Aus dem Reiche der Krau.
Freie Zeit am Vormittag.
■bon Or. Eva Vendo.ff.
So viele Hausfrauen klagen darüber, daß sie vormittags niemals Zeit für hätten. Die Hausarbeit und das Kochen — so meinen sie — füllt zwar nicht alle Stunden des Vormittags restlos aus; die Art der Arbeit aber bringe es mit sich, daß man sich nichts anderes, was Zeit und Konzentration 'erfordert, nebenher vornehmen kann; geschweige denn könne man das Haus längere Zeit verlassen, ohne die Pünktlichkeit des Mittagessens zu gefährden.
Ist das nun wirklich der Fall? Kann es die Hausfrau mit kluger Zeiteinteilung nicht doch zuwege bringen, auch vormittags nicht nur kurze Arbeitspausen, sondern auch zwei, ja drei Stunden wirklicher Freizeit für sich zu erobern, ohne daß der Haushalt darunter leidet?
Versuchen wir es doch einmal, unsere bisherige Einteilung des Vormittags ein wenig umzumodeln! Vielleicht kommt doch etwas dabei heraus. Die unerläßliche Voraussetzung für eine ersprießliche Vormittagsarbeit — das zeitige Aufstehen — werden die meisten Frauen ohnedies erfüllen. Auch werden wohl sehr viele Frauen schon ausprobiert haben, daß man gut tut, in den frühen Morgenstunden, am besten schon vor neun Uhr, alle Einkäufe zu erledigen, da man dann jede Wartezeit in den Geschäften vermeidet. Daß man die nächsten zwei bis Drei Stunden — je nach Größe der Wohnung — am besten für die Reinigung und das Aufräumen derZimmer verwendet, ist gleichfalls ein alter, von allen Hausfrauen immer wieder erprobter Ersah-
Aber ähnlich kann man mit allen anderen Gerichten verfahren, und das Essen wird doch immer pünktlich fertig sein; die Hausfrau selbst aber ist frischer und angeregter, wenn sie einen reich ausgefüllten Dor- mittag hinter sich hat, als wenn sie manche kostbare Viertelstunde mit unnötigem Warten verbringen j mußte.
Sie praktische Hausfrau.
Gegen Brotschimmel. In Landhaushaltungen, wo man gewöhnlich größere Mengen auf einmal bäckt, pflegt das Brot im Sommer oder bei Aufbewahrung in einem feuchten Keller leicht schimmelig zu werden. Es empfiehlt sich, das frisch gebackene Brot, sobald es aus dem Ofen kommt, in einen Mehlsack zu stecken, in welchem noch etwas Mehl übrig geblieben ist, und zwar so, daß die Obenrinden des Brotes aufeinander zu liegen kommen. Dann bindet man den Sack zu und hängt ihn an einem luftigen Ort freischwebend auf. Auf diese Weise läßt sich das Brot 4 bis 6 Wochen aufbewahren, ohne trocken zu werden oder auch nur eine Spur von Schimmel anzusetzen.
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Flecken von Wagens ch rn iere. Man benetze den Fleck mit Branntwein und lasse ihn eine Stunde feucht. Nun streicht man mit Eigelb darauf und reibt leicht mit den Fingern, wäscht die Stelle mit frischem Wasser und drückt wieder aus. Nachdem man dieses Verfahren einige Male wiederholt hat, wird mit einem reinen Tuch abgewischt und getrocknet. Ein anderes Verfahren ist: Man bestreiche den Wagenfettfleck mit frischer Butter und
wasche dann mit lauem. Seifenwasser den Fleck aus. Sollte die Farbe sehr empfindlich sein, so wende man Benzin zur völligen Reinigung anstatt des Seifenwassers an.
Wie säubert man weiße Zelluloidkämme? Niemals mit Wasser und Seife, da sie dadurch häßlich werden und ihre Farbe verlieren. Man behandle sie am zweckmäßigsten auf folgende Art: Eine nicht zu harte Bürste wird in Benzin getaucht; damit bürstet man den Kamm tüchtig aus und reibt ihn sofort mit einem sauberen Woll- oder Seidenlappen nach.
Gießkannen. Nach jedem Gebrauch sollte man die Gießkanne gut austrocknen und umgestülpt hinstellen. Dadurch wird die Haltbarkeit erhöht. Ebenfalls vermeide man es, über Nacht Wasser in der Kanne zu lassen, denn dadurch wird sie rostig und undicht. Bemalte oder lackierte Gießkannen reibt man öfters mit Salmiakwasser ab und darauf mit Oel ein.
