nr. 104 Erster Blaff
184- Jahrgang ' Samstag, 5. mal 1954
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General-Anzeiger für Oberhessen
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(Sin Jahr Reichssiaiihalier in Hessen.
Heute jährt sich zum ersten Male der Tag, an dem in Durchführung des Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder vom 7. April 1933 der Reichspräsident auf Vorschlag des Reichskanzlers den Gauleiter Jakob Sprenger zum Reichsstatt- Halter in Hessen ernannte. Damit trat auch formell und vor aller Oeffentlichkeit ein Mann an die Spitze des Hessenlandes, der schon Fahre hindurch vorher als einer der ersten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung im Rhein—Main- Gebiet und später als Bezirks- und Gauleiter nicht nur der Vertrauensmann des Führers, sondern auch in gleichem Maße der Vertrauensmann seiner Volksgenossen gewesen war, deren Sorgen und Nöte er während der Kampfzeit an der Quelle kennengelernt hatte.
Sprenger, der am 24. Juli sein 50. Lebensjahr vollenden kann, ist geborener Rheinpfälzer, trat nach Besuch des Progymnasiums in Bergzabern in den Dienst der Reichspost und kam bald nach Frankfurt am Main. Den Weltkrieg hat er als Leutnant der Landwehr in den Reihen des 18. bayrischen Infanterieregiments mitgemacht, eine Reihe von Ordensauszeichnungen und eine besondere Erwähnung in der Kriegsgeschichte des Regiments zeugen davon, ibafc Sprenaer auch im Felde seinen Mann gestan- den hat. Die demoralisierenden Folgen .der Novemberrevolte führten den damaligen Frankfurter Dberpostinspektor bald in die Reihen der national« »sozialistischen Bewegung, der er seit 1922 unentwegt die Treue hielt. Sprenger wurde während der Zeit Des Parteiverbots als Leiter der Verbotsgruppe „Deutsche Partei" die Seele des Widerstandes «gegen die Unterdrückung und der Kern für den "Neubau der Partei im Rhein-Main-Gebiet. So war es nur eine Selbstverständlichkeit, daß Spren- «ger auf der Stufenleiter der Parteiorganisation sschnell aufrückte, vom Ortsgruppenleiter zum Bezirks- und Gauleiter und schließlich zum Landesinspekteur Süd-West. Seit 1925 trat Sprenger auch in der Kommunalpolitik aktiv hervor. Besondere Aufmerksamkeit hat er jederzeit seinem eigenen Berufsstande zugewandt. Die Neuorganisierung der deutschen Beamtenschaft ist zu einem guten Teil {fein persönliches Werk und seine Standesgenossen erkannten dies Verdienst durch die Uebertragung des Ehrenpräsidiums im neuen Bund gerne an.
So stand Sprenger im politischen Kampf stets iin vorderster Front, mitten im pulsierenden Leben Deiner Zeit, dem er nicht müde und verzagt aus- Wich, sondern dessen große und vielseitige Probleme er, gestützt auf die fest in ihm gegründete national
sozialistische Weltanschauung, mutig und auf- geschlossen anpackte, wo sie sich ihm boten. Sprenger hat schon in den Jahren der Kampfzeit Kultur und Wirtschaft des dann später seiner Obhut anvertrauten Hessenlandes in ihrer durch geschichtliche Entwicklung, Boden, Klima und Bevöl- kerungsstruktur bedingten Mannigfaltigkeit kennengelernt und das in gründlichem Studium Erworbene am immerwährend fließenden Born der praktischen Erfahrungen vertieft. Schon aus der Kampfzeit stammen ja auch seine genauen Kenntnisse der besonderen politischen Verhältnisse, wie sie sich aus der Mittellage Hessens zwischen Nord und Süd, aus der Verschiedenartigkeit in der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Landesteile und der daraus auch resultierenden konfessionellen Mischung und nicht zuletzt auch aus der Gemengelage fast
Das Gaupresseamt teilt mit: Darmstadt und das ganze Land Hessen feiert mit der heutigen Wiederkehr des Tages der Einsetzung des Gauleiters Sprenger als Reichsstatthalter unter den wehenden Fahnen des Dritten Reiches gleichzeitig auch die offizielle und praktische Uebernahme b e r R e - gierungsgeschäfte durch den Nationalsozialismus. Besonders in Darmstadt werden einige größere Veranstaltungen dem Tag ein seiner Bedeutung entsprechendes Gepräge verleihen. Bereits in den Vormittagsstunden marschieren Kapellen der SA., SS., HI. und Polizei durch die Straßen, um anschließend zwischen 12 und 13 Uhr an geeigneten Plätzen Standkonzerte zu geben. 3n allen hessischen Kreisen wird durch die NS.volkswohlfahrl einer Anzahl bedürftiger Volksgenossen eine besondere Freude bereitet. In Darmstadt hat der Reichsstatthalter 10 0 tÖai- senkinder und bedürftige Schulkinder zum Kaffee eingeladen. Sämtliche hessischen Schulen sind für den 5. Iftai schulfrei.
3n Darmstadt werden um 14.15 Uhr ab Adols- Hitler-Platz Omnibusse bereitgestellt, die zum Preise von 1,10 Mark nach Auerbach zur Freilichtaufführung im Fürstenlager fahren. Diese Ausführung, zu der der Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, mit allen Leitern und Führern der
rein landwirtschaftlich genutzter Provinzen mit den großen Industriezentren des Rhein-Main-Gebiets ergeben.
