alte Deutschland, das einst auch unermeßliche Opfer gebracht hat für den Bestand des Reiches und das Sein unserer deutschen Nation. Dieses alte Deutschland, 'bas einst Blut über Blut bringen mußte, um uns und euch überhaupt den Weg in die Zukunft freizuhalten. Und das erwartet vor allem der eine große Repräsentant dieses alten Deutschland, der als Generalfeldmarschall unsere Heere im Weltkrieg führte und heute der Gegner und Schirmherr unseres Volkes geworden ist. So wollen wir, die deutsche Jugend, mit dem Blick auf unser Deutsches Reich und unser deutsches Volk dem unser Heil zurufen, der für uns drei Generationen verkörpert und in dem
wir ein Zeichen der ewigen Lebenskraft des deutschen Volkes erblicken. Das deutsche Volk, das Deutsche Reich und unser Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Hindenburg, Heil, Heil, Heil!
Das Deutschlandlied klingt aus. Bei der Abfahrt des Führers wieder ein beispielloser Jubel, ein Rufen und ein Fahnenschwenken, bks dann alte Marschlieder das Eintreffen des Trachtenfest zuges im Lustgarten ankünden. Nur kurz konnte der Reichskanzler verweilen, während dann der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Reichsminister Seldte den Festzug abnahmen.
Der Mrer empfängt die Arbeiterabordnungen aus dem Reich.
Oer Gruß des Saarlandes an den Kanzler.
Um 12 Uhr empfing der Führer im Kongreßsaal der Reichskanzlei die Arbeiterabordnungen aus allen deutschen Gauen, insgesamt 33 Abordnungen zu je drei, also insgesamt 99 Arbeitervertreter. Ferner waren unter Führung des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach die 15 Sieger im Reichsberufswettkampf in ihrer Berufskleidung angetreten. Die Arbeiterabordnungen führte der Führer der Deutschen Arbeitfront Dr. Ley. Mit dem Führer waren auch der Vizekanzler von Papen und Reichsminister Dr. Goebbels zugegen. Der Führer unterhielt sich zunächst mit den Siegern des Berufswettkampfes, dankte ihnen für ihre Leistungen, erkundigte sich bei jedem einzelnen nach feinem Beruf und unterhielt sich mit einzelnen Jungarbeitern längere Zeit. Dann entspann sich ein ausführliche Unterhaltung zwischen den Arbeiterabordnungen und dem Führer. Jeden fragte der Führer nach seinen Sorgen und Nöten, und die Antworten der Arbeiter waren sehr freimütig, so daß sich eine offene und ehrliche Aussprache über wesentliche Probleme ergab, wie sie zwischen Regierung und Arbeiterschaft früher niemals zustande gekommen wäre. Besonders ausführlich war die Unterhaltung mit den Bergleuten. Das Hauptthema waren naturgemäß die Lohn, und Arbeitsbedingungen. Unter den Arbeitern waren Vertreter fast aller Berufe. Die Abordnungen hatten auch viel Erfreuliches zu berichten und immer wieder hörte man Aeußerungen wie: „Wir freuen uns, daß d i e Arbeitslosigkeit in unserem Bezirk so stark zurückgegangen ist und wir danken dafür." Die Ueberreichung der Geschenke an den Führer brachte auch manche humorvolle Situation.
Zum Schluß des Empfanges, der ganz im Zeichen eines lebendig gelebten Sozialismus stand, richtete der Führer an die Versammlung eine kurze eindrucksvolle Ansprache. Mehrfach wies der Führer darauf hin, daß ein wahrer Sozialismus eine völlige innere Umbildung des Men- sch en zur Voraussetzung habe. Ihn in seinem innersten Wesen zu verwirklichen, sei eine ungeheure Erziehungsaufgabe, die sich erst in den kommenden Generationen vollenden könne. In der großen Linie aber sei heute bereits in Deutschland ein gewaltiger Fortschritt zu verzeichnen. In Deutschland seien jedenfalls die Menschen im Begriff, wieder glücklicher zu werden. Der Vergleich mit anderen Ländern zeige das besonders deutlich. Das volle Glück könne erst in langem Kampf errungen werden. Aber daß wir auf dem
Wege zum Glück feien, das strahle ihnen allen, die hier versammelt feieti, aus den Augen. Möge, so schloß der Führer, indem er den Sendboten der deutschen Arbeiterschaft für ihr Kommen nach Berlin an diesem Tage dankte, der heutige Tag noch lange in ihrem Gedächtnis haften bleiben. Er lud sie dann zu einem Imbiß in seine Wohnung ein. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley brachte ein dreifaches Sieg-Hell auf den Führer aus.