Ein Mittel gegen Fliegen. Ein Schwamm, mit Lavendelwasser getränkt und in der Nähe des Bettes aufgehängt, hält die Fliegen von dieser Stelle fern, da sie den Lavendelgeruch scheuen.
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Frisches Brot zu schneiden. Taucht man das Messer vor dem Schneiden des frischen Brotes in heißes Wasser und trocknet schnell die größte Nässe ab, so läßt sich das Brot gut schneiden. Dasselbe gilt auch, wenn man frischen Kuchen schneiden will.
rungssatz.
Nun aber das Mittagessen! Es soll zu einer genau bestimmten Zeit fertig fein; wie lange die Vorbereitung dauert, können wir wohl ungefähr berechnen, aber doch niemals ganz genau. Jedenfalls wird eine pünktliche Hausfrau es nicht wagen, diese Dorbereitungszeit allzu kurz zu bemessen; sie
Für die Pflaumenzeit!
Eine Handvoll erprobter Rezepte.
aber noch warm ist, werden ihr 2 ganze Eier zu- aerührt und dann mit einem Löffel Teile abge-
12 löffelgroße Klöße Herstellen.
über gerösteten Weißbrotscheiben an.
Zu 80
Bayerische Zwetjchenknödel.
! mit brauner Butter und bestreut sie mit Zimtzucker, i mensaft umgeben und warm gereicht.
I Diese Speise ist vorzüglich. I
Gramm schaumig gerührter Butter kommen nach und nach 4 Eidotter, 2 Pfund geriebene, gekochte
überstreut sie mit V« Pfund feinem Zucker und gießt V4 Liter Wasser darüber. Hierauf bindet man
bröseln gemischten Pflaumen in die Form, die man zulekt mit gerösteten Weißbrotscheiben bedeckt und 3/< Stunde backen läßt. Um genügend Festigkeit
getraut sich also nicht, nach beendeter Hausarbeit nochmals längere Zeit fortzugehen ober sich eine zeitraubende Näh- oder gar Schneiderarbeit vorzu-
Belieben 1 kleine Prise Muskatnuß werden zusammengerührt und so lange gekocht, bis die Masse vom Topf läßt. Wenn sie ein wenig abgekühlt,
Dabei täte sie aber, wenn sie sich etwas Freizeit erobern will, am besten sofort nach beendeter Zimmerreinigung mit der Vorbereitung für das Mit-
bann burch ein Sieb, einen Teil ber Kerne schlägt man quf unb kocht sie mit bem Rückstanb ber Pflaumen, 1 fingerlangen Stückchen Zimt, 2 Nelken unb V« Liter Wasser eine Weile burch, seiht bie Flüssigkeit zu bem Pflaumenbrei, fügt V2 Liter leichten, beutschen Rotwein, ebensoviel Wasser unb Zucker nach Geschmack hinzu, mischt alles gut unter»
Kartoffeln, 1 Prise Salz, 1 Teelöffel Backpulver , berform wirb gut mit Butter ausgestrichen unb mit unb soviel Mehl, als zu einem ziemlich weichen länglich geschnittenen, gerösteten Weißbrotscheiben
V< Stunbe vor bem Anrichten fertig fein. Auf eine Platte gestürzt, wirb bie Form mit bem Pflau-
zu erlangen, muß bas Gericht minbeftens
Pflaumönsuppe. 2 Pfunb gewaschene unb entsteinte Pflaumen werben in etwa 2 Liter Was-
Pflaumen-Kaltschale. 1 Pfunb recht reife Pflaumen schüttet man in einen Steintopf,
tagessen zu beginnen. „Wie?" wirb manche Frau erstaunt fragen, „wir essen erst um 14 Uhr Mittag, unb ba soll ich schon um 11 Uhr bas Essen richten?" — Ja, liebe Hausfrau, Sie sollen es! Zunächst einmal werben Sie bas Gemüse putzen bzw. Kompott unb Süßspeise völlig „tafelfertig" machen. Währenb das Gemüse kocht, schälen Sie Kartoffeln bzw. waschen Pellkartoffeln ein oder bereiten z. B. Kar- toffelklöße soweit vor, daß sie später nur noch in das Kochwasser gelegt zu werden brauchen. Fleisch v „ ober Fisch werben gewaschen unb gesalzen, haben den Topf mit einem Sie Hackbraten ober Fleischklopse irgenbwelcher Art " " #
vorgesehen, so machen Sie bie Fleischmasse vollkom
men fertig unb formen sie, so baß später nur bas Bratgeschäft erlebigt zu werben braucht. Inzwischen ist bas Gemüse gar; Sie trennen bas ©emüfemhffer von bem Festen unb stellen jebes für sich für später bereit. Alle Gerichte, bie in ber Form gebacken werben, machen Sie soweit fertig, baß sie nachher nur noch in ben Ofen bzw. unter bie Backhaube geschoben zu werben brauchen. Soll es Reis, Rubeln w .
