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Ausruf an alle Arbeitgeber der Stadt Gießen

An alle deutschen Lebensmittelgeschäfte in Gießen

hoben.

Arbeilsbeschaffungssragen im KDAZ

Hitlerjugend vom 19. bis

Bei dem Schulungsabend des KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure) Bezirk Gie- zen hielt Bürgermeister Dr. H a m m (Gießen) einen Vortrag über Grundfragen der Arbeits­beschaffung. Der Redner behandelte in großen. Zügen die außerwirtschaftlichen und die wirtschaft­lichen Beweggründe bei der Beschaffung von Ar­beitsgelegenheiten und zog aus der Betrachtung dieser beiden Gruppen die Schlußfolgerungen für

paßt werden müssen.

Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall auf­genommenen Dortrag entspann sich eine Aussprache,

Arbeitgeber, beweist euern Sozia­lismus, zeigt, daß Ihr den Nationalsozialismus in Euch ausgenommen habt! Seid Soziali- st en der Tat!

Hauptversammlung der Oberhessischen ViehverMerungs-Anstalt

Gebt den Jungarbeitern, die in der kämpfen, frei, wenn sie in der Woche 27. Mai an d e m Pfing st lager der Hitler­jugend am Gederner See teilnehmen wol­len! Denkt daran, wie die Sehnsucht eines jeden

Am Samstagnachmittaa fand im Hotel Hopfeld die Hauptversammlung der Oberhessischen Vieh- versicherungs-Anstalt statt.

Direktor Dr. van Bentheim erstattete nach kurzer Begrüßung der Erschienenen den

Jahresbericht.

Er betonte zunächst, daß die Oberhessische Dieh- versicherungsanstalt in diesem Jahre 90 Jahre be­stehe. Sie habe manche Stürme durchlebt, beson­ders nach dem Krieg, in der Inflation und bei den sonstigen Nacherscheinungen des Krieges, sie habe aber gut durchgehalten. Aus kleinen An­fängen heraus habe sich die Oberhessische Dieh- oersicherungsanstalt außerordentlich günstig ent­wickelt, sie stehe heute an der Spitze aller hessischen Einrichtungen gleicher Art. Das Jahr 1933 fei bos Jahr Adolf Hitlers, Wir verdankten ihm Ret-

jungen Deutschen hinaus geht, die Schönheit der Heimat zu schauen und in sich aufzunehmen. Denkt daran, daß schon vor Jahrhunderten der junge Ge­sell hinauswanderte, um in der Fremde Neues zu lernen und nie Gekanntes zu erfahren. Laßt sie sich ausspannen von der Arbeit des Alltages, draußen in der freien Natur, laßt sie Kraft schöpfen, auf daß sie dann mit frischem Eifer und neuer Freude zurückkehren an ihre Arbeitsstätte. Sie werden es Euch zu danken wissen.

