Aus der Provinzialhaupisiadt
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Die Vereidigung des Gießener VatMovs
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haber der Wehrmacht und Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler. Vor der Vereidigung hielt Major Schmidt eine Traueransprache auf das verstorbene Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, den Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg.
„Das ist die stille Stunde, wenn abends in die Runde kein Laut der Welt mehr dringt, wenn alles ruht im Schweigen und nur der Sterne Reigen am Himmel hoch und herrlich schwingt.' (Gg. Förster)
Wenige Stunden nach dem Tode des Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, fand auf dem Truppen-Uebungsplatz H e u b e r g die Vereidigung des Gießener Bataillons auf den neuen Oberbefehlshaber, den Führer des Deutschen Reiches Adolf Hitler, durch den Bataillons-Kommandeur Oberstleutnant von Wachter in feierlicher Form statt. Der Bataillons-Kommandeur hielt dabei folgende
Vereidigungsrede:
Unser seitheriger Oberbefehlshaber, der uns seit langen Jahren in schwerster Zeit mit sicherer Hand geführt hat, ist von uns gegangen. Der große Feldmarschall des großen Krieges, zu dessen Gedenken heute der Atem einer ganzen Welt stockte, wgr auch unser oberster Befehlshaber gewesen. Unerschütterlich und tief empfunden muß unser Dank fein für diesen ersten Soldaten des Reiches, der über 60 Jahre seines Lebens in schlichter Selbstverständlichkeit seinem Vaterland gegeben hat. Unlösbar müssen die inneren Bindungen sein, die jeden wahren Soldaten mit ihm, auch über sein Grab hinaus, verbinden. Er hat unsere Reihen für immer verlassen!
Ein Heer soll aber nicht und auch nicht einen einzigen Tag ohne Befehlshaber sein. Den Oberbefehl über dis Wehrmacht hat durch Reichsgesetz vom heutigen Tage der Führer persönlich übernommen. So leisten wir als treue deutsche Soldaten ihm jetzt den Wasfeneid.
Anläßlich der 20. Wiederkehr des ersten Mobilmachungstages und des damit verbundenen Soldatentages legte der Hauptmann beim Stabe des Gießener Bataillons, Oberleutnant V o i g t s b e r - g e r, am Donnerstag, 2. August, zum Gedächtnis an die Gefallenen des Weltkrieges einen Kranz des Bataillons am Gefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz nieder.
Am Nachmittag erfolgte die Vereidigung des Restkommandos auf den neuen Oberbefehls
Erheben Sie die rechte Hand zum Schwur und sprechen Sie mir die Worte nach, mit denen ich zugleich den Eid vor Gott ablege:
„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."
Der Eid ist vollzogen! Unsere ganze Kraft und unser ganzes Können gehört weiter unserem Vaterland, gehört weiter seinem verantwortlichen Führer. Den Willen hierzu bekräftigen wir durch den alten Soldatenruf, den Ruf des Soldaten im Kampf, beim Sturm und beim Sieg:
„Unser deutsches Vaterland, fein Führer Adolf Hitler, unser oberster Befehlshaber Hurra!"
Hierauf folgten das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-L-.d.
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müssen eben auch einmal mit offenen träumen, wir müssen gewissermaßen uns selbst besuchen, müssen Rede und Antwort stehen auf eigene Lebensfragen. Das führt zur großen Ruhe, zur Reinigung der Seele. Das gibt Kraft ■ und Freiheit für das Neue, das Kommende. Die
anzuzeigen. Durch diese Anmeldepflicht soll mH Rücksicht auf die augenblickliche Rohstofflage ein lückenloser Ueberblick über den öffentlichen Bedarf an den in Frage kommenden Waren geschaffen und eine Planung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ermöglicht werden.
Im zweiten Teil der Verordnung wird zunächst für alle öffentlichen Beschaffungen, zu denen Wolle verwendet wird, der Beimischungszwang für Kunstwolle und Kunstspinnstoffe eingeführt. Dieses durch die Beschaffungsbehörden in nationalwirtschastlichem Interesse gegebene Beispiel zeigt dem privaten Verbraucher, daß eine angemessene Beimischung von Altwolle und Kunststoffen auch ohne Beeinträchtigung der Tragfähigkeit, an die gerade die öffentlichen Beschaffungsstellen besondere Anforderungen stellen müssen, möglich ist. .Sie auch in der Zahl herabgesetzten Stoffe, die nunmehr verwendet werden sollen, stellen das Ergebnis eingehender erfolgreicher Versuche der deutschen Industrie dar.
für weitere Forsckungen zu bieten. Die Negerstämme, die um Auskunft gefragt wurden, verhielten sich sehr zurückhaltend und waren nicht zu bewegen, irgendetwas Näheres über den geheimnis- I vollen Platz zu verraten. Sie sahen in dem Ein- 1 bringen der Weißen einen Friedensbruch und er »prophezeiten den Forschern em unheilvolles flmb*
Dom Alleinsein.
