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man in Versailles um die einzelnen Kapitel des Saarstatuts feilschte, war bereits von den poli­tischen Hasardeuren unbemerkt die Vorsehung den dunklen Mächten in den Arm gefallen, die unter, von lauter Egoismus eingegebener, satanischer Gier sich anschickten, den Völkern Europas einen Frieden aufzuzwingen, von dem jeder objektive Kritiker schon damals genau wußte, daß der Zustand, der für alle Zeiten festgelegt werden sollte, mit echtem Frieden nicht das gering st e zu tun hatte.

Was das Friedensdiktat im ganzen und großen sein sollte, davon noch in besonderer Weise zu zeu­gen, blieb dem Saarstatut vorbehalten. Und so, wie sich der Versailler Vertrag selbst ad absurdum ge­führt hat, so haben sich im Ablauf der Jahre auch die Schlingen von selbst gelöst, die auf Frankreichs Geheiß in den Bestimmungen des Saarstatuts nie- dergleegt worden waren. Die Gerechtigkeit und die Logik der Tatsachen haben durch sich selbst gewirkt und das Lügengebäude von Versailles zum Einsturz gebracht. Sie waren die beste und die schärfste Waffe im Freiheitskampf des deutschen Volkes. Wenn heute Regierungen und Diplomaten damit beschäf­tigt sind, aus der Tatsache der inneren Haltlosigkeit eines sogenannten Friedensoertrages die Konse­quenzen zu ziehen, wenn unter der Führung des neuen Deutschlands eine Epoche wahrhaft a u f b a u e n d e r Politik auf der Basis der gegenseitigen Achtung, der Verständigungsbereit­schaft, vor allem aber der Ehre und der Freiheit deutschen Volkstums eingeleitet werden konnte, so bedeutet diese Situation, auf das Saargebiet pro­jiziert, nichts anderes, als daß die schließlich doch nur formalrschtlich zuständigen Instanzen des Völ­kerbundes ebenso die Schlußfolgerungen zu ziehen haben. Aber leider ist diese Erkenntnis nicht überall vorhanden. Oder: sie ist da, aber man versagt sich ihr bewußt, nimmt den alten Annexionstraum wie­der auf und versucht, Komplikationen und Schwie­rigkeiten in teuflischer Weise zu konstruieren, um so den normalen Ablauf der Dinge zu verhindern.

Das ist die Perspektive, aus der wir die kommen­den Beratungen der Völkerbundsgremien über die Volksabstimmung zu erfassen und zu beur­teilen haben. Denn daran gibt es nun einmal nichts zu deuteln und zu drehen, daß die im Saarstatut vorgesehene Zeit der Trennung des deutschen Saar­grenzgaues vom großen Vaterlande im Januar des nächsten Jahres endgültig ab lau ft und daß un­mittelbar darauf die Saarbevölkerung s e l b st über ihre Zukunft zu entscheiden hat. Und daß diese Bevölkerung nichts sehnsüchtiger wünscht, als heimzu kehren in das große und starke Reich, ist eine selbst von ausländischen Beobachtern heute nicht mehr bestrittene Tatsache. Warum also in aller Welt versteift man sich in Paris und anderwärts, wo stets deutlich die unehr­lichen Methoden französischer Drahtzieher mit Leich­tigkeit zu erkennen sind, auf Manöver aller Art, die nur dazu dienen sollen, eine so eindeutig wie nur irgend mögliche Situation zu erschweren oder gar zu vergiften? Warum zieht man wenigstens nicht in letzter Stunde freiwillig die Konsequenzen, denen man auf die Dauer doch nicht aus dem Wege gehen kanti? Was soll das Kesseltreiben gegen eine glatte und loyale Durchführung der Volksabstimmung, was sollen die Bestrebungen, die darauf abgestellt sind, daß sich Frankreich immer wieder an der Fest­setzung des Abstimmungstermins oorbeimogelt?

