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SiehenerZamilienbMer
Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang 1959 Montag, den <6. Januar Nummer 5
Ar kerzelmacher von Sankt Stephan
Lln helterer Llebeoroman von Alfons v. ezlbulka
aopytfgljf by Z. <B. Äotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart
' 15. Fortsetzung.
.Warum?"
„Weil Sie nicht reden. Liebeskummer ist doch das einzige, das einen Leutnant zum Schweigen zu bringen vermag."
Rabenau lächelte schmerzlich.-
, „Sie reiten in den Krieg und sind traurig, weil in Wien ein Mädel sitzt, das Sie lieb haben ... Ist das so schwer zu erraten? Sie sah ihn emartungsvoll an. Sie fürchtete seine Antwort.
I „Es war nur ein Traum, Demoiselle." Er seufzte.
Ein Gefühl der Freude durchströmte sie: „Nur ein Traum? Warum?"
I „Weil zu Ostern Hochzeit ist, aber nicht mit mir." Er sagte es leise und senkte den Kopf.
Sie war beruhigt, und nun tat er ihr leid. Sie berührte flüchtig seine Hand und sagte weich: „Enttäuschungen haben oft auch ihr Gutes, lieber Freund."
Oie Kutsche rollte in kurzem Trab durch ebenes Land, zwischen Wesen und Aeckern. Hunde schlugen an. Schattenhaft tauchten Bauern- hijie aus dem Dunkel. Auf ihren Dächern lag ein goldgrüner Schein. Wt zwei und drei. Dann roar’s eine Dorfgasse. Der Postwagen hielt o»r einem breiten, behäbigen Haus. Im Scheine einer Laterne pendelte über der Türe ein blecherner Schimmel. Die Tür ging auf. Ein Lichtstreif siel über Pferde und Kutsche. Der Wirt lief über die kurze Li ege herunter, riß den Wagenschlag auf, zog ehrerbietig das Küpp- djeu vor dem kaiserlichen Offizier.
Rabenau sagte: „Sein großes Zimmer ist doch wohl noch frei." Der Schimmelwirt dienerte. Rabenau nickte: „Führ Er die Dame hin- aut und dann komm Er zu mir!" Er half der Demoiselle aus der Kutsche, wartete bis sie im hell erleuchteten, nach Küche duftenden Hausflur verschwunden war. Dann wandte er sich an seine Reiter: „Die Ps-rde in den Hof führen! Aber mit dem Absatteln noch warten! Ich komme dann gleich." Er sah ihnen nach, wie sie durch das Tor hinter bet niedrigen Mauer verschwanden, die den Hof von der Straße trennte.
Er besah sich den Mit Pfützen bedeckten Platz vor dem Wirtshaus, vorsichtig mußte man sein. Es waren keine fünf Meilen mehr bis zur. preußischen Grenze. Das Nest schien nicht groß zu sein. An beiden Enden der kurzen Dorfstraße sah man die mondbeschienenen Felder. Nur neben der kleinen, hölzernen Kirche gegenüber der Wirtschaft zweigte noch eine zweite Gasse ab. Der Gasthof, dessen Lichter sich in bett Pfützen spiegelten, schien das größte Gebäude im Dorfe zu fein. Breit und gedrungen stand es neben einer Gruppe mächtiger Linden, durch deren kahle Aefte das Mondlicht auf einen, Erker fiel. Hinter dessen Fenster schimmerten Kerzen. Jetzt wurde «in Vorhang zuge- 3ogen. Das war wohl das Staatszimmer, in dem die Demoiselle Toi- letie machte. 1 "
Der Wirt trat aus der Tür, sah sich suchend um. Der Leutnant winkte ihn heran: „Hat Er was gehört, daß preußische Reiter in der Nähe sind?"
Der Schimmelwirt erschrak.
-,Lu erschrecken braucht Er nicht. Ich frage nur, weil die Grenze nicht weit ist."
„Von Preußen weiß ich nichts, Herr Leutnant. War heute morgen auf dem Pferdemarkt in Freudenthal. Da hätte ich doch etwas hören ntüjfen."
„Hat Er ein Zimmer für mich? — Na, was sieht Er mich so an?"
,Lch habe geglaubt —" Der Wirt machte mit dem Kopf eine Bewegung gegen das Erkerfenster und kratzte sich hinter dem Ohr. „Das Zimmer hat nämlich zwei Betten, und ich habe gedacht —"
Rabenau lachte auf: „Denk Er nicht so viel, Wirt!" Er ging durch boe Hoftor und pfiff. In langen Sprüngen kam der Korporal angchetzt. ßr kannte das schon. Wenn der Leutnant pfiff und nicht rief, war er gut aufgelegt. Und gepfiffen hat« er, weiß Gott, all die Tage noch nicht. Der Korporal stand stramm.
Rabenau überquerte mit ihm den Hof und trat durch eine offene Zmntüre in den Garten hinaus, der hinter der Wirtschaft lag. Ein breiter, leise gurgelnder Bach trennte den Garten von den Feldern. Am Mieren Ende der Aecker schimmerte in milchigem Schein ein Waldrand unter dem grünlichen Himmel. Rabenau ging an der Rückseite des Gast- Hoses vorbei. Eine hohe Mauer, die vom Haus zum Bache führte, wriperrte ihm den Weg. Er nickte befriedigt und kehrte zum Hoftor
zurück. Er wandte sich an den Korporal: „Hier vor dem Tor führt Er einen Posten aus! Mit Karabiner. Zu Fuß. Wenn der etwas Verdächtiges sieht, schießt er, springt hinter das Tor zurück, schlägt es zu und wirft den Querbalken vor. Wenn der Schuß fällt: die Pferde aus dem Stall und durch den Garten über den Bach aufs freie FeldI Am Waldesrand jenseits der Aecker «Appell! Wiederhol Er!"
