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Vogelsberg fand des Reichsstatthalters lebhaftes Interesse. Der rheinhessische Weinbau verdankt der Initiative des Reichsstatthalters die Beseitigung der Schaumweinsteuer und damit gerade für die billigeren Lagen der kleinen Winzer die Aus­sicht auf vermehrten Absatz in einer für den deut­schen Weinbau so überaus schweren Äeit. Die Riedentwässerung, die hunderttausende von Morgen besten Landes in klimatisch bevorzugter Gegend dem Pflug unterwirft und mit der fried­lichen Arbeit von Hacke und Spaten ganze neue Dörfer dem Reich erobert, diese wahrhafte Groß­tat des Siedlunaswerks in Hessen hat von der Mit­arbeit des Reichsstatthalters immer neue Impulse empfangen. Alle kulturellen Bestrebungen im Hes­senland finden in der Person des Reichsstatthalters einen warmherzigen und verständnisvollen Förde­rer. Insbesondere haben unsere Landesuniversität und die nationale Erziehungsarbeit ihrer Studen­tenschaft bei mehrfachen Besuchen die lebhafte An­teilnahme des Reichsstatthalters gefunden.

Aber bei all dieser anregenden und befruchtenden, aufbauenden und organisierenden Arbeit stand dem Reichsstatthalter von Anbeginn an die klare Er­kenntnis vor Augen, daß das Rhein-Main- Gebiet unbeschadet der aus den Zufälligkeiten einer vielfach rein dynastisch bestimmten geschicht­lichen Entwicklung herrührenden Berwaltungsab- arenzung eine wirtschaftspolitische Ein­heit ist, deren Teile nur gedeihen können, wenn das Ganze in gesundem Blutkreislauf alle schaffen­den Kräfte zu regen vermag. Diesem grundlegenden und zukunftsträchtigen Gedanken erwuchsen die An­regungen des Reichsstatthalters zu den großen o r - ganifatorifchen Zusammenschlüssen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens im rhein- mainischen Wirtschaftsbereich, dessen Abgrenzung zum ersten Mal bei der am 15. Juni 1933 erfolg­ten Ernennung von Dr. Lüer zumTreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen" erfolgt war. In diesem gebietsmäßigen Rahmen wurden dann die Einheitsorganisationen geschaffen für Industrie, Handel und Verkehr, für Handwerk, ländliches Ge­nossenschaftswesen und Bauernschaften, für Haus- und Grundbesitzer, Presse, Gebirgs- und Wander­vereine. Aus jedem einzelnen Gebiet wurde so eine Vielfalt bis dahin oft widerstrebender und meist verzettelter Kräfte zusammengeballt zu einer ein­zigen, in einer Richtung mit vielfacher Stoßkraft wirkenden Energie.

Ein Volk, das eine Sprache redet, eine Kultur besitzt, nur in einer gemeinsamen Geschichte die Ge­staltung seines Schicksals erlebte, kann nicht anders, als auch in feiner Führung eine Einheit anstreben ..."So wenig wir dulden, daß irgendein Geist der Zwietracht die Einheit der Nation be­droht, unverständige Eigenbrötelei die Kraft des politischen Willens schwäche, so sehr hängen wir an der Eigenartderdeutschen Lande und wol­len pflegen den Reichtum der Vielgestal­tigkeit unseres inneren Lebens." Zwei Worte des Führers vom Nürnberger Parteitag und vom Tag der deutschen Kunst, die zusammengenommen neben­einander und sich ergänzend als Leitsätze für die Arbeit Jakob Sprengers während des ersten Jahres feines Wirkens als Reichsstatthalter in Hessen gelten mochten. Bürge für die einheittiche politische Führung, für die Durchdringung des ihm anvertrauten Landes mit einem einzigen politischen Willen und der nationalsozialistischen Weltanschau­ung des Dritten Reichs, aber in Wirtschaft und Kul­tur Heger, Schirmer und Förderer der geschichtlich gewachsenen, vielfältig bedingten Eigenart Hessens im größeren Ganzen des Rhein-Main-Gebiets, so tritt heute der Reichsstatthalter geleitet von den Segenswünschen des Hessenlandes über die Schwelle des zweiten Jahres seiner Amtsführung.

Der Veamte im nationalsozialistischen Staat. Reichsjustizkommissar Dr. Frank vor den Berwaltungsjuristen.

