Weisse und gesunde Zähne
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Oie Lag- im Mai
Das Ziel wird erreicht, wenn der eine danke weiteste Förderung findet:
ertönen: Evangelische Männer schließ euch zusammen zu tätigem Männer werk, zu Gemeinschaften oder trete ein in schon vorhandene Männer v er einigungen!
Das neue Dundeszeichen des Reichsbundes der Kinderreichen.
sich alle kirchlich gesinnten Männer zu einer festen Front zusammenschliehen und die Schwankenden und Irrenden stützen und beraten. kann die große Gefahr, die unsrer Kirche und damit allem christlichen Leben und aller
Kultur droht, abgewendet werden.
„Zurück zu Gott!" sei deshalb die Losung und Parole der Gegenwart; „einen anderen Grund kann niemand legen", und auf diesen Grund gilt es aufbauen, was gottlose Hände und Herzen niedergerissen haben unb noch niederreißen wollen. Wir müssen den Dienstgedanken und den Gemeinschaftsgedanken, die Kräfte des Evangeliums, die ewigen Heilswahrheiten in unsere Vereinigungen und Gemeinden hineintragen und wirken lassen, nach dem Vorbilde unseres Herrn und Heilandes. Nur dadurch werden wir unserer Kirche und der Sache Gottes zum endlichen Siege über alle finsteren Mächte und bösen Geister verhelfen.
Vor allen Dingen muh unsere Aufgabe fein, alle Volksgenossen, hoch und niedrig. Intellektuelle wie Arbeiter, wie im politisch-nationalen Leben, so auch für unsere Kirche zu aktivieren, zu einer Volksgemeinschaft christlicher Kultur zu verschmelzen, die sich gründet auf die drei Grund- und Eckpfeiler: Liebe zu Gott, Liebe zum Nächsten, Liebe zum Vaterland, hierin liegt unser ganzes religiöses, nationales und kulturelles Leben für Gegenwart und Zukunft beschlossen.
Es ist deshalb vornehmste und wichtigste Aufgabe der Kirche und ihrer Organe, hier die Brücke zu schlagen; wehe, wenn sie die Zeit unbenutzt verstreichen läßt; Das Wort Luthers muß zur Wahrheit werden:
„Deutsch sein heißt fromm fein!"
„O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!" Darum muß der Ruf immer wieder von neuem
Der das Stadtlheater Gießen nicht kennt, kennt seine Heimat Oberhessen nicht, und wenn alle Oberhessen an seiner Erreichung mit« helfen. Drum wird als Auftakt die Oberhesfifche Mil- turwoche durchgeführt, und darum sollen die Theaterfreunde unserer engeren und weiteren Heimat diese Bestrebungen durch zahlreichen Besuch fördern. Es ist Ehrenpflicht und Ehrensache, während der Kulturwoche vom 13. Mai bis einfchl. 2 0. Mai wenigstens einmal Besucher des Stadttheaters Gießen gewesen zu sein.
Die Eisenbahndirektion hat in entgegenkommender Weise für alle Tage der Kulturwoche Sonntags« karten mit eintägiger Gültigkeit von allen Stationen, die auch für den Mittwoch-Theaterbesuch Sonntagskarten ausgeben, genehmigt.
H. König, Intendant des Stadttheaters Gießen.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit befaßte stch das Gericht mit dem in Gießen wohnhaften Karl Schäfer wegen Blutschande, begangen an seiner jetzt verheirateten Tochter. Der Angeklagte hatte eit 1917 sträflichen Verkehr mit seiner Tochter und etzte sein Treiben noch fort, nachdem die Tochter chon verheiratet war. Das Gericht erkannte gegen Schäfer auf drei Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Die Tochter wurde *** einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Christentum der Tat!
Ein Notschrei der Gegenwart.
Von Zrih Frank, 1. Vorsitzendem des Hess. Landesverbandes Ev. Männervereinigungen.
Oberhessische Kulturwoche
Aufruf des Intendanten des Stadttheaters.
„Der Mai ist gekommen" und mit ihm ein Grünen und Blühen, ein Singen und Jubilieren in Wald und Feld, über die der Maiensonne Licht ausgegossen ist und Leben weckt, wohin es auch kommt. In frischem Grün steht die Wiese, und Schaumkraut und Hahnenfuß weben bunte Blüten in den grünen Teppich. Der Wald ist dieses Jahr bereits schon überall ergrünt, und bald blühen Sauerklee, Maiglöckchen und Waldmeister in seinem Schatten. Der Vögel vielstimmiger Chor erfüllt seine weiten Hallen, als wolle er den Schöpfer all dieser Herrlichkeit preisen.
