Ausgabe 
21.12.1934
 
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Oer Stern.

Von Friedrich Schnack.

Die Straße liegt verzaubert da. Der Schnee ist bläulich überslammt: Ein wundersames Licht ist nah. Das aus dem höchsten Lichte stammt.

Es strömt mit großer Macht einher. Der ferne Osten schickt es aus, Nun schwebt es wie ein Feuerspeer S)od) über jedem Menschenhaus.

Sein Strahl zerteilt die Dunkelheit Und macht die finstern Länder klar, Er öffnet harte Herzen weit Und schmilzt, was eingefroren war.

Zum Tage wandelt sich die Nacht.

Die Zeiten reif und fruchtbar sind.

Wer jetzt nicht steht, bleibt ewig blind, Und ewig tot, wer jetzt nicht wacht.

Dich führt der Stern, dich lenkt fein Licht, Dein Herz ist nicht mehr weh und arm, Du schaust ein himmlisches Gesicht: Die kalte Erde wird dir warm.

Oer Unmusikalische.

Eine Weihnachtsgeschichte von Hans Friedrich Blunck.

Die junge Frau stand vor ihrem Gabentisch, hob dies und jenes Geschenk hoch, packte es ein und aus und blickte immer wieder mit den großen staunenden Augen eines Kindes zu uns beiden hinüber, die wir ihr fröhlich zuschauten.

Du bist mir noch deine Geschichte schuldig", mahnte ich den Freund niemals hätte ich es für möglich gehalten, daß dieser trockene Hage­stolz plötzlich bekehrbar war.

Meine Geschichte? Ach soTorna dehnte sich und tat, als hätte ich die dümmste Frage getan, die je zu beantworten war.Ja, siehst du, eigentlich ist es gar keine Geschichte, sondern eine ganz einfache Sache gewesen. Man lieft dergleichen mitunter und glaubt nicht dran und erlebt es auf einmal selbst." Und der lange Mensch, der für mich drüben das Urbild des nüchternsten Kaffeekaufrnannes gewesen war, beugte sich zu mir, wurde verlegen wie ein Junge und bekannte: Die Hauptsache ist: ich bin dabei vertrackt glücklich geworden."

Er hätte es mir nicht zu erzählen brauchen, der einsame Gast wußte es längst.Also los, deine Geschichte! Ich meinte noch, du hättest eine Pflegetochter und auf einmal bist du mit ihr verheiratet? Ich dachte, du seiest unmusikalisch, und jetzt läßt du dir Abend für Abend vor­singen."

Es ist meist etwas Richtiges und viel Gelogenes an deinem Ge­rede." Torna wußte offenbar nicht, wie er feine Geschichte begin­nen sollte.

Vor fünf Jahren, als wir uns trafen"

Jetzt hatte Torna den Anfang.Ganz recht, in Coban war es und ich sollte damals für unsere Gesellschaft die Kaffeepflanzungen abretten. Aber erst hast du mich eine volle Woche aufgehalten und dann sind es immerhin ein gutes Dutzend Höfe, die wir uns in den Urwald geschla­gen haben. Nun, was soll ich erzählen? Mit den Verwaltern kam tch bald zurecht, wir haben da erfahrene Leute, die einem tue Prüfung leicht machen. Aber mit den Behörden hatte ich Muhe und ehe ich mich versah, war ein halbes Jahr vergangen und Weihnachten heran-

getommen."

awiÄX» ? * *5- j; kalisch. Aber immer um Weihnachtenwirddas anders. Dmingehen mir plötzlich die Ohren auf eine gefährliche beschichte, aber ich muß damit rechnen und es kann kommen, daß ich selbst finge oder daß mich alten Reiter bei einem Weihnachtslied das Heulen überkommt Du weißt, wie's in der Fremde zugeht, was soll ich noch ersahlen Und du kennst vermutlich auch die Unruhe, mit der man um ten nach einem Haus sucht, wo man den Heiligenadend Unterkommen kann. Aus seinem Deutschsein kann keiner heraus.

