klagten, haft der Vergiftungsversuch nur ihm gegolten habe. Las Schwurgericht erkannte auf 2 Jahre Zuchthaus.
Feierliche Beisetzung
des Bischofs Theophil TNeyer in Moskau.
In der evangelischen Peterpauls-Kirche in Moskau fand ein T-rauergottesdienst anläßlich der Beisetzung des im 69. Lebensjahr verstorbenen Bischofs Theophil Meyer statt, der zugleich Präsident des evangelisch-lutherischen Oberkirchenrats war. Bischof Meyer hatte seit über einem Menschenalter in verschiedenen geistlichen Aemtern unter den deutschen Evangelischen Rußlands gewirkt. Der Tod des Bischofs schließt ein tragisches persönliches Geschick ab, das Bischof Meyer mit großer Standhaftigkeit getragen hat. An der Trauerfeier nahmen teil der deutsche Botschafter N a d o l n y, begleitet von zahlreichen Mitgliedern der deutschen Botschaft, ferner der schwedische, der norwegische und der dänische Gesandte nebst den Mitgliedern der skandinavischen Gesandtschaften. Auch die englische Botschaft und die österreichische Gesandtschaft waren vertreten. Die amerikanische Botschaft hatte eine Kranzspende gesandt.
TNilchwirlschaftskongreh in Rom.
Ministerpräsident Mussolini eröffnete in Rom den 10. Weltkongreß für Fragen der Milchwirtschaft. Bei dem feierlichen Akt der Eröffnung waren 2000 Delegierte von 47 Ländern anwesend, darunter auch Deutschland. Mussolini begrüßte die Kongreßteilnehmer und unterstrich die Wichtigkeit der Arbeiten des Kongresses vor allem auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Im Anschluß an die Kongreßeröffnung empfing der Papst die Kongreßteilnehmer. Der Heilige Vater hielt eine Ansprache, in der er seinem Interesse an den Kon- gref$fragen Ausdruck gab.
Der Berliner Erweiterungsbau der Reichsbank.
Eins der größten Bauprojekte der letzten Zeit.
Berlin, 3. Mai. (DNB.) Wenn am 5. Mai die feierliche Grundsteinlegung zu dem Erweiterungsbau der Reichshauptbank in Anwesenheit des Führers erfolgt, so beginnt für die deutsche Zentralnotenbank damit eine neue baugeschichtliche Epoche. Der Reichsbank gelang es nach und nach, die für einen neuen Erweiterungsbau notwendigen Grundstücke zu erwerben. Ende 1932 entschloß sich das Reichsbankdirektorium, den Reichsbankbaudirektor
Hinrich Wolff mit der Ausarbeitung der Plane eines Neubaues zu beauftragen. Um die bestmögliche Lösung auch in städtebaulicher und verkehrstechnischer Hinsicht zu gewährleisten, wurde im Frühjahr 1933 unter 30 der bekanntesten deutschen Architekten ein Wettbewerb ausgeschrieben. Unter Billigung des Führers wurde im Sommer 1933 ein Entwurf des Reichsbankbaudirektors Wolff als Grundlage für den Erweiterungsbau bestimmt und ihm die Durchführung übertragen. Der einen Kostenaufwand von rund 4 0 Millionen RM. erfordernde Neubau stellt mit feinen rund 550 000 Kubikmeter umbauten Raumes und der beanspruchten Grundfläche von 32 000 Quadratmeter = rund 13 V- Morgen eines der größten in den letzten Jahrzehnten in Deutschland durchgeführten Bauprojekte dar. Der Reichstag umfaßt 380 000 Kubikmeter nur rund zwei Drittel des umbauten Raumes, das Deutsche Museum in München mit allen seinen Nebengebäuden nur die Hälfte. Bei einer reinen Nutzfläche von 60 000 Quadratmetern werden später rund 5.0 00 Arbeitsplätze verfügbar sein.
Die Ausgaben der Kirchen im neuen Deutschland.
Der bayerische Ministerpräsident an die Konfessionen.
