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Wir reifen gen Tag.
Von S) a n s Pflug.
Kalt war der Morgen und im Schnee verträumt Lag still der Forst, durch den die Straße lief. Noch leises Dämmern in den Büschen schlief;
Von weißem Dunst war Mann und Roß umsäumt, Der aus den Nüstern unserer Gäule stob — Nur manchmal klirrte leise Stahl an Stahl Und in die weite Winterstille wob Sich klappernd harter Hufschlag ohne Zahl. —
Ein Krähenpaar am Wege floh erschreckt. Mit lautem Krächzen hob es schwarze Schwingen ... Im Bügelschuh die Lanze festgesteckt, So ritten wir im Schritt. Die Fähnlein hingen Schlaff zitternd an den Schäften. Stille lag Und weit der Forst, durch den die Straße lies. Noch leises Dämmern in den Büschen schlief — Wir grauen Reiter ritten stumm gen Tag.
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Drei Pünktchen uni) der Weihnachtsengel »Walfisch".
Von (Börge Spervogel.
„Ich denk nicht dran", sagt Maleen. „Ich bleibe nicht hier. Ich will rum heiligen Abend bei meinen Leuten in Heia sein."
„Und wie fängst du das an?" erkundigt sich Klaas trübselig. „Ich nöchte es ja auch. Aber die Bahn kann nicht durch die Schneewehen inb die Schiffe nicht durchs Eis."
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Der Wind treibt kleine Eiskörner klispernd über die Flachs weh .fee Zusammen, wirbelt sie auseinander, grad wie es ihm emfallt. Es ist e übergroße Klarheit in der Luft, alles ist hell und hart dieBucht ist unendlich weit, die Nehrung am Horizont hat ^men silbernenSche , iie Berge hinter Zoppot sind weiß bestaubt, rot, blinkend grau i lau in den Schatten ist die Stadt Danzig anzusehen.
Das Eis ist anfangs dickschollig mit runden Kanten und verwehten Suhlen. Auf das freie Haff 3U wird es f achwellig, gerrppelt und leuch icnb weiß. Später kommen spiegelglatte schwarze Stegen mit schmalem glänzenden Schneebändern darüber; der W'nd hat versucht gerade Striche zu ziehen, aber meist sind sie ,hm schmählich m & 9 ■
Zögen und unregelmäßigen Zickzacklinien hat er, aufh Glanz
Wie drei schwarze Pünktchen wandern sie dahin durch all den Wanz mb bie Härte. Die Glocken von Danzig schlagen elf Uhr und Zwo i mb eins, die drei Punkte bewegen sich iangfam auf der gewaltig^ Fläche dahin. Drei winzige Punkte, junge Leute aus H , 3
heiligen Abend daheim fein wollen. f . r
Am frühen Nachmittag setzt dtt Wind au^ Er war kaltz ab^er gMer Rückenwind. Maleen nimmt die Mutze ab. ,,Warm, 19 „ „„ q. «ei Stunden", sagt Ole. „Hunger?" fragt Klaas „Bißchen.
«her." „Besser ist besser", meint Ole und nimmt den Tom^r b.
Die drei Punkte sitzen tn einem kleinen D Schnee-
Zucht. Es ist ganz still. Viel zu still. Es feM.da Klaas Och", l-istalle über das Eis. „Komisch mit dem Wmd , sagt Klaas. , «widert Maleen, „laß ihn man, was er wohl wiu. sralnbftofi kleine
Der Schnee singt auf, verstummt wieder. Em fronen"’ treibt
Sirbel heben sich, gleiten dahin, fallen zusammen. ) Lichter", 5k, „nicht lange und es ist dunkel." „Dann fefeen mir ja D.e , vgt Maleen. Die drei Punkte wandern wieder dahin. Spanne hoch , Maleen schnuppert in der Luft D.e Sonn-hangt eineSpanne y w i-ber bet grauen Küste. Sie verliert schnell an Glanz. L)ie Puni«-
„Jch gehe übers Eis", sagt Maleen.
Die hält die linke Hand vor sich hin. Daumen und Zeigefinger # üben einen spitzen Winkel. „Danzig", er zeigt auf die Daumenkuppe, ft hier!" Der Zeigefinger stellt die Nehrung bar. Am Enbe der Nehrung regt Heia. Zwischen Heia unb Danzig liegen fünfundzwanzig Kilometer Eis. „Es ist ja nicht schlimm, aber", er legt den Kopf schief, faltet die Stirn und reibt fein Genick, „aber das Putziger Wieck hat es in sich. Bei Gott, bas hat schon mancher gesagt."
„Wie ist es denn mit den Eisbrechern?" fragt Klaas.
„Alle draußen." — „Ich gehe los", Jagt Maleen noch einmal. „Unb ijr?" — ,Äad)", sagt Klaas, „jetzt denkt sie wahrhaftig, wir blieben. Pustekuchen", sagt er, „nun grabe nicht."