Der Jäger aber pirscht vor Tau und Tag oder sitzt still, wenn der Abend sich herniedersenkt, am Waldesrand oder auf verschwiegener Kanzel und nimmt mit offenem Auge und offenem Ohr all die Schönheit in sich auf,, die ihn umgibt. Die Büchse, die ihn begleitet, will ihm nur helfen, sein Wild zu schützen gegen seine Feinde. Denn diesen Schutz hat es jetzt mehr nötig denn je. Wald und Feld sind balb eine große Kinderstube. Junghäschen sieht man schon in
allen Größen, bald wird auch die Ricke ihre weißgefleckten Kitze führen, und in Hecken und Feldern brüten Rebhuhn und Fasanenhenne.
Die Zeiten, wo der Jäger am 1. Mai hinauszog, um seinen ersten noch grauen Bock des Jahres au die Decke zu legen, sind vorüber. Den ganzen Monat hindurch genießt der Waldfreiherr, der R e h b o ck, noch den Schutz des Gefetzes. Die meisten Böcke haben gefegt, und nun hat der Jäger die beste Gelegenheit, unbehelligt durch seine Jagdleidenschaft, in aller Ruhe seine Böcke zu bestätigen und anzusprechen, um dann sich darüber klar zu werden, welche der Kugel verfallen sein sollen. Es würde dem Wollen der neuesten Jagdgesetzgebung völlig zuwiderlaufen, wenn dabei nur den auten Böcken das Urteil gesprochen würde. In den Abschußplänen wird ausdrücklich der Abschuß einer gewissen Zahl von geringeren Böcken verlangt. Es kann ja auch kein Zweifel darüber bestehen, daß in den meisten Revieren der Abschuß falsch gehandhabt worden ist. Das alleinige Ziel wär der gute Bock, und der viel
versprechende Zukunftsbock lag dann auf der Decke, aber der alte Abschußbock, der schon längst geschossen ein mußte, mogelte sich durch von Jahr zu Jahr und half den Rehstand qualitativ so herunterzubringen, wie es in vielen Revieren anerkanntermaßen der Fall ist. Da das Ziel der neuen Jagdgesetzgebung ein zahlenmäßig nicht zu großer, aber onst gesunder, körperlich hochstehender Wildstand mit guter Geweihbildung ist, werden die Jagdbehörden diesem Gesichtspunkt bei der Feststellung der Abschußzahlen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Es wird gut Jein, wenn jeder Revierinhaber die kommenden Maiwochen dazu benutzt, um sich selbst darüber klar zu werden, was er demnächst zum Abschuß vorschlagen will. Es sei dabei bemerkt, daß vermutlich in aller Kürze ein Reichsjagdgesetz erscheinen wird (man spricht von Mitte Mai), das auch für die Länderjagdgesetze (wenn es olche dann überhaupt noch gibt) richtunggebend ein wird.
Rot-, Dam- und Rehwild setzt im Mai- Juni. Die größte Gefahr sind in dieser Zeit jagende Hunde. Haben wir in den letzten Monaten zu Genüge erfahren, wie sehr sie zu allen Jahreszeiten elbst ausgewachsene Stücke gefährden, so trifft dies auf Jungwild natürlich ganz besonders zu. Aber auch Mutterwild, das kurz vor dem Setzen steht, kann durch das Hetzen allein schwersten Schaden nehmen. In zahlreichen hessischen Kreisen sind mit Rücksicht auf das Jungwild zeitlich begrenzte Verbote des Freilaufenlassens von Hunden ergangen. Einem solchen Verbot käme gerade in diesen kommenden Wochen allergrößte Bedeutung zu. Leider ist ja mit der größten Einsicht, die ein Verbot unnötig machen würde, bei den meisten Hundebesitzern erfahrungsgemäß nicht 3U rechnen.
Im Feldrevier achte der Jäger auf Katzen! Jetzt, wo es Jungvögel und Jungwild gibt, ergießt sich allabendlich wieder eine Katzenschar in das Feld, die unbedingt kurzgehalten werden muß. Der Jäger hat durch das Gesetz heute das Recht, jede Katze abzuschießen, die sich weiter als 200 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt herumtreibt. Das sollte im Interesse des Natur- und Jagdschutzes kein Recht, sondern eine Pflicht sein.
