selbst es sagt!

kleines Kind,

ein

war und daß es

Brombeeren

den

werden. Aber als

(Fortsetzung folgt.)

Eigentlich gegen Vivians Willen, die doch Anu allmählich auf Jlling- ton vorbereiten wollte. Aber der Name hatte die ganze Zeit aus dem Grunde des Bewußtseins geruht. Dort war er ihr lästig, sic wollt« ihn los sein. Nun knallte er los wie ein Feuerwerkskörper, der ein« schlecht vorbereitete Menge erschreckt. ,

Vivian hielt in der letzten Zeit gern Ruckschau aus ihr Leben. Do sah sie die verpaßten Gelegenheiten verdorrt am Wege liegen.

' Ihre Gedanken waren dann geneigt, Kompromisse zu schließen und das Schicksal mit dem Worte ,glätte ich damals" theoretisch zu be-

Vivian spürte, daß in Anns Seele kein Frühling eigentlich gut sei, Gilbert weit hinten im Park bei

richtigen.

Sie übertrug

Darum sagte wärest du, was

Wie du auf

Gott, wenn

Ober wie man das nennen will. Wenn sie es nur nicht merkt. Soll ich Ann alles wiederholen, was Sie gesagt haben?" fragt sie ernst.

,Hch fürchte, es wäre nicht günstig", meinte Gilbert kleinlaut.

Das fürchte ich auch. Nun, Ihre Anwesenheit wird auch ohne Worte für Sie sprechen. Aber vertrauen Sie ein wenig dem Zauber diefer checken und Wege. Ich sage, sie haben es in sich. Dort drüben sind Brom­beeren, Gilbert! Ich rate Ihnen, so lange welche zu pslucken, bis ich Ann vorbereitet habe, daß Sie hier sind!"

Er bat:Sagen Sie nicht zu viel!" ,

Haben Sie nur keine Angst, daß ich Ihrem Beispiel folge! Natür­lich ist es am besten, Sie sagen ihr alles selbst, was Sie auf dem cherzen haben. Noch besser ist es, Sie sagen überhaupt nicht, daß Sie Ann lieben. Warten Sie, bis Ann selbst es sagt!"

Ann mir?" ,

Natürlich! Ein richtiger Mann kann eine Frau schon dahin bringen!

Vorausgesetzt, die Frau liebt chn!" ,

Vorausgesetzt sie liebt mich", sagte er wie ein Echo. Er sah duster aus wie der Torbogen eines alten Klosters.

Gilbert riß an den Brombeeren und versuchte sie, als Vivian ins chaus gegangen war. Er stach sich an den Dornen. Die Beeren waren sauer.

Vivian sah Ann den Weg heraufkommen. Ann schritt über die gol­denen Ornamente, welche die Sonne durch die Kronen der Bäume auf den Weg zeichnete, sie setzte die Füße stampfend wie ' ts>:"x

das ärgerlich einem befohlenen Ziele zustrebt.

zu wissen. . ,

Es lag sonst nicht in Anns Charakter, zärtlich zu --------

sie die Tante Vivian erblickte, wars sie sich in ihre Arme. Daran konnte Vivian erkennen, daß Anns Herz weich war. Und Anns Herz war weich, weil sie sich nicht zu helfen wußte. Und weil sie sich nicht zu Helsen wußte, war sie unglücklich. Sie sagte es: ,Lch bin unglücklich, Tante

aber diese späte Milde auch auf andere Menschen. Tante Vivian:Ich dachte nur, an der Seite Gilberi- die Kunst angeht, vor weiteren Versuchungen sicher?" einmal auf Gilbert kommst? ..." meinte Ann.

du ihn nicht leiden kannst! Bist du wirNich ganz

Vivian!" . .

Etwas Seltenes bei deinem Charakter!" erwiderte Vivian.Warum bist du unglücklich?"

Spumante sagt, ich hätte keine Stimme!"

Das lügt er in seinen Hals hinein", sagte Vivian;ich höre dich doch!"

Keine Stimme für den großen Gesang!"

Ah! Aber du hast ihm das Gegenteil bewiesen!"

zDreimal habe ich es versucht! Aber er haf dreimal nein gesagt."

Ein Narr!"

Er sagte es sehr lieb. Und ich glaube, Tante Vivian, er hat recht. Deshalb bin ich unglücklich."

Vivian trug noch immer die Krinoline, obwohl die Kaiserin Engenie bereits vor drei Jahren auf einem Hosball ohne Krinoline erschienen war, ein Zeichen für die Modekünstler und Frauen Frankreichs, in eine neue Linie einzuschwenken.