auf diese Weise jenen durch das anlagesuchende Ka­pital vernachlässigten Wirtschaftsgebieten neuer An­trieb zugeführt und dadurch für viele Arbeitskräfte Platz zum Schaffen erschlossen werde. In diesen Maßnahmen der öffentlichen Arbeitsbeschaffung liegt keine Erzeugungspolitik, sondern eine Verteilungs­politik, bei der möglichst viele Menschen aus dem Ertrag ihrer Arbeit sich und ihre Familie auf die Dauer erhalten können. In diesem Zusammenhänge wies er als vorbildlich und beispielgebend auf die Schaffung der Autobahnen hin, die nicht nur un­mittelbar den am Bau beteiligten Menschen Nutzen bringt sondern auch vielen anderen Wirtschafts­zweigen Befruchtung bietet. Selbst wenn Maßnah­men in landläufigem Sinne im Augenblick nicht rentabel" sind, können sie doch befruchtend wirken und einen mittelbaren Ansporn zur Blüte geben. Nachdrücklich sprach sich der Redner für die weitere Hilfeleistung zum Nutzen unserer Landwirtschaft, wie auch für die Förderung der Bauwirtschaft und der Siedlung aus, wobei er aber hinsichtlich der Bauwirtschaft (z. B. Tiefbau) die Forderung auf­stellte, daß bei diesen Arbeiten in der gegenwärtigen Zeit der Ersatz von Menschen durch Maschinen ver­mieden werden sollte, um eben möglichst vielen Menschen Arbeit und Derdienstmöglichkeit zu er­schließen. Da sich der private Unternehmer hierin keine Vorschriften machen lassen kann, und eine ge­sunde Entwicklung der Technik (Erfindung von Ma­schinen usw.) nicht verhindert werden darf, so wer­den es die Arbeiten der öffentlichen Körperschaften sein müssen, die nach dieser Richtung den rein arbeitsschaffenden Erfolg" in den Vordergrund stellen müssen. Weiter sind gegenwärtig Lohnsenkun- gen zu vermeiden, weil diese nur zu einer Minde- rung der Kaufkraft führen, auch die Arbeitsstreckung hat ihre volkswirtschaftlichen Grenzen. Zu begrüßen sind die von der Regierung gewährten Steuerver- günftigungen.

Das Ergebnis der Ausführungen über die Grund­fragen der Arbeitsbeschaffung faßte der Redner da­hin zusammen, daß die Maßnahmen der Arbeits­beschaffung niemals nur vom Gesichtspunkt der R e n t a b i l i t ä t aus zu entscheiden oder zu begin­nen sind, sondern stets an die allgemeine Wirtschafts. und Sozialpolitik ange-

Die Hitlerjugend hält in der Pfingstwoche am Gederner See ein Lager ab. Um ganz besonders den weniger gutgestellten Junggenossen die Teil­nahme am Lager ermöglichen zu können, wurde der Preis für Die Teilnahme am Lager auf eine Mark für die ganze Woche festgesetzt. Daß mit diesen geringen Mitteln in keiner Weise die Ver­pflegung beschafft werden kann, wird wohl jedem, der weiß, was Jungens wegputzen können, klar fein. Wir bitten Euch deshalb um Eure tätige Mithilfe. In dieser Woche werden Hitlerjungen

haften und langweiligen Film gesehen zu haben. Es war ein Film, der das hohe Lied der deutschen Arbeit und des deutschen Fleißes pries. In bunter Reihenfolge wechselten Bilder deutscher Gaue und Landschaften, die mit zu den schönsten unseres Va­terlandes gezählt werden. Allbekannte herrliche Par­tien aus dem Schwarzwald, mit tiefbedachten Schwarzwaldhäuschen, wechselten mit dem ein­drucksvollen und geschichtlich bekannten Bauland, dem Hegau, mit seinem trutzig aussehenden Hohen­twiel. Inmitten dieser schönen Gegend liegt Singen, die Stadt der Maggi-Werke. Hier schaffen Men­schenhand und Menschengeist. In sinnvoller Weise zeigte der Film den Werdegang der einzelnen Maggi-Erzeugnisse. Von den Rohstoffen, die von Braunschweig, Ostpreußen, aus dem Frankenland und aus dem schönen Thüringer Wald kommen. Jede einzelne Phase der Verarbeitung läuft im Filmstreifen abwechselungsvoll vorüber. Immer wie­der zeigt sich die hervorragende Ordnung und Diszi­plin. Arbeiter und Arbeiterinnen verrichten mit großer Sorgfalt und Hingabe ihre Aufgabe. So werden aus den Rohstoffen die Erzeugnisse, die jede Hausfrau zu schätzen weiß. Die ganze Fabrik ist ein Prototyp für deutsches Arbeiten und Schassen. Man kann sagen, daß die Maggi-Gesellschaft ihr gut Teil dazu beitragen wird, im Dritten Reich die deutschen Interessen im Wettkampf der Nationen würdig zu vertreten. Die Leitung des Regisseurs B o e h l e n und des Aufnahmeleiters C. Wie­necke find hervorragend. Zweck und Kunst find in diesem Film in glücklicher Form verbunden.

