all VsrgMyrn MtzerspannHMii MMch kritisch ftarj. Der a«e Dubslav nnhm indessen non alledem nichts wahr und fuhr fort. „Und seyen Sie, lieber Hauptmann, so hab ich's persönlich in meinen >un«en L^ihre auck noch erlebt und vielleicht noch em bißchen besser, denn, Pardon, jeder hält seine Zeit für die beste. Vielleicht sogar, daß tote mir zustimmen wenn ich Ihnen mein Sprüche! erst ganz hergesagt ha^n werde Da haben wir ja nun .jenseits des Niernen, wie manche Gebildete jetzt sagen, die .drei Alexander' gehabt, den ersten. den zweiten und den dritten, alle drei große Herren und alle drei richtige Kaiser und fromme Leute, oder doch beinah fromm, dies gut mit ihrem Volk und mit der Menschheit meinten, und dabei selber richtige Menschen; aber in dies Alerandertum, das so beinah das ganze Jahrhundert aus- lüllt da schiebt sich doch noch einer ein, ein Nicht-Alexander, und °hn^ khnen .u nahe treten zu wollen, der war doch der Häupter. Und das war unser Nikolaus. Manche dummen Kerle haben SpoMieder aus ihn gemacht und vom schwarzen Niklas gesungen, wie man Kinder mit dem schwarzen Mann graulich Machthaber war das ein Mann' Und dieser selbige Nikolaus, nun, der hatte hier, ganz wie die drei Alexander, auch ein Regiment, und das waren die Nikolaus-Kurassiere, oder sag ch lieber: das sind die Nikolaus-Kürassiere, denn wir haben sie, GottJe Dank noch Und sehen Tie, lieber Czako, das war mein Regiment, dabei hab ich gestanden, als ich noch ein junger Dachs.^r, und habe dann den Abschied genommen; viel zu früh; Dummheit, hatte lieber dabei
wackelt." s
Kurz vor elf, der Mond war inzwischen unter, brach man aus und die Wagen fuhren vor, erst der Katzlersche Kaleschwagen, dann die Gun- dermannsche Chaise: Martin aber, mit einer Stal aterne, leuchtete dem Pastor über Vorhof und Bohlenbrücke fort, bis an seine ganz irn Dunkel liegende Pfarre. Gleich darauf zogen sich auch die drei Freunde zuruck und stiegen, unter Vorantritt Engelkes, die große Treppe hinaus, bis aus den Podest. Hier trennten sich Rex und Czako von Woldemar, dessen Zimmer auf der andern Flurseite gelegen war
Czako, sehr müde, war im Nu bettfertig. „Es bleibt also dabei, Rex, Sie logieren sich in dem Rokokozimmer ein — wir wollen es ohne weiteres so nennen — und ich nehme das Himmelbett hier m Zimmer Nummer eins. Vielleicht wäre das Umgekehrte richtiger, aber Sie haben CS Und^während er noch so sprach, schob er seine Stiefel auf den Flur hinaus, schloß ab und legte sich nieder.
Rer war derweilen mit seiner Plaidrolle beschäftigt, aus der er allerlei Toilettengegenstände hervorholte. „Sie müssen nuch entschuldigen, Czako wenn ich mich noch ein Diertelstündchen hier bei Ihnen aufhalte. Habe' nämlich die Angewohnheit, mich obends zu rasieren, und der Toilettentisch mit Spiegel, ohne den es doch nicht gut geht, der steht nun mal hier an Ihrem, statt an meinem Fenster. Ich muß also stören
Mir sehr recht, ttotz der Müdigkeit. Nichts besser, als noch em bißchen aus dem Bett heraus plaudern können Und dabei so warm eingemummelt. Die Betten auf dem Lande find überhaupt das beste.
Nun Czako, das freut mich, daß Sie fo bereit finb, mir Quartier 3U gönnen Aber wenn Sie noch eine Plauderei haben wollen, so müssen Sie sich die Hauptsache selber leisten. Ich schneide mich sonst, was dann hinterher immer ganz schändlich aussieht. Uebrigens muß ich erst Schaum schlagen, und so lange wenigstens kann ich Ihnen Red und Antwort stehen Ein Glück nebenher, daß hier, außer der kleinen Lampe, noch diese zwei Leuchter sind. Wenn ich nicht Licht von rechts und links habe, komme ich nicht von der Stelle; das eine wackelt Zwar (alle diese dünnen Silberleuchter wackeln), aber .wenn gute Reden sie begleiten ... Also strengen Sie sich an. Wie fanden Sie die Gundermanns? Sonderbare Leute — haben Sie schon mal den Namen Gundermann gehört?
„Ja. Aber das war in .Waldmeisters Brautfahrt'."