Eigentlich gibt es nicht allzu viel Menschen, die das Bedürfnis haben, allein zu fein. Für manche ist es sogar eine Qual. Sie ertragen die Einsamkeit nur schwer. Sie langweilen sich, wie sie sagen. Es muß Leben um sie herrschen, sie wollen sich „zerstreuen". (Zerstreuen heißt eigentlich „auseinanderstreuen" und ist das Gegenteil von sammeln!) Sie haben Angst vor sich selber. Es ist so, als ob sie fürchteten, sich selbst zu entdecken.
Aber einmal kommt doch der Tag, an dem wir zu uns selber kommen. Wir können nicht arbeiten, wir fühlen uns nicht wohl, das ganze Leben ist uns verleidet. Es wird nicht besser. Wir sind krank. Nun müssen wir wohl oder übel zur Ruhe kommen. Wir können auf einmal stille liegen, wir werden geduldig. Wie heilsam ist diese Stille für viele, viele Menschen! Wir sind Patienten geworden. Ist es nicht bezeichnend, daß dieses Fremdwort von dem lateinischen Wort „patientia" — Geduld kommt?
Warum aber wollen wir warten, bis der Arzt uns die Ruhe verschreibt? Können wir nicht selbst entscheiden, ob wir einmal allein sein wollen, damit wir uns finden können? Man muß auch einmal die Welt und alle Menschen entbehren können, um sich selbst anzugehören.
Dauernd arbeiten und „nie Zeit haben" macht
müde und unzufrieden. Das Leben wird zu einseitig. Unsere Pläne, unsere Hoffnungen können nicht wachsen und reifen, weil sich immer wieder neue Schwierigkeiten zeigen, weil — mit einem Wort — die Sammlung fehlt.
Es ist genau so wie draußen mit den vielen Bächlein und Flüssen, die sich kraftlos im Tale verlieren. Da kommt eines Tages der Baumeister und baut einen starken Damm. Die Wasser stauen sich, werden zu einem See und stürzen sich nun mit gesammelter Kraft in die Räder der Maschinen. Genau so geht es den Menschen. Wir dürfen uns nicht in tausend Kleinigkeiten verzetteln, sondern von Zeit zu Zeit müssen wir zu uns selber kommen, um Kräfte zu sammeln, um zu wachsen und stark zu werden.
Wer hat noch Zeit, mit sich selber zu sprechen? Wir reden über die Geschäfte, über das Wetter, über Vergnügungen. Wann aber kommen wir zu uns selbst? Nach seelischen Erschütterungen, nach leidvollen Tagen, aber auch nach glücklichen Zeiten brauchen wir Stunden der Stille, der inneren Einkehr. Da gilt es, sich Antwort zu geben auf Fragen, die uns das Leben stellt, die wir uns selbst stellen und stellen müssen. Es ist doch so, wie Hermann Hesse sagt: „Drum ist kein Wissen noch Können so gut, als daß man alles Schwere alleine tut." Wir müssen von Zeit zu Zeit den Alltagsmenschen aus uns herausjagen, müssen einmal ganz still und bescheiden werden und uns nicht wichtig nehmen. Wir müssen wieder lauschen können mit gläubigen Augen wie die Kinder. In solchen Stunden verstehen wir das rauschende Meer, den weiten Sternenhimmel über uns. „Weise ist nur der, der das Schweigen versteht."
annehmen, das gibt mir neuen Mut und neue Zuversicht. Glauben Sie an mich! Haben Sie, so wie ich selbst auch, das Vertrauen, daß ich wieder hochkomme, daß ich nicht im Elend untergehen werde. Ja!" Er stand auf und rief es fast, indem er mir die Hand schüttelte, „ich werde wieder hochkommen! Ich habe nun ein Zeichen, daß es wieder besser wird mit mir, in Ihrer freundlichen Gesinnung."
Damit verließ er mich, noch von der Treppe hinaufwinkend.
Ich habe an diesem Erlebnis gelernt, daß man dem Nächsten mit Wenigem helfen kann, neuen Mut zu fassen. Das ist ein wichtigeres Geschenk als Geld. Aber man kann auch —. wir wissen hoch alle, daß es Glückssträhnen und Pechsträhnen gibt — mit unserer kleinsten Gabe und der herzlichen Hinwendung vielleicht die Unglückskette brechen, an die ein Armer geschmiedet ist.
