sollten
sie. Es sie am
Herrn General melden." Dann befahl er, den Hafersack mit Monturen abzuladen. Der Packkorb konnte droben bleiben. Den die Postgäule nach Iaunitz ziehen.
Madame Schütz fiel der Abschied schwer. Rabenau tröstete
sür ein Gesicht machen wird, wenn am Abend die Komtefie Hartenberg aus der Postkutsche stieg!
In dem Gehöft verwandelte sich der Kaufmann Schütz aus Olmütz wieder in den Leutnant von Rabenau. Dann schrieb er einen kurzen Brief. Dem Bauern trug er auf, den Sonntagsstaat des Herrn Amt- manns samt Dankbrief bei Gelegenheit nach Selowitz zu bringen. Die Stafette sah auf.
(Fortsetzung folgt.)
fei ja nur für einen Tag. Er wäre zu Mittag in Iaunitz und , Abend. Sie seufzte bedrückt. Das war es so eben. Jetzt konnte sie nicht einmal mehr mit ihm reden. Was der Herr Leutnant von Rabenau wohl
ein Offizier in der Wirtschaft is —"
Rabenau nickte: „Das hat Er brav gemacht, Korporal. Werd's dem seinen
sirch schon Über ^er Mauer. Auch der Platz vor dem Haus .st voll ^Rabenau schob ihn zur Seite- .Laß Er mich! Ich muß zu meinen
Wirt stellte sich ihm in den Weg, drängte ihn zurück und zog die Tür hinter sich zu: „Die Dragoner find durch den ©arten entkommen, ftabe es selbst gesehen. Jetzt suchen die Preußen nach Ihnen, fraustür klopfte es laut. Eine befehlende Stimme ruf: „AufmachenI I Der Wirt hob beschwörend die Arme: „Rasch, Herr Leutnant, Gehen Sie mit der Dame in das Zimmer hinauf! Dort sind Sie noch am sichersten. Gehen Sie! Gehen Siel"
Rabenau überlegte. Der Wirt hatte recht. Einen anderen Ausweg gab es nicht. Und fangen durften sie ihn nicht. Auf dem Tisch lag noch die Ordonnanztafche. Er griff danach.
Der Wirt nahm den doppelarmigen Leuchter vom Tifch, öffnete die Türe die zur Treppe führte, und stieg den beiden voran, zum Staats- zimmer hinauf Als geleite er wirklich ein junges Paar, um ihm noch geruhsame Nacht zu wünschen. Unten im Gang horte man schon das Poltern von Soldatenstieseln. An der Ture des Zimmers hob der Wirt den Leuchter, lieh die beiden eintreten und flüsterte: „Ich werde sagen, junge Leute auf der Hochzeitsreise —"
Als er wieder in das Gastzimmer trat, stand schon ein preußischer Offizier darin Hinter ihm zwei Husaren nut der Pistole m der Faust Der Wirt dienerte untertänig. Der Angstschweih stand ihm au[ der ^Der preußische Rittmeister fragte: „Wo ist der österreichische Offizier?"
Der Wirt hob bedauernd die Hande: „Offizier? Offizier war keiner dqbei Es war nur ein Korporal mit sieben Reitern."
So? Und das fall ich Ihm glauben?" Der Rittmeister sah sich prüfend um: „Und was ist denn das da?" Er zeigte auf den Ti^), auf dem noch die Gläser und ein Flasche standen. Er nahm d'.e Flasche las die Aufschrift. „Würzburger Fürstbischof!" So feine Weine trinken Kor- p orale für gewöhnlich nicht. Dbet doch nur in Feindesland.
Dem Wirt rann das Wasser über den Buckel hinunter. Aber er lächelte verschmitzt, beugte sich ein wenig vor und sagte: „Hochzeitsreisende, Herr Offizier. Schlafen schon. Haben erst?-gestern geheiratet
„Führ Er mich dann einmal hinauf zu seinen Hochzeitsreifenden! — Spiel Er mir doch feine Komödie vor, Wirt! Wen hat Er sonst im D“ Be^Äittmeiiter setzte sich. Der Wirt begann aufzuzählen: ./Einen Viehhändler aus Olmütz, zwei Bauern, die am Wochenmarkt in Sternberg waren —" Er stockte.
Eben hob der Offizier ein kleines Spitzentuch von dem Sessel der Demoiselle und hielt es an die Rase. Er schnupperte. Dem Tuchlern entstieg ein zarter, betäubender Duft. Der Rittmeister wandte den Kopf und schmunzelte: „Wirt, Er hat recht. Die wollen wir lieber doch nicht ft örcn.*'
Die Tür flog auf. Ein Husarenwachtmeister stand in der Tür. Der Offizier fragte: „Ra, habt ihr sie?" „
„510, Herr Rittmeister. Sind wie vom Erdboden verschwunden.
