Ausgabe 
26.11.1934
 
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Sternenstoff.

In Südwesten schließt sich an die Eggerth-Werke eine größere Ebene Ihr Boden besteht aus dem Abraum eines Braunkohlenbergwerkes. ist Oedland, von Mensch und Tier gemieden.

Hier ging .St 10' kurz nach Mitternacht mit abgeblendeten Schein­werfern nieder. In einer halben Meile Entfernung sahen seine Insasse- die Eggerth-Werke im strahlenden Glanz von tausend Lichtern liegen Dort wurde ja Tag und Nacht gearbeitet, um die neuen großen Auftrag! zu bewältigen.

Hansen verließ das Schiff und marschierte durch die Dunkelheit davon Der Professor blieb mit seinem Sohn und Berkoff zurück. Noch einmal setzte er den beiden seinen Plan auseinander, dessen Einzelheiten genau innegehalten werden mußten, wenn die Täuschung gelingen sollte, die er für notwendig hielt.--

Auf der Landstraße im Westen wurden die Lichter eines Kraftwagens sichtbar. Sie verschwanden, tauchten wieder auf, waren eine Weile wie­derum verschwunden, und dann stand ein großer Lastkraftwagen dich neben dem Stratosphärenschiff. Hansen kletterte vom Führersitz und klopft« im Morserhythmus gegen den Rumps von ,6t 10*. Der Professor tarn heraus und besah sich den Wagen.

Gut, Herr Hansen! Wo haben Sie ihn her?"

Bon Müller & Bergmann. Trotz der nachtschlafenden Zeit war M noch Gott sei Dank jemand im Kontor. Die Leute haben in den letzte« Tagen viel Fuhren für unser Werk gemacht. Sie gaben mir den Waget, ohne irgendwelche überflüssigen Randbemerkungen zu machen.**

Um so besser, Herr Hansen! Jetzt an die Arbeit. Wir werden wähl

I alle etwas schwitzen müssen.**

Die Arbeit, zu der Professor Eggerth rief, war im buchstäblichen SinA des Wortes eine schwere. Es handelte sich darum, die Erzbrocken, die f|f aus der Antarktis mitgebracht hatten, aus dem Schiff in das Auto F transportieren. Kantige, zackige Stücke, einzelne darunter im Gewicht ve> mehreren Zentnern, alles in allem eine Menge von reichlich fünf Tonnen Ihre Hände trugen manche Blafe und manchen Riß davon, bis die Ar­beit getan und das letzte Stückchen Erz in den Wagen umgeladeu war lFortfetzung folgt.)

und trieb langsam den Hang entlang. Die Stunden verstrichen, wahrend .St 10' das Ringgebirge absuchte. Ein paar dutzendmal lockte glanzender Schimmer sie zu neuer Landung. Der Boden war so heiß, daß er rhre Sohlen fast versengte. Jedesmal brachten sie dabei Stucke ,enes schweren glänzenden Metalls in das Schiff. Mehrere Tonnen des unbekannten Stemenftoffes hatten sie an Bord, als die Umfahrt über dem Krater» aebirae vollendet war. ... .

Noch einmal machte Berkoff eine genaue Ortsbestimmung, wahrend Hein Eaqerth eine Skizze des Geländes entwarf. Sie zeigte eine ziemlich genau kreisförmige Krateröffnung, umgeben von einem Kinggebirge, das nach außen hin gleichmäßig abfiel und in die umgebende Ebene aus» lief. Der Professor nahm ihm das Blatt ab und steckte es in feine Brief- > ^Das soll die Unterlage werden, Hein**, sagte er dabei, ,mach der wir unsere künftigen Pläne ausarbeiten wollen. Jetzt wieder Kurs auf die Station von Wille und absolutes Stillschweigen über alles, was wir hier gesehen haben." m .

Mit voller Motorenkrast schoß das Schiff von bannen. Bald lag wieder die eisige Antarktis unter ihm, und die Dunkelheit wich allmäh­lich grauer Dämmerung. Der Helle Schein der neuen Lampen rotes ihnen die Station, das Knarren von Kränen und das Geräusch von Hammer- schlügen drang zu ihnen, als das Schiff sich senkte. Nur etwa sechs Stun­den hatte die Exkursion von ,St 10' beansprucht. Rust.g waren wahrend dem die Arbeiten in der Station fortgeschritten. Für das Zerstörte boten die Baustapel, die .St 9* zurückgelassen hatten, reichlich Ersatz. Besonders schwer hatte, wie es sich jetzt beim Aufräumen herausstellte, das Obferva-

rotr jetzt weiterfliegen." ...