ober Hülsenfrüchte geben, so stellen Sie sie in bie ■ einanber, stellt es kalt unb richtet bie Kaltschale Kochkiste. über gerösteten Weihbrotscheiben an.
aeruhrt unb bann mit einem Löffel Teile abgestochen, bie in siebendem Wasser 5 Minuten kochen ; müssen. Aus der angegebenen Masse lassen sich
pf mit einem Dergamentpapier fest zu, stellt . ihn in kochendes Wasser und kocht in diesem Wasserbade die Pflaumen völlig w.'ich. Man stellt sie I bann mehrere Stunden zum Erkalten weg, reibt sie
Pflaumeneierkuchen. Reife, blaue Pflaumen werden entsteint, gewaschen und zum Ab- trocknen auf ein Tuch gelegt. Dann breitet man einen Eierkuchenteig aus 6 Eßlöffeln Mehl, 3 Tassen Milch, 4 Eidottern, Salz und dem Schnee der 4 Eiweiß, gießt so viel von dem Teig in die Pfanne, daß man einen dünnen Eierkuchen erhält, und läßt ihn auf der Unterseite hell backen. Dänn nimmt man die Pfanne vorn Feuer, belegt den Eierkuchen mit Pflaumen, gießt noch etwas Teig darüber, backt ihn auf beiden Seiten braun und bestreut ihn mit Zucker.
Z w e t s ch e n - N ö st e r. Reife Pflaumen werden entsteint und auf eine sehr heißgemachte Omelettenpfanne gelegt und daruf rösten gelassen. Kurz vor dem Fertigstellen überstreut man die Pflaumen reichlich mit Zucker, tut sie in eine Schale und übergießt sie mit dem sich gebildeten Natursaft. Eine vorzügliche Beigabe für Eierkuchen, Milchreis usw.
P f l a u m e n a u f l a u f. Zu 150 Gramm sehr schaumiggerührter Butter gibt man nach und nach 8 Eigelb sowie 80 Gramm feingeriebene Mandeln, 100 Gramm feinen Zucker und 80 Gramm Pflaumenmarmelade. Man arbeitet alles tüchtig durcheinander und mischt schließlich den steifen Schnee von 5 Eiweiß und etwas Vanillezucker darunter. Die Masse wird in eine gut gebutterte, mit Zucker ausgestreute Auflaufform gefüllt und im Wasser- bade 20 Minuten langsam gekocht.
Pflaumenküchel. Ausgesucht große Früchte werden, ohne sie zu verletzen, entsteint. An Stelle des Steins steckt man eine Mandel hinein. Dann werden die Pflaumen in Backteia getaucht unb in schwimmenbem Fett hellgelb gebacken. Mit Vanillezucker bestreut, werben sie warm gegessen.
Pflaumen-Charlotte. Eine Küchenwun-
nehmen. Den Rest bes Vormittags wirb sie also! ser mit einem Stückchen Zimt weichgekocht, mit mit ber Zubereitung bes Mittagessens hinbringen 11 Eßlöffel in Wasser glattgeruljrtem Monbamin ge- unb bie babei entstehenben Zwischenpausen mit dickt, burch einen Durchschlag gestrichen unb kalt- kleinen Aufräumungsarbeiten, auch wohl mit einer gestellt. Als Einlage gibt man Sch wemmk 1 öß - kurzen Ausbesserungsarbeit, ausfüllen. | d) e n : Vs Pfunb Mehl, Vs Liter Milch, 1 Ei,
~ ...... " ~ " 1 Messerspitze Salz, 1 Eßlöffel Zucker pnb nach
Haben Sie alles soweit vorbereitet — so sind Sie frei! Denn erst eine halbe Stunde vor dem Essen — reichlich gerechnet — brauchen Sie sich wieder Ihrem Mittagessen zu widmen. Inzwischen, in den 1 bis 3 Stunden, die Ihnen noch bleiben, können Sie , o , _____ v...._________„__________
sich an die Nähmaschine setzen, Sie können Briefe, Teig notwendig ist. Zwetschen werden entsteint belegt. Inzwischen t)at man entsteinte Pflaumen schreiben oder — und das dürste für alle Mütter. und an Stelle des Steins ein Stückchen Zucker I ohne Wasser mit Zucker gedünstet und den Saft bas wichtigste sein — Sie können mit Ihren Kinbern gesteckt, r ' “' ' ~ .....
