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wandte den Kopf ab. Ich stand aus und ging zu den Kindern, um mich m ; yll« irh nnrfi einer .Zeit wieder nach der Bank ol
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geht schon der Nachtwind. Und in einem Wipfel sitzt die Amsel utw • die ganze Gegend mit ihrem Gesang. Da sagt mein Mann: .Sie ®,r0J $| nicht mehr lange singen!1 Unb mich erfaßt plötzlich etwas wie eine w
ihr Spiel zu mischen. Als ich nach einer Zeit wieder nach der Bank s-s war sie leer. Später traf ich sie in Gesellschaft ihres Mannes, der au dem Geschäft zurück gekommen war, und es war alles wie immer.
Das war wohl im Mai des letzten Jahres gewefen. Was nun folg weiß ich nur aus ihrer Erzählung. Im Juli gegen Ende erfuhr ich ra Otto, daß sie wieder Mutter zu werden erwartete. Ich weiß nicht, ob a weißt wie das ist, wenn einem der Blitz vor den Füßen in die Er» fährt. Ich habe es erlebt in Estland, als vor meinen Augen wahren! eines Gewitters eine Pappel vom Strahl getroffen zusammenkrachte. Ji ersten Moment hätte ich Otto vor die Pistole nehmen können; ich hch während des ganzen Lebens nie einen Mann so unaussprechlich gelM wie ihn Ich suhlte selbst, wie alles Blut mein Gesicht verlieh. Ich sch auch wie er mich anstarrte und ebenfalls bleich wurde. In mir sagte r: , Jetzt nur schnell weg, bevor ein Unglück geschieht, um Gottes willen O'me ein Wort zu erwidern, drehte ich mich um und ging davon. ha"'» packte ich sofort einen Koffer. In derselben Nacht schon befand ch mich an Bord eines Schiffes nach Südamerika. Bis zum ersten Stur, stand und ging ich herum wie ein Gestorbener. In den Tropen uberM uns aber ein solcher Orkan, daß wir alle mit unserem Leben adschlossm Als er überstanden war, Hieb für meinen Teil die Tatsache stehen, N
Oi» Amsel.
Eine Pfingsterzählung von Jakob Schaffner.
Zwischen deinen Maschinen und Einrichtungen, Menschenkind, blühen j alle Geheimnisse der Natur weiter ungestört in alter Heiligkeit und Herr- , lichkeit Höre zu, einen kleinen Beweis dcksür will ich beibringen, und ich glaube nicht, daß du ihn bald vergessen wirst ,
9 Die tote Freundin hast du mit mir gerade gesehen. Ruhig und |tiU liegt sie da mit dem seltsam mutigen und tühnen Zug um die geschlossenen A^aen der sie uns so lieb machte, und all der Gute und Großherzigkeit, die um ihren schönen Mund spielten. Jetzt erinnern die Zuge an verlassene Lieblingstiere einer verstorbenen Königin, und wenn dich nur eins von ihnen' ansieht mit dem stumm fragenden tiefen Blick, fo will sich dir das Herz umdrehen. Nun, wir haben alle miteinander ausgehalten und leben weiter. Im Halbdunkel flackern jetzt dort d,e unwissenden Lichter weiter. Die Uhren sind gestellt, die Spiegel verhängt Em verlorener Mann hockt irgendwo in einem Winkel und würgt an seinem Jammer, und mutterlose Kinder schleichen verstört umher. Es ist alles, wie es bei uns immer und überall ist, wenn der Tod eine Wohnung besucht hat. Was du aber wohl nicht gehört hast, das war die Amsel, die vor dem Fenster draußen fang. Ich habe nichts fo Wildes und Lebensheißes von Boqellied gehört. Die Kerzen wiffen nichts, das stimmt, aber die Amsel i weiß schon eine ganze Menge, wenn sie auch von dem da drinnen keine Ahnung hat, und obwohl sie an der ganzen Sache beteiligt ist.
