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kein Schicksal/'
(Fortsetzung folgt.)
Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. - Druck und Verlag: Brühl sche Universitäts-Duch- und Steindruckerei, *X Lange. Sieben.
draußen kräftig und der süllig- Sommergewand
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klingelte.
Eine laute, rasche, muntere Stimme sprach slussig, große, entzauberte Peter in weithosigem prächtigem stand in der Tür. „Ich komme zu früh?"
„Kennen Sie Scribles, Peter?"
„Scribles, Katarina —?" Er lachte stark. „Guter, von mir, der kleine Johnny, prächtiger Kamerad...
Brauen. .
„Wirklich böse? Auch ein Kabelspruch ist bloß ein Stück Papier und
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hören lassen?"
„Aha! Aha!" .
„Aha —?" Peter war bloß schwach verlegen, wie „ „ . ruhiger Neufundländer, der etwas ausgefressen hat. „Was wollen Sie mit Scribles, liebe gnädige Frau?"
Das frage ich Sie, lieber Herr Geyck! Sie haben ihm geschrieben?
Peter, der seit einigen Tagen mit neuer Frische und Entschlossenheit aus Neuruppin zurück war, nahm Platz und sah beinah verschmitzt vor sich hin. Aber er wurde sogleich ernst und sah dem früheren edelschonen, leidenschaftlich bewegten Lord Peter wieder einmal ähnlicher. „Ja, ich hab' ihm geschrieben, Katarina: ich habe ihm auch Bilder geschickt Ich war ihm grade einen Gruß schuldig. Ich konnte nicht anders. Natürlich weiß Johnny längst von Ihnen. Er hat Sie, wie ich bestimmt weih, schon in London oder sonstwo gesehn."
„Warum taten Sie das, Herr Geyck?" .
„Weil es Unsinn ist, daß Sie sich einsperren lassen wollen, Katarinas Für eines — seien Sie mir nicht unversöhnlich böse, wenn ich es runb= weg sage! — für eines Mannes schauerlichen Egoismus einsperren lassen wallen ... Wenn es auch ein berühmter Professor ist!"
„Ein sehr starkes Stück, Herr Geyck!" sprach sie. mit strengen, hohen
Am dritten Tag fuhren sie gegen Abend ?ur Bahn. Dr Wiedehöft war unter einer riesigen gelben Reisemutze mit kolossalem Schild, schon zur Stelle und widmete sich nach kurzer, aufgeregter Begrüßung wieder seinen zahlreichen weiblichen Anverwandten, die für Leben und Ewigkeit von ihm Abschied nahmen. , , ,, o
Es verging noch eine Biertelstunde, zah und langsam, wie alle Zeit auf Bahnhosen vergeht. Der Professor belegte seinen Platz 'M Schlaf- wagen. Kaufte Zeitungen. Sie sprachen und schwiegen. Er hielt ihren
^rt2)a hätte sie seinen Arm umklammern mögen. Denn nun fiel mit einemmal auch hier und ganz schwer aus grauem Dampf, aus müder Dämmerung, aus dem gespenstischen Licht der hohen Halle, aus Lärm, Hast und stürmischem Durcheinander der Menschen und Dmge die Angst und Verzagtheit wie ein giftiger, hitzender Schleier auf sie nieder. Sie lächelte und war fchön in dem kranken Licht.
Nun war es Zeit. Er hielt sie stark im Arm. Sie sprachen noch ernste Worte. Dann stand er am Fenster. mi_
Sie winkte mit dem Taschentuch, lachte und sagte sich. Es tut mir doch von Herzen leid, daß er wieder wegfährt! Dann vergaß sie zu winken, lieh bloß das Tuch flattern, und ohne daß sie s wußte, prang es ihr feucht in die Augen. Da lächelte sie wieder und wink e w'eder und ließ dann den Arm müde sinken und war ganz ruhig und erleichtert.
XX.
Mancher Tag ist eine Woche und manche Woche ist einen Monat wert.