Berlin, 5. Mai. (DNB.) Als Einleitung zu einer Tagung des Fachgruppenrates der deutschen Derwaltungsjuristen sand in der Kroll-Oper eine Kundgebung statt, auf der Reichsfustizkommissar Dr. Frank u. a. erklärte: Auch die Beamten des natio­nalsozialistischen Staates seien, da ja der Staat nur das Mittel zur Verwirklichung des Nationalsozialis- mus darstelle, verpflichtet, sich zu dem revolutionären geistigen Gehalt des Nationalsozialismus mit allem Nachdruck zu bekennen. Die Beamten mögen sich bewußt sein, daß sie den Vorzug ihrer Stellung auch unausgesetzt durch Leistungen neu verdienen müßten. Die kleinen Zirkel im Lande, die do glaubten, sie könnten ihre Oppositionsmethoden fortsetzen oder neue aufziehen, sollten gewarnt sein. Der Riese Na­tionalsozialismus werde, wenn es Not tue, diese Wühlmäuse zertreten.

Beamte und E>A.

Berlin, 4. Mai. (DNB.) Der Stellvertreter des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Stabsleiter Reu sch wurde von Stabschef Röhm empfangen. S^absleiter Reufch erklärte namens der Beamten- schäft, daß sich die Beamten eins wüßten mit den Tragern des Braunhemdes, der SA., in der Gefolg- fchaftstreue zum Führer. Der Kern des gesunden Beamtentums, das in seiner großen Tradition der Disziplin in den Jahren des vergangenen Systems innerlich gesund geblieben sei, habe Schulter an Schulter mit der SA. gekämpft. Aus diesem einheitlichen Einsatz um ein gemeinsames Ziel sei eine innige Verbundenheit zwischen SA. und Beamtenschaft erwachsen.

Stabschef Röhm gab seiner Freude über den Willen der Beamtenschaft, gemeinsam mit der SA. an der Erneuerung des Reiches zu arbeiten Ausdruck. Er betonte, daß er stets bemüht gewesen sei, eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Verbänden und der SA herbeizufüh­ren. Die große Anteilnahme, die die Beamten der nationalsozialistischen Oberschule Feldafing entgegenbringen, beweise, daß bedingungsloses Ver­trauen zum Führer und feste Kameradschaft heute wieder in der gesamten Beamtenschaft lebendig seien.

Weiterer Ausbau -er Eier­wirtschaft.

Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die Neuordnung der Eierwirtschaft wird nunmehr weiter ausgebaut durch eine zweite Verordnung vom 3. Mai, die in ihren Grundsätzen eine starke Angleichung an die neuen Marktformen in der Milch-, Butter- und Käsewirtschaft findet. Alle in der Eiererfassung und Verteilung tätigen Betriebe werden zu E i e r o c r» «ertungsverbänden zusammengeschlossen. Die- Eieroerwertungsverbände werden ihrerseits zur Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft in Berlin zusammengefaßt.

Vom 1. Iunl ab können nunmehr sowohl Ge­nossenschaften als Händler, soweit sie im Besitz eines Uebernahmescheins für Jnlandseier sind, Eier beim Erzeuger aufkaufen und nach erfolgter Kennzeichnung durch die Kennzeichnungs­stelle an den Verbraucher oder Verteilungshandel a b g e b e n. Dabei sind sie hinsichtlich der Aufkaufs­und Absatzmengen und Preise an die Vorschriften gebunden, die der Vorsitzende des Eierverwertungs­oerbandes und der Bezirksbeauftragte erlassen. So­weit Eier nicht innerhalb des Wirtschaftsbezirkes des Eierverwertungsverbandes abgesetzt werden können, müssen sie der Bezirkszentrale des Eier­oerwertungsoerbandes zugeleitet werden. Dieser meldet den ihm zugeleiteten Ueberschuß bzw. seinen

Berlin, 4. Mai. (DNB.) Im Europahaus hat der Landesverband der preußischen Jäger vom 5. bis zum 13. Mai die Deutsche Jagdausstellung 1934 geschaffen, die heute mittag durch den Minister­präsidenten feierlichst eröffnet wurde. In dem Kreise der Gäste bemerkte man Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Darr6, Seldte, Graf Schwerin-Krosigk, den preußischen Finanz­minister P o p i tz und Vertreter der meisten aus­ländischen Missionen. Generalforstmeister von K e u d e l l begrüßte den Ministerpräsident und die Ehrengäste uni) gab dann dem Ministerpräsidenten das Wort zur Eröffnungsansprache.