Die Antwort auf jede dieser Fragen ist leicht. Frankreich setzt zu einem neuen Vorstoß gegen die deutsche Saar an, und es bedient sich dabei der Hilfe aller Faktoren, die ihm zur Verfügung stehen, weil sie dem Einfluß von Paris unterliegen. Auf die Regierungskommission des Saar­gebiets, die ja gerade in den letzten Wochen und Tagen so sichtbar wie kaum je zuvor die Geschäfte Frankreichs besorgt, ist keine Hoffnung zu setzen. Jeder Appell an den Gerechtigkeitssinn ist nicht nur verhallt, sondern er wird immer wieder mit Maß­nahmen beantwortet, die deutlich zeigen, wie gründ­lich die Herren Kommissare vergessen haben, daß nach dem unmißverständlichen Wortlaut des Saar­statuts ihre erste Aufgabe es sein soll, über d i e Woylfahrt der Bevölkerung zu wachen. Was eine objektive Ausübung dieses Mandates be­deuten müßte, ist uns allen klar. Aber die Regie­rungskommission nimmt nun einmal das Recht für sich in Anspruch, dieses Mandat nach ihrem Gustus zu interpretieren, und so ist es schon gar kein Wun­der mehr, daß die Methoden des ersten Präsidenten der Saarregierung, des inzwischen verstorbenen französischen Staatsrats Ra ult, unter dem Eng­länder Knox ihre Neuauflage erleben und dem­gemäß Unterdrückungstendenzen der Mandatare die Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung in Frage stellen und bedrohen.

Wenn es mit rechten Dingen zuaehen würde, so müßte in Genf demnächst über diese Zusammen­hänge gesprochen werden. Es wäre ja längst nötig, die Regierungskommission in aller Form zurOrd- n u n g z u rufen. Man hat ja schließlich nicht umsonst im Januar dieses Jahres in Genf einen besonderen Ausschuß eingesetzt, dessen Auf­gabe es gewesen ist, die Vorbereitung der Volks' abftimmung einzuleiten. Angesichts der vorbildlichen nationalen Disziplin, die die deutsche Saarbeoölke- rung trotz aller Schikanen und förmlichen Unrechts bewahrt hat, ist dem Völkerbundsrat die Entschei­dung über die Festsetzung des Termins der Volks­abstimmung und über gerechte Modalitäten denkbar leicht gemacht. Er braucht wirklich nur zu han­deln, um dadurch viel Elend und Not, die seine Beauftragten verschuldet haben, wieder gutzu­machen.

Inzwischen macht sich allerdings eine Unklarheit breit, die uns ein Beweis dafür zu sein scheint, daß wieder einige Leute mit Sprengpatronen zur Genfer Ratssitzung unterwegs sind. Es sind die gleichen Elemente, die auch sonst in der hohen Politik das Rad der Weltgeschichte zurückzudrehen versuchen, die sogar nicht davor zurückschrecken,Problemstellun­gen" gewaltsam zu erzwingen, wenn sie sonst durch übelwollende Geschäftigkeit hinter den Kulissen nicht zu erreichen waren. Um ein offenes Wort auszu- sprechen: Man versucht allenthalben, Sand in den feinen Mechanismus des Abstimmungsapparates zu jchmuggeln, man versucht die reibungslose und stö- rungsfreie Abwicklung des Abstimmungsgeschäftes zu Hintertreiben, indem man von langer Hand, noch ehe es zur Beschlußfassung über den Abstimmungs­termin in Genf gekommen ist, nach den Vorbildern, wie wir sie vor allem auch in Oberschlesien erlebt haben, zum Schlage gegen das Deutschtum an der Saar ausholt, mit dem man das ganze 66-Millio- nenvolk treffen und schädigen will!

