Sludenlenschafi und Arbeiierschast-eine Front.
Don Karl Hahn, Verbindungsmann Deutsche Arbeitsfront zur Deutschen Studentenschaft.
Keine Frage, daß damit im Leben des deutschen Studenten, in der Arbeit der NSBO., ja vielleicht sogar im ganzen sozialen Leben der Nation eine Entwicklung eröffnet wird, die zu großen Hoffnungen berechtigen darf:
Zum ersten Male werden im deutschen Volk Vertreter der Arbeiterschaft und des gesamten Nachwuchses des deutschen Akademikertums bewußt und in völliger Geschlossenheit sich einander die Hände reichen und Schulter an ' Schulter beieinander stehend bekennen, daß sie gewillt sind, ihrer beider Schicksal gemeinsam zu tragen!
Studentenschaft und NSBO. werden damit gutmachen, was die überwundene liberalistisch-marxi- stische Vergangenheit auf diesem Gebiet an der Nation gesündigt hat. Student und Arbeiter haben ein st voneinander so gut wie nichts gewußt. Der Student kannte weder die Sorgen und Nöte des schaffenden und werktätigen Volkes, noch wußte der Arbeiter etwas vom Leben und Streben des deutschen Geistesarbeiters. Die wenigen Beziehungen, die vielleicht einmal hier und dort zueinander bestanden haben mögen, waren schließlich immer mehr abgestorben. Liberalismus, Feudalismus und Marxismus sorgten dafür, daß Interessengegensätze in den Vordergrund traten und endlich alles überwucherten, was noch an Gemeinschaftswillen im deutschen Volke vorhanden war. Das soziale Leben der Nation wurde vergiftet. Nie aufhörende soziale Auseinandersetzungen, zum Teil allerschwerster Art, erschütterten immer wieder das Gefüge der deutschen Wirtschaft und des Volkes, ohne daß auch nur die geringste Aussicht bestehen konnte, daß je das soziale Recht zum Durchbruch kommen könne. Dem einen wurde die Wirtschaft an sich, dem anderen die Arbeitskraft ein Handelsobjekt. In den Verhandlungen über die „Ware" Arbeitskraft und über ihre Bezahlung siegte jeweils der größere Geldbeutel, einmal der des Unternehmers, wenn er seine Belegschaft auszuhungern und ihr seinen Willen aufzuzwingen imstande war, und ein andermal die Arbeiterschaft, wenn sie mittels gefüllter Streikkassen den Ausstand so lange aushalten konnte, bis die Rentabilität des bedrohten Unternehmens in Frage gestellt wurde. Das Ergebnis solcher Auseinandersetzungen wurde also bestimmt von der Gewalt, von der Macht, vom größeren Geldbesitz.
Dem sozialen Recht an sich hat dabei niemand dienen können, denn wo die Gewalt, die brutale, bedenkenlose Gewalt sozialen Entscheidungen den Stempel aufdrückt, da geht das soziale Recht verloren. Dieses „System", das nach alledem eine soziale Befriedigung einfach unmöglich machte, mußte also zu jener wachsenden Erbitterung und Verbitterung im Volke führen, die schließlich auch die letzten Schranken der Rücksichtnahme auseinandersprengte, das Volk im vergiftetem haß zum Kampf Deutscher gegen Deutsche aufhehte und damit jede Auf
baumöglichkeit, die immer die Zusammenfassung aller Kräfte voraussesht, von vornherein sabotierte.
Diesem System des sozialen Unrechts hat bereits das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ein Ende gemacht. Heute ist die Arbeit Dien st am Volk und dadurch geadelt, der Schutz der Arbeitskraft also nationale Pflicht. Es gibt heute keine „Unternehmer" und „Arbeitnehmer", die als „soziale" Gegenspieler zu ewiger Feindschaft verpflichtet sind. Es gibt nur noch Betriebsführer und Gefolgschaften, und beide zusammen umfassen begrifflich gemeinsam jenes deutsche A r - beitertum, zu dem alle gehören, die im. Dien st der Nation ihre Pflicht tun. Jetzt kommt es darauf an, diesen g e i st i g e n Umbruch des Volkes bewußt zum Eigentum des gesamten akademischen Nachwuchses und der Träger der NSB O. zu machen. Ob nun der jetzige Student später einmal etwa als Richter Recht zu sprechen hat, oder als Lehrer der Wissenschaft oder als Arzt der Gesundheit des Volkes dienen wird, ob er als Unternehmer oder Fabrikbesitzer, als Ingenieur oder Betriebsführer im sozialen Leben eine Rolle spielt, oder ob der NSBO.- Kämpfer als Träger der Deutschen Arbeitsfront dient und hierbei an der Schulung des Nachwuchses wirken wird — immer und immer wird
die Schaffung der deutschen Volksgemeinschaft in weitaus entscheidendem Umfange davon abhängig bleiben, ob der akademische Nachwuchs und der deutsche Arbeiternachwuchs in gemeinsamer sozialpolitischer Erziehung auch gemeinsam zum Träger des deutschen Sozialismus werden, ob es also gelingen wird, zu erreichen, daß in der sozialpolitischen Auffassung Abweichungen nicht mehr bestehen!