ins Freie gehen! Ganz in aller Ruhe unb ohne jebe Teh änastliche Sorge um bas Mittagessen!
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Nun nimmt man immer ein Stückchen | auf einem Durchschlag abtropfen lassen. Man füllt a, bas man um bie Frucht herum zu einem' nun die mit gehackten Mandeln unD Makronen-
,, runoen Ball formt. Diese Knöbel läßt man auf
Wenn Sie bann zur festgesetzten Zeit nach Hause einem mit Mehl bestreuten Blech einige Zeit ruhen, kommen, so setzen Sie zuerst natürlich die Kartof- bann kocht man sie in leichtem Sal'zwasser 6 bis fein aufs Feuer. Währenb sie kochen, rühren Sie bie 8 Minuten je nach Größe. Mittels Schaumlöffel Schwitze zum Gemüse unb braten gleichzeitig bas nimmt man sie aus bem Wasser, legt sie auf eine Fleisch bzw. Sie rühren bie Soße unb kochen inzwi- Schüssel, streut Semmelbrösel barüber, begießt sie sch en ben Fisch. Speisen in ber Form müssen, wenn! " ~
nötig, etwas früher aufs Feuer gebracht werben. > Diese Speise ist
Unfälle im Gommerhaushatt.
3n ber warmen Jahreszeit finb oerschiebene Dinge zu beachten, bamit nicht Unfälle im Hauhalt Vorkommen, für,bie bie Hausfrau bie volle Verantwortung zu übernehmen hat. Die Derberblich, keit ber Speisen hat schon manches Opfer geforbert. Also sollte bie Hausfrau barauf achten, daß Speisen unb Getränke vorschriftsmäßig aufbewahrt werben. Damit Milch nicht verbirbt, ist ihr beim Kochen ein Stückchen Soba ober eine Löffelspitze Natron beizufügen. Fleisch sollte vor bem Kochen mit einer Lösung übermangansaurem Kali abgewaschen werben. Lauwarmes Bier, bas bereits einen Teil seiner Kohlensäure verloren hat, ist nicht zu genießen. Obst, bas in Gährung übergegangen ift, wird weder gekocht noch ungekocht genossen, ebensowenig Gemüse, die sich nicht mehr im tadel- losen Zustande befinden. Ist man bei einigen Spei- fen, beispielsweise Kraftbrühe oder anderen Suppen nicht ganz sicher, ob sie durch Hitze nicht gelitten haben, so koche man sie für alle Fälle noch einmal auf. Dabei ist freilich zu bedenken, baß burch Kochen ein Teil ber lebenswichtigen Stoffe verloren gehen.
Die Kochgelegenheiten finb in ber warmen Jahreszeit mit befonberer Sorgfalt zu beachten. Der Gasherb kann leicht unbicht werden. Zeigt sich der geringste Gasgeruch, muß der Fachmann zur Ausbesserung des Schadens herbeigerufen werden. Beim Plätten mit Gas finb bie Fenster unbebingt geöffnet zu halten, auch wenn man meint, burch bas Schließen ber Fenster bie Tageshitze aussperren zu können. Sehr leicht steigen Gasbämpfe auf, Ohnmacht, Uebelbefinben finb bie Folge. Leicht brennbare Stoffe, Benzin, Waschbenzin, Benzol, finb möglichst währenb ber Mittagshitze nicht zu benutzen, ba sie sich unter ber Einwirkung ber Sonnenwärme leicht entzünben unb Unfälle Hervorrufen können. — Säuren finb in besonders gekennzeichneten Flaschen aufzubewahren, ba man oei großem Durst leicht nach einer Flasche greift, bie vermuten läßt, baß sich Sprubelwasser ober Bier darin befinden. Eckige Flaschen mit runden Glasstöpseln geben die beste Gewähr gegen Verwechslungen. Auch ist es gut, bipfe Flaschen in
einem befonberen Schrank unterzubringen, sie aber niemals in Speisekammer ober Vorräteschrank aufzubewahren. Besonbers nicht bort, wo Getränke stehen.