Sie fahren mit ber Straßenbahn von Danzig nach Neufahrwasser. Der Leuchtturm von Neufahrwasser steht am Ende einer langen Mole, rieben dem Turm steht ein Fischer unb sieht hinaus auf bie weite Bucht.
„Hält es?" fragt Die unb zeigt mit dem Finger aufs Eis. „Soll wohl »alten", fagt ber Fischer unb besieht bie brei jungen Leute. Sie haben ichwarze bickwollige Isländer an, Skihosen unb Pubeimützen, tragen Felltornister auf dem Rücken.
„Tjo, Jungs", wiederholt er, „soll wohl halten, Tscha.
Die Böschung ber Mole ist glatt unb vereist. Die kommt mit großem Bchwung auf bas Eis, schwenkt bie Arme, kippt nach vorn unb hinten. Das fängt ja großartig an, benft er in seiner Bewegung unb staunt, :ls seine Füße plötzlich nicht mehr auf bieser Welt weilen, sonbern sich ii ben Lüften herumtreiben. Das Eis knackt ein wenig.
„Son jungen Kerl", sagt ber Fischer, „unb schon o fluchen Unb mit vn Lachen", wendet er sich an Maleen, „stellen Sie ja roo^ gar ein Fraulein bar?" An Stelle jeglicher Antwort setzt sich Maleen auf einen khlenben Schlitten unb robelt bie Böschung hinab. Bis gegen Dies Füße stiegt sie, ber sich gerabe erhoben hat. In alles Getümmel komm
• ' Klaas geschossen. Der Fischer reifet sein Maul auf unb lacht
ii
lange Schatten. Eine Zeitlang glüht bas Licht rot auf hem Eise, bann sinkt bie Sonne schnell hinab. Nun ist es, als verhielt sie in einem end» losen einförmig grauen Raum. Die Nehrung ist aufeer Sicht. Ein paar kraftlose Blinkfeuer erwachen. Nichts ist ba als ber viel zu laute Klang ber eiligen Schritte. Verrückt, fagt Maleen zu sich unb ihrer Unruhe. Sie versucht, an bie weihnachtliche, warme Stube zu benten, bie sie erwartet.
Die Dämmerung wächst. Die Windstöße mehren sich, bis ber Gesang ber harten Kristalle nicht mehr abreifet. Maleen bleibt plötzlich stehen. Das ist ja Norbwestwinb. „Mensch", sagt Die nur. Da kommen auch schon bie ersten Flocken angesegelt. Sie finb weich, schwer unb feucht. Die Dämmerung wirb mit einem Schlage gleichmäßig bicht unb tief. Der Winb nimmt zu, ber Schnee fällt immer bichter, bie Leuchtfeuer finb nicht mehr zu sehen, bie brei Punkte finb im Treiben verschwunben.
„Eine Stunbe höchstens", fagt Die mit jufammengebiffenen Zähnen. „Ich habe einen Kornpafe. Kann nichts passieren. Scharf Norb hatten, höchstens zwei Strich rechts. Besser scharf Norb, sonst kommen wir in die freie Dftfee, mit Glück zu Neujahr nach Schweben ober wo. Besser kleinen Strich links, nicht zuviel, sonst rennen wir ins ewige Putziger Wieck."
Vornübergebeugt gehen sie gegen ben Sturm. Der Schnee klebt bick an ber Kleidung. Sie stolpern viel, weil sie bie Beschaffenheit bes Eises nicht sehen. Es wirb völlig bunte!. Sie binben eine Körbel um bie Hand- gelente, bamit sie sich nicht verlieren.
Sie gehen enblos lange. Der Schnee wirb immer höher. Einmal segelt schreiend eine Möve durch bie Finsternis. Plötzlich kommen mit bem gleichmäßigen Heulen bes Sturmes Geräusche aus ber Nacht, verwehtes Krachen, Brechen unb Splittern. Das kann nur ein Eisbrecher fein, ber Heimkehr!. Stehenbleiben ist bas beste. Geht er nach Putzig ober zum Danziger Hafen? Wenn er nach Putzig geht, ist alles aus. Dann liegt zweitausend Meter vor Heia ein Streifen offenen Wassers. Es läßt sich nicht feststellen, wo bas Stampfen unb Dröhnen geblieben ist. Der Sturm hat es plötzlich verschluckt.
Sie gehen langsam vorwärts. Scheuerte da etwas wie Eis an Eis? Nein. Weiter. Sie haben vergessen, daß eine halbe Stunde vor ihnen geputzte Christbäume, Wärme unb Licht warten. Sie tasten sich mit den Füßen burch die heulende Finsternis und horchen, horchen.
Vorn schlurrt etwas. Wieder. Wasser gluckst. Es ist aus.
