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unsere ganze geistige und körperliche Kraft dem Wohle des Volkes gewidmet fein. Keiner von uns darf sich vergeuden, feder muh wissen, dah das strenge Auge des Führers dauernd auf ihn gerichtet ist, dah wir alle jederzeit ihm Rechen­schaft erstatten müssen, wir sind nichts als feine getreuen Gefolgsmänner, für die es nur eins gibt: der Dille des Führers!

Oer Ausklang.

Oberbürgermeister Kreisleiter Warnboldf schloß die Kundgebung mit einem Treuegelöbnis zum Führer und zum Reichs st atthalter und mit einem dreifachen Hitler-Heil. Brausend stieg das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lieü zum nächtlichen Himmel aus, worauf sich die Tausende langsam zerstreuten. Der Herr Reichs- statthalter, der sich anschließend zur Festauf- führung von WagnersRheingold" ins Hessische Landestheater begab, war auf dem Wege erneut Gegenstand lebhafter Huldigungen. Im Union-Theater startete im Rahmen einer Festvor- stellung die Urausführung des Filmes Hessen begrüßt seinen Reichs st att­halter", ein überaus eindringlicher Bildbericht von der vorjährigen Reichsstatthalterfahrt durch Hessen.

Kunst und Wissenschaft.

Oie 13. Partie im Schachweltmeister­schaftskampf.

Der Wettkampfabschnitt München im S ch a ch - Weltmeisterschaftskampf wurde unter starkem Publikumsandrang mit der 13. Partie er­öffnet. Der Weltmeister, die schwarzen Steine füh­rend, behandelte eine königsindische Verteidigung wieder recht bizarr. Bogoljubow geriet bei der sorgfältigen Behandlung seiner Partie bald in Zeit­not, traf aber im Augenblick, als Dr. A l j e ch i n auf Verwicklungen abzielte, doch die besten Züge, so daß nach fünfstündiger Sitzung das äußerst interessante Ringen in etwa gleicher Stellung a b - gebrochen werden mußte. Die Wiederaufnahme der Partie, der man mit großer Spannung ent­gegensieht, erfolgt am Montagabend.

Ausstellung

im Kunsthistorischen IHufeum in Marburg.

Der Gießener Kunstmaler Hans-Ewald Kleine isi, wie man uns mitteilt, vom Kunsthistorischen Museum in Marburg zu einer Sonderausstellung seiner Theaterkunst ringelnden. Die umfangreiche Schau befindet sich in Verbindung mit einer Kollek­tivausstellung des bekannten Graphikers Alfred Kubin und umfaßt eine Anzahl von Szenenent­würfen, Figurinen, Zeichnungen ufw.

Aus aller Welt.

1000 Studenten fahren zum Osifemester nach Königsberg und Danzig.

Auf dem Bahnhof Friedrichstraße traten die rund 1000 Studenten und Studentinnen, die zum Ost­semester nach Königsberg und Danzig fahren, die Reise an. Sie leisteten damit der Aufforderung ihres Führers Folge, sich ein Semester l^ing in den Dien st des deutschen Ostens zu stellen, um die in ihrer Existenz bedrohten ost­deutschen Hochschulen zu unterstützen. Zn Grenzland­lagern, Schulungslagern, in gemeinsamer politischer Erziehungsarbeit soll der Student aus dem Westen und Süden, aus der Reichshauptstadt und Mittel­deutschland die Röte des Ostens kennenlernen und seinen ostdeutschen Volksgenossen helfen, sie zu über­winden.

Der Reichsschaftsführer der Deutschen Studenten­schaft, Standartenführer Dr. S t a e b e l, schritt die Front ab. An den Mützenauschlägen der SA.-Uni­formen konnte man erkennen, daß alle deut­schen Gaue, besonders auch Bayern, vertreten waren. Die Studenten und Studentinnen trafen am Samstagabend in Marienburg ein, wo sie das historische Ordensschloß besichtigten.

Feuer in den Bayerischen Motorenwerken.

In München entstand in den Bayerischen Moto­renwerken ein Brand. Der Holzschuppen einer Betriebsanlage im Ausmaß von 10 mal 50 Metern stand in Flammen. Die Feuerbekämpfung war nicht nur wegen des Umfanges des Brandes, sondern hauptsächlich wegen der zahlreichen, in dem Schup­pen befindlichen vollen Bezinfässer, von denen auch einige zerknallten, sehr schwierig. Zur Bekämpfung des Brandes wurden im ganzen 13 Strahlrohre und eine Schaumleitung eingesetzt. In kurzer Zeit waren die Löscharbeiten soweit durchgeführt, daß die Ge­fahr als beseitigt gelten konnte. Mit anerkennens­wertem Eifer beteiligte sich eine SA.-Mannschaft von Oberwiesenfeld an den Löscharbeiten. Die Ent­stehungsursache ist unbekannt.

Riefenfeuer in einer polnischen Kleinstadt.

Das polnische Städtchen Wlodzimircean an der sowjetrussischen Grenze ist durch eine Feuers- b r u n st fast völlig eingeäschert worden. Rur einige Verwaltungsgebäude konnten gerettet werden. Ins­gesamt sind 200 Wohnhäuser mit Nebengebäuden in Asche gelegt worden. Heber 2000 Personen sind obdachlos. Der Brand konnte erst nach 24ftün= diger Dauer endgültig gelöscht werden. Das Feuer konnte nur deshalb einen so großen Umfang an­nehmen, weil die meisten Häuser aus Holz gebaut waren.