Im lichten Eichwald, auf Kiefern oder Fichten
für die Zett vom "TO. bis 13. Mai an. Es handelt sich dabei um eine Wiederholung der zu Ostern durchgeführten viertägigen Rundfahrt mit Kraftomnibussen der Reichspost, die damals bei den Fahrtteilnehmern starke Befriedigung auslöste. Man beachte die heutige Anzeige.
Große Strafkammer Gießen.
Wegen Verleitung zum Meineid wurde der Karl Stumpf aus Kirtorf tu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte verleitete seinen Prozeß- gegner einen Meineid zu leisten, indem er chm einen von einem anderen geschriebenen anonymen Brief schickte des Inhalts, daß derselbe in Anbetracht dessen, daß eine für den Prozeß wichtige Urkunde angeblich vernichtet sei, einen falschen Eid ablegen könne. Der Angeklagte trua sich dann mit dem Gedanken, den Gegner nach Äbleistuna dieses Falscheides anzuzeigen. Der Vertreter der Anklage hatte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr acht Monaten beantragt.
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** Ernennungen an der Landesuniversität. Ernannt wurden der Privatdozent der Ohren-, Nasen- und Halsheilkunde Dr. med. Alexander Herrmann zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 4. März 1934 an; der ordentliche Professor an der Universität Sofia Dr. Curt Krause zum ordentlichen Professor für pathologische Anatomie und pathologische Histologie der Haustiere an der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
** Polizeipersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde der Kriminalsekretär Wilhelm Seitz in Gießen auf Grund des Artikels 14 des Polizeibeamtengesetzes vom 31. März 1928 mit Wirkung vom 1. Juli ab.
** Arbeitsjubiläum. Am 3. Mai feierte der Modellschlosser Hermann S t ö r g e r aus Gießen sein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Fit- tinasfabrik Bänninger G.m.b.H. in Gießen. Don der Gefolgschaft wurde der Jubilar reichlich mit Geschenken bedacht. Ein Geschenk seitens der Firma wird ihm, wie auch den anderen Jubilaren, am Tage des 25jährigen Geschäftsjubiläums überreicht werden. Innerhalb kurzer Zeit ist dies der dritte Jubilar, dem in Kürze noch weitere folgen werden, ein gutes Zeichen dafür, daß bei der Firma ein §utes Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und lrbeitnehmern besteht.
** Maienblasen. Bei dem am heutigen Samstag stattfindenden Maienblasen vom Turme der Johanneskirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: Ein' feste Burg ist unser Gott. 2. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, von Beethoven. 3. Goldne Abendsonne.
** Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
** Die Badeanstalt des Männer dade- Vereins ist eröffnet. Man beachte die heutige Anzeige.
** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 30. April verstorben in Gießen: 16. Otto Neuer, Justizsekretär, 57 Jahre alt, Marburger Straße 100. 18. Luise Rupp, geb. Vogel, Wwe., 77 Jahre alt, Buddestraße 2. 20. Louis Faber, Wagnermeister, 79 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 44. 20. Martin Ohr, Eisenbahnsekretär i. R., 71 Jahre alt, Ebelstraße 43. 22. August Schwan, Rentner, 75 Jahre alt, Wilhelmstraße 41. 25. Elise Bourgeois, geb. Größer, 71 Jahre alt, Neuen Bäue 16. 27. Luise Mickel, geb. Kraußer, Wwe., 86 Jahre alt, Marburger Straße 79. 27. Friederike Hönscheid, geb. Günther, 70 Jahre alt, Eichweg 7. 28. Wilhelm Schmidt, Mechanikermeister, 79 Jahre alt, Am Nahrungsberg 59. 28. Martha Panknin, Krankenschwester i. 9t, 64 Jahre alt, Liebigstraße 73. 30. Maria Nitzsche, geb. Schmidt, 32 Jahre alt. Am Nahrungsberg 59.