Voraufgegangen war ein besonderer Empfang einer Abordnung der 2000 zum deutschen Nationalfeiertag nach Berlin gekommenen Saardeutschen unter Führung des ältesten Nationalsozialisten des Saargebiets, Weber. Unter den Gekommenen war auch der älteste SS.-Mann des Saargebietes und eine Reihe anderer alter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. Weber überreichte dem Führer eine Grubenlampe mit der Widmung: „Unserem Führer treu bis in den Tod". Er brachte dem Dolkskanzler die Grüße des Saarlandes. Heute sei bestimmt keine Stadt in Deutschland so in Flaggenschmuck wie die Städte an der Saar. An dem (Empfang nahm auch Vizekanzler von Papen teil. Der Führer richtete recht herzliche Worte an die Saarabordnung. Viel besser als schöne Worte könne ihnen der 1. Mai zeigen, daß das deutsche Volk sich gefunden habe und sich ebenso auf den Tag freue, an dem das Saarland wieder zu Deutschland gehöre.
Oer Führer begrüßt die Maienkönigin.
Von den Fenstern des ersten Stockwerkes der Reichskanzlei aus sahen dann der Führer und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Dr. Goebbels und Vizekanzler von Papen den Vorbeimarsch des Festzuges. Eine unübersehbare Menschenmenge jubelte dem Führer zu. Als der Wagen der Maienkönigin die Reichskanzlei erreicht hatte, hielt das Gefährt und die Maienkönigin, ein Bild des Frühlings und der Freude, und ihre Begleiterinnen, junge Mädchen in duftigen Kleidern mit Blumen im Haar und in den Händen, wurden von Baldur von Schirach zum Führer geleitet, der sie herzlichst begrüßte. Als sich der Führer mit der Maienkönigin am Fenster zeigte, wollte die Begeisterung der Menge kein Ende nehmen.
Zimtes Bolkslreiben auf dem Tempelhofer Feld.
Oer Riesenaufmarsch der Arbeiterheere aus Groß-Berlin.
Noch in der Morgendämmerung waren viel hundert fleißige Hande auf dem Tempelhofer Feld am Werk. In der Nacht waren Lastwagen auf Lastwagen angerollt, um heranzuschaffen, was nötig ist, um rund zwei Millionen Menschen mit Erfrischungen zu versorgen. Noch im Licht der Scheinwerfer wurden die Ladentische aufgestellt, Stände errichtet und Zeltbahnen ausgebreitet. Um 6 Uhr erfolgte die Flaggenhifsung. Herrlich flattern die Fahnen in der Morgensonne. Schon von weitem grüßen die hohen Hakenkreuzbanner und die tulpenförmigen, über den ganzen Platz zerstreuten Lautsprecher. Dor den Sanitätszelten treten die Mannschaften des Roten Kreuzes, der SA., der Teno an, Bahren, Aerzte sind zur Stelle. Die Stadt Berlin verteilt ihre Wasserwagen über das ganze Feld. Postbeamte prüfen noch einmal die Fernfprecherleiiungen. Sogar ein geschlossenes Telephonverzeichnis mit allen auf dem riesigen Feld vorhandenen Anschlüssen liegt aus. Selbst Brieskästen sind vorhanden, die Kinder- f a m m e l st e l l e ist nicht vergessen. Die Händler richten ihre Stände, oder sie schnallen sich ihre „Bauchläden" an. Schon kurz nach 9 Uhr hört man von der Berliner Straße her Marschmusik. Die Spitzen der ersten Züge treffen ein. Schon nach einer Stunde herrscht auf allen Anmarschstraßen voller Betrieb. Eine Kapelle löst die andere ab. Funksprüche aus der Gondel des kleinen Luftschiffes, in der die Aufmarfchleitung über der Riesenstadt schwebt, verhindern Störungen, lösen Stockungen auf. Eine SA.-Kapelle kündet das Nahen her A E G. - B e l e g f ch a f t an. Hier marschiert in her zweiten Reihe, inmitten her Ar- beitsoeteranen hes AEG.-Betriebes, in brauner Uniform mit hem Pour le mörite geschmückt, her preußische Ministerpräsihent Hermann Göring. In her folgenhen Belegschaft her Bergmann-Elektrizitätswerke marschiert in her ersten Reihe der Führer des Gesamtverbandes der deutschen Wirtschaft Philipp Kehler inmitten seiner Gefolgschaft.
