet. Nun beginnt unsere Fahrt durch ben flammenben Weg, burch bie -locht, jenen flammenben Weg, an bem bas Volk Ostpreußens Abschied nimmt vom Ge­ne ralfelbmarschall. Sterne stehen am Him­mel. Durch bunkle Wälber geht bie Fahrt, bann oieber burch Dörfer, an Felbern vorbei, auf benen bie Ernte steht, ber Hinbenburgs letzte Gebauten gelten, bie Ernte für bas Volk, von ber Leben unb Sein bes Volkes abhängt. Die Straße ist mit Tannengrün bestreut, mit weißem Sanb unb mit Blumen. All' bie verschwenberische Pracht ber oft- p eußischen Gärten ist aufgeschüttet auf biefe Straße. Weiße Dahlien, bann roieber rot, grün unb blau unb gelb leuchtet es.

An der Straße ein einzigartiges unendliches Spalier der Menschen.

Äm Vordergründe die SA., deren blutgetränkte Slturmfahnen am 30. Januar 1933 Generalfeld- irorschall von Hindenburg segnete, als er b(tm Führer die Macht übergab. Diese Sturmfah- mn stehen nun am Wege und senken sich zum Iitzten Male vor dem großen Toten. Dnnn wieder PO., die Ortsgruppen der NSDAP, iriit ihren Fahnen, Hitler-Jugend, Bund deutscher M ädel, Arbeitsdienst, Deutscher Luftsportverband, bi- Feuerwehren, die Förster, der Kyffhäuserbund, L'amtenverbände, Reichsbahnbeamte, Postbeamte in ihren Uniformen. Die ganze Vielgestaltigkeit des amen Lebens spiegelt sich an dieser Straße. Kleine j Mädchen in weißen Kleidern, dann wieder tief 6 verschleierte Frauen. An einer Stelle sind golb = q> [ b e Aehren unb roter Mohn auf bie Lrahe gestreut. Dazwischen bie letzten blauen Kornblumen. Aus bem Dunkel der Nacht tauchen Mer auf Gendarmeriebeamte, die die Straße fiqern. An allen Straßenkreuzungen überall eine Me von Autos aus allen Teilen Deutschlands.

Alle Gaue und Landschaften haben ihre Men- Schen entsandt, und alle sind beteiligt an diesem letzten hundert Kilometer langen flammenden Spalier, wie es wohl die Welt noch nicht ge­

sehen hat. Line feierliche mystische Stimmung liegt über dem Ganzen. Lautlos und ruhig ist alles. Wan hört kaum ein Wort. Niemand spricht, und die Gedanken sind alle beim toten Hindenburg. Man fühlt es instinktiv, daß er in diesen Herzen fortlebt, daß sein Leib tot ist, daß aber sein Geist immer über dem deutschen Volke schweben wird.

In Deutsch-Eylau wehen von allen Häu­sern schwarz verhängte Fahnen. Trauergirlanden sind über die Straßen gezogen. Die ganze Straße ist dicht besät mit Blumen und Grün, und das Spalier der Menschen ist viele Gliederungen tief Aus dem Marktplatz sind Ehrenformationen der SA. und SS. angetreten. .

Hinter Deutsch-Eylau nimmt uns bie Nacht roie- ber auf. Und wieder geht die Fahrt durch D f , durch Flecken, durch Wälder und Feldern An einer Stelle tritt Rotwild an die Straße. Ohne Scheu vor den Menschen bleibt es minutenlang stehen, als wollte es Abschied nehmen vom Schirmherrn des deutschen Waldes, vom größten deutschenJager und Heaer denn berAlte vom Preußenwalb hat ben Lb unb bas Wild geliebt wie memge.

Als wir auf der Straße nach Oste rod durch den Wald fahren, fallen i m>r uns lilberne Funken vom Himmel. Zehn 6* e:T«:: ,

den toten Nelchsprast fast unmittel-

? heraus als der Trauerzug

dar an die Straß 9 rtckcn blieb, bis der Mo- fich näherte, und ,urückscheuchte. An anderer

torlarm es in Öen einer3^oppe[, kamen die Pferde, Stelle wiederum, , ueran und steckten ihre ahn« (Satter als die Lafette mit dem Kopfe "ber tD'ar als wenn sie den Ernst

unb9bk®rö5= ^ber Stund- sühlt-n. fo neigten bie

ben Drben, Helm unb Degen unb bem Felbmar- schallstab tragen.

Oie Uebernahme des Garges.