** Verein ehern. Hess. Leib-Dragoner des Kreises Gießen. Man berichtet uns: Der Verein hielt dieser Tage seine Generalversammlung in Grohen-Linden ab, zu der auch eine Abordnung der Traditionseskadron aus Langensalza erschienen
war. Der Verelnsfllhrer Eid mann eröffnete die Tagung urib erwähnte hierbei, daß es Pflicht eines jeden sei, an der Verwirklichung des Grundsatzes , Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und an der Zu- sammenschiielzung des deutschen Volkes mitzuhelfen. Dankbar müsse man unserem Volkskanzler Adolf Hitler sein, da durch fein Eintreten auch der alte Soldat wieder zur Geltung und Ehre komme. Der geschäftliche Teil fand — nicht ohne der seit Gründung des Vereins zur großen Armee abberufenen Kameraden, sowie derjenigen Kämpfer, die für die Errichtung des Dritten Reiches ihr Leben ließen, zu gedenken — ein schnelles Ende. Ein Zeichen, daß im Verein das beste Einvernehmen herrscht. Bei dem folgenden gemütlichen Teil waren auch der Krieger- oerein Großen-Linden, der Kavallerieverein Marburg, sowie der Gesangverein „Harmonie" Großen- Linden anwesend. Letzterer brachte verschiedene Lieder zu Gehör, die Beifall fanden. Kam. Oberstaatsanwalt Dr. W o d a e g e hielt die Begrüßungsansprache, die mit qinem dreifachen Sieg-Heil aus unseren Volkskanzler endete. Kam. Oderlt. a. D. B o n- h a r d erwähnte in schönen Worten die ausgezeichnete Kameradschaft, die in den Reihen der Leid- Dragoner herrsche, an der sich mancher Verein ein Beispiel nehmen Tonne. Kam. Universitätsreillehrer Schömbs erntete mit seiner „bunten Reihe" verdiente Anerkennung. Eine schön verlaufene Tagung, die auch einige Neuanmeldungen brachte und vom echten Traditionsgeist getragen war, konnte der Verein wiederum verbuchen.
** Eine Frühlingsfahrt ins Sch w a ben- land und zum Schwarzwald kündigt das Hapag-Reisebüro in unserem heutigen Anzeigenteil
ober auch auf einzelnen Feldbäumen haben die Krähen ihr Nest und brüten. Jetzt ist es Zeit zum Abschuß oder zur Zerstörung des Nestes und Geleges. Es sei dabei aber dringend vor dem blinden Hineinfchießen in einen Horst gewarnt; denn nur zu oft ist der alte Krähenhorst Brutplatz von Turm- alken oder Eulen geworden, deren Abschuß weder erlaubt noch erwünscht ist. Bei kräftigem Klopfen an den Stamm pflegt die Brutkrähe ja abzu« treichen.
Im Fuchsbau sind Junge. Wer glaubt, das Geheck mit Rücksicht auf seine Niederjagd ausheben zu müssen, muß nun zum Graben schreiten. Aasjägerei schlimmster Sorte wäre es, die Fähe etwa auf dem Bau abzuschießen und die Jungen durch den Hunger abwürgen zu lassen.
Die Schonzeit des Dachses endigt in Hessen am 16. Mai. Häufig bietet sich dem Jäger im Laufe des Sommers einmal Gelegenheit zum Schuß auf Meister Grimbart, aber fast ebenso häufig unterbleibt der Schuß. Der Dachs erfreut sich seit Jahren bei vielen Weidmännern einer freiwilligen Schonung, die durchaus angebracht ist. Wenn der Dachs in anderen Gegenden Deutschlands als mehr ober weniger seltenes Tier galt, jo trifft bas für unsere Heimat sicher nicht zu. Es kann bei allem Nutzen, ben ber Dachs stiftet, kein Zweifel barüber fein, daß er in Nieberwilbrevieren, vor allem wo man Fasanen hochbringen will, nicht immer willkommen ein kann. Ein gewisser Abschuß bei sich bietender Gelegenheit ist durchaus zu verantworten, zumal das gesetzliche Verbot des Einarbeitens von Erdhunden auf dem Schliefplatz voraussichtlich zu einem Mangel an guten Hunden für Bauarbeit im Herbst führen wird.
Im übrigen war der Verlauf des Frühjahrs so, daß ber Jäger wohl hoffnungsfreubig in bas kom- menbe Jagbjahr blicken darf. Schützt er nun noch sein Wild gegen seine Feinde, dann wird ber Mühe Lohn nicht fehlen.
Hubertus.
Kunst und Wissenschaft.
Erwerb ber Bibliothek des heiligen Synod durch bas Osikircheninstilut Erlangen.