Es ist notwendig, diesen dunklen Kräften gegen­über zu erklären, daß mir Deutsche, an der Saar und im Reich, dieses Spiel erkennen, daß wir aus dem Bewußtsein unseres Volkstums und aus den heiligen Pflichten der Volksgemeinschaft heraus schärfste Abwehrstellung bezogen haben. Hin­terlistigkeit und innere Verschlagenheit sind unseren Vorfahren auch schon an der deutschen Saar be­

gegnet. Mag sich auch die Maske geändert haben, das Gesicht, das sich hinter ihr verborgen hält, ist das gleiche geblieben. Und das deutsche Saarvolk weiß ein Lied davon zu fingen, daß sich die Send­boten des republikanischen Frankreich im Grunde genommen durch nichts unterscheiden von den Hor­den, die einst der Sonnenkönig über deutsches Land jagte. Aber ebenso wissen wir auch, daß die Wider­standskraft des gesamten Saardeutschtums gegen zy­nischen Uebermut, gegen Fremdländer, die in gleicher Weise auf geschäftliche und politische Vorteile erpicht sind, heute, da das deutsche Saamolk in einer eher­nen Heimatfront zur Verteidigung seiner Rechte und seiner Scholle zusammengeschlossen ist, so stahlhart ist wie das Produkt der Walzstraßen der mächtigen Hochofenwerke auf saarländischer Erde. Mögen sich die Wölfe mit Genfer Schafspelzen umgürten,

das deutsche Saarvolk erkennt den Rachen, der sich ja nicht erst seit gestern vor ihm immer wieder öffnet Das Saardeutschtum läßt sich in der doppelt heroischen Haltung seiner stillen, auf die ver­dichtete innere Ablehnung alles Fremden, auf die engste Verbindung der Herzen aufbauenden Abwehr von seinen unveräußerlichen Lebensrechten nichts rauben, von denen es weiß, daß sie identisch sind mit den Rechten des gesamten deutschen Volkstums. Es wird nur ein einiges Zusammen stehen geben, eine Gemeinschaft im Abwehrkampf, die sich allen Anfechtungen gegenüber behaupten und durch­setzen wird, weil sie auf dem Reichtum patriotischer Herzen und auf der Erkenntnis fußt, daß allen Stürmen zum Trotz deutsches Land und deutsches Volk sich erhalten, weil sie einig sind.

Oie fiausfrau verwaltet

Oos Volksvermögen

Von 100 RM, die der Familienvater nach Hause bringt, gibt die

Hausfrau aus:

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Kolonialwaren

Gemüse

Bäckerei

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Kleider u.Wäsche Für Miete Gas u. Elektrisch

Konfektion Wäsche

3,90 RM für Wohnunqs- einrichtungs- gegen stände

21,20 RM bleiben dem Mann

Zum Muttertag.

Der Nationalsozialismus ist bemüht, das Familien­leben in Deutschland wieder innerlicher zu gestalten. Es war eine der Sünden des Liberalismus und Marxismus, daß die Hausfrau und Mutter, die am stillen Herde für das Wohl und die Gesundheit der Familie zu sorgen hatte, nicht so geehrt wird, wie es ihr zukommt. Die Mutter ist der Hort der Familie, vor allem verantwortlich für die Erziehung der Jugend, darüber aber hinaus auch verantwortlich für die Verwaltung des Vermögens der Familie. Beinahe zwei Drittel des Volksvermögens gehen durch die Hände der Hausfrau und Mutter. Dafür kauft sie ein. Sie sorgt für Nahrung und Kleidung der Familie, für die Wohnung und alles, was sonst mit dem täglichen Leben zusammenhängt. Es ist sicherlich nicht zu niedrig geschätzt, wenn man annimmt, daß von dem Volksein­kommen von insgesamt nahezu 60 Milliarden RM im gesamten Deutschland 40 Milliarden von der Hausfrau ausgegeben werden. Man kann aus diesen Zahlen er­kennen, welche volkswirtschaftliche Aufgabe die deutsche Mutter und Hausfrau hat. Daran sollen alle Kinder am Muttertage 1934 denken.

Geschichten aus aller Welt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Bom Knaben, der sich selbst entführen wollte.

(rt) Philadelphia.