Was sollte ich tun? Mir fiel schließlich ein, daß ein Schwipp­schwager eine Schwester gehabt hatte du l^hst, wie unserer

- die mir vor zehn Jahren begegnet war und die aus einer unsrer abgelegenen Pflanzungen verheiratet war. Die hatte u I 9 'n Coban zu Weihnachten vorgesungen - eine Hub.sch- Frau ich war vor den andern mächtig stolz gewesen, daß ich Du zu h 19 ',

Also drei Tage Wegs für ein lannenbaumheb man teilet, wen not tut, noch länger! Der Gesellschaft konnte ch i° sa9en datz ich stn- abgelegene Fmka, zu der sonst kein Mensch hmauskommt, einmal unvermutet hatte überfallen wollen. h

Es ging wahrhaftig auf den Heiligenabenb zu, a s - rr

Sattel ,orang und, kein Zweifel, ich wurde hier ch « und Farenhoit, so hieß der Verwalter, nh die Augen auf,

tot, al» ich mich vorstellt- und stotterte, ich weiß nicht was, ais

nach seiner Frau fragte. Ich begriff erst langsam, daß jene arme Ver­wandte schon bald nach den Tagen in Coban dies irdische Jammertal verlassen hatte, und daß man, wenn man schon zur Familie reitet, sich vorher über die Dinge unterrichten soll. Ich verbesserte mich also, so gut es ging, aber es tat mir verwünscht leid um jene Frau. Dabei hatte ich sie, ein zierliches blondes Gesicht in hoher Halskrause (so wie es damals Mode gewesen war), während des ganzen Ritts im Auge gehabt und konnte mir die Wirklichkeit immer noch nicht vorstellen. Und als ich in die Stube trat, wurde mir doch wunderlicher zumut, da kam so ein Ding von vierzehn Jahren knixend auf mich zu. War der Mutter nicht unähnlich und wurde dunkelrot, als Farenhoit mich als entfernten Onkel oorstellte.

Ich merkte bald an dem Gehaben des Verwalters, daß etwas nicht in Ordnung war. Da stand kein rechter Weihnachtstisch, ich mußte schon mit einem Donnerwetter dazwischen fahren, holte eigenhändig einige Araukarienzweige von draußen, um Lichter aufzustecken, und hatte Freude daran, als das Kind schweigend bei allem hals und mir nicht von der Seite ging.

Ich sage, ich ahnte den Grund. Und richtig kam Farenhoit mitten in meiner Weihnachtsarbeit mit einer kleinen dicken indianischen Frau, die auch schon zwei oder drei Kinder an der Schürze hatte und stellte ste mir linkisch als zweite Ehe vor.

Sollte man sich an einem Weihnachtsabend empfindlich zeigen? Ich wünschte ihm Glück, ich hob eines von seinen Kradautern auf den Arm, aber ich verlangte, daß Lichter angezündet würden, wie es in Deutsch­land Sitte ist. Und einen Weihnachtspunsch verlangte ich laut und lär­mend man hat es nun einmal an sich, die rauhe Seite zu zeigen, wenn man gefühlig wird.

Unb dann, als der Baum brannte und die Bowle dampfte, muhten wir wohl eigentlich auch fingen ja, da standen der Verwalter, der seit zwanzig" Jahren in Urwald saß und ich, der ich mit ber Musik nie zurechtgekommen war, unb wir schluckten unb versuchten bas Lieb vom Tannenbaum mit ben grünen Blättern, währenb draußen die Köchin Tortillas röstete und ber Geruch bavon burch bie offenen Türen in unsere Halle zog. Weil wir jedoch beide eine rauhe Stimme hatten und zur Weihnachtsfeier, vertrackt, eine Frauenstimme gehört, holte ich Farenholts Kind dazu, es sollte uns bei ber Anbacht helfen.

Da kam es heraus unb barum rate ich jebermann, fich bie Frau aus dem alten Land zu holen da kam es heraus: Dies Kind wußte kaum noch ein Wort von unseren Liedern, so sehr herrschte schon di- andere Mutter. Und Farenhoit nun, du weißt, wie es in jener Berg­einsamkeit zugeht, stotterte viel, er entschuldigte sich, er redete und trank meinen Punsch. Und bann trank er roieber unb immer mehr an jenem Abend, der doch eigentlich ein heiliger Abend fein soll Das war bie Erinnerung an bie besseren Jahre, bie er gehabt hatte, wer will es ihm Übelnehmen?