Würzburg, 3. Mai. (DNB.) Hier sprach Ministerpräsident Siebert über die „Zukunftsaufgaben des neuen Deutschland". Er führte dabei aus, daß das neue Deutschland die politische Einheit geschaffen habe. Diese Einheit dürfe nicht mehr angetaftet werden. Die Konfessio - n e n hätten kein Recht, sich politisch zu betätigen. Die politisierende Kirche könne nicht mehr geduldet werden, niemals mehr dürfe es in Deutschland politisierende G e i st l i ch e geben. Die Hebung des sittlichen und geistigen Menschen, die Pflege der Nächstenliebe, der Kampf gegen Schmutz und Schund, der Kampf gegen die Gottlosigkeit seien Aufgaben, die jeden gläubigen Katholiken und Protestanten verpflichteten. Die Mitarbeit der Konfessionen sei willkommen, nur ihr politischer Einfluß müsse verschwinden. Derartige Fragen dürfen aber nicht ausgetragen werden durch Demonstrationen auf der Straße, sondern könnten nur durch eine große Auseinandersetzung auf geistiger Grundlage gelöst werden. Das Recht zu demonstrieren habe nur der Staat _oder die Partei. Nur durch geistiges Ringen könnten diese Gegensätze ausgeglichen werden. Die Kirchen müssen dem Nationalsozialismus gerecht werden.
Kunst und Wissenschaft.
12. Partie im Schachweltmeisterschafte!, kampf remis.
Zu einem gigantischen Ringen wurde die am Donnerstagabend in Stuttgart zu Ende geführte 12. Partie im Schachweltmeisterschafts- kampf. Wie erinnerlich, stand der Weltmeister in der Abbruchstellung sehr ungünstig, muhte einen wertvollen Bauern geben und verlor bald einen weiteren. Der Weltmeister verstand es jedoch seinerseits, einen Freibauern zu forcieren. Der deutsche Meister opferte gegen diesen einen Läufer und gewann einen weiteren Bauern. Es entstand nun ein merkwürdiges Endspiel von Turm und Läufer gegen Turm und vier Bauern von Bogoljubow. Die äußerst interessante Partie, von der alle Zuschauer annahmen, daß sie zugunsten von B o g o - ljubow enden würde, vermochte der unglaublich zäh sich verteidigende Weltmeister doch noch zu halten. Es mag fein, daß der deutsche Meister an einer Stelle den Gewinnzug verpaßt hatte. Die Zeitnot ließ jedoch eine genaue Durchrechnung des Gewinnmanövers nicht zu. Die Partie wurde im 75. Zuge nach zehnstündigem Ringen remis gegeben. Die allgemeine Ansicht ist, daß der Kampf nun in das entscheidende Stadium getreten ist. Dor allem ist es unverkennbar, daß der deutsche Meister im Hinblick auf feinen ungünstigen Stand feine äußerste Kraft aufbieten wird, um dem Kampf eine für ihn günstige Wendung zu geben. Am Sonntag wird die Serie in München mit der 13. Partie fortgesetzt werden.
Kleine politische Nachrichten.
Anläßlich der Feier der Wiedereröffnung des Werkes Oberursel der Humboldt-Deutz-Motoren-AG. erklärte Dr. L ü e r, daß erseinAmtalsTreu- händer der Arbeit für den Bezirk Hessen, das er seit einiger Zeit mit Rücksicht auf sein Amt als Reichsführer des Handels kommifja- risch verwaltet, demnächst endgültig njede r l e g e n werde. Man kann wohl mit der Ernennung des neuen Treuhänders der Arbeit für Hessen in kurzer Zeit rechnen.
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Der Jnfantriesührer V, Oberst Oßwald, wurde zum Generalmajor befördert. General Oßwald führt neben feiner Eigenschaft als Jnfan- terieführer V auch die Geschäfte des Standortältesten im Standort Kassel.