Es klingt zwar ein wenig unglaubhaft, aber es ist Tatsache: in Philadelphia wollte sich ein junger Mensch selbst entführen. Weil er keine Lust mehr hatte, sein Gehirn auf der Schulbank mit viel Wis­sen zu beschweren.

Er klagte seiner Mutter sein Leid, die aber für diese Faulheit ihres Sohnes wenig Verständnis hatte und ihm kurz und bündig erklärte:Du bleibst auf der Schule. Es sei denn, daß sie dich entführ­ten. Dann kannst du ja nicht mehr hingehen. Aber sonst gehst du hin!"

Das mit dem Entführen sollte natürlich ein wenn auch etwas verunglückter Witz sein. Immer­hin, zwei Tage später traf bei der Mama ein Brief ein:Zahlen Sie uns 5000 Dollar oder wir entführen Ihren Sohn. Joe, der Mann mit der schwarzen Hand."

Die Mutter lief mit dem Brief zur Polizei, die ihn untersuchte und dem Fall nachging. Nach zwölf Stunden erhielt die Mutter die Nachricht, der Ent­führer sei verhaftet.

Das fei ein großes Glück meinte die Mama und wer es denn fei? Ja, es fei der eigene Sohn ... Er sei überführt und habe auch ein Ge­ständnis abgelegt, daß er die Absicht gehabt habe, sich selbst zu entführen. Damit sei ein strafbarer Tatbestand gegeben.

So kommt es, daß in Philadelphia ein junger Mann hinter Gittern sitzt und dem Paragraphen nach abgeurteilt werden kann, weil er sich selbst entführen wollte.

Beefsteakkrieg" in London.

() London.

Ein heftiger Meinungsstreit tobt feit einiger Zeit in der englischen Presse darüber, ob dasrote" oder das durchgebratene Beefsteak für den Menschen bekömmlicher sei. An diesem Kampfe der Meinun­gen und Ansichten beteiligen sich Köche, Hoteliers, Wissenschaftlicher, Hausfrauen undVerbraucher" mit einer Leidenschaft, die im Hinblick auf die Iat= 'sache, daß das Beefsteak eine Spezialität der eng­lischen Küche darstellt, nicht ganz unbegreiflich ist.

Hervorgerufen wurde dieser Streit durch Unter­suchungen, die die Nahrungsmittelchemiker am Lon­doner Kings College-Krankenhaus in ihrem Labo­ratorium vorgenommen haben, um den Unterschied der Nährkraft an rohem und gebratenem Fleische «feftzustellem Sie find dabei zu dem Ergebnis ge>

kommen, daß das völlig durchbratene Beefsteak im Gegensatz zu dem sog. .englischen" oderBeefsteak .Tatare", das bekanntlich nur leicht angebraten wird und im Innern fast roh bleibt, weit bekömmlicher ist. (Diese Feststellung hat übrigens auch schon Ju­stus v o n Liebig gemacht. D. Schriftltg.)

Diese in einer großen Londoner Zeitung zum ersten Male veröffentlichte wissenschaftliche Ansicht hat im traditionsgetreuen England einen wahren Sturm der Entrüstung hervorgerufen.Die Erfah­rungen eines Jahrtausends erprobter Kochkunst", so schreibt der Küchenchef eines der ersten Londoner Hotels,können durch ein wissenschaftliches Experi­ment nicht umgestoßen werden! Die Tradition einer ganzen Rasse steht auf dem Spiele!" schwört ein als Feinschmecker bekannter Lord des Ober­hauses.Wir lassen uns von einer internationalen (!) Wissenschaft nicht vorschreiben, wie wir unsere Nationalgerichte zubereiten wollen!" ereifert sich sogar ein Bischof ...

Der erschrockene Bürgermeister.

(z) 21 m ft e r b a m.