Wer einmal zu sich selber kommen will, der muß an einem Sommerabend hinausgehen, sich an den Waldrand oder auf Bergeshöhe setzen und den Stimmen der Natur lauschen. Und dann der inneren Stimme. Da steigen manchmal Gedanken auf, die wir längst vergessen hatten. Manches gute Wort, das im Lärm des Alltags verloren ging, mancher Satz aus einem guten Buche, manches schöne Erlebnis kehrt zu uns zurück, wenn wir allein sind. Wir hören ferne Glocken läuten, der Zauber unserer Jugend umgibt uns wieder, wir sehen Städte und Dörfer im Mondenschein, farbenprächtige Bauerngärten leuchten vor unserem Auge, wir lauschen dem Gesang der Nachtigall und atmen den Duft der Sommerblumen. Feierliche Stille umfängt uns, löst den Tag ab. Wir fühlen uns eins mit der Erde, mit Wald und Feld. Wir träumen unsere schönsten Träume in der Einsamheit.
So ganz allein sind wir draußen in der Natur ja nie. Ringsum herrscht Leben, auch in der Nacht. Aber es stört uns nicht. Die Dinge, die uns umgeben, werden gestaltlos, wie ferne Schatten. Die Seele hat Raum. Keine Sorge von gestern drückt nieder. Kein Lärm des Tages kommt zu uns.
Elefantenfriedhöfe.
Die Phantasie der Negerstämme hat bekanntlich viele, erstaunlich mannigfaltige Tierfabeln geschaffen. Kein Wunder, wenn man das Gerücht um die Elefantenfriedhöfe schließlich auch als der Sagenwelt Afrikas zugehörig betrachtete, da es noch keiner europäischen Expedition gelungen war, jemals eine solche Grabstätte, in die sich die sterbenden Elefanten zurückziehen sollen, zu entdecken. So sehr sich die Forscher auch bemühten, wissenschaftliche Grundlagen für die Beschreibungen der Eingeborenen zu finden, so enttäuschend waren die wirklichen Ergebnisse der Expeditionen. Jetzt hat aber der Afrikaforscher Dr. I e a n n e I auf einer Expedition durch Zentralafrika in der Gegend von Oma einen Fund gemacht, der wohl beweisen kann, daß die Sage der Elefantenfriedhöfe tatsächlich auf Wahrheit beruht. Er fand in einem Gebiet, das nur von kriegerischen und europäerfeinblichen Stämmen bewohnt ist, einen Platz, auf bem Tausende von Elefantengerippen verstreut sind. Zunächst wurde eine riesige Naturkatastrophe angenommen, wovon man aber bald wieder abkam, als man in der weiteren Umgebung nichts fand, das auf eine solche Katastrophe hingedeutet hätte. Es muß sich also wirklich um einen Elefantenfriedhof handeln. Zahlreiche photographische Aufnahmen wurden hergestellt, und Dr. Jeannel hofft, mit diesem genauen Material der Wissenschaft umfassende Grundlagen
Oeffentliche Aufträge für die Faserstoff- und Lederwirtschast.
DNB. Der Reichswirtschaftsminister hat gestern eine Verordnung über die Vergebung öffentlicher Aufträge auf dem Gebiete der Faserstoff- und Lederwirtschaft erlassen, durch die es den Beschaffungsstellen der öffentlichen Hand, auch der Gemeinden und der Organisationen der NSDAP., zur Pflicht aemacht wird, ihren Bedarf an Faserstoff- und Lederwaren vor Auftragserteilung bei der Reichsausaleichsstelle für öffentliche Aufträge im Reichswirtschaftsministerium zur Zustimmung
großen Künstler und Denker, sie gingen immer in die Einsamkeit, um von da gestärkt zurückzukehren zu ihren Werken.
Und so wollen wir uns auch in stillen Stunden, im Allein-Sein, neue Kraftquellen erschließen. Wir werden es bald fühlen, daß bas Glück nicht in Zerstreuungen zu finben ist, fonbern baß es im Leben doch noch Besseres gibt, als bem Vergnügen nachzujagen. Diese Erkenntnis bringen uns bie stillen Stunben, in benen wir allein mit uns finb.
Jeber ©ommerabenb läbt bich ein. Willst bu aparten, bis der Arzt kommen muß? B.
Kirchliche Trauerfeiern.
Am morgigen Sonntag, 5. August, finden in der Stadt- und in der Johanneskirche jeweils um 9.30 Uhr Trauerfeiern aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten statt. Es ist nicht ausgeschlossen, baß durch eine Verfügung des Herrn Reichsbischofs eine weitere Trauerfeier abgehalten werden soll. Hierüber werden noch besondere Be- kanntmachungen erfolgen. In der Stadtkirche wird Propst Knodt und in der Johanneskirche Pfarrer Bechtols Heimer predigen. Um 8 Uhr findet in der Johanneskirche ebenfalls ein Gottes-
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