Um hie Mittagszeit waren alle Blocks voll besetzt. Die Massen würben burch Chorgesänge unb Musikvorträge her Reichswehr unterhalten, bie in bunter Folge abwechselten. Die Kunstflieger Übet unb Fieseler zeigten in ben Lüften ihre Künste. Zu ihnen gesellten sich halb ©erb Achilis unb Willi Stöhr. Besonbere Beifallskundgebun- gen löste ein Ballonrennen aus, auf bas ©efthroaberflüge her Großflugzeuge her Deutschen Lufthansa folgten. Von ben Tribünen aus bot sich ben Beschauern ein schier unvorstellbares ^Bild. Kopf an Kopf stauben bie Teilnehmer. Aber nur 150 Meter weit waren sie ohne Glas zu unter- scheiben, weiter hinaus verschwommen sie zu einer einheitlichen, von einem bünnen Rauch- unb Staubschleier überlagerten Masse.
Sin Rundblick vom Flugzeug aus.
Ein wunderbarer Anblick war das Tempelhofer Felb auch vom Flugzeug aus. Im Gegensatz bazu bie Stobt selbst: die Maschine fliegt über men
schenleere Straßen, man sieht ein einsames Auto bohinschleichen, einige wenige spielenbe Kin- ber, selbst bie Lungen her Grohstobt, bie Grünanlagen liegen tot unb ausgeftorben ba. Alles konzentriert sich um bas Tempelhofer Feld, bas heute im Mittelpunkt olles Geschehens steht. Nochbem als letzte Ehrenobordnung ein Bataillon Reichswehr, bas mit jubelndem Beifall begrüßt würbe, Aufstellung genommen hotte, trafen kurz vor 16 Uhr b i e Ehrengäste her Reihe noch kurz hintereinonber ein.
Oas Eintreffen des Führers.
Wenige Minuten vor 16 Uhr bog her Wagen mit hem Kanzler in bie Flughafenstraße ein. Wie mit einem Schlage hoben sich bie Arme her vielen Hunderttaufende zum beutfchen Gruß, ben her Führer im Wagen ftehenb erroiberte. Die Kapellen spielten ben Babenweiler Marsch, unter hegen Klängen bas Auto bes Führers, van tosenben Heil-Rufen begleitet, bie ganze Flughafenstrahe entlangfuhr, um bann zum Viereck zurückzukehren. Als her Führer auf her Tribüne erschien, stimmte her Sängerchor bas Lieb „Deutschland du mein Vaterland" an. Damit war der eigentliche Festakt eröffnet. Reichsminister Dr. Goebbels gab bann bem Führer bas Wort.
Oer Führer spricht.
Meine deutschen Volksgenossen unb Genossinnen!
Deutsche Männer unb Frauen aus allen Gebieten hes Reiches und darüber hinaus. Millionen Deutsche, Männer und Frauen aus allen Berufsständen, Sie feiern mit uns in diesen Stunden zum zweiten Male das große Frühlingsfest der Arbeit unseres Volkes.