Diese Stichworte deuten« schon an, welche ungeheuer schwierige und vielseitige Aufgabe Sprenger bei seiner Berufung zum Reichsstatthalter in Hessen erwartete. Sie wurde erleichtert durch das ihm gewährte unbedingte Berttauen des Führers und seiner Mitkämpfer in der nationalsozialistischen Partei wie durch die Autorität des Reiches, die hinter^ ihm stand. Seine Aufgabe wurde ihm indessen auch erschwert durch die schlimme Erbschaft des von der nationalsozialistischen Revolution beseitigten Systems und die Fesseln der wirtschaftlichen Rot, die 3um Teil seit der Rheinlandbesetzung, zum Teil durch die Arbeitslosigkeit in den benachbarten großen Industriestädten dem Hessenlande besonders
Partei und ihrer ©lieberyngen, sowie die Spitzen der Behörden, Wirtschaft, Kultur und Sport teit- nehmen werden, beginnt pünktlich um 15.30 Uhr. Ls wird erwartet, daß an dieser Veranstaltung die hessische Bevölkerung und vor allem die 3ugend weitgehend teilnimmt.
Um 19.30 Uhr findet im festlich geschmückten Sitzungssaal des Landtagsgebäudes eine Begrüßung statt, und im Anschluß daran wird sich der R e i ch s st a 11 h a 11 e r zu Fuß an der Spitze der Erschienenen unter Vorantritt einer Kapelle und Fahnenabordnungen zum Marktplatz begeben, um hier in einer gewaltigen Kund g e bung zu der hessischen Bevölkerung zu sprechen. Nachdem auch Staatsminister 3 u n g das Wort ergriffen hat, findet abschließend im hessischen Landestheater eine Festaufführung bet Vagnerschen Oper „Rheingo 1 d" statt. Karten zu 1 Mark und 1,50 Mark sind an der Abendkasse erhältlich.
Hessen wird am heutigen Tage in einmütiger freudiger Geschlossenheit seinem Gauleiter und Reichsstatthalter für die selbstlos aufopfernde erfolgreiche Regierungstätigkeit Dank a b ft a t t e n und auch für die Zukunft treue Gefolgschaft geloben.
tiefe Wunden gerissen Haden. Alles in allem fordert« die dem neuen Reichsstatthalter in Hessen gestellte Aufgabe eine im politischen Kampf gereifte Persönlichkeit von zielbewußter Energie, von großen wirtschaftspolitischen Erfahrungen, von Erkenntms der geschichtlichen Zusammenhänge und Bedingtheiten, von Umsicht, Festigkeit und Wagemut. Daß Sprenger diese Persönlichkeit war und mit ihm der rechte Mann an den rechten Platz gestellt wurde, davon legt das erste Jahr seines Wirkens als Reichsstatthalter in Hessen beredtes Zeugnis ab.
Wie Sprenger schon nach den Märzwahlen als Gauleiter auch in Hessen entschlossen eingegriffen hatte, als ihm Kunde wurde, daß der nationalsozialistischen Machtübernahme Widerstand geleistet werden sollte, so schuf er als Reichsstatthalter die Voraussetzungen für eine finanzielle und wirtschaftliche Gesundung des Landes. Die Verwaltung Hessens wurde durch die Einführung des Einmannministeriums von der Spitze aus vereinfacht, übersichtlich gestaltet und verbilligt. Dann konnte an die dringendste, aber auch schwerste Aufgabe herangegangen werden, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Wieder und wieder betont der Reichsstatthalter, daß vor der Notwendigkeit, Arbeit zu beschaffen, vorerst alles andere zurückzutreten habe. Und dem persönlichen Einsatz des Reichs- ftatthalters und Gauleiters — beide Aemter sind ja gerade bei dieser Aufgabe am wenigsten zu trennen — seiner nie erlahmenden Tatkraft, seiner immer neue Wege und Möglichkeiten aufspürenden Umsicht ist es in erster Linie zu verdanken, wenn Hessen in der ersten Arbeitsschlacht mit den erfolgreichsten Gauen im Wttbewerb stand und nun voll froher Zuversicht die zweite Arbeitsschlacht begonnen hat.
In engstem Zusammenhang mit der Arbeitsbeschaffung steht des Reichsstatthalters Fürsorge für die Verkehrswege, insbesondere die Reichsautobahnen, deren Frankfurt- Mannheimer Strecke ja auch Hessen berührt. Nicht minder gilt sein Interesse der Förderung des Außenhandels in der richtigen Erkenntnis, daß die Qualitätserzeugnisse der verarbeitenden Industrie des Rhein-Main-Gebiets den Absatz auf dem Weltmarkt brauchen, um den tausenden mit ihrer Herstellung beschäftigten Qualitätsarbeitern ausreichenden Verdienst zu geben. Einzelhandel, Gewerbe und Handwerk erfreuen sich der steten anregenden Förderung des Reichsstatthalters. Sein besonderes Augenmerk gilt der Landwirtschaft und mit ihm eng verbunden der Siedlung. Die Grünlandwirtschaft im
Oie Feier in Darmstadt.
Zentnerschwere Blumenpracht im wagen Sprengers als Zeugen der Verbundenheit von Volk und Führung.
8m Wagen langjährige Mitarbeiter Sprengers. Von links nach rechts: Ministerialrat Rings« hausen, Regierungsrat Reiner, Vortragender Adjutant W. H e f e, M. d. R.
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NW
„Das erste von vielen ...“
Dor dem elterlichen Bauernhaus erhält Sprenger Glückwünsche zur Verleihung des ersten Ehrenbürgerrechts, welches ihm feine Heimatgemeinde als erste der später zahlreich folgenden Gemeinden verlieh.
Oberhessens Bevölkerung
tzricht begeistert ihren Reichsstatthalter mit dem Heil auf den Zührsk,
Bei der Arbeit. Sprenger mit dem Staatsminister Jung, Reichsbahnpräsidenten Dorpmüllex
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