Kurze Briefe und bunte Karten kamen aus Lund. In den Zeitungen standen lange Berichte, dazwischen Louis Hasselbrink, der große Pro- essor, im Frack am Rednerpult, im Gespräch mit dem schwedischen Kronprinzen, beim Festessen hinter Blumen und einem halben Dutzend Glasern zwischen zwei stattlichen, eleganten Damen, die nicht mehr ganz; ,ung zu sein schienen. Katarina sammelte und las alles eifrig, und die Mama war bis ins Herz ergriffen von „unserm Louis . „Mein Schwiegerfohn, sagte die Mama zu ihren Freunden und Bekannten und war letzt immer unterwegs. —
Am Ende der zweiten Woche hängte sich Herr Mansred Spilke wieder ausgeregt ans Telephon. „Gnädige Frau, ich muß Sie sofort sprechen!
„Das geht nicht, lieber Herr Spilke! Ich fahre in einer Stunde nach
Katarina kann sich nicht entscheiden.
Roman von Viktor vonKohlenegg.
Copyright 1932 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.
(Fortsetzung.)
Dann fuhr sie mit ihm nach dem rosa Haus und saß und bewegte sich dort noch eine Stunde lang wie in einer lieben, vertrauten Welt.
„Fahr mit nach Lund, Katarina!" .
„Nein, das geht doch nicht." Sie entzog sich ihm mit großem Blick und verschloß sich, obwohl sich ihre Hand hart um die seine krampfte.
Sie faf? ihn freimütig und fest an, als wünsche auch sie, bei ihm zu sein. „Ich will es so. Wie lange bleibst du dort? , ,
Noch unbestimmt. Die Sache dauert offiziell gute vierzehn Tage. Dann Einladung zum König nach Stockholm."
Sie nickte, die Hand um feine Hand gepreßt, als billige sie aU<?,3d) habe noch niemals die großen Ferien so gründlich verbummelt!" sagte er böse. „
Sie nickte wieder, als heiße sie auch das gut. Und bald darauf erhob sie sich. „Du haft noch viel an deinem Bericht zu arbeiten, Lu. Sw sollen in Lund nicht sagen: .Er ist ein großer Mann aber " hatte! 4 besser vorbereiten sollen!' Du mutzt morgen in aller Frühe nach Tegel hinaus Nein, ich möchte jetzt gehn, Lu!" bat sie. „Die Mama erwartet mich! Bist du morgen zum Tee bet uns? Gut, ich bringe dich dann ms Institut hinaus. Fahre dich auch am Morgen hinaus. Das ist hübsch! Dr. Wiedehöst und Dr. Hornbogen sind schon zuruck? Sie werden die Flaggen hissen. Wir sprechen uns morgen früh am Telephon... Du holst mich ab?"
„Was ist mit dir los, Katarina? . ,
Weshalb? Ich freue mich, Lu!" bekannte sie ganz ehrlich und leidem schaftlich — und verschloh sich im nächsten Augenblick wieder, und noch unlöslicher, unter einer jäh und unheimlich wachsenden untergründigen ^Tnächften"Morgen, ziemlich zeitig, wie jedesmal, mebdete sich, wie er versprochen hatte, Wil am Apparat. Er hielt immer Wort, vergaß keine Verabredung. „Wie ist es also heute mit Schonholz, Katarina?
„Aber, Wil! Das ist Irrsinn!"
„Noch immer keine Neigung? Der hohe Herr könnte mitkommen."
,Der hohe Herr hat wenig Zeit, Wil. Muß noch schauderhaft viel arbeiten. Aber mein famoser alter Freund Wil könnte lieb und nett sein und am Tulpenweg guten Tag sagen! Er würde eine vorzügliche Tasse Kaffee bekommen und dazu Stoff zu einer großartigen Ausfrage und zu einem Aufsatz über berühmte Renaissance in Privathanden. Offfn 9"
Sie schien seltsam hartnäckig Wert darauf zu legen, daß Wil Möncke seine Aufwartung mache. Die Begegnung zwischen Wil und Louis schien ihr nicht unbehaglich zu sein. Wil war kein Peter. War bloß der famose,
„Also: um fünf, Wil! Pünktlich — Horen Sie? Denn der Professor, wissen Sie, Wil... Ja — pünktlich um fünf!"