Dieses Ziel kann erreicht werden. Und um des deutschen Volkes willen m u ß es erreicht werden. Daran wollen wir arbeiten. Niemand aus dem akademischen Nachwuchs soll in Zukunft mehr im öffentlichen Leben des Volkes eine führende Stellung einnehmen können, niemand Recht sprechen und auslegen, niemand an der Volksgesundheit wirken, niemand als Unternehmer und Betriebsführer über das Schicksal deutscher Arbeiter bestimmen können, dem nicht in ernstem Streben und in eifervoller Arbeit an den gesteckten Zielen die Sorgen und Nöte der werktätigen Volksgenossen eigene Sorgen geworden sind, der nicht in einer Zeit in der er noch bildungsfähig war, das Leben des deutschen Arbeiters in seiner harten Wirklichkeit, in eigener unmittelbarer Fühlungnahme mit diesem so kennen gelernt hat, wie es ist. Reaktionäre und Liberalisten haben wir in Deutschland noch genug! Die bedürfen in Deutschland keines Nachwuchses mehr!
Der deutsche Student sott Sozialist von Herz und Seele, Sozialist der Tat sein! Und umgekehrt: Soviel an sozialpolitischem Wissen und Gewissen die NSBO. dem deutschen Studenten geben kann und will, genau soviel erwartet
die NSBO. vom deutschen Studenten an Einwirkung auf den deutschen Arbeiter.
Durch das Mittel der in Bildung begriffenen s o - zialpolitischen Arbeitsgemeinschaften soll der Student dem Arbeiter an geistigen, kulturellen, wirtschaftspolitischen Kenntnissen und Gütern vermitteln, was er nur zu geben vermag, und er soll dem Arbeiter Gelegenheit geben, auch seinerseits in unmittelbarem persönlichem Erlebnis des Leben und Streben der deutschen Geistesarbeit in seinem Ernst und seiner Schwere so kennen zu lernen, daß beide einmal in herzlicher, deutscher Kameradschaft zusammengehören werden. Sozialismus ist treues Sorgen aller und für alle. Sozialismus ist Sorge um den Nächsten und dann erst um sich selbst. Sozialismus ist Kameradschaft.
Wenn S t u d e n I und Arbeiter In diesem Sinne Sozialisten sein werden, wenn
dem Studenten im späteren Leben die Sorge um die ihm anvertrauten Volksgenossen wichtiger sein wird als das eigene Schicksal und wenn dem Arbeiter die Treuverbundenheik zum Betriebsführer und der Dienst an der Gemeinschaft höchstes Gebot sind,
wenn also in gegenseitiger gemeinsamer Erziehung ein wahrhaft neues Geschlecht eine neue Zeit des sozialen Rechts und der nationalsozialistischen Gemeinschaft in sich trägt — dann wird erreicht sein, was uns heute Aufgabe ist: Student und Arbeiter, das ganze deutsche Volk — e i ne F r o n t, eine große Schicksals- und Treuegemeinschaft!
Vraucht der Arzi
Von der L a n d e s st e l l e Hessen-Nassau des Reichsministeriums fürDolksauf- klärung und Propaganda wird mitgeteilt:
Gestern lasen wir in der Zeitung, daß ein neues Vitamin entdeckt sei, das unsere ganze Ernährungswissenschaft auf den Kopf stellt. Vorgestern lasen wir, daß ein neues Mittel gegen Zuckerkrankheit erfunden wurde, das die Behandlung dieser Krankheit in vollkommen andere Bahnen lenkt. Morgen werden wir lesen, so hoffen wir, sei ein Mittel argen den Krebs erfunden, durch das unser ganzes senken und Behandeln umgewandelt wird.