1933 stand ich am selben Tag hier an der gleichen Stelle, damals erfüllt vom Glauben an das Ge- lingen des Werkes des nationalen Wiederaufbaues unseres Volkes, heute getragen von bem glücklichen Bewußtsein ber Richtigkeit unseres Weges unb ergriffen vom Gefühl des Dankes an die Vorsehung, die unser Beginnen so erfolgreich sein ließ. Dankend aber auch u n - s e r e m g a nze n Volke, das in seinen Millionen arbeitenden Menschen mit uns sich diesen Erfolg selbst mehr als redlich verdiente. Denn ganz gleich, ob man uns liebt oder ob man uns haßt, eines kann niemand leugnen:
ein neuer Geist Hal das ganze deutsche Volk erfüllt, hat es erweckt zu neuem Leben und ihm die Kraft geschenkt zu Werken der Arbeit und zu Leistungen auf allen Gebieten einer neuen Volksgestaltung, die bewunderungswürdige sind. Dir können an diesem heutigen Tag des Festes einer emsig tätigen Volksgemeinschaft mit stolzer Zufriedenheit das eine feststellen: dieses Iahr der deutschen Geschichte wurde nicht vertan. Diese 12 IHonafe wird man einst nicht
als vergeudet ansehen können, sie sind nicht Stillstand gewesen, sondern unerhörte Entwicklung, nach löjähriger Verzweiflung hat ein großes Volk wieder Tritt gefaßt, entschlossen begonnen um sein Leben zu ringen, um es aus eigener Kraft und nach eigenem Sinne und willen neu zu gestalten.
Wir hotten einst ein blühendes Reich. Es war nicht aufgebaut auf Eroberungen, auf fremdem Gute fremder Völker, es war nur das (Ergebnis einer unendlichen Arbeit, unsäglichen Fleißes, zahlloser Mühen unb Sorgen unserer eigenen Volksgenossen. Wenn eine anbere Welt glaubt, unserem Volke bie Friebensliebe wegleugnen zu können, so spricht für biefen wirklichen Geist unseres Volkes nichts schlagenber unb gewaltiger, als bas Verhältnis bes Besitzes bes deutschen Volkes an Lebensraum auf dieser Welt verglichen mit bem Besitz a n b e r e r Nationen. 70 Millionen Menschen lebten schon vor bem Kriege auf einer mehr als beschränkten Grunbfläche. Daß sie lebten unb wie sie lebten, verbankten sie wirklich nurihren Fähigkeiten unb ihrer Arbeit. Sie allein machten uns bamals zum reichen Volk, reich an Gütern ber menschlichen Kultur, bie ihre Wurzeln, nicht in kriegerischen Unternehmungen, fonbern a u sschließ- lich in ben Werken unb Leistungen besitzen, bie nur burch Fähigkeit, Arbeit unb Fleiß entstehen unb gelingen können. Das deutsche Volk wollte daher auch feinen Krieg, weil es ihn nicht benötigte, es ist fähig genug, ohne fremde Raubgüter, Tribute unb Kontributionen usw. sich ein eigenes Leben erträglich gestalten zu können. (Brausender Beifall.) Unb es hat sich dieses Leben einst gut gestaltet. Ohne Schuld am Kriege wurde unser Volk das Opfer desselben. 15 Jahre lang standen seitdem die deutschen Menschen erschüttert unb gebrochen vor ben Ruinen ber so mühsam in langen Jahren aufgebauten nationalen Existenz.
wie oft habe ich dem deutschen Volke erklärt, daß nur ein unermeßlicher Wille, den keine Not mehr beugen kann, die Not einst wird brechen können, heute weiß es das ganze Volk: Unser Wille war härter als die deutsche Not. (Starker Beifall.) Eine Welt von Vorstellungen, Auffassungen und Einrichtungen wurde beseittgt und eine andere trat an ihre Stelle. Das Entscheidende aber ist: das deutsche Volk hat sich nach löjähriger Verzweiflung und lethargischer Selbstaufgabe wieder selbst gesunden. Es sucht mit eigener Kraft die Dege zu einem neuen Leben und es wird sie daher auch finden.