Die Leiter ist wacklig, ber Verbinbungsgurt hält nicht mehr. Sofort muß bie Leiter ausgebessert werben. Beim Fensterputzer,, bas man jetzt oft vornehmen muß, beim Obstpflücken, führt sie ben Unfall herbei, unb ba nützt auch häufig bie größte Geschicklichkeit nichts.
Ein Stuhl auf b r e i Beinen ist bestimmt kein schöner Anblick. Man stellt ihn gegen bie Wanb in ber Hoffnung, baß niemanb ben Schaben bemerkt unb sich ebensowenig jemanb baraufsetzen wirb. Aber ber Zufall will es, baß sich ein korpu- lenter Onkel ober ein etwas fülliger Besucher, ermattet vor Hitze, auf ben Stuhl nieberläfjt — unb schon ist bas Unglück geschehen. Durch ben Sturz kann eine nicht unerhebliche Verletzung eintreten!
Ein Loch im Läufer sollte gut ausgebessert werben. Stellt sich aber bie Reparatur als unloh- nenb ober au teuer heraus, bann entferne man ben Läufer so schnell wie möglich. Nur zu wahrscheinlich, daß ein Kinb barüber fällt, ein Erwachsener mit bem Absatz hängen bleibt — ein solcher Schaben hat schon häufig üble Folgen gehabt. —
Unfälle im Haushalt lassen sich am besten burch Aufmerksamkeit unb Ordnungsliebe oermeiben. sSchü.
Die tägliche Körperpflege.
In jeher Frau schlummert bie Sehnsucht zu gefallen. Man mochte sich nette Dinge über bie eigene, gepflegte Erscheinung sagen lassen ober sie Zum mmbeften in ben Gesichtern lesen. Ein Weg sich vor frühem Verblühen zu schützen unb vor- banbene Gaben zur vollen Entfaltung zu bringen ist bie tägliche Körper- unb Hautpflege.
Wir wissen, baß unsere Haut zwei Arbeiten zu verrichten hat: sie ist Ausscheibungs- unb Atmungsorgan. Von ihrer guten Beschaffenheit hängt ein großer Teil bes Wohlbefinbens ab. Unser Ziel muß baher sein, sie rein, frisch unb gut burdjblutet zu halten unb sie soweit abzuhärten, baß sie nicht auf das kleinste Zuglüftchen mit einer Erkältung antwortet.
Besser als das tägliche Bad ist die lauwarme Abreibung. Heißes Wasser und der ständige Gebrauch von Seife zerstören die zarte Fettschicht der Haut. Der Körper muß zu ihrer Erneuerung Kräfte vergeuden, die er an anderer Stelle nötig braucht. Gesund ist es, einmal wöchentlich warm zu baden und dann kräftigen Gebrauch von der Seife zu machen. Hinterher wird mit kühlem oder kaltem Wasser nachgespült. Kaltes Wasser schließt die geöffneten Poren und sollte, wenn die Nerven es vertragen, vorgezogen werden.
Wer keine Gelegenheit zum Baden hat, kann sich mit einer wöchentlichen warmen Ganzwaschung mit Seifenwasser behelfen. Die Wirkung des Bades und der Waschungen werden durch nachfolgendes Frottieren erhöht.
Auch über bie Massage nach bem Babe finb noch ein paar Worte zu sagen. Sie regt ben Blutkreislauf an, verhindert Fettansatz, schafft Schlacken aus bem Körper unb verleiht ein Gefühl ber Frische. Vor Uebertreibung muß allerbings gewarnt werben. Am besten ist es, sich von geschulten Hänbsn massieren zu lassen, boch ist bas aus verschiebenen ©rünben nur feiten burchführbar, und man begnügt sich deshalb mit der selbstausgeführten Teilmassage.