Was nützen aber alle Fortschritte der Wissen, schäft, wenn sie nicht in die Hände des praktischen Arztes gelangen, der sie nun wirklich im Interesse seiner Patienten auszunühen vermag?
Wer heute erst studiert und durch seine Lehrer mit den neuesten Fortschritten der Medizin bekannt- gemacht wird, hat es bequem. Aber auch der Arzt, der in der Praxis steht, muß diese Fortschritte kennen lernen. Es ist ein unbedingtes Erfordernis, das Gold der Wissenschaft für ihn so umzuprägen, daß er es als die Münze des täglichen Verkehrs gebrauchen kann: das ist die Aufgabe des ärztlichen Fortbildungswesens. Alle Fortschritte der Wissenschaft, sobald sie soweit gefestigt sind, daß sie wirklich praktische Verwertung finden können, müssen durch geeignete Kanäle dem praktischen Arzt zugeführt werden. Sonst sind sie nutzlos, sonst schweben sie im luftleeren Raum.
kein Volk der Erde Hal ein so gut ausgebildetes, fo weitreichendes Fortbildungswesen wie Deutschland. Wenn aber wirklich ein deutlicher Einfluß ausgeübt werden soll, müssen möglichst viele Aerzte zu den Kursen und Vorträgen des ärztlichen Fortbildungswesens herangezogen werden.
Um dies zu erreichen, ist es Voraussetzung, daß der einzelne Arzt möglichst wenig Opfer an Zeit und Geld zu bringen hat. Deshalb müssen die Kurse so gelegen sein, daß er sie leicht erreichen kann; sie müssen also stark dezentralisiert sein und sie müssen schließlich unentgeltlich sein. Diese drei Prinzipien sind im deutschen ärztlichen Fortbildungswesen verwirklicht. Die Zentrale liegt im Kaiser-Friedrich- Haus in Berlin, das mit Hilfe des Reichsausschusses
eine Fortbildung?
und der ihm angegliederten Landesausschüsse und einer Unzahl von örtlichen Stellen den Aerzten die Fortschritte aus ihren Gebieten vermittelt.
Für die Aerzte der Großstädte ist es verhältnismäßig leicht, zum Fortbildungsort zu gelangen. Es kostet sie nur eine Straßenbahnfahrt. Für den Landarzt, der die nächste Stadt aufsuchen muß, ist dies mit Schwierigkeiten und Kosten verknüpft. Er muß sich einen Vertreter nehmen, er muß im Fortbildungsort Quartier nehmen, das alles kostet Geld.
Einige Aerztekarnrnern sind dazu übergegangen, denjenigen Landärzten, die zu Fortbildungskursen in die Stabt fahren, geldliche Unterstützungen in höhe von 100 bis 125 Wark zu gewähren.
Das ärztliche Fortbildungswesen, so wie es in Deutschland aufgefaßt wird, ist ein Teil der öffentlichen Gesundheitspflege. Je besser der Arzt ausgebildet ist, je mehr er seinen Patienten helfen und Krankheiten vorbeugen kann, desto besser steht es um die Volksgesundheit. Deshalb haben auch von jeher Reich und Staat, ! Aerzteschaft und Versicherungsträger das ärztliche 1 Fortbildungswesen gefördert und unterstützt. Neben dieser mehr offiziellen Fortbildung, an der medizinische Fakulläten, große Krankenhäuser usw. in gleicher Weise beteiligt sind, haben auch Badeorte und Dozentenvereinigungen sich der ärztlichen Fortbildung angenommen.
Seit kurzer Zeit ist das Fortbildungswesen in Berlin zentral zusammengefaßt worden unter dem Namen einer
„Akademie für ärztliche Fortbildung", die unter der Oberleitung des Oberbürgermeisters steht. Bei den hervorragenden Möglichkeiten, die Berlin bietet, bemüht sie sich nicht allein um die Fortbildung der Berliner Aerzteschaft, sondern öffnet seine Krankenhäuser und Kliniken auch den ausländischen Aerzten und erfüllt damit eine Aufgabe der Kulturpropaganda. Der deutsche Arzt hat von jeher als einer der besten der Welt gegolten. Diesen Ruf ihm zu erhalten, ist die wichtigste Aufgabe des ärztlichen Fortbildungswesens.
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Mittwoch, den 8. August I.J., Krämermarkt und Bolksfest.
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