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schon gestern von Wulicke, daß ihr in dicken Verhand- Linien steckt", fiel ihm Hein ins Wort. Der Professor
„Sehr gut, Hein Fünfzig Tonnen Nutzlast, 16 000 Kilometer Flugstrecke, dafür ist der Brennstoffverbrauch erfreulich gering. Diese Zahlen werden uns bei unseren augenblicklichen Verhandlungen sehr niitz-
Vormittag konnte Hein seinem Vater über den Flug nach der antarktischen Station berichten. Im Arbeitszimmer Professor Eggerths saßen sie sich gegenüber. Professor Eggerth nickte und legte die Aufstellung, die ihm Hein überreicht hatte, wieder aus der Hand.
lief) fein."
„Ich hörte es lungen über neue
winkte ab. ,, , „ ,,
„Davon später, Hein. Die Verhandlungen scheinen allerdings recht aussichtsvoll zu fein, aber vorläufig wollen wir bei der Expedition von ,St 8' bleiben. Ihr habt das Material für Dr. Wille hingebracht und auch noch geholfen, es mit einzubauen. War alles auf der Station in Ordnung?^
„Alles tadellos, Vater Wille stürzte sich sofort auf die neuen Rohren. Er war ganz in feinem Element."
„Was macht Schmidt?"
„Immer die alte Leier. Er macht ... ich möchte sagen, gewerbs- und gewohnheitsmäßig ... Opposition, sowie Wille auf feine Elektronentheorie kommt."
Professor Eggerth lächelte. „Wird Wille die ewige Nörgelei nicht zuviel?"
Hein schüttelte den Kops. „Ich glaube, nein. Mir scheint's manchmal, als brauchte Wille den Widerspruch von Schmidt geradezu, um sich für seine eigene Theorie zu entflammen und kräftig an ihr weiter zu arbeiten." „ „
„Kannst recht haben, Hein. Der Streit ist der Vater aller Dinge. Vielleicht trifft das alte Wort auch hier zu. Mögen die beiden sich weiter aneinander reiben und dabei was Vernünftiges zustande bringen. Mit allem Nötigen sind sie ja nun für längere Zeit versehen. Wenn sie etwas brauchen, werden sie sich schon melden. Das ist recht gut so. Wir müssen den Kops jetzt für andere wichtige Dinge frei haben. Wie war's nun mit dem Rückflug?"
Hein räusperte sich. „Der Rückflug war auch ganz schön, Vater, aber um ein Haar wären wir dabei mit,St 8' zum Teufel gegangen!"
„Was? Wie? Wie war das möglich? War etwas im Schiff in Unordnung?"
„Nein, die Geschichte kam von außen her. Ein mächtiger Bolide, der nur 100 Kilometer von uns ab auf die Erde stürzte ...“
Hein Eggerth berichtete nun ausführlich das Abenteuer, das sie auf dem Rückflug, kurz nach ihrem Start gehabt hatten. Als er geendet hatte, faß der Professor eine ganze Weile schweigend und sinnend da.
Nach einiger Zeit begann Hein weiterzusprechen „Ich habe die Absicht, bei dem nächsten Flug in die Antarktis die Stelle zu besuchen, um genauer zu sehen, was da eigentlich vorn Himmel gefallen ist. Es interessiert mich doch . ."
„Tu das, Hein", unterbrach ihn Professor Eggerth, „aber sprich bitte zu niemandem über diese Angelegenheit. Verpflichte auch Berkoss und Hansen zum Schweigen."
Hein sah ihn erstaunt an. „Warum so geheimnisvoll, Vater? Ich verstehe nicht recht, warum wir. .."
„Weil die Sache wichtiger und wertvoller sein kann, als ihr ahnt. Du schätzt den Durchmesser des Meteors auf rund einen Kilometer?"
„Auf wenigstens soviel, soweit eine genaue Schätzung aus hundert Kilometer Entfernung überhaupt möglich ist. Ich kann nur immer
wieber sagen, es war ein Mordsbrocken, der da runterkam. Aber warum interessiert dich die Größe so sehr?"
Professor Eggerth strich sich über die Stirn. „Es ist schon öfter vor. gekommen, Hein, das solche Mordsbrocken, wie du dich auszudrucken i’eliebft, aus dem Weltraum aus die Erde stürzten. Dos letztemal geschah es in dem Jahr vor dem großen Kriege. Da st ein Meteor von ahn. licher Gröhe in die ostsibirische Tundra eingeschlagen An der Einschlag, stelle hat sich auch ein kraterartiges Rmggebirge gebildet. Man ist dabei, )en Meteoriten, der aus reinem Nickeleisen besteht, bergmännisch aus- zubeuten."
