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liegende. Erforderliche gelingt sich darin auszeichnen könnten, sich nicht zu beschäftigen und Der innerste Grund ist wohl,
ihnen nicht, wenigstens nicht so, daß sie oder sie haben gar nichts zu tun, wissen tasten planlos nach diesem und jenem, daß sie ungleichmäßig begabt sind: un-
Totenfeier.
Von Ricarda Huch
Trinke denn aus Götterhänden Tief geheimnisvollen Rausch, Nimm für gläubiges Dichverfchwenden Der Vollendung Liebestausch.
Von zerrissener Brust zerrinnend Sinkt der ungeheure Traum; Sanft erwachend, still besinnend Folgt dein Blick dem blut'gen Saum. Fremd und feind ward, was einst teuer. Dich verriet selbst milde Nacht: Gärend warf der Himmel Feuer, Aus der Erde brach die Schlacht — Sei willkommen, Ueberwinder, Sel'ger Einklang reinstem Chor, Tauche, stürze dich geschwinder — Offen das azurne Tor!
produktive Menschen, finden sie in sich selbst nie Befriedigung und halten sich an das Aeußere, dem sie mit überlegener Kritik, ungeduldig, aber ohne Tüchtigkeit gegenüberstehen. Dabei sind sie oft reich begabt, und ihre Persönlichkeit ist reizend und blendend, vielleicht um so mehr, als ihre Kräfte sich nach außen wenden, anstatt innen zu bilden.
Beschäftigt man sich mit den Männern, die in der Lombardei zuerst als Bekämpfer der österreichischen Herrschaft und Verkünder der selbständigen Größe Italiens heroortraten, so entdeckt man auch in vielen von ihnen etwas vom Normalen Abweichendes, Krankhaftes, da, wo man lauter Heroismus zu finden glaubte, Schwächen und Mängel. Indessen wären die ersten Opfer des Risorgimento ungenügend charakterisiert, wenn man sie schlechtweg als Neuerer auffaßte; denn es handelt sich hier um große Dinge, in deren Natur es lag, dis Mitfpielenden mehr, als sie es vielleicht von vornherein beabsichtigten und ahnten, zu Kämpfern und Duldern, zuletzt des Lorbeers wert zu machen, weil andere Kränze in ihrem Namen nicht verliehen werden können. Was für Geschichten von Wagnis, Verrat und Gefahr, Flucht durch bewaffnete Häscher, über drohende Gebirge und empörte Flüsse: von Kerker, Todesangst und erhabenem Sterben; von Verbannung und Not, Liebesabenteuern, Glückswechsel, Untergang in Verzweiflung oder Aufschwung zu neuen Kämpfen! Es ist nicht möglich, sie ohne wechselndes Herzklopfen und Aufatmen zu lesen. Wenn die folgenden Geschlechter die Väter, die das Gedächtnis solcher Taten und Leiden zurllckließen, schlechtweg als Helden, feierten, so kann das nicht wundernehmen. Aber der Haß der gegnerischen, zuletzt besiegten Partei säumte nicht, die Fehler derer, die der Feind auf den Schild hob, ans Licht zu ziehen, und wo jene Vaterlandsliebe, Opfermut, Prophstenblick sahen, sprachen diese von Unglauben, Zerstörungswut und hohler Großmannssucht.
Das Künstliche dieser übertriebenen Figuren erkennend, sehnen wir uns nach der Wirklichkeit. Es genügt uns nicht, die gespenstigen Schauspieler in nächtliche Nebel eingehüllt vor uns ihr Glück und Unglück abhandeln zu sehen, wir möchten sie greifen, ansehen, irgendwie in ihrem Innersten lesen; aber wie mir es wagen uns zu nähern, zerrinnt der edle Umriß nach Geisterart, und ein kühler Hauch weht uns an, der uns frösteln macht. Wir sehen uns geängstigt um und zweifeln, ob etwas hier war außer uns, oder ob wir die ganze Zeit allein waren in gestaltloser Einsamkeit, die wir selbst mit erträumten Gesichtern belebten.
Wir haben viele Bilder von Napoleon oder von Goethe; aber gleicht eins dem andern» An welches sollen wir uns halten? Entspricht nicht jedes der treuen Auffassung eines Künstlers, auf den der große Mann
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Wir wissen, daß Kolumbus Amerika entdeckte, und welches Matz « : N l
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Ler«ntwortltch: vr. Hans Thyriot. - Stuf und Berlag: Drühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, Gießen.
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ihrer Landsleute.