Man beginnt mit dem Aufwärtsstreichen von den Knöcheln bis zum Knie. Die Gelenke werden dadurch schlanker unb besser burchblutet. Besonbers wichtig ist bas für Menschen, bie viel stehen unb laufen müssen unb bie zu Blutverbickung unb Krampfabern in ben Beinen neigen.
Von ben Schenkeln wirb strichweise mit beiben Hänben bie 'Haut hochgehoben unb so stark, wie man es ohne Schmerzen aushält, burchgeknetet. Das gleiche gilt für die Arme.
Der Leib wird in liegender Stellung behandelt. Und zwar hebt man die Bauchdecke kreisförmig an und knetet sie durch. Das regt die Darmtätigfeit an, verhindert und mildert Fettansatz. Die Brust wird nicht berührt. Der Hals wird mit beiden Händen von unten nach oben gestrichen. Das Genick wird durchgeknetet, wenn es die gefürchtete Speckrolle zeigt.'
Ich weiß, daß diese Ausführungen keine grundsätzlichen Neuerungen enthalten. Aber ich habe die
Linser Zunge kann laufen!
Probleme in der Zweizimmerwohnung.
Unser Junge kann laufen! Es ist ganz überraschend gekommen, wahrscheinlich war der Ball daran schuld, der Ball, der plötzlich wegrollte unb auch auf inständiges Bitten nicht von allein zurückkam. Da hat Baby ganz einfach den Stuhl los« gelassen und ist auf unsicher schwankenden Bein« chen auf den Ball zugegangen. Dort angelangt, hat es sich mit einem Plumps auf ben Boben gefetzt, denn bücken, bas wäre boch zu viel verlangt!
Der Junge läuft nun also, jetzt ist er kein richtiges Baby mehr. Balb wirb keine Tischbecke mehr vor ihm sicher sein, kein Aschenbecher wirb auf seinem Platz stehen bleiben, wenn ber Junge ihn kriegen kann. Wie verlockenb ist bie Blumenkrippe in Der Zimmerecke ober gar Vaters Schreibtisch! Nein, bas geht nicht, wie leicht kann Baby zu Schaben kommen: ber Junge braucht jetzt seinen Spielwinkel. Schließlich hat ja jeher Mensch An» recht auf ein Plätzchen, bas nur ihm selbst gehört. Selbst in einer Zweizimmerwohnung muß eine Spielecke für bas Kinb geschaffen werben! Doch wo legt man sie am praktischsten hin? Hell unb luftig muß sie fein, nicht iegenbein bunfler Winkel. Am besten ist bas Schlafzimmer geeignet, hier kann ber Junge in feinem Laufställchen ungestört spielen, ohne ben Vati zu belästigen, wenn ber ermübet nach Hause kommt. Auch sieht bas Laufställchen in ber Wohnstube nicht so sehr schön aus, es stört bie Harmonie bes Raumes! Im Schlafzimmer geht es besser.
Wir kaufen also einen „Stall", der zusammenlegbar ist, damit man ihn gut transportieren kann. Es kann ja vorkommen, daß Vater einmal nicht da ist unb Baby im Wohnzimmer spielen barf. Eine weiche Unterlage muß bas Ställchen haben, sehr praktisch finb bie bunten Frotteeteppiche, bie sich auch auswaschen lassen, wenn mal ein Unglück passiert ist, sie finb besser als bie Matratzen.
Baby braucht aber auch fein „Hanbwerkszeug" in unmittelbarer Nähe. Das Spielzeugregal hat auch noch in ber Ecke Platz. Man kann es sich aus Kistenbrettern zusammenschlagen lassen unb bann hübsch weiß anstreichen. Zieht man ben bunten Vorhang bavor, bann sieht immer alles orbentlich aus. Viel Spielzeug braucht so ein kleiner Bub ja gar nicht, ein Kinberherz ist ja schon mit Kleinigkeiten glücklich. Wozu soll man eine kleine Wohnung mit zu viel Kram belasten. Am liebsten spielt ber Junge ja boch mit seinem Bausack, ber ben unhanblichen Baukasten abgelöst hat. Dazu natürlich bie geliebten Filztiere, ben Tebby unb bas Kätzchen. Seit kurzer Zeit hat ber Junge auch seine Leidenschaft für Puppen entdeckt, feit ber Zeit nämlich, als bie Großmutter ihm eine von ben praktischen „Werfpuppen" mitbrachte, bie man ruhig aus bem Wagen werfen kann, ohne baß sie es Übelnehmen unb kaputt gehen! Unzerreißbare Kin- berbücher werben sicher auch balb gebraucht!
