Jahrgang |93<

Montag, den 17. Dezember

Nummer 98

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Herr Ministerialdirektor. Wir haben den Funksprüchen geht unzweifelhaft

Der Ministerialdirektor wollte Raum kam.

Verzeihen Sie die Störung, Verbindung mit Dr. Wille. Aus hervor, daß die Herren von den

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Nun, Herr Eggerth, wie steht's?"

Nicht ungünstig, Herr Ministerialdirektor. Wille und Schmidt mit den Motorwagen unterwegs. Sie befinden sich gegenwärtig Kilometer südlich von hier."

Alle beide", beeilte sich Berkoff zu antworten.Dr. Schmidt war ja stets für eine Ausdehnung der Messungen über ein größeres Gebiet. Aber auch Dr. Wille scheint durch die neuen Erkenntnisse, die er bei dieser Expedition gewonnen hat, gründlich bekehrt zu sein. Ursprünglich sollte die Fahrt nur über etwa 200 Kilometer gehen, aber dann war es gerade Wille, der sie immer weiter ausdehnte und auch jetzt noch nicht recht Lust hat, umzukehren."

Hein Eggerth und der Ministerialdirektor warfen sich einen Blick zu. Sie hatten den gleichen Gedanken, daß man den so plötzlich erwach­ten Wandertrieb Willes in jeder Weise fördern müsse.

Das Trommeln der Motoren wurde schwächer, hörte ganz auf. Im Gleitflug ging ,St 8' aus der Stratosphäre in tiefere Luftschichten hinab.

Gerade unter ihm auf dem Schnee drei schwarze Punkte. Ungefähr wie drei Fliegen aus einer Tischdecke sahen die mächtigen Kraftwagen aus dieser Höhe aus. Nur allmählich gewannen sie an Größe, während das Stratosphärenschiff tiefer sank. Ein leichtes Rucken und Schüttern, es setzte auf dem Schneefeld auf. Durch das Fenster beobachtete Hein Eggerth, wie aus dem einen der drei Fahrzeuge, dem Wohnwagen, eine Gestalt kletterte und durch den Schnee auf das Flugschiff zu trabte.

Nanu!? Nur der brave Hagemann stellt sich zum Empfang ein", murmelte er vor sich hin, während er zusammen mit dem Ministerial-

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neuen Arbeitsmöglichkeiten, die ihnen die motorisierte Station bietet, voll befriedigt sind."

Beide oder nur einer?" fragte Reute.

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HANS DOMINIK EIN STERN FIEL VOM HIMMEL

COPYRIGHT 1934 BY KOEHLER & AMELANG G. M. B. H., LEIPZIG

direktor und Berkoff über die Laufbrücke aus dem Flugfchiff Freie ging.

Tag, Hagemann", begrüßte er ihn.Wo stecken die andern?

Dr. Wille weiß doch, daß wir ihn besuchen wollen?"

Hagemann trat im Schnee von einem Fuß auf den andern druckste eine Weile, bevor er antwortete.

Siebener tfamilienblätter

Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger

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(Fortsetzung.)

Garrison merkte, wie der Millionär mit neuen Zweifeln kämpfte, und gab dem Gespräch eine andere Wendung. Mit beredten Worten malte er ihm die gewaltigen Gewinnmöglichkeiten aus, wenn es gelang, auch nur ein paar hundert Zentner des kostbaren Erzes aus der Antarktis nach Amerika zu bringen. Vor den Millionenziffern, mit denen er da­bei jonglierte, schwand Boltons Widerstand dahin. Er füllte den Scheck über taufend Dollars aus, doch bevor er ihn an Garrison gab, zog er ein anderes Schriftstück aus der Briefliche. Es war ein Vertrags­entwurf, den er bereits vor jenem ersten ergebnislosen Flug Garrisons nach der Antarktis aufgesetzt hatte. In einer langen Reihe von Para­graphen waren darin die Rechte und die Pflichten der beiden Partner geregelt, und es war in Mr. Boltons Natur begründet, daß der Ver­trag mehr Rechte für ihn und mehr Pflichten für Garrison enthielt. Darüber war Garrison sich auch vollkommen klar, aber wohl oder übel mußte er feinen Namen unter das Dokument setzen, bevor er Boltons Scheck in Empfang nehmen durfte.

Der sprang jetzt auf.Höchste Zelt, Mr. Garrison. Ich komme gerade zum nächsten Zug zurecht. Rufen Sie mich in Frisko an, sowie Sie. etwas haben.

Mr. Bolton hatte den Raum verlassen. Garrison griff nach Stock und Hut; nachdenklich ging er durch die Straßen von Pafadena bis zur Drahtseilbahn, die ihn zur Sternwarte auf dem Mount Wilson bringen sollte.

*

Zwei schlichte Zellen im Reichsanzeiger gaben amtliche Kunde von der Veränderung in der antarktischen Station. Sie befanden sich auf der Seite, die die UeberschrlftErnennungen und Beförderungen" trägt, und lauteten:Zur besonderen Verwendung durch das Kultusmini­sterium in den Staatsdienst übernommen Dr. Martin Wille mit dem Titel und Rang eines Ministerialdirektors; Dr. August Schmidt mit dem Titel und Rang eines Ministerialrates."

In der Menge der anderen gleichartigen oder ähnlichen Mitteilungen gingen diese beide Zellen für die breite Oeffentlichkelt spurlos unter. Nur im Kultusministerium, das sie ja besonders angingen, wurden sie gelesen und erregten zunächst einige Verwunderung. Was waren denn das für unbekannte Outsider, die das Ministerium so plötzlich mit nicht zu verachtenden Beamten Qualitäten in den Staatsdienst übernahm? Schmidt August Schmidt? Ein Sammelname, aus dem niemand etwas zu machen wußte. Dr. Martin Wille? Leute in den Büros des Ministeriums, die sich für jede Ernennung interessierten, wälzten allerlei Nachschlagewerke und konnten auch nichts Rechtes entdecken.

Dr. Martin Wille, Privatgelehrter. Arbeitet auf geophysikalischem Gebiet. Unternahm im vergangenen Jahr eine Expedition in die Ant­arktis", stand in einem dieser Handbücher zu lesen und machte das Kopschütteln noch größer. Bis es bann von oben her durchsickerte, und zwar mit einer gewissen Absichtlichkeit durchsickerte, daß dieser bisherige simple Privatgelehrte tatsächlich mit dem neuerannten Mim st e rialdirekt or identisch sei und daß die nachgeordneten Stellen ihre verehrlichen Kopfe und Schnäbel nicht unnötig anftrengen möchten. Der Wink war deutlich genug und wirkte. ..... ,

9ls Hein Eggerth mit ,St8' bei der antarktischen Station landete fand er das Nest ziemlich leer. Nur Lorenzen, dem er feine Ankunft durch Funkspruch gemeldet hatte, stand auf dem Hofe und begrüßte ihn, als er das Schiff verließ. h

Enten Tag, Lorenzen. Alles wohl und munter? Wo stecken denn

Ausgeflogen, Herr Eggerth. Sie sind alle mit den neuen Wagen weg, da nach Süden runter. Sogar Hagemann ist mit. 3$ mu6 mir mein Futter hier allein kochen und für den ganzen Mafchmenkram fcrgen Ist etwas viel für einen einzelnen Mann.

Srtbe(ptrfbat nix, Georg. Da wollen wir den fierrfdjaften mal" schleunigst nachfliegen"/meinte er.Wer besorgt denn übrigens die Funkerei bei der Expedition, Lorenzen? fnspr.

Der Rudi Willes Herr Berkoff. Der Junge hat sich zu einem tadel­losen Funker entwickelt. Alle Achtung, wie der letzmorsen kann.

Danke schön, Lorenzen, das wollen wir mal gleich versuchen .

Im Mittelraum des Flugschiffes erhob sich bei der Rückkehr Eggerths ein älterer Herr aus einem Sessel.

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Herr Dr. Wille und Herr Dr. Schmidt sitzen feit heute früh in dem elektrischen Wagen zusammen und lassen keinen rein. Vor drei Stunden wollte ich sie zum Essen holen, da haben sie mich einfach raus- gefchmisfen. Schade um den schönen Labskaus, den ich für heute gemacht habe."

Hein Eggerth wandte sich zu Reute.Darf ich Ihnen hier Herrn Hagemann vorftellen, Herr Ministerialdirektor, feines Zeichens Mecha­niker, außerdem Küchenchef der Expedition. Alles in allem ein Mann, dessen Bedeutung für das Wohl und Wehe der Expedition nicht zu unter­schätzen ist."

Das WortMinisterialdirektor" gab Hagemann einen Ruck, er machte eine formvollendete Verbeugung.

Freue mich über die Ehre, Herrn Ministerialdirektor kennenzulernen. Hagemann ist mein Name." Er wandte sich an Eggerth,wie Sie die Herren aus ihrem Wagen herauskriegen wollen, weiß ich nicht. Wollen Sie nicht lieber erst etwas essen?"

Eggerth nickte.Ich glaube, Herr Ministerialdirektor, der Vorschlag hat was für sich. Wie wäre es, wenn wir uns erst gemütlich zu Tische setzten und die offizielle Verhandlung noch etwas verschieben?"

Meinetwegen", erwiderte Reute,eine solide Mahlzeit käme mir nicht ungelegen."

Von Hagemann geleitet gingen sie in den Wohnwagen. Ein behag­licher Raum mit bequemen Klubsesseln ausgestattet, nahm sie auf, und bann lief Hagemann eifrig zwischen ber Küche und diesem Raum hin und her und begann aufzutafeln. Er wollte zeigen, was feine Küche zu bieten vermochte.

Während Hagemann den Kaffee servierte und Zigarren anbot, stand Eggerth auf.Entschuldigen Sie mich einen Augenblick, meine Herren." Er verließ den Raum. Mit langen Schritten stampfte er durch den Schnee zu dem zweiten Wagen hin, während er in feiner Westentasche nach einem Schlüssel fingerte. Mochten die beiden Gelehrten sich immer­hin einschlleßen, er hatte ja ein Duplikat des Wagenfchlüfsels bei sich.