Nur wenige Minuten bauert bas Herüberheben bes Sarges. Dann fetzt sich unter bumpfem Trom­melwirbel ber Trauerkonbukt roieber in Bewegung. Nun führt Paul von Hinbenburgs letzte Fahrt hinauf zu ber Stätte feines größten Sieges, bie auch feine letzte Ruhestätte fein wirb. Choräle Hingen auf, Lieblingschoräle bes toten Felbmar- fchalls:Ach bleib mit beiner ©nabe" unbJesus, meine Zuversicht". Den ganzen Weg burch Hohen­stein hinburch bis zur Höhe bes Denkmals säumen Arbeitsbienft, SA. unb SS. ben letzten Weg. Da­hinter steht, oft viele ©lieber tief, bie Bevölkerung, erschüttert.

Oas Entzünden des Opferfeuers.

Schon seit etwa 5 Uhr hört man im Tannen- bergbentmal bie herannahenben Klänge ber Trauer- musik. Das gibt bas Signal zum Entzünben ber riesigen Opferpfannen auf bem fla­chen Terrain ber- acht hohen Türme bes Denkmals. Schwarze Rauchfahnen lobern zum wolkenlos blauen Himmel empor. Der Morgenwinb bauscht bie langen schwarzen Fahnen, bie von ben Türmen herabhängen.

Jm Zeldherrnturm.

Nun schwenken bie beiben Schwabronen links unb rechts vom Eingangstor ein, zwischen ihnen hinburch nimmt bie Fahnenkompanie ihren Weg ins Denkmal hinein, ©ebämpfte Kommanbos er­klingen. Der Sarg wirb von ber Lafette gehoben unb von zwölf Offizieren bes Heeres unb ber Marine in ben Felbherrn- türm getragen. Von hort aus wirb er nach ber Trauerfeier in ben bem Felbherrnturm gegen« überliegenben Ma r s ch a 111 u r m getragen wer- ben, wo er feine enbgültige Stätte finbet.

Der folgenbe Teil bes Trauerkonbuktes zieht bie Chaussee weiter hinauf. Nachbem bie Fahnenkom­panie ber Reichswehr ben Hof bes Tannenbergbenk- mals roieber verlassen hat, ruht bas Denkmal wie­der still in ber Frühe bes Morgens. Das zweite Runb bes Denkmalshofes ist leer. Die schwarzbezo- genen Bänke sind unbesetzt. Lediglich einige SS.« Abordnungen, die Absperrungen vornehmen, ge­führt von Gruppenführer von bem Bach, Gruppenführer Erbprinz Walbeck und den Oberführern Kaul und Dr. Reiner, befinden sich im Hof, dazu einige Reichswehroffiziere und die ©auleitung. Erst gegen 7 Uhr werben bie ersten ..... nach unb nach bis 10 Uhr

Gegen ben frühen Morgen wird es kalt. Die Formationen treten weg, da die Ankunft des Trauerkonduktes sich erheblich verzögert hat. An der Straße haben sick inzwischen eine große Zahl von Menschen eingefunden, insbesondere Bewohner weitentfernt liegender Dörfer; außerdem Abteilun­gen des NSKK. Nach einem unwahrscheinlich schonen Sonnenaufgang gegen 4 Uhr trifft die Nachricht ein, daß der Trauerkondukt von Pauls­gut herannaht, und um 4.30 Uhr vernimmt man von ferne das Knattern der Motoren. Von fern hört man die Lokomotiven der Sonderzüge, die in immer dichterer Folge in den Bahnhof Hohenstein einlaufen. Um 4.45 Uhr ist ber Trauerkonbukt heran. Auf ber rechten Seite stehen unter präsen­tiertem Gewehr bie Infanterie-, Kavallerie- unb Marine-Formationen. Daneben parkt auf ber linken Straßenseite ber motorisierte Trauerkonbukt, ber von ber Kraftfahrabteilung I, ber motorisierten Ab­teilung bes Artillerieregiments I gestellt ist. Neben ber Lafette hält ber Mannschaftswagen, ber bie

Motorlafette mit dem Sarg des toten Marschalls l Gaste erwartet, bie bann führt, barauf bie acht Offiziere, bie bie Kissen mit1 ben Denkmalshof füllen werden.

Hohenstein, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Gegen 2 Uhr nachts hat der Trauerkondukt Reichenau erreicht, und wenig später, während bas Dunkel sich zu lichten beginnt unb ein strah­lender Sommermorgen heraufdämmert, geht es

am Feldherrnhügel von Frögenau vorbei, jenem Hügel, von bem aus Paul von Hin­benburg die Tannenbergschlacht leitete. Aus der Dämmerung schälen sich allmählich die Konturen des Gedenksteins. Gleich darauf hält der Traue r- k o n d u k t, um einen Augenblick an jener Stelle zu verweilen, wo Deutschlands größter Feldherr feinen berühmten Sieg errang.