** Inden Ruhestand versetzt wurde der . Ministerialrat Heinrich Diehl bei dem Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung), auf sein Nachsuchen unter Anerken­nung der dem Staate geleisteten Dienste und unter Würdigung seines im nationalen Interesse bekunde­ten Opfersiinns mit Wirkung vom 1. August 1934 an.

** Die Nationalsozialistische Kriegs- opferversorgung e.V., Bezirksgeschäftsstelle Gießen, hat ihre Geschäftsräume von Gartenstraße Nr. 3 nach Bahnhofstraße 38p verlegt. Sprechstunden sind, wie seither, jeden Vormittag von 10 bis 12 Uhr.

** Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren usw. sind strafbar. Die Polizeidirektion weist darauf hin, daß anhalten- : Des Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spie­lenlassen von mechanischen Musikapparaten (Gram­mophon, Radiolautsprecher und dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erheb­liche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer 11, des Reichsstraf­gesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhe störenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, einzuschretten.,

** Kein Geld In gewöhnliche Briese einlegen! Die einzig richtige Art, Geld mit der Post zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, dem kann nur oringend die Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werden. Er hat dann nur notig, eine kostenlose Ueberroeifung ober einen Scheck auszuschreiben und den gelben Scheckbrief mit 5 Pfennig frankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen. Diese ein­fachen und sicheren Geldoersendungsarten werden aber leider von einem großen Teil des Publikums nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briefen wird dringend gewarnt. Für kn Verlust geratene Einschreibbriefe werben höchstens 40 RM. Ersatz geleistet, für beraubte EmMe b- briefe besteht bagegen keinerlei Haftung. Bei Derlus ober Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absen, der und Empfänger immer den Schaden zu tragen, weil die Post nicht haftet.

** Großer Brieftaubenflug vom G ü t e r b a h n h o f. Gestern vormittag gegen V&Ä £ »E'Smi- Köln und Umgegend beheimatet fmb, im hiesigen Güterbahnhof ein. Zwischen 8 unb 9 Uhr wurden die Tauben etwa 20 000 Stuck, aus ihren Käsigen befreit und flogen fast alle ohne längeres Suchen in me[t.norbn>e9ftticf)er Richtung Emz-ln-

der Tiere kreisten aber noch nach Stunden Weno in der Lust herum. Der interessante Aufslug hatte Sei ^utoauer aus unserer Stadt und den Nach- bardMn angelackt. Die wahrend der tangeren faU. Dort kam wi ^säune so unglücklich zu D r u mm mit feiner -£aUreiJmgena Sanitäts- k°L° °°m°R°ien Kreuz nach d» Chirurgien

« dem Stur,, davangetragem

w * I *e n93n*ber hiesigen Chirurgischen Klinik SäV "«ä"!:1 L «SS Ammen war. Dabei bem bedauerns^ 5U1Hnn' erlebt hatte, der rechte Arm schwer zer- putiÄ werden. Leider ist der arme Junge m der

die Praxis.