Die Bedeutung der ersten Jagdausstellung des Dritten Reiches, so führte der Ministerpräsident aus, sei so in die Augen springend, daß man darüber keine Worte zu verlieren brauche. Das Wild habe eine große volkswirtschaftliche Be­deutung. Das deutsche Wild gehöre in den Wald hinein und der Mensch solle sich erfreuen am Anblick der Tiere, die Gott in den Wald gesetzt habe. Wir müßten Lebewesen erhalten, die mit einer ganz bestimmten Voraussetzung geschaffen wären. So müsse auch die Jagd angesehen werden, nicht als ein Vergnügen, nicht als Tötung der Ge­schöpfe, sondern als die große Verantwortung, weniger Jäger, desto mehr aber Heger zu sein. Der deutsche Wildbestand sei noch stark und groß. Es sei Aufgabe der Jägerei, nicht sinnlos Massen zu züchten, sondern die Auswahl zu vollenden. Die Hege habe dort ihre Grenze zu finden, wo die Sorge um die Landwirtschaft und die Ernährung bestehe, die allem voranstünden.

Unsere landwirtschaftlichen Wissen- ch a f t e n mußten stets einen gewissen Zusammen- lang mit der landwirtschaftlichen Praxis behalten, trotzdem waren auch hier erschreckende Ansätze zur Spezialisierung der einzelnen Fach­richtungen zu verzeichnen. Wir waren teilweise schon o weit, daß der Pflanzendauer nichts mehr von den Bedürfnissen der Betriebslehre, daß der Betriebs­lehrer sich nicht mehr um die Voraussetzungen des Tierzüchters kümmerte usw.. Diese Entwicklung hätte weiter zur Folge, daß sich die einzelnen Insti­tute einer Arbeitsrichtung nicht genügend unter­einander kümmerten und daß es zu planloser Nebeneinanderarbeit kam. Ja, es war so, daß, wenn ein Institut eine größere Arbeit in Angriff nahm, auch das Institut der Nachbaruniversität dieselbe Arbeit in Angriff nehmen mußte. Kleine Ansätze zur Besserung zeigten sich in den letzten Jahren.Es wurden Arbeitsgemeinschaften der Pflanzenbauinstitute, der Tierzuchtinstitute usw. gebildet, die den Zweck haben sollten, diese Entwick­lung aufzuhalten. Sie haben es aber selten zu wirklich fruchtbarer Arbeit bringen können.

Es ist notwendig, daß sich in der großen Orga­nisation des Reichsnährstandes auch die landwirt- chaftlichen Wissenschaften wieder da einfügen, wo ie der Bauer braucht, nämlich in den Dien st der Praxis und in die Forschung für den Hof. Der Reichsnährstand hat den landwirtschaftlichen Wissenschaften jetzt die Gelegenheit gegeben, sich unter seinem Schutz zusammenzuschließen und sich wieder den Aufgaben zu widmen, die der Bauer von ihm erwartet. Vor kurzem wurde die Eröff­nungssitzung derArbeitsgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Wissenschaften" unter dem Vorsitz des Reichshauptabteilungs­leiters II, Freiherrn von Kanne, abgehal­ten. An ihr nahmen die führenden Vertreter aller

London, 5. Mai. (DRV. Funkspruch.) Die bei­den bekannten englischen Historiker Sir Raymond Deazely und William harbutt Dawson äu- zern sich in einer Zuschrift an denDaily Tele­graph" über die Lage im Saargebiet. An Hand orgfältiger, an Ort und Stelle angestellter llnter- uchungen sind sie in der Lage,die vielfach in der englischen Presse ausgestellten Behauptungen, daß die Saarländer in ihrer Ansicht über die Rückgliede­rung an Deutschland geteilter Meinung eien, ober daß irgendeine Vorliebe für ein verbleiben der Saar unter dem Völ­kerbundsregime bestehe, richtig zu stel­len." Rach unseren eigenen Beobachtungen ist, so agen die beiden Historiker, die Saarbevölkerung owohl rassenmäßig wie dem Gefühl nach überwältigend deutsch. Dies ist kei­neswegs überraschend, da das Saargebiet in poli­tischer Hinsicht seit über tausend Jahren germanisch ist und in rassenmäßlger Hinsicht sogar noch bedeutend länger. Wir stellten keiner- l e i irgendwie bedeutende oder überhaupt erwäh­nenswerte Stimmung zugunsten einer Verlänge­rung des Völkerbundsregimes an der Saar fest. Dir bezweifeln sogar sehr, ob fünf oder gar nur vier vom hundert der Saarländer die Fortdauer dieses Regimes wünschen.