Aber darin beruht das Geheimnis, von dem ich erzählen will |
Wir haben jetzt Pfingsten. Frühe Pfingsten An diesen PfinMen wird der Mann dort denken, und wenn er hundert Jahre alt wird. Die Bogel singen schon alle; damals sangen die meisten noch — unter anderen diese unheimliche Amsel. Es ist ein besonders starkes heftiges Tier; wie viele Nachmittage haben wir sie beobachtet von der offenen Veranda aus. ©ie duldete keinen Genossen im Garten. Sie flog sogar nach anderen Gärten hinüber, um fremde Amselhähne daraus zu vertreiben. Den ganzen Tag war sie im Kampfzustand. Wir sahen sie auch >.m Krieg mu einer Krähe, die ihr Nest mit vier nackten Jungen plündern wollte. Sie setzte dem großen Feind so zu mit Geschrei und mit Angriffen, und umtobte ihn so gewitterhaft, daß er sichtlich verwirrt das Rem er räumte und nicht wiederkam. Nachher saß sie auf dem Gipfel des nächsten Birn- I bnums und sang aus vollem Hals ein Siegeslied — wenn wir eine neue Musik aus dieser Tonart bekämen, dann würden uns die Herzen aus der Brust herausstürzen wollen, um ohne Waffen zu kämpfen, und wir waren I für ein Jahrtausend unbesiegbar. Die Katzen hielt sie nicht nur in Achtung, sondern sie herrschte geradezu über sie. Du begreifst also, daß der Gesang einer solchen Kreatur nicht dasselbe sein kann wie irgendein Amsellied. Wenn Siegfried fang, so war es ebenfalls nicht, wie wenn andere Manner sangen. Man muß jede Sache richtig verstehen, dann wird man nie I an Langeweile oder an Weltschmerz leiden.
Du weißt einigermaßen Bescheid über die näheren Verhältnisse, m denen unsere Freundin lebte. Füns Kinder sind da von elf bis fünf Jahren Beim letzten ist sie beinahe geblieben, und die Aerzte verboten ihr bei ihrem Leben, eine sechste Mutterschaft zu wagen. Nun, fünf gesunde, wohlgebildete, schöne Kinder liefen im Haus herum. Dabei konnte sie sich eigentlich beruhigen und trösten. Mele andere finden, daß sie mit weniger genug getan hätten. Du weiht, daß wir Martha manchmal scherzhaft eine | Walküre nannten; damit meinten wir eine Wesensart, die nur em Teil j der Frauen hat, von der aber das ganze Geschlecht und sogar der gesamte I Staat lebt: ein Einschlag von Stahl im Blut. Da ist so etwas klar Klingendes, wenn es angesprochen wird, etwas kühn Gesanghaftes, nobel Freimütiges, großmütig Aufrechtes. Sobald du bas seltene ©lud mMt, vor eine solche Frau zu stehen zu kommen, weißt du: die will nicht das Ihr« ।
Ich weiß, was ich sage, denn ich habe ja die Gegenerscheinung, das Weib als bloßen Gesühlswert und als Genußtier, jahrelang genau unterricht und dargestellt, so daß manche meiner guten Freunde schon anfingen, j ür mich Angst zu bekommen. Die Sorge war unnötig: ich lag gut und icher vor Anker bei unserer Freundin. Du siehst mich an. Ich kann es jetzt jagen: ich liebte sie. Nach ihrem Gatten bin ich der nächste Leidtragende unter allen Männern. Ich denke, daß Otto es wußte. Auch ihr wird es nicht verborgen geblieben sein, obwohl nie ein Wort zwlschm uns gewechselt wurde. Ick) bin eben zu spät gekommen, das ist mein Schicksal.