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Der Reichsverkehrsrat erklärte sich einstimmig mit dem Entwurf einer Reichs st raßenverkehrs- ordnung einverstanden, die demnächst an die
Stelle der Verordnung über den Kraftfahrzeugver. 1 kehr treten fall. Ein Ausschuß des Reichsverkehrs» ! rates nahm die Beratung über die Regelung des ! Ueberlandverkehrs (Ausgleich zwischen Schiene und Kraftwagen) auf. Der Reichsverkehrs, minifter gab bekannt, daß er den Eintritt der Un, I ternehmer des Verkehrs in die Deutsche Arbeitsfront lebhaft begrüßen würde. *
Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Der» einigten Staaten Mashburn Child, der die inbu» (trieften und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutsch, land studieren soll, war mit seiner Gattin in Essen Gast von Dr. Krupp von Bohlen und Hal. bad) auf der Billa Hügel. Child besichtigte die Guß. stahlfabrik des Hüttenwerks in Borbeck, bas Schmiedepreßwerk und den Lokomotiv- und Kraft, wagenbau und hatte Gelegenheit, mit führenden Männern aus Industrie und Wirtschaft zusammen zu sein. *
Unter der Leitung des Reichsarbeitsdienstführer; Staatssekretär Hier! sind in der Reichsschule bt$ Deutschen Arbeitsdienstes zu Potsdam im Neu- Palais die G a u a r b e i t s f ü h r e r der 30 den schen Arbeitsgaue und die A b t e i l u n g s l ei tei der Reichsleitung des nationalsozialistischen Arbeit bienftes zu einer Arbeitstagung zusammengetreten.
Wettervoraussage.
Eine Störung über Westdeutschland bedingt Zufuhr verschiedenartiger ßuftmaffen. Teils fließt von Osten her sehr warme, teils von Westen kühle ozeanische Luft zu, so daß bei deren Zusammentreffen wechselhafte Bewölkung und stellenweise auch ge> witterartige Niederschläge entstehen. Die Tempe. raturwerte kommen etwas tiefer zu liegen als in den letzten Tagen.
Aussicht en für Samstag: Wechselnd rool- kig mit Aufheiterung, etwas kühler, einzelne, teil; gewitterhafte Niederschläge.
Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 24,4 Graf Celsius, abends 15,5 Grad: am 4. Mai: morgen- 13,2 Grad. Maximum 24,9 Grad, Minimum 11,! Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 18,7 (Brat); am 4. Mai: morgen; 15,6 Grad. — Niederschlag 0,6 mm. — Sonnen- scheindauer 4 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton:-Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
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Vorstehenden Aufruf der Roichsregierung über die Saarabstimmung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Die in Gießen wohnenden Saarländer wollen sich in der Zeit von 8 bis 14 Uhr bei unserem Einwohnermeldeamt melden.
Gießen, den 3. Mai 1934.
Hessische Polizeidirektion.
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Ausruf der Reichsregierung.
Betrifft: Saarabstimmung.
Der Zeitpunkt, an dem die Saavbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal entscheiden soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab.
Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. am 28. Juni 1919, im Saargebiet gewohnt hat und am Abstimmungslage
oder Kindergärtnerin (2. Klasse) für 1.6.od. früher gesucht. Vorzu- stellen Lonystr. 201, Ecke Bleich- stratze. 8678d
Bekanntmachung.
Petr.: Die Bürgersteuer der Lohn» und Gehaltsempfänger usw.
Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Burgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigetrieben. 2664C
Gießen, den 3. Mai 1934.
Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bart hol o m ä u s.
Ab 8. Mal spielt täglich nachmittags u. abends Kapellmeister Bans Günther mit seinem Ensemble Die künstlerisch.Darbietungen dieser Kapelle sind in Bad- Nauheim bekannt und werden zum Besuche bestens elhpfohl. Küche und Keller bieten bei zivilen Preisen das Beste. Sonntags ab 11 Uhr: Frtthkonsert abends Tanzeinlagen. 2661v GEORG SEEBER.
An alle im Reich außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben, und vor dem 11. Januar 1915 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit vom Donnerstag, dem 3. Mai, bis Samstag, dem 12. 2Rai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt, in den Städten auf den Polizeirevieren) ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und soweit möglich Nachweise über den Wohnsitz am 28. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Bejchäftigungszeug- nisse usw.) sind mitzubringen. Wo und zu welchen Tageszeitungen die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig bekanntgegeben.
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