Es scheint, daß der krästige und . gesunde, der harmonische Mensch im allgemeinen konservativ ist; er verwendet seine Kraft darauf, mit den nächstliegenden Aufgaben fertig zu werden, unter schwereren Umständen sich doppelt anstrengend, zu erschütternden Veränderungen erst dann bereit, wenn ein Druck unerträglich wird und den Kern des Lebens angreift, und auch dann mehr auf Wiederherstellung des Gewesenen erpicht, als auf Neuerungen. Ueberhaupt beherrscht das Gesetz der Trägheit die Menschen so sehr, daß das Leben zum großen Teile inaschinen- mäßig abläuft; neue Ansichten schon sind selten, vollends werden Handlungen, die das herkömmliche Geleise verlassen und Ausgangspunkte für Folgeketten werden, nur durch außergewöhnliche Umstände und Kräfte hervorgebracht. Die eigentlichen Neuerer find oft nicht gerade sympathische Menschen: sie lieben es. sich hervorzutun, aufzufallen, das Nahe-
ebeuso wirkte? Und wenn es überhaupt nicht zwei Menschen gibt, u einen anderen ganz gleich auffassen, sollte sich dann je feststellen ich, wie einer war? Ja, läßt sich eine Persönlichkeit überhaupt sesl UJ schreiben? Wir haben unsere Väter und Mütter und andere Vorsohr.i täglich gesehen, ihr Wesen und Malten um uns erlebt, und wir fytfa ihren Schatten, nachdem sie gestorben waren, ebenso klar oder ncj klarer erscheinen sehen als ihr -Fleisch und Blut; aber wir finden M leicht alte Briefe von ihrer Hand oder Zeugnisse ihrer Zeitgen,sse,! durch die wir mit Zügen und Taten bekannt werden, die sie uns eni \ fremden, so daß wir das Bild, an das wir bisher glaubten, betrüg.Ml schelten und durch ein anderes ersetzen müssen. So waren die Gehn zu denen wir aufblickten wie zu unantastbaren Sternen, nur GesGpi unserer Einbildungskraft, von uns verehrt, weil wir sie nach unfrei Bedürfen ausstatteten? Vielleicht kommen wir dazu, weil mir w Minute zu Minute lebend uns selbst ausgeben, uns selbst zu verleuM wähnend, daß keine Form unser sei, als eine solche, die sich jeden ilujet blick entstelle und vergehe, daß es also mit den Wellen der Zeil m fließende Seelen gebe, kein Ich, das alle die zerrinnenden Teile «iw Lebens zusammen jasse und aus der Vergangenheit immer sich W gleich in die Zukunft blicke.
Indessen diese trostlosen Zweifel widerlegt ein Gefühl, das wir tut uns selbst haben, wie auch von denen, die uns nahestehen, und vor allm
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von denen, die wir lieben. Wie die Gesichtszüge des Alten durch ei, kaum zu bezeichnendes Etwas das Siegel der Persönlichkeit, die d« Kindes bestätigen, so ist auch die Eigenart des geistigen Wesens n* durch die Jahre noch durch Erlebnisse irgendwelcher Art ganz zu w tilgen. Dem Grundgefühl, das wir von einem Freunde haben, orin« wir ohne zu schwanken alles unter, was andere, ja was wir W gegen ihn Vorbringen könnten, Überzeugt, daß alle Bruchstücke M Lebens in den einen Grundriß eines Wesens sich müssen einfügen taiftn, den wir im Herzen haben. Schließen wir nun auch, daß ein jeder ti,| bestimmte, kenntliche Wesensform haben müsse, so ist freilich damit ms gesagt, daß diese sich immer enthüllen lasse, wenn es sich um Litz verstorbene handelt. Zwar auch sie hatten Freunde, die sie liebten ck in denen sie sich spiegelten, und selbst Anklage und Verleumdung tet die sie haßten, muß uns die verblichene Gestalt erleuchten helfen. 'M ausgesetzt aber auch den günstigen Fall, daß Aufzeichnungen anM und hauptsächlich der fraglichen Personen selbst von ihnen jfugen, I bleibt das Wesentliche, das mehr noch in Stimme und Tonfall ei Mienenspiel, als in den gesprochenen Worten liegt, dennoch im Sunlil
Genie und Willenskraft dadurch vorausgesetzt wird; doch haben wir «i so viel Gefühl von seinem Wesen wie irgendein Schiffsjunge aus Iw Mannschaft, die ihn über Meer begleitete. Man ist darauf angewi s« das letzte, was den einen einzig macht, zu ahnen mehr noch aus 11 Duft, der über feinem Tun und den von ihm ( '