Der Junge wird sich schnell an seine Spielecke gewöhnt haben! Es ist erstaunlich, wie Won bas kleine Kinb weiß: bies gehört mir! Vielleicht wirb zuerst bie Beschränkung in ben kleinen „Stall" ein bißchen Schwierigkeiten machen — aber bann muß bie Mutter konsequent fein unb nicht bas Kinb burch ewiges Herausnehmen verwöhnen. Das Kinb muß sich von Anfang an daran gewöhnen, allein zu spielen!
Unser Junge kann laufen — jetzt hat er ein Anrecht auf feinen Spielwinkel! Mütter müssen Zauberkünstlerinnen sein, sie werden auch in einer Zweizimmerwohnung den richtigen Platz für die Spielecke finden! Lore.
Der (Strumpf.
Strümpfe und Schuhe gehören bei jeder gutangezogenen Frau zu den ausschlaggebenden Kleidungsstücken überhaupt. Haben Sie nicht oft beachtet, was schlechtsitzende ober farblich zum Kleid nicht passenbes Strumpf- unb Schuhwerk anrichten kann? unb wie anberfeits gerabe ber Strumpf in richtiger Farbe unb gutem Sitz die Note bes gesamten Anzuges hebt unb vor allem bie Linie bes formvollenbeten Beines unterstützt unb Schönheitsfehler ausgleicht? Für bas nicht ganz schlank gefesselte Bein stehen bie bunfleren Farbtöne natürlich im Dorbergrunb, bie Sommerstrümpfe in grau- beige unb warmen golbbraunen Schattierungen
Erfahrung gemacht, baß wir alle dazu neigen, im Laufe ber Zeit ein wenig mit unfern guten Vor- sätzen in Verzug zu kommen, unb baß es gut tut, einmal mieber erinnert zu werben, wie es um bie eigene Körperpflege bestellt ist. D.
Die Küche ist kein Spielplatz!
Wo soll bas Kinb sich auf halten, wenn bie Mut- ter m ber Küche beschäftigt ist? Jrgenbwo — aber niemals in ber Küche. Es ist Pflicht ber Mutter, fur kinen geeigneten Spiel- ober Aufenthalsraum bes Kindes zu sorgen, wenn ihr bas auch schwer Gllen mag. Unzählige Unglücksfälle finb bie trau» rigen Folgen dieser Angewohnheit. Wie leicht kann beim Ausgießen von kochendem Wasser bas Kind einen Spritzer bekommen und verbrüht werben! Eine Mutter stellte eine Wanne mit kochendem Wasser auf die Erde, wurde durch Klingeln aus ber Küche gerufen, eilte hinaus, fertigte ben Boten schnell ab — als sie zurückkehrte, bot sich ihr ein ent- setzlicher Anblick. Das dreijährige Kind war ausgeglitten, mit den Händchen in bie Wanne gestürzt, batte sich beide Hände verbrannt und mußte lange Zeit im Krankenhaus liegen, bis es endlich wieder genesen mar. Ein Bügeleisen, bas elektrisch betrieben wurde, brannte, während die Mutter an bas Telephon gerufen wurde, um für den Mann eine geschäftliche Angelegenheit zu besprechen, durch, ent» zündete das Bügeltuch, Qualm entwickelte sich in der Küche. Das zweijährige Kind war dem Erftickungs- tobe nahe. Es ist beim Kochen so vieles zu bedenken, bie beschäftigte Hausfrau kann ihre Augen nicht überall staben! Wie oft hat schon ein Kind eine Flasche angesetzt, in ber sich eine nicht zum Trinken bestimmte Flüssigkeit befand, ober etwas genascht, was bie Hausfrau als nicht mehr genießbar anfah. Das Kind steht ber Mutter bei ihrer Betätigung im Wege, rutscht, wenn es noch nicht laufen kann, auf dem Fußboben, wirb getreten, gestoßen, ja, selbst bei ber gütigsten Mutter leicht ungerecht behandelt, weil sie Ursache unb Wirkung in ihrer ©e-v schäftigkeit nicht zu unterscheiden vermag. Der' Spielplatz für bas Kind sollte dort sein, wo bi« Mutter es sicher weiß, es beaufsichtigen kann! Niemals jedoch in ber Küche. Schü.