Bedarf der Haupi Vereinigung der deut­schen Eierwirtschaft, die bann durch bie Reichs- eierverwertungs-G. m. b. H. den täg­lichen Ausgleich innerhalb des Rei­ches regelt.

Der Ausbau der Marktordnung bringt somit eine Regelung, Me bei sinnvoller Anwendung ge­nügend Lebensraum für Genossenschaften und Handel bietet und vor allem den Bauern (Hühnerhaltern) die Gewähr des laufenden Absatzes der in seinem Betriebe erzeugten Eier gibt. Es wird dafür gesorgt werden, daß die bis­herige vorläufige Regelung der Eierwirtschaft ohne Störungen in die endgültige einmündet.

Das Land dürfe nicht durch ein Uebermaß von Hege bedroht werden.

Äer Ministerpräsident wandte sich bann dem von ihm geschaffenen neuen Jagdschutzgesetz zu, dessen wesentlicher Punkt die Regelung des Abschusses sei. Durch die Abschuhregelung werde verhindert, daß Pächter ihre Jagd ausschießen. Jägern, die nichts anderes wollten, als das Fleisch, die aus der Jagd ein Geschäft machten diesen Aasjägern werde in Zukunft das Hand­werk gelegt. Der Minister gab dann von feinem Entschluß Kenntnis, in solchen Revieren, die über zahlreichen Rotwildbestand verfügen, Wild­sänge vornehmen zu lassen und Rotwild i n Reviere zu bringen, bie feit Jahrhunderten ohne Rotwild seien, aber doch Möglichkeiten für die Aufzucht und Fortpflanzung des Rotwildes böten. Es sei sein Bemühen, auch die Urwildarten wieder auHeben zu lassen, Elch-Reviere zu schaffen und alles daran zu setzen, um langsam den Elch von Ostpreußen in andere größere Reviere zu verpflanzen. Das gelte auch vom Wisent, bei dem wenigstens versucht werden soll, die Gefahr des restlosen Aussterbens zu verhindern.

Die Ausstellung solle alle anregen, aus der Groß­stadt in den deutschen Wald zu gehen, um neue Lebenskräfte zu schöpfen.

Es folgte dann eine Führung durch die Aus­stellung, die in malerischer Anordnung etwa 1600 Trophäen aus deutschen Revieren, davon über 1000 aus dem Besitz der preußischen Forstämter und etwa 500 von privater Seite zeigte. Des ferneren sind eine Reihe exotischer Trophäen ausgestellt.

Zweige der landwirtschaftlichen Wissenschaften teil. Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Roemer- Halle a. d. S. wurde die erste Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft begonnen, an der Professor Dr. Golf- Leipzig teilnahm, der dem Vorstand des Reichsbundes deutscher Diplomlandwirte angehört.

Der Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft ist vor allem, die agrartechniscye Frage planvoll in Angriff zu nehmen und den Bedürfnissen des Nährstandes anzupassen. Es sollen also vor allem vor­dringliche Aufgaben mit praktischer Zielsetzung ge­löst werden, ohne daß dadurch die freie Forschung beeinträchtigt wird. Es müssen in dieser schweren Zeit die praktischen Bedürfnisse der Landwirtschaft vorgehen. Ein weiteres Ziel der Arbeitsgemeinschaft wird es fein, die Ergebnisse der Versuche und Forschungen in gemeinverständ­licher Form der Praxis zunutze zu machen, damit sie nicht in Fachzeitschriften verkümmern. Der zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Professor Dr. C. M e y e r, sprach dann eingehend über die Einstellung der Wissenschaft im nationalsozialisti­schen Staate und zum deutschen Bauern. Hierauf wurden in Wechselrede von den Obleuten der ein­zelnen Fachrichtungen die vordringlich erscheinenden Aufgaben vorgetragen und von den betreffenden Fachreferenten des Reichsnährstandes ergänzt.