Eine kleine französische Insel als Asyl für Trotzki.

DemPetit Parisien" wird aus Rochefort-sur- Mer berichtet, daß die französische Regierung die!

Insel Aix als Wohnsitz für Trotzki be­willigt hat. Diese Insel mißt nur 2 bis 3 Quadrat­kilometer, beherbergt einige hundert Bewohner und kann von einem Leuchtturm aus leicht übersehen werden. Auf diese Art hofft man offenbar, dem ehemaligen Generalissimus der Roten Armee jede geheime politische Tätigkeit unmöglich zu machen, da ihn Frankreich angesichts der Weigerung sämt­licher Staaten, ihn bei sich aufzunehmen, auf eige­nem Boden behalten muß.

Der Gelsenkirchener Knabenmord aufgeklärt.

Der Mord an dem 13jährigen Jungvolk-Ange- hörigen Fritz W a l k e n h o r st hat jetzt seine Auf­klärung gefunden. Als Mörder wurde der noch nicht 14jährige Mitschüler des Ermorde­ten, Heinz C h r i st e n , ermittelt und festge­nommen. Nach anfänglichem Leugnen gestand Christen ein, Fritz Walkenhorst in einer Sand­grube ermordet und verscharrt zu haben. Christen wurde zum Tatort geführt.' Er legte nicht die ge­ringste Reue an beii Tag. Als man ihn darauf hinwies, erklärte er, Walkenhorst habe ihn oft ge­nug geärgert.

Dorfbrand in Mitlelserbien.

25 Gehöfte eingeäschert.

Im Dorfe Kostozo in Mittelserbien brach ein Brand aus, der in kurzer Zeit 25 große Wohn­häuser mit allen Nebengebäuden e i n ä s ch e r t e. Das Feuer wurde durch spielende Kinder verursacht. Der starke Wind und die Dürre begünstigten die Ausbreitung des Brandes, durch den eine Anzahl reicher Bauern an den Bettelstab gebracht wurde. Zwei Todesstürze beim Marienberger Dreiecksrennen.

Der erste Lauf zur Deutschen Motorrad-Straßen- meisterschaft, das Marienberger Dreiecks­rennen, ging, einer Meldung aus Chemnitz zu­folge, ebenso wie das Eilenrieder Rennen, leider nicht ohne tödlichen Unglücksfall ab. Im Rennen der Lizenzfahrer verunglückten der Kasseler Bert­ram R ü b s a m e n auf DKW. und Hans Z e u n e (Heilbronn) tödlich.

Kleine politische Nachrichten.

Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, hat als Referen­ten für die Fragen des Gemeindeaufbaues Pastor Walter Birnbaum in die Kirchenkanzlei berufen. Birnbaum war seit 1924 Direktor der Wichern-Ver- etnigung am Rauhen Haus. Hier wirkte er in der Arbeit am Gemeindeaufbau, in der Evangelisation und vor allem in der Abwehr des bolschewistischen Freidenkertums mit großem Erfolg.

In Ansbach fand bte feierliche UÜbernahme der Leitung der Regierung von Mittel- und Ober­franken durch den Gauleiter Julius Streicher statt.

*

Die Sowjetregierung ist davon unterrichtet worden, daß der italienische Staatssekretär S u v i ch beab­sichtige, demnächst nach Moskau zu kommen. Die Sowjetregierung hat in Rom mitteilen lassen, daß sie den Besuch begrüßen würde. Außenminister Litwinow hatte im Jahre 1933 in Rom einen Be- such gemacht.

e

Reichspräsident von Hindenburg empfing am Samstagvormittag den Reichskanz- l e r zu einer Besprechung schwebender politischer Fragen.

*

Der Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch hält vom 7. bis 9. Mai in Bad-Nauheim eine Bespre­chung mit den höheren Führern des Reichsheeres, ab.

Wettervoraussage.

Da im Westen kräftiger Barometeranstieg ein­gesetzt hat, ist die britische Störung nordwärts zurückgedrängt worden, ohne auf dem Festland besonderen Einfluß zu gewinnen. Mit steigendem Druck gelangt wohl von Westen her kühlere Luft nach Deutschland, so daß mit lokalen Gewitter­störungen zu rechnen ist; im allgemeinen wird sich aber der hohe Druck durchsetzen und zu aufheitern­dem und warmem Wetter führen.

Aussichten für Dienstag: Abgesehen von lokalen Gewitterbildungen mit vorübergehen­der Abkühlung meist aufheiterndes und warmes Wetter.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des im ganzen freundlichen und warmen Wetters.

Lufttemperaturen am 6. Mai: mittags 22,3 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 7. Mai: morgens 13,6 Grad. Maximum 23,2 Grad, Minimum 8,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Mai: abends 20,1 Grad, am 7. Mai: morgens 15,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 11 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

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Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen.

Befr.: Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer des Kreises Gießen für das RRj. 1934.

Der Kreistag hat folgende Steuersätze festgesetzt, die von dem Herrn Minister des Innern genehmigt wurden: 2738C

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Die Deutsche Gartenbau-Kredit-Aktiengesellschaft in Vertin NW 40, Schliefenufer 21, wird zur Ent­schuldungsstelle ernannt. 2739Ö

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An­sprüche bis zum 30. Mai 1934 bei dem unterzeich­neten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile.

Gießen, den 26. April 1934.

Hessisches Amtsgericht.