Er bezeichnete u. a. Arbeitsleistungen als volks- wirtschaftlich falsch, in deren Gefolge durch Neu­einstellung von Arbeitern an anderer Stelle Ent­lassungen zu verzeichnen sind. Ebenso falsch ist eine verbrauchende Arbeitsbeschaffung, die mit dem Wirt- schaftsplan des Ausgebenden nicht vereinbar ist. Grundsätzlich sind auseinanderzuhalten: private und öffentliche Wirtschaft. Kapitalanlagen, die vom ein­zelwirtschaftlichen Standpunkte aus als verständlich und richtig anzusehen sind, können volkswirtschaftlich schädlich wirken, weil durch sie, auf die Dauer ge­sehen, die Arbeitsplätze verringert werden, anstatt sie zu vermehren (negative Rationalisierung): z. B. stehen, volkswirtschaftlich gesehen, der starken Ra­tionalisierung durch Anschaffung von Maschinen die schwerwiegenden Folgen der sinkenden Kaufkraft der nach dem Einsatz von Maschinen überflüssig gewor­denen menschlichen Arbeitskräfte gegenüber. Diese Erkenntnisse bezeichnete der Redner heute als be­sonders wichtig, weil die letzte Hochkonjunktur durch das Uebermaß an arbeitsparenden Einrichtungen große Nachteile gebracht hat, deren Ergebnis von dem Redner mit folgenden Worten gekennzeichnet wurde:Es füllten sich scheinbar die Taschen der Unternehmer und gleichzeitig die Wartezimmer der Wohlfahrtsämter". Der Unternehmer gewann nur scheinbar, weil die erhöhten Wohlfahrtslasten erhöhte Steuern bedingten und ihm den Gewinn wegsteuer­ten Da aber der privaten Initiative des privaten Uniernehmers keine Fesseln angelegt werden sollen, so griff die Regierung ein. Sie betrachtet es als ihre Aufgabe, als wirksamstes Mittel im Interesse Der gesamten Volkswirtschaft, die Ausschreitungen einer ungesunden, rasch einsetzenden Hochblüte beizeiten zu verhindern. Das Mittel dazu ist das Festhalten der Preise auf einem angemessenen Stand, weil dadurch der steigenden Konjunktur der Stachel der über­höhten Gewinne genommen wird".

s^ür die Arbeitsbeschaffung mit öffentlichen Mit-, .......... ------'n - ---- . -

teln zum Nutzen der Landwirtschaft, zur Durchfüh- in deren Verlauf die Versammlung Gelegenheit rung^der Siedlung und zur Belebung der Bauwirt- hatte, aus berufenem Munde noch wettere Gesichts- schäft sprach sich der Redner mit Nachdruck aus, weil I punkte der Arbeitsbeschaffung zu vernehmen.

aus den einzelnen Gefolgschaften zu Ihnen kom­men und um eine Spende bitten. Wir können ganz besonders Dauerwaren gebrauchen, z. B. Speck, Erbsen, Bohnen, Nudeln, Salz, Zucker, Tee, Ka­kao, Kaffee usw. Wir danken Euch jetzt schon und versichern Euch, daß alles mitgutem Hunger" ver­zehrt werden soll.

Heil Hitler!

Der Führer des Unterbanns 1/116.

M. d. F. b.: Clarius.

Nacht zum Sonntag an den Folgen seiner schwe­ren Verletzung gestorben.

** Schwerer Verkehrsunfall in Klein-Linden. An der durch viele Vekehrs- unfälle berüchtigten Straßengabeluna Frankfurter Straße Wetzlarer Straße in Klein-Linden stießen gestern Sonntag gegen 17 Uhr zwei Motorradfahrer mit großer Wucht aufeinander. Der aus Gießen kommende, in Hanau am Krankenhaus beschäftigte und von Garbenteich stammende Arzt Dr. Burk rannte mit einem aus Wetzlar stammenden Motor­radfahrer, der aus der Wetzlarer Straße in die Frankfurter Straße einbog, so heftig zusammen, daß beide Fahrer mit schweren Verletzungen liegen blieben. Dr. Burk erlitt einen Unterschenkelbruch, der aus Wetzlar stammende Fahrer einen Bein- und einen Armbruch. Die auf dem Soziussitz des letzteren mitfahrende Dame kam mit leichten Bein- verletzungen baoon. Ein mit seinem Wagen zufällig vorüberfahrender Arzt leistete die erste Hilfe. Beide Motorräder wurden völlig demoliert. Die Verun­glückten wurden von der Gießener freiwilligen Sani­tätskolonne in die Chirurgische Klinik in Gießen bzw. ins städtische Krankenhaus nach Wetzlar über­geführt.