Richtig- so wirkt er auch. Und nun gar erst die Frau! Der einzige, der "sich sehen lassen konnte, war dieser Katzler. Ein Kararnbolespieler ersten Ranges. Uebrigens Eisernes Kreuz."
„Und dann der Pastor." .
, Nun ja, auch der. Eine ganze gescheite Nummer. Aber doch ein wunderlicher Heiliger, wie die ganze Sippe, zu der er gehört. Er halt zu Stöcker, sprach es auch aus, was neuerdings nicht jeder tut; aber der neue Luther', der doch schon gerade bedenklich genug ist — Maiestat bat ganz recht mit seiner Verurteilung —, der gebt ihm gewiß nicht weit genug Dieser Loren,zen erscheint mir, im Gegensatz zu seinen Jahren als einer der allerjüngsten. Und zu verwundern bleibt nur, daß d«r Alte so gut mit ihm steht. Freund Woldemar hat mir davon erzählt. Der Alte liebt ihn und sieht nicht, daß ihm sein geliebter Pastor den Ast absägt, auf dem er sitzt.
| (Fortsetzung folgt.)
immer greulich finde."
"Was"meine Gefühle für Sie steigert. Aber die Geschichte: Da war also drüben in Köpernitz diese La Roche-Aymon, und weil sie noch die Prinz-Heinrich-Tage gesehen und während derselben eine Rolle gespielt hatte, so zählte sie zu den besonderen Lieblingen Friedrich Wilhelms IV. Und als nun — sagen wir ums Jahr fünfzig — der Zufall es fugte, daß dem zur Jagd hier erschienenen König das Kopermtzer Frühstück, ganz besonders aber eine Blut- und Zungenwurst, über tue Maßen gut geschmeckt hatte, so wurde dies Veranlassung für die Gräfin, am nächsten Heiligabend eine ganze Kiste voll Würste nach Potsdam hm m die königliche Küche zu liefern. Und das ging fo durch Jahre. Da beschloß zuletzt der gute König, sich für all die gute Gabe zu revanchieren, und als wieder Weihnachten war, traf in Köpernitz em Postpaket em, Inhalt: eine zierliche, kleine Blutwurst! Und zwar war es ein wunderschöner, rundlicher Blutkarneol mit Goldspeilerchen an beiden Seiten und die Speilerchen selbst mit Diamanten besetzt. Und neben diesem Geschenk lag ein Zettelchen: .Wurst wider Wurst'."
"Mehr als das. Ich persönlich ziehe solchen guten Einfall einer guten Verfassung vor. Der König, glaub ich, tat es auch. Und es denken auch heute noch viele so." . . , . . , , < ..
Gewiß, Herr Major. Es denken auch heute noch viele so, und bet dein Schwankezustand, in dem ich mich leider befinde, sind meine persönlichen Sympathien gelegentlich nicht weitab davon. Aber ich fürchte doch, daß wir mit dieser unsrer Anschauung sehr in der Minorität bleiben." , . . _
„Werden wir. Aber Bernunst ist immer nur bei wenigen. Es wäre das beste, wenn ein einziger Alter-Fritzen-Verstand die ganze Geschichte regulieren könnte. Freilich braucht ein solcher oberster Wille auch seine Werkzeuge. Die haben wir aber noch in unserm Adel, in unsrer Armee und speziell auch in Ihrem Regiment."