Hein schaute interessiert aus. ,Zch beginne zu begreifen, Vater. Du meinst, wir könnten etwas Aehnliches mit dem Meteoriten in der Antarktis unternehmen." ,
Professor Eggerth schüttelte den Kopf. „Nicht ganz so, wie du denkst, Hein Ein Eisenbergwerk am Südpol, das würde wahrscheinlich un» rentabel sein. Aber es könnte sich auch um Wertvolleres handeln. -
In Arizona in den Vereinigten Staaten ist ein Bolide von ungefähr derselben Größe niedergegangen und hat ein Loch von 500 Meter Tiefe in die Erdkruste geschlagen. Das soll, wie die Geophysiker behaupten, schon vor 50 000 Jahren geschehen fein, doch das ist unwesentlich. Haupt- lache ist, daß dieser Meteorit noch vorhanden ist und daß er nicht aus einfachem Nickeleisen, sondern aus einem platinhaltigen Eisen besteht. Trotzdem man mehr als 300 Meter in die Tiefe gehen muß um an den Boliden heranzukommen, ist man doch kräftig dabei, das kostbare Mineral abzubauen, und tut es mit gutem wirtschaftlichen Erfolg.
Hein sprang aus. „Alle Wetter, Vater! Das wäre eine Sache. Platin ist meines Wissens ebenso wertvoll wie Gold. Da könnte man schnell uno schmerzlos Millionär werden."
Eggerth schütelte den Kopf. „So einfach ist die Sache nicht, mein Junge Das ist auch gar nicht der Zweck der Uebung, daß der eine ober andere von uns da Reichtümer sammelt. Aber für unser Land, für unsere Volkswirtschaft könnte die Angelegenheit von größter Be- beutung werden, wenn ... ja, das müht ihr eben bei euerm nächsten Flug feftfteUen, was da eigentlich vom Himmel gefallen ist. Erst wenn wir Teile des Meteoriten genau analysiert haben, läßt sich sagen, ob die Geschichte sich lohnt. Und bann, ich binbe es bir nochmal auf bie Seele ... tiefstes Stillschweigen über alles, was ihr ba etwa seht und sinbet.
Er warf einen Blick auf bie Uhr. „Jetzt mußt bu mich entschulbigen. In zehn Minuten beginnt bie Besprechung mit ben Japanern. Baron Dfuru ist selber aus Tokio gekommen, um bie Verhanblungen schneller vorwärts zu bringen.* „ „.
Hein überlegte einen Augenblick. „Okuru ... Baron Okuru? Mir tft es, als ob ich ben Namen schon mal gehört hätte."
„Höchstwahrscheinlich, Hein. Der Mann ist Abteilungschef im japanischen Lustsahrtministerium. Es hanbelt sich um eine Linie Tokio— Frisko, bie flugplanmäßigen Anschluß an unsere amerikanische Lime Frjsko—Neuyork bekommen soll. Um eine Norbsub-Lmie von Kore, über bie japanischen Inseln bis nach Formosa unb um eine rnanbschu- rische Linie. Das alles soll mit unseren Stratosphärenschiffen beflogen werben." _ „ ...
Großartige Sache, Vater! Ich rechne, daß wir ben Selben wenigstens ein Dutzenb von unseren ,St'-Schiffen verkaufen werben."
Der Professor nickte. „Es bürsten sogar zwanzig werben, aber bie Finanzierung unb bie Organisation ber geplanten Linien machen uns noch viel Kopfzerbrechen. Ich muß jetzt in bie Besprechung. Aus Wiedersehen später!"-- _ .
Gegen Ende der zweiten Woche nach der Rückkehr von ,St8 wurden endlich die japanischen Verträge von allen Kontrahenten unterzeichnet, und fünf Tage später tarnen auch die brasilianischen Abmachungen glück- lich unter Dach und Fach.
Professor Eggerth sah angegriffen und überarbeitet aus, als er feinen Namen unter den letzten Vertrag schrieb, aber noch durste er sich feine Ruhe gönnen. Die neuen Schiffe mußten sofort auf Stapel gelegt, bas ganze Werk auf brei Arbeitsschichten umgestellt werben, benn nur jo war es möglich, bie vereinbarten Bauzeiten innezuhalten. Tag unb Nacht bröhnte jetzt bas Lieb ber Arbeit burch bie Werkhallen. Alle Ingenieure bes Werkes, auch Hein Eggerth, Hansen und Berkosf steckten so tief in der Arbeit, daß sie oft nicht wußten, wo ihnen der Kops stand. —
Für eine kurze Mittagspause waren die drei ins Kasino gegangen:, noch ganz erfüllt von Ideen an Umkonstruktionen und Verbesserungen für die neuen ,St'-Schiffe. Zwischen Suppe und Braten fragte Hein unvermittelt:
„Hat sich eigentlich Dr. Wille wieder gemeldet?"
Die Frage riß die beiden anderen aus ihren Gedanken. Dr. Wille .~ die Station in der Antarktis. Daran hatte in dem Trudel der letzten Wochen keiner von ihnen gedacht.
„Keine Ahnung", sagte Hansen lakonisch. ,Lch weih es auch mchi, fügte Berkoff hinzu. •
„Dann wollen wir mal nach dem Essen zu unserer Funkstatton gehe» und hören, ob Nachrichten vorliegen", schlug Hein vor. —
Die Auskunft, die sie dort erhielten, beunruhigte sie stärker, als si« es wahrhaben wollten. Seit Wochen war kein Funkspruch aus der and arktischen Station an das Werk gekommen. Gewiß, es konnte fein, baß dort alles in bester Ordnung lief, und einfach nichts zu telegraphieren war. Aber das mußte man doch einmal feftftellen.
Auf Veranlassung von Hein Eggerth versuchte der Werkfunker btc Verbindung mit Dr. Willes Station aufzunehmen. Doch so oft er sie au® auf der verabredeten Geheimwelle anrief, der Aether blieb stumm. Es kam keine Antwort aus der Antarktis.
Ein Entschluß mußte gefaßt werden unb er wurde gefaßt Als bie Abenbbämmerung hereinbrach, lag ,St 8' startbereit auf bem Werkhol, beloben mit allen erbenklichen Dingen, bie ber antarktischen Station für ben Fall eines Unglückes vonnöten fein konnten.
(Fortsetzung folgt.)
sanft auf dem Traktorengestell auf, bas ihn in die Halle bringen sollte. Eggerch schaltete den Vertikalmotor aus.
Dann standen sie auf dem heimatlichen Boden und sahen sich einer großen Menschenmenge gegenüber. Ein beträchtlicher Ten der Werk- beleqschaft benutzte die Mittagspause, um der Landung ihres neuesten unb größten Stratosphärenschiffes beizuwohnen. Heilruse aus hunbe^ Kehlen, Armwinken unb Tücherschwenken, doch vergeblich sah sich Eggerth nach einer ber leitenben Personen bes Werkes um. Der alte Meister Wulicke, ber schon feit einem Menschenalter im Werke war, ^°'„H»zlich"willkommen zu Haus, Herr Eggerth unb ich soll Sie für ben Herrn Professor begrüßen, weil er selber nämlich jetzt keine Zeit hat.
Hein Eggerth schüttelte bem alten Faktotum herzlich bie Hanb.
,Lch banke Ihnen, lieber Wulicke Was hat benn mein Vater vor, bah er seinen erstgeborenen Sohn nicht selber begrüßt?
Meister Wulicke traute sich ben Kopf.
„Schwere Sitzungen, Herr Eggerth. Immerzu sitzen die Herren jetzt zusammen. Tag unb Nacht geht das jetzt mit den Konferenzen. Japaner sind auch wieder ba. Das soll nämlich wegen ber* neuen timen [ein, bie mit ben ,St'-Schisfen eingerichtet werben sollen.
Hansen unterbrach ben Alten lachenb.
Also ber Laben geht, bas Geschäft blüht, Wulicke? Ist ja großartig! Aber unser gutes altes Kasino haben bie Herren boch hoffentlich nicht auch mit Beschlag belegt?"
„Nein, Herr Hansen. Durchaus nicht! Die Herren sitzen nämlich immer in bem großen Konferenzzimmer, und ber Koch hat auch schon feines Essen für Sie ba. Es gibt Gulasch mit Rubeln , schloß er (einen ^JRa, benn wollen wir mal!" sagte Eggerth unb setzte sich in ber Richtung auf bas Kasino in Bewegung. ,Zch habe nachgerade etwas Appe- tft bekommen." „ . . m , ,,
„Bei mir könnte man’s schon fast Hunger nennen , meinte Berkoff.
„Mir hängt der Magen bis in die Kniekehlen", schloß Hansen die
Im Kasino fanden sie alles, was Meister Wulicke ihnen in Aussicht gestellt hatte und noch einiges mehr. Aber ber Tag verging, ohne baß ber leitenben Herren zu Gesicht bekamen Erst am nächsten konnte Hein feinem Vater über ben Flug nach ber entart«