Diese erste Tagung der verschiedenen landwirt- schaftlichen Fachrichtungen zeigte, wie notwendig es ist, daß in planvoller Zusammenarbeit aller die Aufgaben gelöst werden, die vordringlich einer Lösung harren. Die Sitzung zeigte vor allem auch, welche Möglichkeiten und Reserven in unseren landwirtschaftlichen Wissen­schaften stecken, die, richtig geleitet, Größtes leisten und in Zukunft im Reichsnährstand und beim Bauern wieder die Stelle einnehmen können, die sie beanspruchen müssen.

Wünsche an denJunstenausschuß-

Die Negierungskommission

sucht für sich Stimmung zu machen.

Bern, 4. Mai. (DÄB.) DerBund" setzt in einer Zuschrift aus Saarbrücken seine Mitteilungen über die Beschlüsse des Juri st en aus- schuss es über bie Saarabstimmung fort. Die Befugnisse der Abstimmungskommission, so wird ausgeführt, müßten von denen der Regie- rungskommission scharf abgegrenzt werden. Die Abstimmungskommission dürfe nicht in die Regierungsgefchäfte eingreifen, dagegen gehöre alles, was unmittelbar mit der Abstimmung selbst Zusammenhänge, in das Gebiet der Abstimmungskommission, so z. B die Aufstellung der Wahllisten, die Festlegung der Wahl- methoden, die Einsetzung von Wahlkontrolleuren, die Entgegennahme von Protesten und anderes mehr. Ihre Sache seien auch alle Prozesse, die durch den Wahlgang notwendig werden könnten.

In dem Bericht heißt es dann weiter, daß oie Vorbereitungen für die Volksabstimmung nach dem Urteil der zuständigen Stellen m i n b e ft e n s Zehn Monate bauern mürben. Man müsse erwägen, baß bie Ausstellung ber Wahllisten unb die Ueberprüfung berfelben minbeflens fünf bis acht Monate in Anspruch nehmen werbe. Der Wahlakt selbst könne nicht eher vorgenommen wer- ben, als bis ber letzte Zweifel behoben sei. Die Saarbevölkerung werde sich daher gemeinsam mit Deutschland, Frankreich und dem Völkerbund i n Geduld fassen müssen. (Es erscheint außer­

ordentlich fraglich, ob ber Abstimmungsausschuß sich wirklich für eine mit den vertraglichen Be. [timmungen nicht zu vereinbarenden Verzögerung der Abstimmung ausfpre» chen wird, die mit technischen Schwierigkeiten keinesfalls begründet werden könnte. D. Red.)

In derZuschrift aus Saarbrücken", die, wie es scheint, von einer Stelle ausgeht, die der Regie, rungskommission nicht fern steht, wird eine Lanze für den Präsidenten Knox gebrochen, der in ungerechtfertigter Weise verdächtigt werde. Knox sei mit Recht der Meinung, daß die aus dem Saargebiet rekrutierte Polizei für die Aufrecht- erhaltung der Ruhe und Ordnung nicht genüge. Allerdings fei die Saarregierung hinsichtlich der Rekrutierung eines internationalen Polizei- und Gendarmeriekorps geteilter Meinung. Völlig abwegig fei die deutsche Ansicht, die Ruhe und Ordnung lediglich durch ein Zusammenarbeiten ber Saarregierung, ber Abstimmungskommission und der politischen Parteien sicherzustellen. (Wichtiger erscheint es, daß außer den an einem reibungslosen Verlauf ber Abstimmung interessierten Abstim­mungsberechtigten keine irgend einer Par­tei angeyörenden Persönlichkeiten in der saarländischen Polizei beschäf- t i g t werden. Franzosen ro i e Emigran­ten werden nicht den Anspruch auf Ob- j e f t i o i t ä t erheben dürfen und wären daher, ebenso wie nicht abstimmungsberechtigte Reichs- deutsche, auf alle Fälle von jeder polizeilichen Tätig- feit im Saargebiet a u s z u s ch l i e ß e n. D. Red.)

Zum Schluß wird ausgeführt, daß der Abstim­mungskommission und Dem Abstimmungsgericht schwere Aufgaben zustünden. Es wäre die Frage zu prüfen, ob man nicht allen nicht stimm­berechtigten Parteien die Beteili­gung am Wahlkampf untersagen wolle. In der Presse seien heute eine große Anzahl von Schriftleitern tätig, die zum erheblichen Teil erst in jüngster Zeit aus Deutschland geschickt wor­den seien. Allen eingereiften Agitatoren müsse das Recht abgesprochen werden, in ben Wahlkampf einzugreifen. (Hier scheint ber Verfasser biefes Berichtes, der in seiner Gesamttendenz gegen die Deutsche Front gerichtet ist, einen Augenblick zu vergessen, daß es gerade bie aus D e u t s cb- lanb zugereisten Emigranten finb, die das Land nicht zur Ruhe kommen lassen und daß der Führer der Saarverräter, Matz Braun, eben­falls nicht abstimmungsberechtigt ist. D. Red.)