Der Herr Bürgermeister des kleinen holländischen Kustenstädtchens Loosdrecht, das sich als Seebad bei den Amsterdamern und Utrechtern großer Beliebt­heit erfreut, saß dieser Tage nichtsahnend und mit ernsthaften kommunalpolitischen Problemen beschäf- hgt an seinem Schreibtisch, als sich plötzlich seine Buroture öffnete und eine junge reizende Dame eintrat, um Verzeihung bat und eine Frage wegen des Parkplatzes für ihr Automobil stellte. Der Bür­germeister war über ben unerwarteten Besuch so verblüfft, daß er die von ihm erbetene Aus­kunft nur stammeln konnte, als der Besuch wie ein reizender Spuk mit schelmischem Lächeln auch schon wieder die Tür von draußen zugemacht hatte. Was den guten Vater der Stadt aber so aus der Haltung gebracht hatte war die Tatsache, daß die hübsche Besucherin nur mit einem sehr knapp- fltzenben modernen Badeanzug bekleidet war Ganz abgesehen davon, daß auch in Holland noch recht wetterwendisches Wetter herrscht, hielt es der Herr Bürgermeister mit seiner Amtswürde nicht recht vereinbar, so immerhin spärlich bekleideten Besuch in seinen geheiligten Amtsräumen zu empfangen

Nachdem er sich von seiner Verblüffung und von seinem Schrecken erholt hatte, berief er alsbald eine Gememderatssitzung ein, schilderte in den lebendig­sten Farben sein Erlebnis und bat um sofortige Beschlußfassung über eine neue städtische Polizei­verordnung, wonach es Personen beiderlei Ge­schlechts bei hohen Geldstrafen verboten sein solle in Badekostümen, Schwimmhosen ober mit noch we­niger angetan, das Bürgermeisteramt zu betreten.

Oer jüngste Sieger im Reichsverufs« wettkamvf.

Der 15jährige Karl W o s n i a k aus Marienwerber, ber in der GruppeHolzbearbeitung" ben Sieges­preis errang.

Die Vorlage wurde einstimmig angenommen und dem braven Bürgermeister in einer spontanen Ver­trauenskundgebung des Gemeinderats ein Lob da­für ausgesprochen, daß er die Ehre des Rathauses gerettet habe.

Mario und Marietta.

(d) Rom.

Die Liebesgeschichte, in deren Mittelkunkt Mario und Marietta stehen, ein Knecht und eine Bauern­tochter in zwei benachbarten Dörfern der Provinz Emilia, ist in ihrer Art uralt, so alt wie die Liebe selbst. Aber die Art, wie der dramatische Knoten dieser Geschichte am Ende gelöst worden ist, dürfte doch wohl zu den Seltenheiten und zu den merk­würdigsten Launen des Schicksals gerechnet werden können.

Der 22jährige Mario liebte schon seit mehreren Jahren die hübsche und fröhliche Bauerntochter Ma­rietta. Zu jeder Stunde, die ihm seine schwere Ar­beit beim Bauern zur Muße gönnte, eilte erauf ben Flügeln ber Liebe" zu seiner Angebeteten ins benachbarte Dorf, um mit ihr, bie seine Neigung erwiderte, die Zukunftsaussichten zu besprechen. Diese waren alles andere als rosig, denn Mariettas Vormund sie war Waise wie ihr Romeo wei­gerte sich, dem armen Knecht die Hand seines Mün­dels zu bewilligen, das, wie er sagte, in kurzer Zeit von einem in Amerika weilenden Onköl eine größere Erbschaft zu erwarten und bann bas Recht auf höhere Ansprüche habe. Der Dormunb war burch nichts, auch nicht burch bie aufrichtigen Gefühle Mariettas für Mario, zu erweichen, unb ber Lieben­den bemächtigte sich am Ende schon bie Verzweif­lung.

