Gießener Anzeiger (Gene
Ur. 180 Drittes Blatt
Ltnsere Gießener Waldungen in
Schafe w
Die Domäne Schiffenberg oom Turm der Kapelle aus gefehen.
Am Ludwigsbrunnen.
Das Hirtenbrünnlein.
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Die Freude und der Stolz jedes Gießeners find feine Waldungen, die sich wie ein grüner Kranz im Halbkreis um unsere Stadt ziehen. Gut gepflegte Wege ermöglichen es, stundenlang durch herrliche
inqeieni öiuuiumiu yujun. pfaden steigt man empor zur
„Theodorsruhe",
um sich an dem herrlichen Blick nach dem Schiffenberg zu erfreuen. An dieser Stelle, die zu Ehren des verdienten Gießener Forstmannes Theodor Heyer seinen Namen führt, hat der Verkehrs- und Verschönerungsveren G i e ß e n vor etwa zwei Jahren in dankenswerter Weise einen Ruhtempel errichten lassen. Einen näheren Weg von der Stadt hat der VHC. Gießen mit einem roten „T" bezeichnet; dieser Weg beginnt bei der Universitäts-Bibliothek, führt den Erdkauterweg entlang am Gailschen Tonwerk vorbei zum Wald und in diesem weiter zur Aussichtshütte.
Ein weiteres recht stimmungsvolles Plätzchen, den Hirtenbrunnen,
haben wir der Altersvereinigung 1874 / 1924 zu verdanken. Um dahin zu gelangen, geht man den mit blauen Punkten bezeichneten Alten Sternbacher Weg entlang bis zur vierten Schneise. Hier verläßt man das Zeichen, geht einige Schritte rechts in die Schneise bis zu einem ausgetretenen Fußpfad, der links in den Wald und bald darauf zum Hirtenbrunnen führt. Ein in Reliefmanier ausgeführtes kleines Denkmal bezeichnet die Stelle, hinter der auch eine Anzahl Ruhebänke, um eine stattliche Eiche geschart, aufgestellt sind.
So bieten unsere Waldungen, die dank einer einsichtsvollen Forstbehörde und durch frühere Stiftungen reichlich mit Bänken versehen sind, ihren Besuchern eine stete Erholung. Manches stille Plätzchen findet sich, wo man in erquickender Ruhe, fernab oom Lärm des Alltags, beschaulich rasten kann.
Fünfzigerstein unterhalb des Georgstempels.
Laub- und Nadelbestände zu wandern und sich an der reinen, ozonreichen Luft zu ergötzen.
Hoch über unseren Waldungen ragt weithin sichtbar die
Domäne Schiffenberg,
ein beliebtes Ausflugsziel der Gießener und der Bewohner der um den Berg liegenden Dörfer, ein im Jahre 1129 von der Gräfin Clementia von Gleiberg errichtetes Augustinerkloster, das später an den Deutschen Orden überging und 1809 als Kloster gänzlich aufgehoben und hessischer Besitzt wurde. Entzückend ist die Aussicht von den Fenstern des Hauptgebäudes, von der Terrasse und vor dem!
Haupteingang, lieber Gießen hinweg sehen wir den Taunus mit dem Großen Feldberg, die Wetterau mit der Burgruine Münzenberg, ferner die Höhen des Vogelsberges, der Rhön und des Spessarts. Die nächsten sichtbaren Gipfel sind neben den Burgen Gleiberg und Vetzberg der Dünsberg, Stoppelberg, Hausberg und Winterstein
Die bekanntesten Zugangswege zur Höhe sind der Schiffenberger Weg, der später am U ti i r> e r = sitäts-For st garten vorbeiführt, jedoch in seinem größten Teil von Autos ziemlich belebt ist. Aus diesem Grunde wird wohl der Alte Steinbacher Weg bevorzugt, der auch mehr Schatten bietet. Er beginnt hinter dem Alten Friedhof, läßt die Heil- und Pflegeanstalt zur Linken liegen, um alsbald m den Wald einzubiegen. Kurz vor der dritten Schneise teilt sich der Weg, rechts geht's nach dem Schiffen- berq. Ein Stück vor dem eigentlichen Aufstieg bemerkt man zur Rechten mehrere prächtige Weih- tannen, die in unseren Wäldern selten sind. Drei vom VHC. Gießen angelegte Markierungen trifft man unterwegs an, so am Alten Friedhof den
gelben Strich, der schon vor der ersten Schneise abgeht, um über Laubach zum Hoherodskopf zu ziehen. Von der zweiten bis zur dritten Schneise begleiten uns blaue Punkte, die später durch den Fernewald gehen, und unterhalb des Brauhofsberges kommen vom Annebtzrg her gelbe Punkte, die uns bis zur Höhe führen. .
Gegenüber von dem vorher erwähnten Unwer- sitäts-Forstgarten befindet sich, wenige Schritte vom Weg ab, der
Ludwigsbrunnen.
In anerkennenswerter Weise hat hier die Alters- Vereinigung 1883/1933 ein idyllisches Plätzchen durch die Anbringung von Bänken und Anlagen sowie durch die Fassung der Quelle geschaffen. Etwa 100 Meter hinter dieser Anlage hat die Altersvereinigung 1870/1920 ebenfalls Ruhebänke und einen Erinnerungsstein aufstellen lassen. Von diesem Platze aus, einem von großen Steinen eingefaßten Kreis, in dessen Mitte eine mächtige Buche steht, geht man hinauf zum Georgstempel, einem von Fa-
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