Die größte Not, die wir damals materiell vor- fanben, war die Katastrophe unserer Arbeitslosigkeit. Deshalb haben wir damals die große Arbeitsschlacht proklamiert, erfüllt von dem Entschluß, alles zurückzustellen, um in erster Linie zwei Aufgaben anzupacken und zu lösen, zweiAufgaben, bie in einem inneren Zusammenhang stehen, die Rettung des deutschen Bauerntums durch die Sicherstellung des deutschen Bauernhofs und bie Rettung ber deutschen Arbeiterschaft durch die Sicherstellung bes Arbeitsplatzes (Langanhaltender Beifall). Wir find nicht blind gegen die anderen Notwendigkeiten des Lebens. Wir wissen ganz genau, was alles noch zu tun übrig bleibt und was geschehen muß, allein eines weiß ich: man wird auf dieser Welt überhaupt nichts erreichen, wenn man sich in tausend Projekten verliert und immer Neues beginnt, statt eine Aufgabe anzufaffen und zäh unb fanatisch um ihre Erfüllung zu ringen. Ich bilde mir auch nicht ein, daß nach der Löfuna des Problems der Arbeitslosigkeit etwa nichts mehr zu tun sein wird, habe nie behauptet, daß es keine sonstigen Aufgaben gäbe! Allein ich kann unseren Kritikern versichern, wir werden nicht eher ruhen, ehe mir nicht zunächst diese eine Aufaabe gelöst haben unb ich kann Ihnen weiter versichern: Wir lösen sie nicht, um uns dann schlafen zu legen (Heilrufe). Im Gegenteil, dann werben wieder andere Probleme ihre Behanblung finben. Und auch hier wirb unser oberster Grundsatz immer sein, die ganze Kraft auf die Erreichung eines Zieles anzusetzen. Es ist das angemaßte Vorrecht aller wurzellosen Kritiker, über ben Problemen schwebenb, allenthalben neue Möglichkeiten zum Nörgeln auszuschnüffeln. Allein es ist die Pflicht einer wahrhaften Dolks- und Staatsführung, unbeirrbar Problem um Problem zu behandeln unb zur enhlichen Lösung zu bringen.
Wir sind uns dabei auch über folgendes klar: Auch der Mittelstand wird nicht durch Kritik unb Theorien gerettet, sondern gerade er hängt auf Gedeih unb Verderb zusammen mit ber Rettung bes Bauerntums und bes Arbeiters. Wenn diese Erwerbslosigkeit noch drei, vier oder fünf Jahre gedauert hätte, würde das deutfche Volk in Millionen seiner Menschen das Arbeiten verlernt haben, nicht aus schlechtem Willen, sondern einfach aus bem Zwang ber Entwöhnung. Wir hätten vor allem aber langsam ben gelernten Arbeiter verloren. Gerade er ist jedoch volkswirtschaftlich gesehen mit unser wertvollstes Kapital. Denn insbesondere der gelernte deutsche Arbeiter wird von keiner anderen Kraft in der Welt übertroffen.
Indem wir mit gewaltigen Maßnahmen durch die Arbeitsbeschaffung von unten den Neuaufbau unseres wirtschaftlichen Ledens begannen, vergaßen wir keinen Augenblick die Aufgabe der allmählichen Ablösung dieser unserer Anleitung von oben durch die private Initiative. Wir sind uns alle über eines im klaren: der Lebensstandard unseres Volkes ist nicht zu hatten auf dem Dege einer Bürokratisierung unteres gesamten wirtschaftlichen Lebens. Nur wenn es uns gelingt, die eminenten, schöpferischen, persönlichen werte aller zum Einsatz zu bringen und ausleben zu lassen, wird die Gesamtsumme unserer Nationalfähigkeiten nützlich zur Auswirkung kommen. Nur soll der Staat dabei nicht des einen Herr und des anderen knecht sein. Die Autorität der Führung der Nation kann vor sich nicht bevorrechtete Stände und Klassen anerkennen, sondern die gegebenen Fähigkeiten, das gegebene Können der einzelnen Menschen und muh daraus ermessen die gegenseitig entspringenden und für die Ge- samtheit nötigen pflichten. — Nur in dieser über den einzelnen Kontrahenten des wirtschaftlichen Lebens gehaltenen Stellung der Führung der Nation kann die Quelle jenes Vertrauens liegen, das eine der wesentlichsten Voraussetzungen des wirtschaftlichen Gelingens des
Wiederaufbaues ist.