Kaum 50 Meter über dem Boden glitt das Schiff langsam vorwaNs. Da blitzte es wieder aus. Eine neue Landung. Wieder wurde ein metalli­scher Brocken gesunden, diesmal so groß und gewichtig, daß sie ein Hebe­zeug holen mußten, um ihn an Bord bringen zu können. Und je weiter sie kamen, desto öfter wiederholte sich das. Wohl ein Dutzend solcher Fundstücke im Gesamtgewicht einer Tonne etwa hatten sie schließlich

Etti^schweres Bombardement ist das gewesen", sagte der Professor. Der Bolide hat nicht schlecht um sich gestreut. Selbst wenn wir mcht mehr viel weiterkommen, so wissen wir jetzt doch, was wir wissen wollten." , ..

Die Befürchtung, daß ein weiteres Vordringen bald unmöglich wer­den könne, war nicht von der Hand zu weifen. Es herrfchte draußen eine fast tropische Temperatur und auch der Boden war an der letzten Landungsstelle schon reichlich warm. '

Noch etwa drei Kilometer dürsten wir von der Sturzstelle entfernt fein", meldete Berkoff. In der Tat begann das Gelände jetzt sehr merklich zu steigen. Das Schiss war an dem äußeren Hang des Kratergebirges angekommen, das der Bolide bei seinem Anprall aus der Ebene empor­quellen ließ. .... m .

Mit geringster Geschwindigkeit glitt es dicht über dem Boden den Abhang hinaus. Im Licht der Scheinwerfer blinkte es auch hier an zahl­reichen Stellen metallisch aus, aber der Professor sah im Augenblick von einer Landung ab.

Nun hate das Schiff den Kamm des Kratergebirges erreicht, ,6t 10 hing dicht über der klaffenden Wunde, die der Bolide bei feinem Sturz in die Erdkruste gefdjlagen, und ließ feine Scheinwerfer in dis Tiefe spielen. Leichte Dunstschwaden wallten im Grunde etwa 200 Meter unter dem Schiff. Wo sie lichter wurden, schimmerte der Kraterboden unter den Scheinwerferstrahlen in tausend Reflexen.

Hansen führte die Rechte zu einem Hebel.Sollen wir finken?"

Der Professor schüttelte den Kopf:Noch nicht!"

Er trat zu dem geöffneten Fenster und beugte sich hinaus. Unerträg­lich warm schlug ihm die Luft entgegen. Irgendwelche Gase mußte sie enthalten, die ihn einen Augenblick schwindeln machten und zum Husten zwangen. Mit jähem Ruck schloß er das Fenster.

Steigen! Schnell steigen!" schrie er Hansen zu.

Stärker wirbelte die Hubschraube, ,6t 10* stieg und schob sich gleich- zeittg mit seinen Horizontalpropellern von der Kratermündung fort. Als es wieder über dem Außenhang stand, befahl Profefior Eggerth zu landen.

Was hast du beschlossen?" fragte Hein, als bas Schiff aufsetzte. Pro­fessor Eggerth sah blaß aus. Es bauerte eine Weile, bevor er zu sprechen begann.

Das hätte böse ausgehen können. Der Krater ist mtt Gasen ... wahr­scheinlich mit Kohlenwasserstofsgasen bis zum Rande gefüllt. Ein wenig tiefer noch und unfern Motoren Hütte die Verbrennungsluft gefehlt. Wir wären mit unserem Schiff in die Tiefe gestürzt."

Er machte eine Bewegung, als ob er den Gedanken an die eben überstandene Gesahr ab schütteln wollte, sprach dann ruhig weiter:

Trotzdem ... das Wagestück hat sich gelohnt. Sie alle haben es da unten auf dem Kratergrunde wohl schimmern gesehen. Für mich ist es sicher, daß der Bolide in seiner Hauptmaste aus den gleichen Stoffen besteht, wie die Brocken, die wir vorher fanden. Wir wollen fehn, ob wir hier noch mehr davon entdecken können."

Aus seinen Wink hob sich das Flugschiss wieder einige Meter empor

Wir sind aber noch 20 Kilometer vom Ziel entfernt", warf Ber- I Trotzdem wollen wir erst landen. Bitte, Herr Hansen."

Hansen schaltete die Horizontalpropeller aus. Das Schiff hing nur noch an feiner Hubschraube und senkte sich langsam zu Boden.

Berkoff wollte dem Professor seinen Pelz bringen. Der winkte I"ch,Aüht^nötig, lieber Berkoff! Ich vermute, wir werden es draußen ^Eine Tür"'im Schiffsrumpf wurde geöffnet und laue Luft fdjlug il)nen von draußen entgegen. Professor Eggerth stieg aus dem Sch'ff und berührte den Felsboden mit den Händen. Er hatte die gleiche Milde Temperatur, wie die Luft darüber.