schwebt, als aus seinem Tun selbst zu berechnen. '
Man möchte vielleicht sagen, es komme nicht darauf an zu umwi Li & was für Menschen Nero und Kolumbus und andere gewesen (eienNl 2« * nur wichtig sei, daß der Klang eines Namens einen Genius zu ScfW jt»E, fungen verlocke, die, an sich wahr und groß, Bilder der VerelM!; werden könnten. Ein Geschöpf des Geistes an das Bedeutendes sich » knüpfen lasse, das Schönheit und Größe besitzt, sei ebenso wirklich ,
wertvoll wie ein Lebendiges, ja, sei vollendeter und dauernder. ,
Mensch erschöpfe sich im Grunde in seinen Taten, Überhaupt in [ei««-; Geben, nach diesem bleibe nichts von ihm übrig, als sein Name daran geknüpfte Berichte; wenn man ihn wiederholen wolle, nN B ; man ihn neu schaffen. J
Allerdings kann wohl einmal die Schöpfung eines Dichters, a* Schillers Wallenstein, den Toten verdrängen; im allgemeinen hören wir nicht auf, die Schatten aus der Unterwelt zu beschwören, b wir glauben, den unnachahmlichen und unvertilgbaren Persönlichluid geruch zu spüren, der ihnen eigen war. So ist die Darstellung von wesenen eine Geisterbeschwörung. Zuweilen merken die Zuschauer, M i'®R)( nur eine geschickte Spiegelung, irgendein gefälliges, vielleicht erft-* We liches Kunststück ihnen vorgegaukelt wird; zuweilen haucht ihre 66* das ahnungsvolle Aroma leibhaftiger Seelen an. Dann ist die 8m* ;.Nlei des Beschwörers in den Hades gedrungen und hat eine der flattert; Neit, Erscheinungen berührt und verdichtet. ] Nit»
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gewesen waren, neigten zu Oesterrvich, bzw zu nationaler Selbständigkeit unter einem österreichischen Prinzen.
Jnzwtlchen sprach der Wiener Kongreß die Lombardei und Venetien dem Kaiser von Oesterreich zu, der sie, ohne sich um die neuen Wünsche der Italiener zu bekümmern, schlechthin als seine Untertanenländer betrachtete, wie es früher gewesen war. Das österreichische Regiment erwarb sich wenig Sympathien; das pedantische und rechthaberisch herrschsüchtige Wesen des Kaisers Franz verletzte fortwährend die Eigenart der Italiener. Die Jugend besonders, die in der liberalen Atmosphäre der Franzosenzeit ausgewachsen war, sehnte sich danach zurück; auf den Oesterreichern lastete bald das Odium der Langeweile, der Beschränktheit und Unkultur. Von einer solchen Stimmung zu offener Empörung ist es jedoch noch weit. Es war nur ein kleiner Kreis von Menschen in Mailand, die sich geradezu in Gegensatz zur Regierung stellten, zunächst, indem sie die Beförderung des industriellen, technifchen und geistigen Fortschritts sich angelegen sein ließen und dadurch den österreichischen Grundsatz der Trägheit und Gebundenheit kritisierten und bekämpften. Der Widerstand, den der Kaiser diesen Bemühungen entgegenbrachte, verschärfte die Spannung, die sich dadurch zu entschiedenem Kampf zuspitzte, daß im benachbarten Savoyen ein Erbprinz aufwuchs, der als einheimischer Fürst mit modernen Ideen geeignet schien, der Fremdherrschaft berechtigterweise entgegenzutreten. Die Rolle des Be- freierkönigs durchzuführen, zu der fein Charakter und die Umstände den jungen Karl Albert von Savoyen bestimmten, war es in jeder Hinsicht zu früh; er enttäuschte die Piemontesen und Lombarden, die auf ihn gerechnet hatten, und überließ sie der Rache der beleidigten Souveräne.
Diese im Keime erstickte Revolution war ein tragisches Vorspiel der großen, am Ende siegreichen Erhebung Italiens; in dem gewaltsam darüber aufgetürmten Grabhügel gärten Stürme und Blitze, die immer wieder heroorbrachen, den ungesühnten Kampf zu vollenden. Vorher hatten Ideen die Geister erregt, jetzt witterte die Rache frisches Blut. Die, welche gelitten hatten und untergegangen waren, schnell Verklärte, Strahlenbekränzte, lockten als Anführer wachsende Scharen,
Ein besonderes Interesse zieht uns zu den Gestalten, die Dämmerung den wirren, unglücklichen Kampf ausfochten, ohne Beifall