Wir sind daher auch nicht bereit, dieses Vertrauen von jenen böswilligen Elementen zerstören zu lassen, hie glauben, baß Kritik an sich ein lebenswichtiger Beruf fei. Wir lehnen es ab, baß ein Teil her Nation bie Arbeit zu leisten hat unb ein anberer nebenbeifteht unb bie Wichtigkeit seiner Existenz ausschließlich zu beweisen versucht burch bas Aufspüren von Kritik möglichkeiten an ben Leistungen ber wirklich Schaffenben. Nur her ist zur Kritik berechtigt, ber eine Aufgabe besser lösen kann. (Begeisterte Heilrufe) Die Lösung ber beutschen Aufgaben haben wir aber besser in Angriff genommen als unsere früheren Gegner unb heutigen Kritiker (Beifall). Wir benten hoher nicht daran, bie notroeirbige Autorität ber Führung her Nation von benen angreifen zu lassen, bie nur in Nihilismus ben geeigneten Nährboden für ihre eigene wertlose Tätigkeit sehen. Sowie aber Kritik Selbstzweck ist, muß bas Chaos bie letzte Folge sein, unb so, wie wir uns bie[er Kritiker erwehren, um bas Vertrauen zu ber Führung her Nation nicht erschüttern zu lassen, wollen wir aber auch unsererseits alles tun, um bieses Vertrauen zu befestigen.
Millionen von Menschen, die am Aufbau tätig fein wollen, haben wir die Hand gereicht. Millionen von einstigen Gegnern, sie stehen heute in unseren Reihen und werben von uns dank ihrer Arbeit und dank ihrem können als Helfer am Aufbau nicht weniger geschäht als unsere eigenen alten Parteigenossen. Ich darf vor dem deutschen Volk bekennen, daß wir das Wesen unserer Autorität nicht in der Wirksamkeit von Kanonen und Maschinengewehren erblicken, als vielmehr in dem tatsächlichen Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.
Der kleingläubige Schwächling, ber bas große Geschehen unserer Zeit nur von ber Perspektive seiner eigenen Unzulänglichkeit aus sieht, soll selbst un- seretwegen ruhig jammern, aber nicht anbere verwirren. Wir haben baher in diesem letzten Jahre auch alle biejenigen Organisationen beseitigt, in benen wir nur Brutstätten bes Geistes ber Selbstschwächung, ber Volkszerreißung unb bamit ber nationalen unb wirtschaftlichen Zerstörung sehen mußten. Wenn wir am 2. Mai im vergangenen Jahre bie Vernichtung bes beutschen Parteiwesens burch bie Besetzung her Gewerkschaften einleiteten, bann geschah es nicht, um irgenbwelchen Deutschen zweckmäßige Vertretungen zu nehmen, fonbern um bas deutsche Volk zu befreien von jenen Organisationen, beren größter Schaben es war, baß sie Schöben pflegen mußten, um bie Notwendigkeit ihrer eigenen Existenz zu begrünben. (Stürmischer Beifall.) Wir haben bamit bas beutfche Volk von unenblich vielem inneren Streit unb Haber erlöst, ber niemanhen nutzte, außer ben birekten Interessenten, bem ganzen Volke aber stets verhängnisvolles Unheil zufügte. Es wirb heute vielleicht mancher Arbeitgeber unb Unternehmer nicht verstehen wollen, wieso wir biefen 1. Mai zu einem Feiertag proklamieren, ber von bem Arbeitgeber bezahlt werben muß. Ich möchte Ihnen hier die notroenbige Aufklärung sagen: Die beutfche Wirtschaft hat früher mit Hunderten an Millionen Mark jährlich ben Streit unb Hader der Organisationen untereinander bezahlt, die Arbeitnehmer unb Arbeitgeber zerrissen. Der nationalsozialistische Staat hat btefe primitiven unb sinnlosen Methoden des Ausgleichs her wirtschaftlichen Interessen b e - f e i t i g t. Die Ersparnisse, hie ber Wirtschaft ba- burch zugute kommen, find außerordentliche. Es ist nur ein ganz kleines Opfer, wenn dafür die Unternehmer ihren Mitarbeitern den Ta g vergüten, ber ein Symbol fein soll für bie Ueberroin- bung hiefer Kämpfe und Herstellung einer wahren Volksgemeinschaft. (Lang andauernder Beifall.)