, Wir wollen fehen, wie wett wir kommen", fagte der Professor, als er ins Schiss zurückkam, und gab Befehl, in 150 Meter Hohe langsam weiterzufliegen Ein Fenster im Kommandoraum ließ er offen Immer angenehmer, immer frühlingshafter strömte die Luft wahrend des W«. terfluqes in den Raum. Dabei nahm die Dukelhett wieder zu. In der hohen Breite hier war die Strahlung des höherkommenden Zages- qestirns noch nicht merkbar. Professor Eggerth ließ die beiden starken Scheinwerfer des Schiffes anstellen und schräg nach unten richten, l^ne breite qrellbeleuchtete Fläche huschte vor dem langsam fliegenden Schiss auf dem Felsboden dahin. Zehn Kilometer waren sie noch von ihrem Ziel entfernt, als er zum zweiten Male landen ließ. Em Felsstuck, das im Licht der Scheinwerfer funkelnd ausglänzte, hatte ferne Aufmerksam­keit erregt. In Begleitung feines Sohnes ging er darauf ju unö blieb vor dem glänzenden Brocken stehen. Es war ein verhältnismäßig kleines Erzftück. Ein Volumen von höchstens zehn Litern mochte es haben. Der Profeffor bückte sich, um es aufzuheben. Es gelang ihm nicht. Sein Sohn kam ihm zu Hilfe, aber auch mit vereinten Kräften gluckte es »hnen eben nur, das Erzstück umzukanten. Hein mußte zum Schiss zuruckkehren und Berkoff holen. Erst zu dritt vermochten sie den Brocken die kurze Sttecke bis zum Schiff zu schleppen.

Alle Wetter! Der hat's in sich!" rief Berkoff und wischte sich auf» atmend die Stirn.Was für Zeug mag das fein?"

Der Professor stand geraume Zeit nachdenklich vor dem Findling.

Das wird sich bald Herausstellen", beantwortete er die Frage Ser» koffs,mir scheint, wir haben keinen schlechten Griff getan. Vielleicht entdecken wir noch mehr von der Sorte. Achten Sie bitte darauf, wenn

torium gelitten. ... . ....

Kopfschüttelnd besah sich Profestor Eggerth die Statte der Zerstörung.

Sie haben Glück gehabt, Herr Dr. Wille, daß die Katastrophe Sie nicht in Ihrem Oberservatorium überraschte. Da wären Sie kaum mit dem Leben davongekommen."

Dr. Wille sprang gerade zur Seite, um nicht von einem niedergehen- den Kranhaken gefaßt zu werden. Die Worte des Professors horte ei kaum Sein ganzer Schmerz galt feinen vernichteten Instrumenten Ber- zweifelt suchte er zwischen den Trümmern herum. Mit einiger Gewalt mußten die Werkleute ihn schließlich von der Stelle sortziehen, wo a sie störte und sich selbst gefährdete.--

Planmäßig gingen die Arbeiten weiter.

Zweimal war der Dämmerschein Heller und immer Heller werdend um den Horizont gewandert, da kam ,6t 9* zurück. In feinem Rumps trug das Schiff neben manchem anderen auch eine neue Maschinen- anlage. Ein halbes Dutzend Kräne packten zu, um das schwere Aggregat herauszuheben, schwankend und schaukelnd schleiften sie es bis zum Maschinenschuppen.

Ein halber Tag schwerer Arbeit noch, bann konnte Hagemann em Ventil aufdrehen. Ein Zischen der Druckluft in den Zylindern, ein Tacker . und Donnern, die ersten Explosionen der neuen Maschine dröhnten über I den Hof. Licht sttahlte aus den Fenstern des wiederhergeftellten Station,- * Hauses, die Wärme der elekttifchen Heizung begann dessen Raume roteber J zu füllen. .. ,

Einige Tage würbe es noch erforbem, um auch bie letzten äußerer Spuren der Katastrophe zu beseitigen. Der Professor hatte nicht die Ab­sicht, so lange zu bleiben. Ein letzter Händedruck noch, em Abschied vor denen, die hierblieben, dann schloß sich die Tür von ,St 10'. Die Schrou- ben begannen zu arbeiten, bas Schiff stieg empor. Als es ben Bober verließ, lugte ber Sonnenball zum ersten Male nach ber langen Polar­nacht über ben Norbhorizont. Seine Strahlen übergossen bas neu! , Stationshaus mit purpurnem Schimmer. Wie ein rosenfarbiges Wölk­chen erschien bas Stratosphärenschiff in der Hohe, das dem Tagesgestini entgegenftürmte.