Ausgabe 
28.5.1934
 
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Eichener ZamlienbMer

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger________

Jahrgang 1934 Zreitag, den 4. Mai Numm^34

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stirne kraus.Friedrich Karl, der junge Administrator, kann in Regensburg gut ilbes Kind, sonst wüßte er, baß Mapnes-

betn, wenn sie glauben, es mit gutem Gewissen tun zu können! Um einer Drohung willen werde ich kein Liederjahn und bleibe

""'Wo ltt^ Ihr °Euch unterstehen, der Hölle und allen Teufeln zu trotzen?" legte sich der Bürgermeister Künkele ins Wort. »Nord- chwaben ist in den Händen der Franzosen. Was tun wir Böses wenn wir für den Frieden sind und den Franzosen gastfreundlich die Tore öffnen? Sie werden uns kein Haar krümmen.

.Mögen die neunundneunzig souveränen Herzöge, Fürsten, Markgrafen, Prälaten, Ritter und Reichsstadtherren, die vom Bodensee bis zum Neckar das Schwabenland regieren, auf ihr " ' -"rnasrecht mit dem Fernde pochen! Mögen Und wenn ihr Ränkespiel das Deutsche t, öffnet Schorndorf seine Tore nicht dem Kommandant der Stadt bin," entgegnete

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Kuckuck! ,

Oer Kuckucksschrei.

Von WilhelmPleyer.

Kuckuck!

Die Wiesen schwellen von Grün, Weichgoldig die Löwenzahnsterne glühn Und Sängerlein jubeln wie nimmer gescheit, Weil aus den Wipfeln der Kuckuck schreit.

den Befehl", erhob sich der Kriegsrat Luern Posten nicht gleich übergeben, doch ankommen lassen. Im Notfall zieht Ihr kapitulieren könnt."

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Von Rudolf Behrens.

Der Bürgermeister Künkele von der württembergischen Stabt Schorndorf im freundlichen Remstale stützte sein sorgemchweres 5>aupk. Er grübelte. Seine Frau, die mit einer Nadelarbeit neben ihm'saß, blickte ihn halb neugierig, halb mißtrauisch an. Plötzlich stand der Bürgermeister auf, lief wie ein uMgeicheuchte» ^tlö durch die Stube und blieb vor seinem Weibe stehen:

Weiß die Künkelin, daß die Stuttgarter Kommissare in der Stadt sind? Weiß sie, was der Hofjunker von Hoff und der Krlegs- und Kirchenrat Tobis Heller von unserem Kommandanten wollen?

Die-Bürgermeisterin legte das Nähzeug aus der Hand und ant­wortete-Ich weiß, in Schwaben ist die Hölle los. Ein teuflisches Gesindel hat die Rheinyfalz in^inen Schutthaufen verwandelt. .».1 tint mit nberaoiieu. Da» Rheiutat ist eine

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-XAI/X- ilbes Kind, sonst wußte er, baß rvtartnes- I Angstbefehl eines schwachen Herrn."

tt Ruhe," mischte sich der Untervogt eut. richt sind für die Kommissäre. Die sran- Eßlingen erwarten höfliches Entgegen- ^flW rttgart in der Hand. Lieber den Feind in oct «sraor ais oen -4.00 auf dem Wall!"

Verräter seid Ihr!" wetterte der Kommandant.Zweitausend Dublonen bot mir Melae für Raison und Uebergabe unserer Stadt. Hütt' ich ein feiges Herz wie Ihr gehabt, so war ich jetzt ein reicher Mann." Verbittert verließ der Kommandant die Rats­versammlung und begab sich auf den Wall.

Die Bürgermeisterin Künkele ahnte nur zu gut, wie es im Rate und um Schorndorf stand. Sie schickte unverzüglich zu ihrer Freundin, der Hirschenwirtin, und beriet mit ihr da» Schick,al der Stadt:Wenn die Männer zu Weibern geworden sind, dann müssen die Weiber halt Männer werden. Sie mögen nn Staatsrat feine Reden halten, indessen wir im Krieg»rat handeln. Auf der Stelle schlagen wir los, um allen Bürgern zu zeigen, rote man Schorndorf retten kann," so schloß die Künkelin.

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t't' ^Vist^du blind "geworden?" zürnte die Frau und blitzte ihn mit ihre? funkelnden Augen an/Nach der Pfalz kommt Schwaben an die Reihe. Schorndorf steht auf der Liste. Weißt du nun, um was e® Sch^will zum Wohle unserer Stadt mit Frankreich Frieden halt-w Dummheit und Schorndorfs Trümmerhaufen.

"Was unserer Stadt dient, wird der Rat entscheiden. Da ftefj. Der Bürgermeister blickte zum Fenster hinaus und wies auf d e Straße.Die Stadtknechte haben Eile, mich und die Richter zum ... finien " Der Bürgermeister wandte sich zum Gehen.

%°r L Tür tratlhm die Künkelin entgegen und fragte hart: ^Seifllinöd" rief sie ihm ins Gesicht. Dann war sie mit ihrem

Z°^il "der "großen Ratsstube von Schorndorf feilschten die Stadt­väter mit den Stuttgarter Kommissären der herzoglichen Regie-

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lierung übcruc6c» Die Stuttgarter zerren mögen iticm mnuvw, öa« es ihnen mit Schorndorf gehen werde wie mrt Tübingen und dem Hohenasperg!" Der Mut der Frauen wuchs. Sie-hattencmen, Willen und ein Ziel. Es wurden Kompanien ^bildet Onizierin- ncn ernannt. Diese erhielten Degen und kurze Gewehre. Aul Be­fehl der Künkelin drangen sie vor das Rathaus, tn dem die Man-

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warten. Sie selbst schlüpfte vom Flur aus in den Kachelofen der aroßen Ratsstube und wurde Zeugin einer schimpflichen Ver­handlung. Als sie von Kapitulation und nie gehaMnen franzö­sischen Versprechungen hörte, wußte sie genug. Blitzschnelleilteue hinaus, ließ das Rathaus von ihrer Schar besetzen und drang mit einem Teil des Weiberheeres tn die Natsstube. Die Kom­missäre entsetzten sich: die Natsherren waren über ihre eigenen Weiber bestürzt und alaubten an einen nblen Scherz.

Da stellte sich die Künkelin drohend mit gezogenem Degen vor ihren Mann und rief mit furchtbarem Ernst:Mil.meiner-eigenen Srand erschlage ich dich, wenn du an Schorndorf zum Verräter wirst' Weh Euch, wenn Ihr für Uebergabe stimmt! Alle Verräter werden von ihren eigenen Weibern totgeschlagen.

Der Bürgermeister wurde leichenblaß. Ehe er antworten konnte fuhr seine Frau fort:Was Ihr beschließt, tst gleich. Die Stadttore besehen wir,- der Kommandant bleibt auf seinem Posten. Niemand kommt ohne Verhör aus diesem Saale. Wer für Uebcr-