Während der Alte diesen Trumps ausspielte, kam Engelke, um em paar neue Tassen zu präsentieren. ,
„Nein, nein, Engelke, wir sind schon weiter. Aber stell nur hin ... In Ihrem Regiment, sag ich, Herr von Czako; schon sein Name bedeutet ein Programm, und dieses Programm heißt: Rußland. Heutzutage darf man freilich kaum noch davon reden. Aber das ist Unsinn. Ich sage Ihnen, Hauptmann, das waren Preußens beste Tage, als da bei Potsdam herum die .russische Kirche' und das .russische Haus' gebaut wurden, und als es immer hin und her ging zwischen Berlin und Petersburg. Ihr Regiment, Gott sei Dank, unterhält noch was von den alten Beziehungen, und ich freue mich immer, wenn ich davon lese, vor allem wenn ein russischer Kaiser kommt und ein Doppelposten vom Regiment Alexander vor seinem Palais steht. Und noch mehr freu ich mich wenn das Regiment Deputationen schickt: Georgsfest, Namenstag des hohen Chefs, oder wenn sich'- auch bloß um Uniformabänberungen handelt, beispielsweise Klappkragen statt Stehkragen (diese verdammten Stehkragen) — und wie dann der Kaiser alle begrüßt und zur Datei zieht und so bei sich denkt: .Ja, ja, das sind brave Leute; da hab ich "" Czakochttckte, war aber doch in sichtlicher Verlegenheit, weil er, trotz seiner vorher versicherten „Sympathien", ein ganz mod e r ner, p o l i ti s ch stark angekränkelter Mensch war, der, bei strammster Dienststchkeit, zu
Profite Dubskav schelmisch tntt dem Finget, „Ich verstehe. Sir I ftn^WS ich"mch7sprechen>^A^r wir von
S‘ fe Ä feSWÄÄÄÄ’&SS.'Ä halttich'e Madam. Und wie beseligt sie war, als sie den Namenszug auf >Zbrer Ackilelklavve glücklich entdeckt und damit den Anmarsch aus die Münzstrahe^ gewonnen hatte. Was es dach alles für Lokalpatr>ottsmen 6ibtl2ln dem unser Regiment teilnimmt ober ihn mitmacht. Die Welt um ben Alexanderplatz herum hat übrigens, so ihren eigenen Zauber, schon um einer gewissen Unrestdenzlichkeit willen. Ach sehe nichts, lieber als die große Markthalle, wenn beispielsweise die Fischtonnen rmt fünfhundert Aalen in die Netze gegoßen werden. Etwas Unglaubliches von @ed,S'e' mid) ganz darin zurecht und bin auch für Alexanderplatz und Alexanderkaferne samt allem, was dazu gehört. Und so brech ich denn auch die Gelegenheit vom Zaun, um nach einem Ihrer ftnheren Regimentskommandeure zu fragen, dem liebenswurmgen Obersten ^ j jner den ich noch persönlich gekannt habe. Hier unsere Srechttner Gegend ist nämlich Zeunergegend. Keine Stunde von hier liegt Köpernitz, eine reizende Besitzung, draus die Zeunersche Familie schon m friderizianischen Tagen ansässig war. Bin oft drüben gewesen (nun freilich schon Zwanzig Jahre zurück) und komme noch einmal mit der Frage: Haben tote den
CHerr$ Mastr Er war schon fort, als ich zum Regiment kam. Aber ich 'habe viel von ihm gehört und auch von Köpernitz, weiß aber freilich nicht mehr, in welchem Zusammenhänge."
„Schade, daß Sie nur einen Tag für Stechlin festgesetzt haben, sonst müßten Sie das Gut sehen. Alles ganz eigentümlich und besonders auch ein Grabstein, unter dem eine uralte Dame von beinah neunzig Jahren begraben liegt, eine geborene von Zenner, die sich m früher Jugend schon mit einem Emigranten am Rheinsberger Hoß mit dem Grafen La Roche-Aymon, vermählt hatte. Merkwürdige Frau, von der ich Ihnen erzähle, wenn ich Sie mal wiederfehe Nur eins müßen tote heute schon mit anhören, denn ich glaube, Sie haben den Gustus dafür.
„Für alles, was Sie erzählen." .. ,
Keine Schmeicheleien! Aber die Geschichte will ich Ihnen doch als
Andenken mitgeben. Andre schenken sich Photographien, was ich, selbst wenn es hübsche Menschen sind (ein Fall, der übrigens selten zutrifft),
bleiben sollen." m „
(Tinfn nickte, Dubslav nahm ein neues Glas von dem ®olbroaner. Untere Nikolaus-Kürassiere, Gott erhalte sie, wie sie sind! Ich mochte sagen in dem Regiment lebt noch die heilige Alliance fort, die Waffenbrüderschaft von Anno dreizehn, und dies Anno dreizehn, das wir mit den Russen zusammen durchgemacht haben, '""ner nebeneinander im Biwak, in Glück und Unglück, das war doch unsre größte Zett Großer als die setzt große. Große Zeit ist es immer nur, wenn s beinah schief geht wenn man jeden Augenblick fürchten muß: .Jetzt ist alles vorbei. Da zecht sick^s Courage ist gut, aber Ausdauer st besser. Ausdauer, das ift bie Hauptsache Nichts im Leibe, nichts auf dem Leibe, Hundekälte, Regen und Schnee, so daß man so in ber naßen P"tsche li^ß und böckiltens nen Kornus (Kognak, ja haft bu was, den gab es damals taum) und so die Nacht durch, da konnte man Jesum llchrifttim erkennen lermn Ich sage das wenn ich auch nicht mit dabei gewesen Anno dreizehn, bei Großgörschen, das war für uns die richtige 'Ißaffenbruber- schäft- jetzt haben wir die Waffenbrüderschaft ber Orgeldreher und der Mausesallenhändler. Ich bin für Rußland, für Nikolaus "sib Alexander. Preobraschenfk, Semenow, Kaluga, — da hat man die richtige Anleh nung; alles andere ist revolutionär, und was revolutionär ist, das