Aber ich, begreifst bu, ich war brei Tage geritten, um eine Frau fingen zu hören vielleicht hält ich's in Coban haben können, aber es war mir nun einmal so in ben Kopf gesprungen.

Unb ich wollte meinen Weihnachtsabenb nicht ohne Lieber hab ich bir gesagt, ich bin sonst unmusikalisch. Was blieb mir übrig? Ich bin beigegangen unb habe mit meiner bösen Stimme bem Kinb bas Singen beigebracht. Und als wir so zum dritten oder vierten Mal bas Lied vom Tannenbaum wiederholt hatten (weil wir von den andern Liedern doch nur den ersten Vers kannten), hat bas Mädchen es fingen können und ich hab vor Freude die Augen zugekniffen Und mir war zumut, als fei die andere noch dabei. Aber als ich ihr bann Mitternacht roirbs gewesen sein von ihrer Mutter erzählte, ftanb bas Mädchen auf und kam nicht wieder zu uns, da war bie Freube vorbei.

Am anbern Tag, währenb wir bie Finka abritten, haben wir beide getan, als sei niemals ein Festtag gewesen. Die Farm war in guter Ordnung, der Mann konnte stolz darauf sein. Aber nach dem Mittag­essen, so zwischen einem guten Truthahn und einem Kaffee war mir zum dritten Mal, als hätte ich da ein Wort dreinzureden, schließlich war ich als Verwandter herübergekommen und nicht nur als Beamter der Gesellschaft. Und ich habe Farenhoit gesagt, daß mein Urlaub bevor- stände, und ihm gesagt, daß ich ihm sein Kind nach Deutschland bringen würde, er solle es mir anoertrauen. Aber seltsam genug, wäh­rend ich es sagte, wußte ich genau, wie alles kommen würde."

Der Erzählende hob plötzlich horchend ben Arm auf, von braußen kamen bie Weihnachtsabendglocken. Er winkte ber jungen Frau zu, die während der halblauten Erzählung noch immer wie ungläubig mit ihren Geschenken gespielt unb wenig auf Torna unb mich geachtet hatte. Jetzt erhob sie sich, zog einen Stuhl heran unb setzte sich zu uns. Unb sie reichte uns kleine braune Kuchen unb fragte, ob zum Weihnachtsabenb in Deutschlanb nicht auch bas Nüssekrachen gehörte. Wir nickten beibe und versuchten ritterlich, es ihr abzunehmen, es war erstaunlich, was ber lange Torna in seiner Ehe an Höflichkeit gelernt hatte. Aber in biesem Haus hatte bie Frau zu bestimmen, sie nahm uns in einer Güte, bie jeben Gast hätte entzücken müssen, bie Schale mit Nüssen aus der Hand, lachte und begann uns zu bedienen. Ich werde so verwöhnt", sagte sie leise,ich muß acht geben, daß ich eine gute Hausfrau bleibe *

" Torna fiel plötzlich ein, daß er mit seiner Geschichte nicht zu Ende gekommen war.Was soll ich dir noch erzählen?" fragte er. ,Hch brachte bas Mädchen von Coban nach Deutschland, ich kam nach vier Jahren wieder auf Urlaub herüber und sollte sie besuchen. Da war sie inzwischen wie ihre Mutter geworden, genau wie jene, um bie wir jungen Dächse einstmals ben Verwalter Farenhoit beneibet hatten. Unb wie ich beim ersten Unterricht erkannt hatte, war ihr eine Stimme gegeben, warum knurrst bu?" fragte Torna roütenb, er fürchtete noch immer, etwas von seiner Weichheit zu bekennen.

Ich möchte bich singen hören."

Aber bas lange Gesicht überzog sich mit hunbert Falten ber Scha- benfreube.Da kommst bu zu spät, mein Lieber. Ich Hab s abgegeben."