Ich kämpfte noch — längst nach Friedensschluß — im Osten, da war Otto schon wieder in der Heimat und in Amt und Stellung; als ich zw rückkam, war er auch der Besitzer der herrlichsten Frau, die ich weiß. Ich sagte: „Gott segne sie ihm!" Als sie mich zum erstenmal sah — es war noch in meiner abgescheuerten Uniform der Eisernen Division —, machte sie auf einen Moment große Augen, und es zuckte etwas durch die klare Tiefe darin, bevor sie sich zu einem Begrüßungswort gesammelt hatte; über das helle, rassig schmale Gesicht hastete derweil eine Röte bis jum Hals hinunter, so daß Otto sie verwundert ansah. Währenddem bemerke er zum Glück nicht, daß ich ebenfalls rot wurde. Daß mein Herz ein paar harte Schläge der Ueberrumpelung tat, hätte er ohnehin nicht sehen tonnen Nach dieser Vorstellung wußte ich, daß nun nichts Großes weiter für mich kommen würde, es wäre denn ein Befreiungskrieg für unfer Vaterland. t , . _
Nun gut. Nach dem letzten Kind hatte der Arzt gesprochen, und sie fügte sich, obwohl sie sagte: „Der erste Junge ist der Ersatz für meinen Bruder Heribert, der zweite für Fritz, jetzt mühte ich nach den drei Mädchen eigentlich noch einen Jungen für mich kriegen." Sie erzog ihre Kinder, besorgte ihr Haus, und wieviel von ihrer jungen Lebenskraft der Garten bekam, weißt du selbst. Der Garten war sozusagen ihr sechstes Kind. Sie wußte darum und suchte das Beste und Schönste daraus zu machen. Aber wenn ich sie manchmal so dastehen und über ihre blühenden Gewächse hinwegsehen sah, bemerkt« ich wohl die Sehnsucht in ihrer Haltung, und in'mir sagte es: „Aus den Augen ihrer Blumen schaut sie hr ungeborenes sechstes Kind an.“ Ich glaube, mit diesem Kind sprach chr Herz unausgesetzt. , .. .. ., „
Sie war eine große Mutter. Einmal sah ich mit ihr zusammen. Um
fie herum tobten ihre fünf Kinder. Sie sah ihnen lange zu. Endlich rid)tQ fie die Augen auf mich mit einem eigentümlichen Blick voll Verlange und Mangel und sagte: „Sie sind ja hübsch und jung, aber ich habe sch°e lang kein eigentliches Verhältnis zu ihnen. Ich mußte noch zehn Iah« lang immer etwas ganz Kleines auf dem Schoß haben. Das mären mein besten Zeiten." Ich verstand sie zu gut, und es lag zu viel unausfprech liches hinter dem Wort, als daß ich mit einer alltäglichen Redensart bei auf antworten konnte. Wir sahen uns noch ein Weilchen an. Dann routfo fie langsam rot — zum zweitenmal im Lauf unserer Bekanntschaft — urj 1 . . * r < cs «. -.»C ..mX 4»;MA ->i« hrtn (Einhorn um mi* Kl
ich: xtietie mm icy wiener! ^even mm ict) wiener! uno nuy weiter hängen und schmachten kann, denn ich bin kein Backfisch, 1° ein Weib in den besten Jahren.
Ich weiß nicht, ob ein Mann das verstehen kann. Für den üc« । . die Liebe eine Ausübung unter andern; für uns ist fie das t^ben 1«". Ich fühle mich sinken und sinken, als ob ich ins Grab sinken sollte den Schoß unsrer Allmutter. Dann HSre ich mir selbst zu, wie 'm schwerer Zunge wie im Untergehen hervorbringe: ,Ein Kino w>■ U wieder!' Wie von einem anderen Stern höre ich, wie Otto lPr,(v*
ich abgeschlossen hatte. , , ,,
Vollkommen klar und nüchtern sagte ich nur auf den Kops zu, «tz mein Haß gegen Otto nicht oder keineswegs allein in meiner Angst « das Leben feiner Frau bestand.
Von niemand hatte ich Abschied genommen; nur ihr schrieb ich m paar gesellschaftliche Zeilen, um mich zu entschuldigen.