**Von der deutschen Scholle zur deut­schen Hausfrau." Unter diesem Titel wurde gestern vormittag im Lichtspielhaus ein Jndustrie- film der Maggi-Gesellschast aufgeführt. Die zahl­reich erschienenen Besucher erlebten eine angenehme Stunde. Wer wohl mit gemischten und vorurteils­vollen Gefühlen das Lichtspielhaus betrat, mußte am Schluß doch zugeben, nicht einen schablonen-

tung vor dem Untergang. Er habe mit Recht an­erkannt, wie wichtig ein gesunder Bauernstand sei. Auf das Wort unseres Führers könne man sich verlassen. Die Oberhessische Diehversicherungsanstalt habe sich selbstverständlich hinter Adolf Hitler ge­stellt. Sie werde oft mit geschäftlichen Dersiche- rungseinrichtungen verwechselt, sie sei aber nie ein Geschäft gewesen, sondern kenne nur die Sorge um den Landwirt und das Bestreben, ihm zu helfen. Die Aufgaben der Oberhessischen Viehversicherungs­anstalt seien nicht leicht. Dank gebühre allen Mit­arbeitern. Besonderes Augenmerk sei auf die Pflege der Tiere zu richten, zumal hier nationale Werte in Frage kämen. Grundbedingung für gün­stige Verhältnisse bei der Anstalt sei unbedingte Ehrlichkeit der Versicherten. Wer versuche, unrecht­mäßig Geld zu erlangen, betrüge seine Berufs- kollegen.

gemeinde: 20 Uhr, Saal der Matthäusgemeinde, Haupt-Versammlung.

NSG.Kraft durch Freude": Zu der heutigen Aufführung im Stadttheater (Schneider Wibbel") sind heute von 19 Uhr ab an der Abend­kasse noch Eintrittskarten zu haben.

Aus dem Stadttheaterbüro: Mor­gen, Dienstag, 20 Uhr, TrauerspielFiesko" von Schiller. (Siehe heutige Anzeige.)

KOAZ., Bezirksleitung Gießen.

Der KDAJ. (Kampfbund der Deutschen Archi­tekten und Ingenieure), Bezirksleitung Gießen, hält am kommenden Mittwoch, 20,30 Uhr, im Cafe Ebel wieder einen Schulungsabend ab. Es sprechen Stadtbaurat G r a v e r t und Architekt Völker- Gießen überDie Aufgaben der Archi­tekten im nationalsozialistischen Staat, Arbeitsbe­schaffung durch Siedlung usw." Der Abend be­ginnt pünktlich und dauert bis etwa 20,30 Uhr. Gäste sind willkommen.

Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt und Erholungsheim Waldkatzenbach.

Zu der in unserer Nr. 83 vom 10. April veröffentlichten Zuschrift des Vorsitzenden der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt erhalten wir von dem Direktor der Verwaltung der Allg. Ortskrankenkasse die nachstehende wei­tere Zuschrift mit der Bitte um Veröffent­lichung. D. Red.

Zu dem Artikel vom 10. April 1934 muß be- ridjtigt werden, daß außer der Allgemeinen Orts­krankenkasse für den Kreis Gießen die Allgemeine Ortskrankenkasse für Die Stadt und den Landkreis Offenbach a. M. und die Allgemeine Ortskranken­kasse Bensheim als Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Genesungsheims Waldkatzenbach an dem Hause K ö b l e r in Waldkatzenbach im Ver­tragsverhältnis gestanden haben und heute noch stehen. Die drei Kassen haben sich gemeinsam um die Aenderung der untragbaren Verhältnisse bemüht und haben gleichen' Anteil an dem Erfolge. Die Führung der Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Erholungsheims Waldkatzenbach hat die All­gemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen inne.

Weiter muß berichtigt werden, daß sich die be­absichtigte Schadenersatzklage in Höhe von 27 300 Mark gegen die Arbeitsgemeinschaft, mithin gegen die Drei Kassen gerichtet hat.