'.Schade! Na, ein Offizier war so nicht dabei — Stell er einstweilen die Posten auf! — Wirt, bring Er mir Wein! Und geb Er bann auch meinen Leuten was zu essen I"
Der Wirt buckelte. Wäre nur nicht der Schrecken mit dem kaiserlichen Offizier gewesen: man hätte diesen Tag einen Glückstag nennen können. Freund und Feind sozusagen an einem Tisch. Und lumpen liehen sich beide nicht. , .
Nachdem er den Wein gebracht und noch em wenig mit dem Offizier ^geschwätzt hatte, stieg er wieder die Treppe zum Staatszimmer hinauf 'und klopfte an die Türe: „Ist bloß der Wirt."
Rabenau öffnete vorsichtig einen Spalt. Der Wirt schmunzelte vergnügt: „Er hat's gefressen, Herr Leutnant. Und Ihre Leute haben sie auch nicht gekriegt ... Wohl zu ruhen, die Herrschaften!"
Am nächsten Vormittage, als die Sonne schon hoch über dem Hof stand, in dem die Husaren die Pferde putzten, klopfte wieder der ®irt. Er sagte, dah die Preußen heute nicht abritten. Ader im Zimmer könnten die Herrschaften nicht bleiben, das fiele auf. Dah sie nicht in der Gaststube gefrühstückt hätten, wäre zu verstehen. Doch zum Mittag- effen mühten sie kommen.
Rabenau lachte auf: „Wird sich ja freuen, der Preuße, einen Leutnant der Kaiserin begrüßen zu dürfen!"
Der Wirt zwinkerte verschmitzt: ,Lst schon alles vorbedacht. Ich habe
zum Amtmann nach Selowitz geschickt um ein bürgerliches Kleid für den Herrn Leutnant. Tuchhändler Schütz aus Olmütz mit Frau Gemahlin auf der Hochzeitsreise, habe ich dem preußischen Offizier gesagt."
Nach einer Stunde brachte der Hausknecht in einem Kartoffelsack den Sonntagsstaat des Herrn Amtmanns aus’ Selowitz. Der preußische Rittmeister sah schon am Disch, als das Ehepaar Schütz aus Olmütz in die Gaststube trat. Er grüßte zuvorkommend und fragte, ob die Herrschaften ihm nicht die Ehre gebefr wollten, mit ihm zu fpeisen. Was blieb ihnen übrig, als anzunehmen? Als sie Platz genommen hatten, verneigte sich der Offizier galant: „Rittmeister Hagen! Tut mir ungemein leid, Madame, daß ich Ihnen dieses ungewollte Abenteuer bereiten muhte."
Madame Schütz senkte errötend den Kops und seufzte. Weiß Gott: ungewollt war dieses Abenteuer! Der Rittmeister sah sie wohlgefällig an. Die Perlon war verteufelt hübsch. Da hätte er gestern einen schönen Salat angerichtet, wenn er dem Wirt nicht geglaubt und doch noch die Zimmer revidiert hätte! Uebechaupt sahen die beibr-n aus wie Prinzen.
So aar nicht nach Pseffersäcken. Dieser Olmützer Tuchhänbler muhte reich^wie de? Sultan sein. Nur fein Staatsrock hatte besser sitzen tonnen Daran fab man daß der Kerl doch nicht von Stand war. Der Ritt- S 'Lach weiter: „Auch bitte ich die Herrschaften, mir zu par- bonnierem daß ich sie sozusagen gefangen setze. Aber ich darf See nicht fahren lassen, ehe wir abreiten. Nun, auf der Hochzeitsreife ist das ^° Mab?me° Schütz errötete wieder. Rabenau beeilte sich Sst erwidern, baß sie für diese Gefangennahme sogar dankbar seien. «ie mußten nämlich anstandshalber einen alten Onkel in Troppau besuchen, an dem ihnen gar nichts läge. Sie wären viel lieber allein. Rittmeister Hagen nickte verstehend. Das konnte er sich denken. ^.....
Man ah, lachte und scherzte. Der Preuße machte der Schutzm den Hof. Nach dem Essen erhob er sich- „Excusez, Madame, ich muß zu mt TOabametC<5d>üfc lachte: .Kaiserlicher — ich will sagen komglicher Dienst. Ich weiß. So sind die Herren Offiziers alle —
„Am Abend sehen wir uns ja hofsenflich wieder." Der Rittmeister ging.