Als ich die wichtigsten Städte und Landschaften von Südamerika sehen hatte, fühlte ich mich so weit losgelöst und beruhigt, daß-ich an!I» Rückkehr denken konnte. In Buenos Aires erreichte mich em Kärtchen ml ihr mit den Worten: „Ich verstehe und grüße Sie herzlich. Sie ko« zurückkommen, wann Sie wollen". Ich stand und las. Dann saß ich, » I trachtete und studierte die wenigen Sätze, und besonders oen letzten, w I anderen Morgen erkundigte ich mich nach der schnellsten Möglichkeit to ® Rückkehr. Wenn der letzte Satz einen Sinn haben sollte, so konnte er iM P ' - „Es wäre doch trostreich, dich in der Nähe zu wissen, te «
enoroie bist du an diesem Kind ja auch beteiligt."
"Als mir dieser Gedanke zum ersten Male kam, schoß mir eine wv brennende Blutwelle ins Hirn. So sind wir: immer denken wir M-m^ nur zuerst an uns! Eine geliebte Frau kann in den Tod gehen mit ° > J
nen Augen als Heldin; wir aber rennen davon, weil es nicht nach unser i Erwartungen zugegangen ist! Ich rechnete. Im Juli erfuhr ich von m werdenden Dingen. Hier wurde es Herbst. Wenn dort der Frühling °»i a ausbrach, öffnete sich auch diese Knospe des Schicksals. Äh hatte ,1 höchste Zeit, um vorher noch zu beweisen, daß ich tatsächlich nur » a Freund war — und ein Liebender. Ohne mich lang zu fragen, was r ■■ I dazu denkckn werde, telegraphierte ich: „Ankomme Anfang Marz -
Jetzt liegt sie dort still und bleich, ülusgeblutet das hohe, edle LeMj Als ich sie zum ersten Male wiedersah, liefen mir die. Tränen aus » Augen, ohne daß ich meinte oder daß ich etwas dagegen tun fonmi Sie sah mich lange und ernst an und nickte dann langsam. Auch I ergriffen, aber sie hatte ja einen anderen Mittelpunkt als ich. Ich g« i an fie, fie dachte an das Kind. So laufen die Geschlechter einander in®" I nach und erreichen einander nie. Otto war noch im Geschäft. Wir |<® | auf der Veranda. Um sie herum blühte ihr Winterflor, den sie zum | selbst gezogen hatte, Azaleen, Zinnerarien, eine wunderbare Amarya und draußen fang die Amsel. Das Fenster stand offen; es war bereit schöne, warme Frühlingstag. Im Garten blühten Schneeglöckchen, w*' felblumen, Krokus und Anemonen. Lange hörten mir schweigend aus Amsel. Dann nachn sie das Wort. a
„Die Amsel ist eigentlich schuld", sagte sie lächelnd, wahrend sie £ mit ihren ein wenig tiefer liegenden Augen liebevoll ansah. Um Augen lag ein Glanz, der mich gleich beim ersten Sehen beunruhigt y» Aber es lag kein Sinn darin, es mit irgend jemand zu besprechen, pa mit Otto, der mit allem ganz zufrieden zu sein schien. „Sie erinnern an unser Gespräch über die Kinder? Von diesem Gespräch an tam nicht wieder zur Ruhe. Sie gingen zu den Kindern, und was sollten anders tun? Auch mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Mama empfangen, der bald darauf nach Haufe kam. Ein paar Tage spater H? ich mit ihm abends vor dem Nachtwerden allein auf der Veranda ist still. Der Abend wird so weit und tief, wie er es in den lebten blicken fein kann. Ueber den Bäumen steht der Jupiter. In den bhfa
Verzweiflung: .Wenn sie einfach so verstummt und alles geht zu wie immer, fo geht es nicht gut!1 Was das ist, das nicht g® 8 « könnte, frage ich nicht, und ich will es auch nicht wissen. Nur eines * ich: Liebe will ich wieder! Leben will ich wieder! Und daß ich 1° teri