Erwähnt sei noch, daß bis zum Jahre 1936 ein Vertrag mit Köbler besteht, welcher die Arbeits­gemeinschaft verpflichtet, die Regelfälle in das Er­holungsheim Waldkatzenbach zu legen.

Die unhaltbaren früheren Verträge, welche eine enorme Belastung für die Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Genesungsheims Waldkatzenbach bedeuteten, wurden, wie bereits erwähnt, aufge­

Oie Unwetterkatastrophe bei Brand- oberndorf.

Am Freitagnachmittag ging wie am Samstag schon kurz berichtet über den Taunusdörfern Brandoberndorf und Griedelbach ein Wolkenbruch nieder, wie er nach der Erinne­rung der ältesten Leute seit 1870 sich nicht ereignet hat. Am schlimmsten ist das Dorf Brandobern- dors betroffen, in dessen Dorfstraße das Was­ser etwa ein Meter tief dahinströmte, die Keller füllte, Gärten verwüstete und Mauern umriß. Ein Schaden, der in die Hundert- tausende geht, ist in den Feldgemarkungen durch das Fortspülen Des Mutterbodens bis auf den festen Untergrund verursacht.

Unmittelbar nach der Katastrophe waren der Kreisleiter, Landrat G r i l l o , Regierungsrat E n g f e r und der Kulturamtsvorsteher, Oberregie­rungsrat Pferdekämper zur Stelle. Eine umfassende Hilfsaktion, besonders für die schwer betroffenen Kleinbauern, ist notwendig und noch am selben Abend eingeleitet worden. Wahr­scheinlich wird der Einsatz des freiwilligen Arbeitsdienstes für die Aufräumungsarbei- t»n auf den Feldern notwendig fein, damit vielleicht noch eine zweite Bestellung vorgenommen werden kann.

Eine Vorstellung von den Waffermaffen erhält man, wenn man erfährt, daß in der Zeit von 15 dis 17 Uhr Der Regenmesser in Brandoberndorf einen Niederschlag von 53 Millimeter anzeigte. Der Jahresniederschlag beträgt in Brandoberndorf monatlich 44,9 Millimeter. Im Jahre 1933 hat der höchste Tages niederschlag nur 21 Millimeter be­tragen, während am Freitag in zwei Stun- d e n mehr niederging, als' fonft in einem ganzen Monat zusammenge- nommen.

Die Behörden werden besorgt sein, für die schwer betroffenen Gemeinden, zu denen neben Brand- Oberndorf und Griedelbach auch Laufdorf,

Aus dem statistischen Material des Jahresberichts ist folgendes erwähnenswert: Die Zahl der Mit­glieder betrug am Anfang des Berichtsjahres 3381, am Ende des Jahres 3577. Es waren versichert am 1. Januar 1933 4673 Pferde, 1061 Rinder, am 31. Dezember 1933 4737 Pferde, 1226 Rinder. Das Versicherungskapital betrug am 1. Januar 1933 für Pferde 2 930 260, für Rinder 347 905, am 31. Dezember 1933 für Pferde 3 223 090, für Rin- der 398 940 Mark. Die Prämieneinnahmen be­trugen in 1933 167 781,46 gegen 170 032,92 Mark im Vorjahre.

An Schäden wurden bezahlt:

1932: für 311 Pferde 157106,25 Mark, für 70 Rin- der 17727,50 Mark, für 10 Leibesfruchtversicherungen 925 Mark, zusammen 391 Fälle mit 175 758,75 Mark Entschädigungen. 1933: für 286 Pferde 121 762,50 Mark, für 71 Rinder 16 873,75 Mark, für 10 Leibesfruchtversicherungen 1082,50 Mark, zusammen 367 Fälle mit 139 718,75 Mark Ent­schädigungen. Der Durchschnittswert der entschädig­ten Pferde betrug in 1933: 415 Mark, der Rinder 238 Mark.

Nach dem Jahresbericht des Direktors erfolgte die

MchnungSablage.