Drei Tage und Nächte muhte Monsieur Schütz mit Frau Gemahlin im „Schimmel" zu Raudenberg bleiben. Die Mahlzeiten nahmen sie zusammen mit dem preußischen Offizier ein Man H' “n\ So
gut, dah der Tuchhändler Schütz aus Olmütz am letzten Abend bei einer guten Flasche Wein zu fragen wagte, ob etwas Wahres an dem Gerücht frt, bah ber König Olmütz zu belagern gebente. Geschäfte wegen mochte er es gerne wissen. '
Rittmeister Hagen lachte: „Man sieht bah Sie mcht So bat warem Sonst hätten Sie schon gemerft, bah so ein armer Rittmeister von der großen Kriegsführung auch nicht viel weiß ... Aber weil wir so nette Tage miteinanber verlebt haben, würbe ich Ihnen doch „raten, sich mit Madame demnächst auf eine Geschäftsreise zu begeben. Er i°h Rabenau prüfend an: „Eigentlich schade, daß Sie nicht Soldat sind, sonders, so ein verfluchter Krämer und Pseffersack! Die Statur dazu hatten Sie! Der Rittmeister schlug ihm auf die Schulter und hob sein Glas. „Ihr Glück, daß ich nicht Werbeoffizier bin ... .„ Na, Prost! Vielleicht sehe ich (Sh- doch noch einmal in der Montur —" _
Am nächsten Morgen konnten Monsieur und Madame Schütz endlich wieder in die Postkutsche steigen. Der Leutnant von Rabenau reiste noch als Bürger von Olmütz. Seine Montur barg der Hafersack zu Fußen des Postillons. Man konnte nicht wissen, ob die Husaren Nicht noch m ber Nähe waren. Unb bis Groß-Jaunitz mußte er ja doch mit ber Post fahren, wenn er nicht zu Fuß laufen wollte. Sein Pferb war beim I Teufel.
Gemächlich schaukelte die Kutsche durch das hügelige Waldtal über dem in der warmen Sonne schon ein Ahnen des Frühlings lag. Seme Hand hatte er um die Schulter feiner Reifegefährtin gelegt. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust. Hin und wieder seufzte sie leise. Am Abend war man in Iaunitz. Wie sollte bas werden? Es war wohl besser, ihm alles zu sagen. Ader sie brachte es nicht fertig. Sie hatte es ja schon vor drei Tagen tun wollen. Ader bann waren bie Preußen gekommen. Und später schämte sie sich. Sie hatte ihn bei dem Glauben gelassen, bah sie so etwas wie die Gesellschafterin ber alten Hartenberg sei.
Nach zwei Stunben waren sie in ebenem Land. Hinter einer Wegbiegung tauchten Gehöfte auf. Die Kutsche ruckt« unb stanb. Rabenau beugte sich vorsichtig hinaus: vor dem Dorfeingang hielt mit erhobener Hanb ein Reiter, ritt näher heran. Rabenau erkannte seinen Burschen. Der lachte beglückt, sprang aus bem Sattel, stand stramm. Rabenau nahm ihn um die Schulter, fragte vergnügt: „Was machst denn du da, Kerl?" , .. n
Der Bursche grinste: „Seit vorgestern warten wir hier schon auf den Herrn Leutnant."
„Und wo sind die andern, mein Pferd?"
Ser Dragoner zeigte mit bem Daumen auf bas Gehöft hinter sich. Eben larnen die andern gelaufen, setzten über Zäune unb Gräben. Ihren Leutnant hatten sie gern. Der Korporal melbete. Nach dem lieber« fall, fo berichtete er,' wären sie noch bis zum Morgen im Walde hinter der Wirtschaft geblieben. Dann hätten sie zu erfahren gesucht, was mit dem Herrn Leutnant geschehen sei. Erst am Nachmittage sei es ihnen gelungen. Da hätten sie den Hausknecht aufgegriffen,, der im Auftrag des Wirts nach ihnen suchte, chnen alles berichtete unb auch sagte, bah der Herr Leutnant zwar den „Schimmel" nicht verlassen dürfe, aber I sonst in Sicherheit sei. Der Unteroffizier schloß: „Und da haben wir I uns halt hier in den Weiler g’legt. Weil wir uns schon dacht haben, dah wenn die Preutzen wieder fort sind, der Herr Leutnant mit dem Postwagen kommen wird. Das Pferd vom Herrn Leutnant haben wir ja mitnehmen müssen. Sonst hätt' der Feind ja doch gleich g’mertt, daß