Achtung! Gaar-Absiimmung!

Ein Aufruf der Reichsregierung.

Berlin, 3.2Hai. (DNB.) Die Reichsregie, r u n g erläßt folgenden Aufruf:

Der Zeitpunkt, an dem die Saarbevölke­rung nach den Bestimmungen des Versailler Ver- träges lm Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal ent- scheiden fotf, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab.

Abstimmungsberechtigt ist ohne Unter­schied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeich­nung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I uni 19 19, im Saargebiet gewohnt hat unb am Abstimmungstag wenig st ens 2 0 Jahre a l t ist.

An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 19 19 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 19 15 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. 2Uai, bis Sams­tag, ben 12. 2Uai, bei ihrer Gemeinde­behörde (Einwohnermeldeamt), in den Städte« auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saar- abstimmungsberechtigte gemeldet haben. Perso­nalausweise und, soweit möglich, Rach­weise über den Wohnsitz am 2 8. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Veschäf- tigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Do und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegen­genommen werden, wird durch jede Gemeinde recht­zeitig besonders bekanntgegeben.

Saarländische Freiheitsmiliz."

Eine Schutzgarde des Separatismus.

Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die Berliner Börsen- Zeitung ist in der Lage, den landesoerräterischen Plan zur Bildung einersaarländischen Freiheits- Miliz" zu veröffentlichen, den die der Negierungs- kommiffion sehr nahestehende saarländische Wirtschaftsvereinigung bereits im Fe- bruar d. I. der Regierungskommission unterbreitet und auch an die Saarkommission in Genf geschickt hat. In dem Plan wird u. a. darauf hingewiesen, daß in die Miliz, die aus 5000 Mann bestehen soll, nur unbescholtene antifaschistische Saar­länder ausgenommen werden können. Politische Vorstrafen zählen nicht. Nach dreimonatiger Aus­bildung haben die Prüflinge den Eid auf die R e g i e r u n g s k o m m i s s i o n und den Völker­bund zu leisten. Die vorläufige Führung wird durch zuverlässige Polizei- und Landjägerbeamte geregelt.

Die Verwendung erfolgt a) zum Schutze einer freien, geheimen Abstimmung, b) zum Schutze der antifaschistischen Bevölkerung, c) zum Schutze der Regierungskommission und der anti­deutschen Beamten, d) zum Ausfüllen der durch Entlassungen freiwerdenden Polizei- und Landjägerposten, e) zur Bekämpfung der nationalsozial i st i s ch e n T e r r o r i st e n (!) und f) zur Gewährleistung, daß die Verordnungen der Regierungskommission befolgt werden.

Die Regierungskommission trägt bis auf weiteres Zweidrittel des Etats. Für besondere, nicht vorge- sehens Ausgaben werden von den Mines domi- nales sowie von Gönnern des autonomen Staates der Saar regelmäßig Spenden geleistet.

Sachverständige für die Saarabstimmung.

Genf, 4. Mai. (DNB.) Das Völkerbunds- sekretariat gibt bekannt, daß der Saar­ausschuß des Völkerbundsrats auf fei' ner Tagung in Rom vom 10. bis 20. April be­schlossen hat, die Ausarbeitung von Gesetzesoor- schlügen für die Abstimmungsmodalitäten und für den Wahltag Sachverständigen anzuvertrauen. Als Sachverständige sind ernannt worden: Prof. Bindo Galli (Italien), erster Vorsitzender des Appella- tionsgerichtes von Genua; L. A. N y p e l s (Hol' land), Mitglied des Obersten Gerichtshofs der Nie­derlande; Miß Sarah Wambaugh (Vereinigte

Mehr Heger, als Jäger!

Ministerpräsident Göring eröffnet die Deutsche Zagdausstellung 1934.

Nauer und Landwirtschastswiffenschaften.

Von Or. H. Krohn, Hauptabteilung II des Reichsnährstandes.

Das Saarland kennt nur einen Wunsch: Zurück zum Reich.

Ein objektives Urteil englischer Historikerüber die wahreStimmung an der Saar.