Auf der Straße zwischen Hohenstein und Pauls­gut hat sich zwischen der Eisenbahnkreuzung und Hohenstein inzwischen der Trauerkondukt aufgestellt, der hier von motorisierten Formationen ben Sarg bes großen Toten übernehmen soll. An ber Spitze ein Musikzug eines Reiterregiments, bann zwei Schwabronen, barauf ein Mufikzug eines Infanterieregiments, die Fahnenkompanie mit den ruhmreichen alten Regimentsfahnen und dahinter, schwarz umkleidet, bie Lafette, bie den Sarg zum Tannenberg-Denkmal tragen soll. Sechs Rappen sind davorgespannt, jeder geführt von einem Offi­zier. Darauf folgen wiederum zwei Kompanien Infanterie, ein Bataillon Marineinfanterie und zwei Batterien der reitenden Abteilung des Artil­lerieregiments 1.

Ein schöner Sonnenaufgang.

Die letzten Stunden vor der Beisetzung.

Tannenberg-Denkmal, 7. August. (DNB. Funkspruch). Nun ist ber Tag heraufgestiegen, bie Sonne steht schon hoch am blauen Himmel. Im satten Grün bes Rasens häufen sich um bas Kreuz, unter bem 20 unbekannte Krieger ber Tannenberg­schlacht ruhen, bie Kränze. In allen Farben leuchten ihre Bänber mit ben Wibmungen. Schlank unb steil steht bas patinagrüne Kreuz über bem Solbaten- grab gegen ben Himmel.

Dort, wo am 27. August 1933 ber Sessel bes Felbrnarschalls stanb, steht heute ber Katafalk. So wirb ber Marschall nun noch einmal bort sein, wo er bem Führer bie Hänbe brückte unb zum letzten Male im Tannenberg-Denkmal sprach. Hinter bem Katafalk bie Kanzel. Vor ben Eingängen zum Felbherrnturm unb zum Marschallturm stehen Posten. Der Eingang zum Felbherrnturm, in bem ber braune, mit ber Reichskriegsflagge bebeckte Sarg steht, ist schwarz verhängt.

Inzwischen läuft auf bem Bahnhof Hohenstein Sonberzug auf Sonberzug em. Auf bem Parkplatz am Tannenberg-Denkmal stauen sich bie Kraftwagen. Im Denkmal füllt sich langsam bas Runb. Nun marschieren bie Fahnen Der SA., SS., HI., bes Arbeitsbienstes unb bes NSDFB. ein. Lautlos werben sie hereingetragen unb ge­grüßt. Auf ben Umgängen zu ben einzelnen Tür­men nehmen Solbaten mit Gewehr bei Fuß Aufstellung.

Polizeigeneral D a l u e g e unb Oberführer Fritsch treffen letzte Anorbnungen. Gleich bar­auf erscheint auch ber Gruppenführer ber ostpreu­ßischen SS., von bem Bach-Zeleski. Drau­ßen um bas Denkmal herum marschiert Verband auf Verband auf, so die Regimentsoereine des

Kyffhäuferbundes und viele andere. Volk strömt zu Zehntausenden von allen Seiten heran. Alle halbe Stunde sieht man vier Hauptleute mit ern­sten Gesichtern zum Feldherrnturm hinübergehen die Ablösung der Ehrenwache. Viele alte Uniformen sieht man im Tannenberg-Denkmal, dar­unter auch Abordnungen des ostpreußischen In­fanterie-Regiments Nr. 147von Hindenburg" und des 3. Garde-Regiments zu Fuß, aus dem der Feldmarschall einst hervorging.

Von den Türmen des Denkmals schweift der Blick weit ins Land hinein. Auf den Feldern steht goldgelb die Ernte. Doch heute ruhen alle Hände, unb bie Felber finb verwaist.

Am Bahnhof überwacht Polizeigeneral D a - l u e g e selbst bas Eintreffen ber einzelnen Sonber- züge. In wenigen Minuten finb bie Züge geleert, unb es vergehen kaum weitere fünf Minuten, unb schon finb Hunberte von Personen abtransportiert. Vom Bahnhof zum Denkmal ist mit etwa 50 Om­nibussen ber Berliner Verkehrsgesellschaft, ber Reichspost unb anberer Gesellschaften ein laufender Penbelverkehr eingerichtet worben. Auf bem Bahn­hof Hohenstein ist auch ein langer Sonder- zug aus Polen angekommen, der viele Deut- sche aus den verlorenen Gebieten ge­bracht hat, darunter eine Abordnung aus Posen, bie bie Grüße ber Geburtsstabt Hinben­burgs übermittelt. Auch eine Aborbnung Dort Saarlänbern ist nach Tannenberg gekommen. Fast alle volksbeutschen Gruppen im Ausland haben Vertretungen entfanbt. Alle, bie mit ben Sonberzügen bas Korriborgebiet berührten, berichten, daß bie Stimmung dort freundlich und ernst gewesen sei.