Die kriecht voran. Es ist sinnlos. Das Scharren ist ganz dicht bei ihnen. Mit eins ist ein ungewisses Leuchten voraus. Eine dicke Scholle, hochgeschoben, ber zackige Bruchrand unb die kantigen Flächen haben ein unheimlich drohendes Aussehen; wie da alles in der Schwärze so schimmert unb frostig glimmt. Die Scholle hängt mit der Eiskante schräg ins Wasser. Stößt eine andere treibende Scholle daran, knirscht unb mahlt es gefährlich. Es ist klar, hier müffen sie die Nacht verbringen.
„Wie spät ist es?" fragt Klaas mit sonderbar heller Stimme. Die reifet ein Streichholz an. Die Eiswand glitzert, sprüht und funkelt eine Sekunde lang auf.
„Halb sechs."
Langsam kriecht bie Kälte in bie Glieder. Don den Zehen geht es aus. Kälte unb Müdigkeit. Die denkt, daß irgendwo die Schollen aneinander treiben unb feftfrieren könnten. Sinnlos. Man kann bie Fahrrinne nicht sehen. Es ist zu gefährlich „Hast bu eine Taschenlampe?" Klaas, Maleen! Habt ihr eine Taschenlampe?" Keine Taschenlampe. Keine. „Ihr bürst nicht einschlafen. Klaas, bu schläfst ja schon!" „Nein", fagt ber Junge unb versucht erfolglos bie Augen zu öffnen. Der Sturm orgelt hoch unb schrill bahin.
„Maleen?" Stille. „Maleen! Klaas, Maleen!" Stille.
Die will ausspringen. Die Beine schlafen. Er packt mit ben Händen die Schuhe unb zieht sie heran. Die Knie schmerzen furchtbar beim Durchbiegen. Strecken. Biegen. Strecken. Schuhe unb Strümpfe aus, die Füße mit Schnee reiben. Es prickelt und zieht. Langsam kommt das Blut wieder in Gang, kommt die Wärme. Er rütelt die Schlafenden. Klaas wacht endlich auf. Er begreift nichts. Die ohrfeigt ihn. Er begreift langsam. Die brüllt Maleen in seine Dhren. Er begreift. Eine Stunde Arbeit. „Wenn ihr nach einmal einschlaft —" Die fällt nicht ein, was bann. Aber es ist nicht gut wach zu fein. Zwei Kilometer entfernt ...
Ich habe ja meine kleine Flöte hier, fällt Die ein. Wenn ich spiele, sacken sie roieber ab. Klaas mufe spielen. Er kann nicht spielen. Er muß. Er spielt. Die tritt einen Takt mit ben Füßen, Maleen mufe ben Takt mittreten, Klaas stümpert Töne hervor. Auf einmal wirb es fo etwas ähnliches wie „Ihr Kinberlein, kommet". Die könnte ihm bie Flöte in ben Hals schlagen. Möglicherweise wirb bas Mädchen nun ober er halb zu meinen anfangen. „Maleen, fpiel bu!" Maleen spielt.
Etwas kracht. Wirb eine Scholle gewesen sein. Wieber. Wieder. So kracht keine Scholle. Die steht auf. Die Beine sind schwer. Da war ein Die^andern kriechen hervor, zittern und stampfen mit den Füfeen. Still! Ein Klingeln vom Sturm zerrissen. Das kann nur ein Schiff gewesen fein. Wo geht es hin?
Wir müssen ein Feuer anmachen , murmelt Die atemlos.
Ein Streichholz. Aus. Noch eins. Die hat feinen Isländer ab gestreift. Die Wolle glimmt. Er schwenkt sie rund. Es gibt einen roten Kreis.
Zurück!" fchreit Die unb packt bie Tornister. Da taucht ber groaltig hohe Bug des Dampfers auf, das erleuchtete Steuerhaus, die Laternen. Ein Mann erscheint undeutlich an der Reeling, verschwindet. Cs klingelt, die Maschinen stampfen, — vorüber. Die hat ben Jslänber fallen lassen. Wie kann er uns in bem Schneetreiben gesehen haben? Er wirb uns nicht gesehen haben. Maleen, Klaas. Er ist vorbei. Ein Nebelhorn brüllt auf Eine Stimme bröhnt. Halloh! Hee! Die schwenkt wie verrückt bie glimmende Wolle. Da ftrafjlt ein Scheinwerfer auf, tastet umher unb Höbet bie brei. Schneeflocken gleiten durch den Lichtkegel. Das Schiff rumort leise und reibt sich an der Eiskante. Geblendet kommen sie an Deck Ein Matrose bringt dampfende Gläser in die Kapitänskajuie. Es ist warm unb hell unb gut. „Aber", fagt Die und steht verwirrt auf, „aber wir müssen doch nach Heia."