Da erschien auf ber Szene, genau wie rm Film, ber Onkel aus Amerika, als ein gewichtiger älterer Herr, der drüben seine Dollars gemacht hatte und in das Vaterland zurückgekehrt war, um den Lebens­abend in der Heimat zu verbringen. Sein erster Besuch galt der Nichte Marietta, ber er, wie er in ber ersten Stunde des Zusammenseins schon mit- teilte, bie Hälfte seines immerhin fünffteUigen Dol- larvermögens im Testament ausgesetzt hatte. Die anbere Hälfte war für den Sohn seiner Schwester bestimmt. (Marietta war bie Tochter eines ©tief- brubers bieses Onkels.) Unb als nach einigen Tagen ber Dollar-Onkel Nachforschungen nach dem Aufent­halt seines Neffen anstellte, enthüllte sich zur gren­zenlosen Verblüffung aller Beteiligten die Tatsache, baß dieser Neffe kein anderer war als Mario.

Den beiden Liebenden, die also Vetter und Base waren, war es vorher gar nicht in ben Sinn ge­kommen, sich gegenseitig nach ihren Familienver- hältnissen zu erkunbigen. Ja, Marietta wußte nicht einmal ben Vatersnamen des Freundes, viel weni­ger aber den seiner Mutter, der ihr vielleicht die Wahrheit verraten hätte. Der erste übrigens, ber bie beiden Liebenden schluchzend umarmte und ihnen seinen Segen erteilte, war der gestrenge Vormund.

Die Erzwerke Peters des Großen.

(n) Moskau.

Diesmal hat man nicht mit Bohrmaschinen unb durch geologische Untersuchungen Erze gefunden, onbern durch das Studium der Geschichte. Da fand nämlich ein Historiker eine Notiz, daß die Erz­gruben bei Saposchkow Peter dem Großen praktisch das gesamte von ihm benötigte Metall geliefert hätten. Aber man habe die Erzbergung aufgeben müssen weil die Wälder abgeholzt waren...

Damals ein vollwertiger Grund, denn bie Erze würben nach uraltem Rezept nur mit Holzkohle bearbeitet. Als man um die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts die Erzadern fand, standen dort chöne Wälder, deren Holz bie nötige Kohle lieferte. Man arbeitete und arbeitete und mußte eines Tages ben Betrieb einftellen, weil keine Holzkohle mehr vorhanden war unb ber Antransport mit ben da­maligen Mitteln unmöglich schien.

Sofort machte man sich also jetzt auf bie Suche, hatte auch bald die Adern wiedergefunden unb noch Neste der alten Werke, die zu anderer Zeit hier auf- gerichtet worden waren, primitiv, aber zweckentspre- chenb. Auch eine ber Spezialminen Peters des Großen entdeckte man, bie er betrieb, als er feinen ersten energischen Versuch machte, Rußlanb zu zivi­lisieren. Die Forbergeräte unb Werkzeuge sind in bas historische Museum von Moskau gewandert, die Erze aber, bie man aus den alten Minen nun mit modernen Maschinen birgt, kommen in bie Hochofen unserer Zeit.

Hier müssen selbst bie Sowjets einen Zaren loben, weil er so tatkräftig war, so sorgsam Notizen machte und bie Geschichte seiner Zeit aufschreiben ließ. Unb chon grabt man weiter nach Metallschätzen in den Archiven...

. Köpenickiade am Comer See.

bi. Mailand.

Bei Herrn Giuseppe Peppino, Bürgermeister eines kleinen Dörfchens am Comer See und Besitzer des GasthofsZur goldenen Sonne" dortselbst, herrschte kürzlich große Aufregung. In eiliger Fahrt war ein schweres Motorrad herangebraust gekommen und hatte vor dem Amtssitz des Bürgermeisters Halt gemacht. Ein Herr kletterte aus dem Beiwagen, chölte sich aus seinem blaugrauen Automantel und warf diesen dem Fahrer zu. Unb bann zeigte sich, daß ber eilige Ankömmling ein Mann in ber oor- chriftsmäßigen Uniform eines Leutnants ber Pio­niere war, ber sich lässig eine Zigarette anzündete, nervös mit feiner Reitpeitsche auf seins schwarzen Schaftstiefel klopfte unb bann auf bas Amtshaus zusteuerte, wo bem Bürgermeister Peppino des Leutnant bei ben Pionieren Franz Lopez io