Der Heilige Synod, die höchste geistliche Behörde der orthodoxen Kirche im alten Zarenreich, besaß eine außerordentlich wertvolle theologische Bibliothek. Diese Büchersammlung ist während des russischen Umsturzes nicht verloren gegangen. Der größte Teil der Bücher ist jetzt, wie der „Fränkische Kurier" meldet, in ben Besitz des Ostkircheninstituts in Erlangen gelangt, so baß er ber Wissenschaft nunmehr roieber zur Verfügung steht. Mit der Ueber- führung der wertvollen Bestände von Leningrad nach Erlangen werbe demnächst begonnen, und es bestehe Aussicht, daß auch ber restliche Teil ber einzigartigen Bibliothek von bem genannten Institut angekauft werden Fann.
Wir leben in einer Zeit des Aufbruchs und Umbruchs der deutschen Nation, in einer Zeit nationaler und kirchlicher Erneuerung und Umgestaltung. Das Jahr 1933 war das Jahr der Zeiten- und Schicksalswende des deutschen Volkes, das Jahr der Selbstbesinnung und des Erwachens aus 14jährigem Irrwahn und Verblendung.
In letzter Stunde hat uns ber gütige Gott einen Retter unb Führer aus tiefster Not geschenkt: unseren Volkskanzler Adolf Hitler, der mit weit- schauendem Blick und seltener Energie und Zähigkeit unser Volk vor dem Abgrund bewahrt hat, in den es zu stürzen drohte.
Ihm verdanken wir es auch, daß aus der Zerrissenheit und Zersplitterung der evangelischen Kirche eine einheitliche Reichskirche entstanden ist, daß die Gefahr der marxistischcholschewistischen Propaganda, des Freidenkertums und der Gottlosenbewegung für immer gebannt ist.
Er hat aber auch erkannt, daß die wirtschaftliche unb soziale Not unseres Volkes nur behoben werden kann, wenn die seelischen, die sittlich-religiösen Kräfte mit in die Rechnung eingestellt, mobil gemacht werden und Beachtung finden.
Diese Ausgabe liegt in erster Linie — wie der Kanzler ebenfalls, betont — der . Kirche und ihren Organen ob. Vdn ihr muß der große Sammelruf ausgehen:
„Deutsch-evangelische IHänner an die Front!"
Es geht nicht mehr an, daß Kirche und Christentum nur Frauensyche sind. Denn alle die ^Hindernisse überwinden, die sich bis in die Gegenwart hinein )er Arbeit der Kirche entgegönstellen, kann nur von tarfen Händen unb energischem Wollen vollbracht werben, unb dazu ist Bekennermut und B e - fenntnisfreubigfeit nötig. Es gilt nicht nur Front zu machen gegen allen offenen unb -versteckten Kampf, der von bolschewistisch-marxistischer Seite, von der Gottlosenbewegung und der antikirchlichen Propaganda auch heute noch ausgeht, sondern ebenso sehr auch aller Lauheit unb Gleichgültigkeit in unseren eigenen Reihen den Kampf anzusagen.
„Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht!" muh zur Tat werden. Nur dadurch, daß
Der Reichsminister des Innern hat im Einvernehmen mit der Reichsleitung der NSDAP, den Antrag ber Leitung bes Reichsbundes ber Kinberrei- chen, der bem Reichsausschuß für Volksgesunbheits- bienft angefchloffen ist, auf Führung eines neuen Bunbesabzeichens burch bie Mitglieder des Reichsbundes genehmigt. Der Entwurf des Abzeichens tammt von Felix Rinne-Karlsruhe.
Begeisterung für das Schöne, Freude an der Kunst, Liebe zum Theater hat immer schon bie Bevölkerung unserer Provinz ausgezeichnet. Erneut soll dieser Sinn für all das Gute unb Schone beut« jcher Kunst unter öffentlichen Beweis gestellt werben. Um zahlreiche Beteiligung bei der
Oberhessischen Kulturwoche
wirbt die Leitung des Stadttheaters Gießen. Zweck unb Ziel ber Kulturwoche ist:
1. ben auswärtigen Kunstfreunden einen Sonder- fpielplan zu bieten, der in feinen Darbietungen künstlerische Abwechslung in kultureller Hinsicht zeigt unb mit besonders wertvollen Erscheinungen deutscher Dheaterkunst bekannt macht.