Aber das dralle Rundgewand stand Vivian, es milderte die Strenge ihrer Erscheinung. Mit einer Krinoline ist es schwer, wie ein Kürassier die Treppen hinauf und hinunter zu poltern oder erschreckend männliche Gesten zu tun.

Vivian zog Ann in das schönste Zimmer des Hauses. Es war in Kirschbaum gehalten, mit geblümten Polstermöbeln, hell und duftig. Es war alles geschwungen wie die Krinoline. Die Schränke, die Tischbeine und die Stuhllehnen. Es war ein heiteres Zimmer.

Nun", sagte Vivian,setz dich! Laß uns miteinander reden!"

Eine verborgene Feierlichkeit schwebte. Ann wappnete sich mit Vor­sicht. Denn wenn Ann auch unglücklich war, so wollte sie Vivian keinen Einfluß über sich einräumen.

.Launen sind Schlingpflanzen und überwuchern den Verstand. Sieh micst an! Wir Morclands hegen unsere Verrücktheiten, statt sie am Wege liegen zu lassen. Wir schätzen sie wie ein Kleinod, und eines Tages ist eine Laune ein Laster! Ein Laster ist, was man nicht lassen kann! Und wenn man sich gar nicht zu helfen weiß, dann erhebt man das Einfache zur Laune. Sieh, ich konnte mich nicht verstellen und machte eine Tugend daraus. Ich sagte, was ich dachte, und hatte ein Vergnügen daran. Aber ich rouroe von niemandem verstanden. Das Schlimmste war, daß man mich komisch fand. Wenn die Männer über eine Frau zu lachen beginnen, zertrümmern sie in ihr die Fähigkeit, zu lieben."

Ann unterbrach:Was willst du eigentlich, Tante Vivian?"

Dich trösten! Die Morclands waren Gutsbesitzer, Züchter, manch­mal auch Spieler. Aber Säuger, nein, Sänger waren sie nie."

Vielleicht bin ich, ohne es zu wissen, romantisch?"

Vivian dachte an den Mann bei den Brombeeren:Sei es, mein Kind, sei es! Die Männer verlangen es! Ich war es nie! Und ich bereue es, obwohl ich nicht glaube, daß ein Mann bei mir ausgehalten hätte! Nein, tröste dich! Du hast Besseres als eine Gesangstimme!"

Ann schnappte die Luft, die Bivian bei ihrer langen Ansprache übrig- gelassen hatte, dann sagte sie:Ich weiß nicht, ob du mich verstehst, Tante Vivian!"

Warum soll ich dich nicht verstehen? Du bist in die Kunst ver­liebt, weil du in keinen Mann verliebt bist! Dabei ist es die höchste Zeit! In deinem Alter war ich es täglich!"

Oh, Tante Vivian! Und warum wurde nichts daraus?"

Beinahe bereute Vivian, ihre Seele den neugierigen Fragen dieses jungen Mädchens preisgegeben zu haben: ,Ich weiß nicht! Erstens war cs jedesmal ein anderer und zweitens hatte ich zu wenig Mut! Wahr­haftig", schalt sie,ich hätte vor dreißig Jahren irgendeinen dieser furchtbaren Kerle heiraten sollen! Es waren schlimmere darunter als dein Gilbert!"

Gilbert!

Da war es heraus!

und gar gegen ihn?" i

Damit erhob sie sich und machte eine Wendung zum Fenster. Di« Krinoline rauschte. Ann aber sah den Blick, mit dem Vivian Ausschau hielt. Ann wurde, ohnedies bereits im Gemüt erschüttert, hellsichtig.

Vivian, die sonst so überlegene Vivian, hob die Hände, als müsse si« das Mißtrauen, das Ann ihr zuwarf, wie einen Ball zurückschlagen. Ihr war zumute wie einer Katze, die aus Versehen ins Fuchseisen ge­raten ist.

Jetzt schrie Ann:Gilbert ist hier!"

Im Garten!" erwiderte Bivian erlöst.

Gilbert sah aus einer steinernen Bank in der Nähe der Brombeeren. Der Strauch war leer. Gilbert hatte Magenschmerzen.

Ann stürzte zum Fenster, riß es auf und schrie:Gilbert! Gilbert!

Er rannte der Stimme entgegen. Seine Seele brannte vor Freude Ann beugte sich weit aus dem Fenster und ries:Willkommen in Pans, Gilbert! Aber ich heirate Sie nicht! Niemals, hören Sie? Lieber nehm.! ich einen alten Kehrbesen!"