Wil kam eine halbe Stunde nach sechs, was er ruhig feststellte. Ein Mann, der heute in Schanghai ausstieg und bald darauf in Kalkutta die Beine übereinanderfchlug, achtete nicht sehr auf kleine Zeitunter- ^Der Professor war von Katarina aus den erfreulichen, auf zwei Kontinenten geschätzten Wil Möncke vorbereitet worden, und er war in Sachen Katarina kein Spielverderber. Er ließ sich auch ein bißchen von ihm aussragen — so, wie ein junger Monarch mit einem älteren Gelehrten respektvoll plaudert und einiges fragt.
Danach gingen sie durch die berühmten Kunstkammern. Dabei war es für Wil besonders herrlich, wenn er die Augen einmal von allem Glanz abwandte und auf die erschütternd lebendige, schöne Katarina richtete. Zuletzt sahen sie in der Bibliothek und rauchten. Man merkte dem Professor die lange Arbeitsnacht in Tegel nicht an. Katarina aber beschloß, nachher mit Wil wegzugehen — und sei es nach Schönholz.
Wil beobachtete die beiden mit seinen scharfen, eisenhellen Augen. Schien auch hier einiges knapp und eindringlich festzustellen und mit hin und her gehenden Augen zu vergleichen. Als es sieben schlug, erhob er sich. „Ich muß nun gehn, Herr Professor. Auch Sie sind beschäftigt Ich danke."
„Sie wollen gehn, Wil?"
„Ja, Kat. Ich muß noch nach Schönholz..."
„Gehn Sie nach Schönholz, Will" sagte sie erbittert. Nein, das lockte sie denn doch nicht! Sie lachte. „Ich bringe dich jetzt nach Tegel, Lu. Du sollst nicht meinetwegen wieder die ganze Nacht da draußen sitzen! Das ist auch für den zarten Dr. Wiedehöst nicht gut. Das verbiete ich euch!"
„Wir werden bald herrlich im Zug schlafen."
Sie bewegte sich lächelnd, ganz Herrin am Tulpenweg. „Du wirst mir heute folgen, lieber Lu!"
Wils Augen gingen, ernst und klar erfassend, hin und her. Er gab Katarina die Hand — küßte die Hand, in einer jungenhaft betonten Art, zärtlich, daß sie es rieselnd den ganzen Arm hinauf spürte. Er gab auch dem Professor die Hand. „Ich habe mich gefreut, Herr Professor. Hals- und Beinbruch für Lund!"
Damit ging der kleine, lange Wil. wie die „Mädchen" Julia und Katarina ibn genannt hatten, noch heute nannten, davon — nach Schönholz.
„Ich werde dich jetzt nach Tegel fahren, Lu!" gebot Katarina unsicher, als sie allein waren.
„Nein, wir wollen hierbleiben, Katarina!" entschied er und nahm sie fest in seinen Arm. ,/Oas andere hat Zeit."--
Treptow."
„Eine halbe Stunde, gnädige Frau!
„Also: Was ist los? Das muß sich auch am Telephon sagen lassen.
Es geschähe besser Auge in Auge. Ungeheuer wichtig. „Bitte? Also schön — John Scribles kabelt mir eben: .Sucht Katarina,Gugernell für Season in den Staaten sestzumachen! Heirat kein Hindernis. Schickt Bll- der von Professor für Propaganda! Garantiere hundert Abende zu — Spilkes gepflegte Stimme klang heiser und überschlug sich, als er die Dollars nannte. „.Unterrichtet Presse dort! John Scribles.'"
„John Scribles? Was ist das?"
„Ein kolossal wichtiger Manager drüben, gnädige Frau. Sehr großer Herr. Ich bitte Sie, gnädige Frau —", säuselte Spilke und schien an seinem Apparat tobsüchtig zu rütteln.
„Heute nicht, lieber Herr Spilke!" erklärte sie ruhig, indes ihr Herz zu hüpfen und zu pochen begann. In der Luft klang und schwang Musik, zärtlich lockende und berückende Musik, nach der sie die Glieder selig hätte regen mögen.
Aber dahinter steckte vermutlich noch etwas anderes? glaubte sie dann argwöhnisch. Nein, sie dursten es ihr nicht schwer machen — nicht zu schwer, die Leute! Man wurde ein bißchen und bis ms Herz und die Nerven hinein müde und mürbe von diesen alten, ewigen Gedanken und unvergeßlichen Geschichten...
So saß sie auch noch im Wohnzimmer, als es