2. Festigung unb Verbreitung bes künstlerisch guten Rufes'des Stadttheaters Gießen als der einzigen bodenständigen Bühne Oberhessens erneut unter Beweis zu stellen.
3. Heranziehen und Freubebereiten gerade für die auswärts wohnenden Theaterfreunde.
4. Neuer Antrieb des Theaterbesuches zu werden für die kommende Spielzeit 1934/35.
wird. Mr behatten uns selbstverständlich alle weiteren Maßnahmen gegen die Firma Roth vor.
Für die uns unterstellten Behörden sind nur Unsere im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Innern getroffenen Anordnungen maßgebend. Hiernach kann in allen Schulen nicht nur bas Lesebuch ber Firma Roth in Gießen, sondern auch bas in Neuauflage erschienene Lesebuch der Firma Diesterweg in Frankfurt a. M. einge- sührt werben, einerlei welches Buch seither dort in Gebrauch war. Ebenso verhält es sich mit ben bei bem Verlage Roth in Gießen und Hirth & Sohn in Leipzig erschienenen Rechenbüchern. Beide sind für alle hessischen Schulen zugelassen.
Ringshausen.
Tuet Gutes!
Die Reichsregierung hat wiederholt betont, daß die planmäßige freie Liebestätigkeit mehr wie bisher herangezogen werden soll. Für diese Arbeiten sind von der Reichsregierung vier Spitzenverbände als gleichberechtigt anerkannt worden: NS.-Volks- wohlfahrt, das Rote Kreuz, die Innere Mission unb der Caritas-Verband.
Mit Genehmigung ber Reichs- unb Lanbesregie- rung wirb für ben Caritas-Verbanb heute, Samstag, 5. Mai, unb Sonntag, 6. Mai, eine Straßensammlung unb von Samstag, ben 5., bis einschließlich Freitag, ben 11. Mai, eine Haussammlung statt- finben. . _
Groß unb zahlreich finb bie Aufgaben der Ca- ritas, Kinberhilfe, Jugenbfürsorge, Mabchenschutz, Armen- unb Krankenpflege.
Möge bie Sammlung zahlreiche freubige Geber finden, damit in reichem Maße geholfen werden kann.
Schweres Unwetter.
Gestern Nachmittag ging über dem Lahnbecken von Gießen bis weit über Wetzlar hinaus ein schweres Gewitter nieder. Das Wetter machte sich in Gießen und Umgegend durch starke Niederschläge bei zum Teil heftigen elektrischen Entladungen bemerkbar. Von besonderen Schäden ist aus ber Gießener Gegenb bis zur Stunde aber nichts bekannt geworden. Heute morgen wird uns aus bem Schöffengrund (Kreis Wetzlar) berichtet, baß bas Unwetter bort in sehr schwerer Weise gehaust hat. Wolkenbruchartiger Regen strömte lange Zeit nieder unb setzte die Aecker und Gärten weithin unter Wasser, so daß bie Landschaft stellenweise einem See glich. Das Solms- bachtal bildete eine einzige große Wasserfläche. In den Felbern wurde der Ackergrunb mit der jungen Saat zum großen Teil fortgespült, so daß dadurch die Bauernbevölkerung erheblichen Schaden erleidet. In den Gärten wurden Zäune umgelegt unb an den Kulturen wie an ben Bäumen starker Schaden angerichtet. Weiter nach Brandoberndorf und Griedelbach zu hauste bas Unwetter noch schwerer. Der Schaden ist zurzeit in seinem ganzen Umfang noch nicht zu übersehen. Landrat Grillo von ber Kreisverwaltung nahm gestern sofort eine Besichtigung des Unwettergebiets vor, um sich über das Ausmaß des Schabens zu unterrichten.
Gictzencr Wochenrnarktpreise.
* Gießen, 5. Mai. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10V2, Klasse A 10, Klasse B 9V-, Klasse Q 9, Klasse D 8V2, Weißkraut, das Pfund 15, Roh kraut 15 bis 18, Gelbe Rüden 15, Rote Rüden 10, Spinat 8 dis 10, Spargel 35 dis 45, Unterkohlrabi 6 bis 8, Tomaten 50, Zwiebeln 10 bis 12, Schwarzwurzeln 20, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln, das Pfund 3V2 Pf., der Zentner 3 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf. Hähne 75 bis 85, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 60, Salat 15 bis 20, Salatgurken 45 bis 50, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf.