Sie schloß das Fenster wieder und sah Tante Vivian erschöpft an: Nun hat er wohl genug!"

So gut es die Krinoline erlaubte, sank Vivian in den Sessel:Do, Ann, vom Heiraten hat er kein Wort gesagt!"

Aber gedacht! Hat er nicht wenigstens gesagt, daß er mich liebt?! Sieh ihn doch an, diesen Duckmäuser! Sieh, was er für ein Gesicht mach«! Aber ich lasse in seine Hoffnungen hageln! Ach, diese Hoffnungen!"

Gilbert entzog Ann fein Gesicht, indem er ins Haus ging und lan® sam die Treppenstufen nahm.

Seine Mienen waren fauer wie die Brombeeren, die er geno||ni hatte. Außerdem erschreckte es ihn, daß Ann leidenschaftlich sein tonnte. Von der Seite kannte er sie gar nicht. Er hatte sie bisher für cim temperiertes Temperament gehalten.

Er betrat das Zimmer mit einer Zurückhaltung, die sich wie die En» schuldigung für seine Anwesenheit ausnahm.

Guten Tag, Ann, wie geht es?" sagte er. Sein Blick flehte Vivst« um Hilfe an. ~ , iL .

Vivian Moreland strich ihre Würde und die Krinolme glatt un b meinte, daß Gilbert ja nur gekommen sei, um die Damen nach Englai.) zu holen.

Der Wunsch meines Bruders", sagte si«,ist verständlich. Aber er ist nie Soldat gewesen, während ich, hätte sich mir das Schicksal gnädiger erwiesen und mich einen Mann werden lassen, es gewiß bis zum FM Herrn gebracht hätte. Die Preußen kommen, Paris wird belagert, iah werde mir ein solches Ereignis nicht entgehen lassen! Aber du, nwi Kind!" sie wandle sich an ihre Nichte,solltest wirklich nicht hierbleiben!!

In Anns Gedanken lag das Wort Spumantes:Auch die Liebe ill Gesang ..." ...

Da saß Gilbert, er verschlang sie mit den Augen, aber es war i®r nicht einmal unbehaglich. Es machte ihr überhaupt nichts. Nein, d°u war der Gesang der Liebe nicht.

Ich kenne doch meinen Vater! sagte Ann.Er hat Gilbert geschickt er soll mich nach England begleiten. Aber ich wette, er hat auch gesagt, das ist eine Gelegenheit: gewinnen Sie sich Ann!"

Wie genau die beiden Frauen Sir Anthony kannten.

Gilbert log:Ich verstehe Sie nicht, Ann! Denken Sie noch immer an den dummen Antrag?" ..

Die Liebe versuchte sich bereits in Diplomatie. Es schien, daß es -tr für Amor war, sich kopfschüttelnd zurückzuziehen.

Heucheln Sie nicht", sagte Ann.Und was Vater angeht, so ist ® unruhig, solange ich weg bin. Väter halten solche Gefühle für mr. Pflicht. Aber anderseits möchte er auch gern seine Ruhe haben Den« seine Ruhe liebt er noch mehr als mich. Hat er sie etwa gehabt, wen. ich auf Moreland Castle war? Nein! Wann aber wird er feine JW haben? Wenn ich verheiratet bin, und wenn mein Gatte die Pflicht sich meinetwegen zu beunruhigen." Sie seufzte:Ob es ein Ze>ta>>- geben wird, in dem junge Mädchen in meinem Alter etwas Vernünftig tun können, wenn sie nur wollen?"

Es gibt nur wenig Männer, die dem Gedankengang einer Frau folge' können, ohne ihn sogleich mit ihrem männlichen Gesichtspunkt zu v - binden. Rar wie Maiblumen zwischen Pslastersteinen sind solche Manne- Gilbert war aber keine Maiblume. Darum fragte er nicht ohne Ziner - Sie Heben jemanden?" ... ....

Sie sah ihn voll zuckenden Spottes an.Gewiß liebe ich." Sic Iacye> Einen alten Mann, der mir heute die Wahrheit gesagt hat." (fi. Er wußte nichts mit dieser Antwort anzusangen. Darnach tranken zu dritt beharrlich Tee und versuchten die Verlegenheit, di« sich Dr macht«, durch stures Schweigen abzuwürgen. . , .

Um diese Stunde brachte ein Bote einen Bries und ein kleines 4- für Ann Moreland.