Der Sinn der nationalsozialistischen Idee, über Stände, Berufe, Klassen, Konfessionen hinweg eine Volksgemeinschaft herzustellen, wird nicht erfülltdurch die nur äußerliche An- Meldung bei einer Partei. Parteigenosse kann man durch Einschreiben werden. Nalionalfofta- lich jedoch nur durch eine Umstellung des Sinnes nach einem eindringlichen Appell an bas eigene Herz. (Lebhafter Beifall.) Die Organisation einer Bewegung ist eine formale Erscheinung, auch wenn sie noch so genial und an sich richtig ist. Den inneren Wert geben ihr e r st die Menschen, die ihrem Sinn entsprechend die Idee lebendig verkörpern. Es ist die Aufgabe der nationalsozialistischen Revolution, den Millionen unserer Volksgenossen die Grundbedingungen klar zu machen, auf denen das Leben 'aller beruht. Was dem einzelnen die Natur gegeben hat, muß er als Beitrag wieder abstatten feinem Volk. Es kann nur ein Recht in dieser Gemeinschaft geben, das erwächst aus der Erfüllung der zugewiesenen eigenen höchsten Pflicht. Die Arbeit ist daher in keiner Form eine Schande, sondern der höchste Adel für jeden, der durch sie und mit ihr getreulich mithilft am Aufbau des gemeinsamen Lebens und damit beiträgt zur Erhaltung der Nation.
Es war daher unser höchstes Bemühen, ben Begriff ber Arbeit in feiner ebelften Bebeutung herauszuheben aus bem oerroirrenben (Betriebe unseres allgemeinen wirtschaftlichen Lebens. In- fonberheit aber wollten wir ben Millionen unserer Volksgenossen bie monumentale These zum inneren Verstänbnis bringen, baß es keine Arbeit gibt, bie als Arbeit an sich zu einer m i n h e r e n gesellschaftlichen ober gar menschlichen Einschätzung berechtigt. (Starker Beifall.) Es ist kein Zweifel, baß bie Parteien bes Klaffenkampfes unb ber Klaffenfpaltung einst am schärfsten bie Arbeite bienstpflicht bekämpften. Sie logen ben Massen vor, baß ber Slrbeitsbienft nur bazu bestimmt fei, ben Arbeitern Arbeit weyzunehmen. Sie hatten allerbings keinen Arbeitsdienst, bafür aber über sechs Millionen Erwerbslose. Wir haben ben Ar- beitshienft eingeführt unb bie Zahl ber Erwerbslosen um mehr als bie Hälfte gesenkt.
Wir wollen aber den Arbeitsdienst nicht etwa, um dem Arbeiter einen Platz wegzunehmen, denn dies ist angesichts der Zahl der Erwerbstätigen und der im Arbeitsdienst befindlichen an sich unsinnig: nein: wir wollen den Arbeitsdienst, um jeden jungen Deutschen einmal zu zwingen, durch seiner Hände Arbeit beizutragen am Aufbau feines Volkes (wiederholte Zustimmung). Dir wollten vor allem aber die Deutschen, die fein#