Der Korporal leierte seinen Spruch herunter.
„3m übrigen könnt ihr jetzt absatteln, füttern und tränten! Laßt euch dann vom Wirt was Ordentliches für eure Bäuche geben! Er soll mir's auf die Rechnung setzen."
Der Unteroffizier grinste. Das war wieder der alte Leutnant von Rabenau! •
Rabenau sah auf die Uhr. „Jetzt ist es halb neun. Um elf wird wieder gesattelt! Die Pferde bleiben mit nachgelassenen Gurten im Stall. Drei Mann dürfen schlafen. Und sorg Er dafür, daß alle Haustüren versperrt b(erben!" Rabenau ging durch eine Seitentür in den Gasthof.
Der Wirt hatte in einem kleinen, behaglichen Raum neben der schon leeren Gaststube gedeckt. Die Demoifelle saß bereits am Tisch. Sie trug jetzt ein entzückendes Kleid: einen fußfreien, blaßblau und weiß gestreiften Reifrock und eine silberfarbene, spitzgeschnürte Taille, die die seidigen, zartgepuderten Schultern und Arme entblößte. Ihre Perücke war von bezaubernder Weiße. Als der Leutnant eintrat, las sie gerade ein goldgerändertes Billett. Sie blickte auf und lächelte: „Der Herr Leutnant läßt seine Dame recht lange warten. Mir knurrt schon der Magen."
Rabenau legte die Hände gegen den Ofen. Draußen war es falt gewesen: „Kaiserlicher Dienst, Demoiselle."
„Schon wieder!" Sie wies mit dem Arm auf den Stuhl zu ihrer Rechten. Dann schob sie das Billett In den Handbeutel. Wenn er wüßte!
In der Sonate dieser Tage klang schon leise das Scherzw auf.
Der Wirt brachte das Essen. Rabenau wurde gesprächig. Ein Gefühl des Behagens durchströmte ihn. Und doch war es erst wenige Tage her, daß er sehnsüchtig auf den Augenblick gewartet hatte, in dem er zum erstenmal mit Elisabeth Brand sprechen sollte. Noch quälte der Schmerz. Aber die Kleine hier war hübsch und hatte die besten Manieren. Wie seltsam war doch bas Leben! Aber warum sollte er es nicht nehmen, wie es war. Morgen war Krieg. Und das Mädel in Wien heiratete ja doch diesen Nußdorfer Tölpel. ,
Wer die Demoiselle war, hätte er gerne gewußt. Doch vielleicht hatte sie recht: was war schon ein Name? Er legte die Hand auf dl« ihre. Sie ließ ihn gewähren. Hatte die Kaiserin nicht geschrieben, sie solle gleich von allem Anfang an recht lieb mit ihm sein? Sie lachten sich an. Aber bann glitt doch wieder ein Schatten über fein Herz. Er stand plötzlich auf. Sie hob verwundert den Blick. Er sagte: „Ich muß nur nach den Posten sehen —"
Sie blickte ihm lächelnd nach. Es sah ganz danach aus, als würden sie die Kaiserin nicht brauchen. Er hatte ihr doch schon gestern gefallen. Noch ehe der Kurier bas Handbillett in den „Römischen Kaiser" brachte. Und baß auch er zu glühen begann, war unschwer zu merken. Es macht« ihr Freude, daß sie ihm gefiel, noch ehe er wußte, wer sie war. Daß aber diese Glut nicht zu früh und nicht heute schon zur Flamm« würde, dafür wollte sie schon sorgen. Freilich hatte ihr Herz noch niemals so heiß geschlagen. Aber sie traute sich dennoch zu, das Feuer zu dämpfen. Einen Kuß wollte sie dulden. Wie gerne! Aber dann wollt« sie ihm das Handschreiben zeigen. Wie wollten sie zusammen lachen, daß die Kaiserin diesmal mit ihrem Ehestiften zu spät gekommen war! Aber bann würde er doch in seinem Stall schlafen und sie in dem Staatszimmer.
Indessen hatte er den Posten revidiert, war die Dorfstraße hinauf und hinunter gegangen und hatte dann noch kurze Zeit nachdenklich in das Schweigen der Nacht hinausgeträumt. Das Mädel war schön. Aber Elisabeth Brand war es nicht. Er sah noch zu, wie die Dragoner die Pferde fältelten, weil es eben elf vom Kirchturm schlug. Dann ging er ins Haus zurück. Als er sich wieder an den Tisch setzte, meinte die Demoiselle: „Diesmal hat der kaiserliche Dienst wenigstens nicht lange gedauert." Sie- spielte Mik dem Billett der Kaiserin und sah lächelnd vor sich hin.
Er deutete auf das Schreiben und fragte: „Ein Liebesbrief?" „Peut-etre. Oder glaubt der Herr Leutnant, daß nur er verliebt fein darf?" Sie sah ihn zärtlich an.
„Die Demoiselle ist verliebt?"
„3a, warum nicht? Der Herr Leutnant hat mich nur nicht gefragt, in wen."
Da fiel draußen ein Schuß. Dann ein zweiter. Das Tor schlug zu. Rabenau sprang auf. Sie Demoiselle griff ängstlich nach seinem Arm. Er machte sich los. Vom Stall her war das Poltern von Hufen auf den Bohlen zu hören. Auf der Straße hallte Galoppschlag und etn