Aus dem Bericht des Steuerberaters Jäger ging hervor, daß die Einnahmen und Ausgaben in 1933 = 231 621,11 Mark betrugen. Das Jahr 1933 chließt ab mit einem Gewinn von 12 789,94 Mark, welcher dem Reservefonds zugeführt wird. Dieser betrug am Ende des Jahres 1933: 25 266,95 Mark.

Die Aussprache.

In der Aussprache gab A. Balzer- Gießen seiner Freude darüber Ausdruck, daß das Jahr 1933 mit einem Ueberschuß abschließe, der durch Umstellung und Abbaumaßnahmen ermöglicht wor­den sei. Der Vorsitzende des Ausschusses, Hof­mann - Lollar, dankte den Schätzern für ihre Tä­tigkeit. Erfreulich sei, daß sie auch der Pferde- und Viehpflege weitgehende Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Trotz des Uederschusses dürfe keine Redu­zierung der Prämien eintreten, da weitere Kapital­ansammlung notwendig sei, um den Versicherten eintretendenfalls schnell helfen zu können. Dr. v a n Bentheim wies besonders darauf hin, daß im allgemeinen keine Ueberversicherung stattfinden dürfe und daß Ehrlichkeit Grundbedingung für eine günstige Entwicklung der Versicherungsanstalt sei. Wenn der Tod des Tieres für den Versicherten vorteilhafter sei, wie das Leben, sei das Verhältnis schon ungesund. Der Redner wies dann noch auf die Prämienrückstände hin und betonte, daß pünktliche Zahlung zur Vermeidung von Nachteilen dringend notwendig sei. In besonderen Fällen seien auch Ratenzahlungen zulässig. Durch das Verhalten von Vertretern einzelner Privatoersicherungen bestehe oft auch Mißtrauen gegen die Oberhessische Vieh- versicherungsanstalt, das um deswillen unberechtigt sei, weil es sich hier um kein geschäftliches Unter­nehmen handele. Der Redner zeigte bann noch an Hand von Beispielen die Vorteile der Oberhessischen Viehversicherungsanstalt gegenüber anderen Ver­sicherungen, besonders bezüglich Höhe der Prämien und Leistungen.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde der § 35 der Satzungen nach Empfehlung des Reichsaufsichtsamts für Privatoersicherung dahin geändert, daß alle Ueberschüsse solange dem Reserve­fonds zugeführt werden, bis dieser 1 Prozent der Versicherungssumme beträgt.

Kreisbauernführer Dörrschuk

brachte seine Freude über den günstigen Abschluß von 1933 zum Ausdruck. Von der Landesbauern­schaft seien von den sämtlichen gleichartigen Ver­sicherungen die drei letzten Jahresabschlüsse ver­langt worden, um Prämien und Leistungen in Ein­klang zu bringen. Für die Folge müsse sich jeder Land­wirt versichern, und zwar erfolge Die Versicherung nach einheitlichen Prämien. Die Abgaben Des Land- wirts für Versicherungen seien außerordentlich hoch. Die Einnahmen an Versicherungsprämien seien we­sentlich höher, wie die Ausgaben für Leistungen, deshalb müsse etwas für den Landwirt geschehen. Es sei mit einer Vereinheitlichung des Versicherungs­wesens zu rechnen. Seiner Auffassung nach bestünde bezüglich des Weiterbestehens Der Oberhessischen Viehversicherungsanstalt keine Gefahr, zumal sie in Hessen Die größte derartige Einrichtung sei.

Direktor Dr. van Bentheim schlug vor, den seitherigen Ausschuß und die Mitglieder des Schieds­gerichts vorerst im Amt zu lassen. Auf Vorschlag von Kreisbauernführer Dörrschuk stellen die Ausschuß- und Schiedsgerichtsmitglieder ihre Aem- ter zur Verfügung, führen die Geschäfte aber bis zur nächsten Generalversammlung weiter.

Am Schluß der Verhandlungen brachte Dr. o a n Bentheim auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte.