Nummer 90

rgang 1954

Montag, den 19. November

(Fortsetzung.)

Es

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schreckt starrten sie

«iiftori« Brnflielten. Ueber jedem Eijenzylmoer Itnnoen uuj

5 ß'W sinkende Messinqkuqeln, die mit den beiden Belagen des Kondensators n,AL| lÄeibunben waren. Dr Wille trat an einen der Apparate heran, griff r J(tn'®W) einem Funkenzieher und berührte die beiden Kugeln damit.

'! -'MDer Kondensator ist leer, Herr Schmidt. Nicht das kleinste Fünkchen ' Psil h ä Zu sehen. Nun passen Sie bitte auf! . s

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□ort in einem Lvevuoe van meiuuiiu^n c;^mihf,y fuhr

'» Uhr, 5 Minuten,, 1» Sekunden Greenwichzeit Herr Schmit fuhr

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Karl Hagemann hatte den elektrischen Herd eingeschaltet und sein aitbeei eben in die Pfanne getan. Mit Gott und der Welt zuftieden ' iden Fett

Na, was denn, mein Jungchen?" lachte der Funker.

Sehr einfach I Morgen fange ich an und baue mir einen eigenen pfäger. Wir haben ja genug Einzelteile im Lager."

Und nun begann Rudi zu erzählen, was für einen großartigen Einp- ger er sich bauen würde und begeisterte sich dabei immer mehr für eben erst gefaßten Plan. Mitten in seine Schilderung hinein brummte

stens als Arbeitshypothese, Herr Wille, kann ich es zugestehen, r!->- -----r-"ß." Er bewegte den Mund,

ff die Lippen wieder fest

werden. In jähem Ruck hob sich ganze Funkerbude von ihren Funda­menten. Dabei zerrissen die Leitungen, es wurde auch hier dunkel. Eine kurze Strecke wirbelte die Bude durch die Luft, drehte sich dabei und schlug seitlich aus den Boden. Dichte Schneemassen wirbelten darüber hin und begruben sie unter sich

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'lammen. .. .

Herrgottfakra, Schmidt, bei Ihnen kann man die Geduld verlieren, «mmen Sie! Wir wollen zu den Instrumenten aus dem Hos gehen und H mal sehen, wie schnell die Kondensatoren sich aus der freien Luft rladen ... mit Sonnenelektronen, Herr Schmidt. Darum dreht sich s.

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HANS DOMINIK EIN STIERN FIEL VOM HIMMEL

COPYRIGHT 1934 BY KOEHLER & AMELANG G. M. B. H., LEIPZIG

Immer noch in ihren Disput verwickelt, zogen die beiden Gelehrten t? die Pelze über und traten auf den Hof hinaus Die Einrichtungen, < Wille hier aufgebaut hatte, erinnerten einigermaßen an die Freiluft- niagen eines modernen Umspannwerkes. Db standen mannshohe Zylin- i aus Eisenblech, die wetterfest eingebaute Hochspannungskondensatoren " hielten. Ueber jedem Eisenzylinder standen aus Aolatoren^^ zwei

Won den Türmen Bitterfelds läutete es zu Mitag, als ,6t 8 an seiner Hubschraube über dem Hos der Eggerth-Werke hing.

Allerhand Volk scheint -sich ja zu unserem Empfang versammelt zu haben", meinte Hansen nach einem Blick durch die Fenster des Kom­mandoraumes. , ...

Wird sich am Ende auch jo gehören", sagte Berkoff,wir haben ja unsere Ankunftszeit auf die Minute genau gefunkt."

Hein fand keine Zeit zur Erwiderung. Jetzt schwebte der mächtige Bau nur noch wenig« Meter über dem Rasen des Hofes. Jetzt setzte er

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Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

Was war geschehen? Mit Schallgeschwindigkeit hatte sich eine explo­sionsartige Luftwelle von der Einschlagstelle des Boliden her nach allen Seiten ausgebreitet. Wenn man sich erinnert, daß ihre Ausläufer noch in 100 Kilometer Entfernung die Stratosphäre in Aufruhr versetzten, so wird man es begreifen, daß ihre Wirkungen auf der Erdoberfläche über alle Maßen entsetzlich waren. Fünfzig Minuten nach dem Sturz des Boliden erreichte die Explosionswelle Dr. Willes Station und ver­wandelte sie im Augenblick in einen Trümmerhaufen. Wer vermochte zu sagen, ob noch Leben unter den Schneewehen vorhanden war, die sich dort über Ruinen türmten?

Mit unverminderter Geschwindigkeit stürmte die Welle weiter und brachte noch Sturm und Unwetter über die südlichen Teile von Afrika, Australien und Amerika. Die Meßinstrumente in allen Bebenwarten der Erde gerieten in Aufruhr und zeichneten ein schweres Fernbeben in der Antarkis auf. Geologen und Meteorologen zerbrachen sich ihre Köpfe über die möglichen Ursachen. Den wahren Ursprung all dieser Erschei­nungen vermochte niemand anzugeben Nur die Besatzung von ,6t 8' hatte ja den Boliden stürzen sehen, der an allem schuld war.

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ber 6ummer des Stationsempfängers.

Wie gut, Rudi, daß wir richtig auf Empfang stehen", meinte Lo- mzen, während er sich den Kopfhörer überschob.

Es war ,6t 8, das anfragte, ob man auch auf der 6tation etwas rt dem Boliden gesehen habe. Da konnte nun Lorenzen dienen, und d er seine eigenen Ansichten mit der Autorität von Dr. Wille bemän- I re, gab es ein längeres Hin- und Herfunken, bis die 6tation wieder f Empfang stand und Rudi feine Baupläne weiter ausspinnen k! nnte.--

In einem Mittelraum des 6tationshauses hatte Dr. Wille sein erd- Dgnetisches Kabinett eingerichtet. Als Observatorium war es ursprüng- Ich gedacht, aber in den wenigen Monaten, die sie hier waren, war b raus bereits zum Teil ein Laboratorium geworden.

Nach dem Abflug des 6tratofphärenfchiffes hatte sich Wille mit jenem Assistenten hierhin begeben, und jetzt waren die beiden Gelehrten 1 in eine lebhafte Meinungsverschiedenheit geraten Schmidt, der lange 1 dürre Schmidt, eine international anerkannte Kapazität auf dem Gebiet II ie« Erdmagnetismus, hatte an der Elektronentheorie Willes allerlei eiszufetzen.

öSie geben doch wenigstens zu, Herr Schmidt, daß ein Zusammen- siag zwischen den Sonnenflecken und den Aenderungen des Erdmagnetis- fflis besteht", rief Dr. Wille, ärgerlich über die Einwände des anderen.

] Schmidt kniff die schmalen Lippen zusammen und antwortete zögernd, g vie wenn er jedes Wort abwägen müsse.

Roastbeef eben in die Pfanne getan. Mit Gott ---------<.

stand er dabei und freute sich, wie das Fleisch in dem brodeln! briet. Da schleuderte ihn ein jäher Stoß in die Ecke neben dem Herd. Er spürte, daß sich alles um ihn bewegte, hörte Wände brechen. Schnee­wirbel umgab ihn. Ehe er sich rühren, sich aufrichten konnte, war er von dichten Schneemassen bedeckt. Im Schnee begraben waren im Laufe weniger Sekunden alle fünf Insassen der Station. Sie konnten nicht mehr sehen, wie der Orkanstoß auch den Maschinenschuppen demolierte und das große Stationshaus schwer beschädigte.

Die Sekunden verstrichen. Als die fünfzigste herankam, begannen die Kugeln zu knistern, hin und wieder huschte ein bläulicher Schimmer über sie hin. Als die Minute voll war, schlug ein krachender heller Blitz­funke zwischen ihnen über. Wille steckte seine Uhr wieder in die Tasche.

Eine Minute, Herr Schmidt, um einen Kondensator von hundert Mikrofarad auf eine Spannung von 50 000 Bolt aufzuladen. Wie denken Sie jetzt Über die Sonnenelektronen?"

Dr. Schmidt hatte noch ein gutes Dutzend Einwände auf Lager. Aber es fror ihn zu sehr, um sie hier draußen an den Mann zu bringen.

Ich schlage vor, daß wir die Sache drinnen besprechen", sagte er ... wollte er sagen ..., da kam ein dumpfes Brausen durch die Luft. Wie der tiefe Ton einer mächtigen Schiffssirene klang es zuerst, schwoll in Bruchteilen einer Sekunde zu unerträglicher Stärke an. Dann traf ein orkanartiger Sturmstoß die beiden Einen Augenblick sah Schmidt noch die hohen Lichtmasten WÜe Streichhölzer zusammenknicken und nieder­stürzen. Dann wurde es dunkel. Er sah nichts mehr, fühlte sich nur von dem Orkan mit unwiderstehlicher Kraft in wirbelndem Schnee über den Hof dahingerissen und stürzte nieder. Ueber ihm häufte sich der Schnee zu einer starken Wehe.--

Um die gleiche Zeit saß Rudi immer noch mit Lorenzen zusammen und schmiedete hochfliegende Empfängerpläne. Die beiden hörten das aufkommende Brausen und Dröhnen, vernahmen etwas von dem Kra­chen der niederstürzenden Masten, sahen den Hos dunkel werden. Er- an. Da fühlten sie den Boden unter sich beweglich uck hob sich ganze Funkerbude von ihren Funda- " ~ 1 ' ' 7 dunkel. Eine

«bete Geheimwelle ein. Rudi warf den Kopfhörer auf den Tisch.

...Gemeinheit, Lorenzen! An der interessantesten Stelle haben Sie mir Berten: d r Gespräch abgetniffen. Aber ich weiß, was ich tue."

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Er ^ e^e7'Luftschalf7r und erdete dadurch den. einen Konden- - «^iDrpol und brachte den zweiten Pol mit einer Leitung m Verbindung, ftV lie an einem hölArnen Gittermast etwa hundert Meter m die Hohegmg Atie füb1 I F° dort in einem Gebilde von metallischen spitzen lammen endigte *7- I9 Uhr, 5 Minuten, 10 Sekunden Greenwichzett Herr Schmidt .fuhr 1 ir mit einem Blick auf seine Taschenuhr fort. Er behieltdieUhr: tn ö

Md und folgte dem Fortschreiten des Sekundenzeigers Schmidt tompfte ungeduldig auf seinem Platz hm und her. 3 ptnnfinh- M^szes und der gefütterten Gummistiefel drang ihm bie Kalte empsind- in seine dürren Knochen.

.... _ geht nicht, Rudi, daß Sie hier den ganzen Aether abfrühstücken,

iele mit 2»r Empfänger muß auf unserer Stationswelle stehen", sagte er und Aalten e Ute den Empfänger wieder auf die mit den Eggerth-Werken verab- ites Mi T ' ...... r ~ "" """