Stunde» »lebet beruhige»
nn Daressalam kam ich in unser Gouvernementskrankenhaus, in dem mir eine außerordentlich gute Psiege zu Teil wurde Unter bestreuen ^üriorae einer englischen Schwester, namens Patterson kam uh wiederum Kräftem Bei meiner Einlieferung wog ich noch 96 Psunb bei ^ner KorpeEnge von 1,82 Meter. Doch Milch unbE.erchuhnun Porter sind Dinge, die Tote lebendig machen tonnen. Nach drei -toodjen ^na es mir wieder besser. Ich erholte mich nun sehr rasch, so daß ich bald als fit“ (tauglich) für den Abtransport nach Vorderindien beiunben wurde. Eines Morgens holte man mich in einer Tragbahre ob und trua mich aus das Hospstalschiff „Devanha , aus dem sich sehr viele kranke^Engländer besanden. Im Hasen und aus dem Sch, s herrschte reaes Leben und Treiben. Ich war daher froh, als endlich die AbfahU hur* die Dampfsirene angekündigt wurde. Langsam und doch zu rasch i 1rjrf. spl. Damvfer in Bewegung. Wir saßen an den Bullaugen unserer ^Kabine und sahen die mit Kokospalmen bestandene Küste unseres aeliebten Schutzgebiets verschwinden. Ein furchtbares Gefühl für uns olle Ein Würgen machte sich im Hals bemerkbar. Sehnsüchtig und still nahmen" wst Absthied von unserer zweiten Heimat, aus der man uns
Di^Fahtt^nach Indien war eine Erholung. Wir hatten SUtes Wetter, , iiMtorPunff imh oute SBerufleaunq. Sic (Enqlänbcr befürchteten beutjdie U-Bootsgefahr und trafen alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen. Es durste abends kein Licht angedreht werden. Wrr mürben für bi einzelnen Rettungsboote eingeteilt, wobei wir Deutsche schlecht bedacht
“'“y'rerft fuhren wir nach Karachi. Hier wollte man mich wegen meiner überstandenen Krankheit nicht haben. Ich wurde daher nach Bornban gebrachst wo mir das Viktoria-War-Hospital die Türen öffnete. Die Verwiegung war in diesem Krankenhaus sehr gut und reichlich Morgens um 7 Uhr brachte ein indischer Wärter etwas Obst Kak und Tee ans Bett. Gegen 8 Uhr gab es warmes Frühstück, das aus unzähligen Eiern, Fleisch, Butter und Kartoffeln bestand. Um 12 Uhr iolate das Mittagessen mit einem großen Pudding als Nachtisch. Gegen ^4 Uhr Kaffee mit Kakes und unendlich viel Butter. Und abends um 7 Uhr Dinner nach englischer Art. Die reinste Mastkur Entweder
Die amtliche Behandlung war weder gut nach schlecht, cntroeoer bekamen wir Tonic ober Chinin, je nach Ansicht der Onderleys (Sanitäter) Die Krankenschwestern, die die Rangabzeichen von Offizieren truaen bekümmerten sich nicht um uns. Sie liefen mit ihren Rang- abieto'en finnios herut» sahen hin und wieder nach ob der Staub ouck aewischt war keiften sich gegenfeitig an, und damit war ihre Auf- aäbe eÄtUm so mehr war der Generaloberarzt Dr. N°tt u uns besorgt9 den wir unter uns den Onkel nannten. Er kami öfters, stug nach unseren Wünschen und sorgte für Ordnung und Sauberkeit. E war ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. ,
Ende Januar 1918 mußte ich dieses schone Hofpital verlassen. Ich war setzt „fit“ für ein Gefangenenlager. Eines Nachmittags empfing ich auf der Kammer eine wollene Decke und einen Schlafanzug fu Reise und am anderen Morgen wurde ich mit einigen Kameraden unter militärischer Bewachung zum Hauptbahnhof gebracht, wo wir in einen Schnellzug einstiegen, der uns nach Ahmednagar beförderte. Hier wurden wir von den bereits dort befindlichen Gefangenen ber3lid)ft ^an M Die Verhältnisse im Lager waren zusriedenstellend. Wenn man ®e hatte, konnte man sich alles mögliche kiffen. @s gab f°9or Sett. LeiD mar es aber bei uns Dftafritanern in dieser Hinsicht schlecht bestellt Aber trotzdem ging es uns gut, weil die Zivilgefangenen aus Siam, man hier interniert hatte, ihre Landsleute nicht im Stiche ließen. Der Aufenthalt in diesem gesunden Klima dauerte leider nur kurze Zeit. Nach ungefähr dre^ Monaten mußten wir wieder Abi chied nehme. Zunächst ging es nach Bombay zurück, wo wir zum Olafen fuhreni u auf ein Kriegsschiff nach Aegypten verladen wurden. Der Kapitan dieses Schiffes war sehr nett zu uns" Wir Durften in der Messe der engst chen Offiziere essen und konnten uns .in der Kantine kaufen was wir wollte. 31ur abends durfte wegen deutscher U-Bootsgefahr kein Licht >n Kabine brennen. Unterwegs hielten die Engländer Uebungsschießen M Scheiben ab. Ihre Schießkunst war sehr mangelhaft. Wahrend der im Roten Meer starb ein Gefangener an Pocken Um emer Ausbreitu dieser Krankheit vorzubeugen wurden wir alle sofort geimpft.
. In Aegypten waren die Verhältnisse sehr schlecht. W.r Nebenvo e in Quarantäne, in einem verlausten Lager bei Suez. Die Behandlmist war in diesem Lager nicht gut. Man gab uns schmutzige Decken, mußten auf dem blanken Sande schlafen und man verweigerte - ^gliche Kochhilfe. Erst eine Beschwerde an den Schwedenkonsul brach Abhilfe Nach zwei Wochen wurde» wir aus der Quarantäne entlass Das Gefangenenlager, in das wir übergeführt wurden, befanb M) Sidi-Bishr in der Nähe von Alexandria Eine traurige ®anbroufte m Dattelpalmbeständen war das einzige was wir für langerZeitsay Die Verpflegung und Behandlung ließen auch hie,-oft feljr viel « wünschen übrig Unser Lagerkommandant, Oberst Kohts, war e» furchtbarer Mensch, der sich selbst nicht gut war und der uns manche» Knüppel zwischen die Beine warf. Wir haben ihm Gleiches mit Gleich vergalten und ihn geärgert, wo wir konnten. „
In Aegypten erhielt ich nach langem Harren endlich das er, Lebenszeichen von meinen Eltern Beinahe fünf Satyce [lQn9JL( von diesen nichts mehr gehört. Ich ^aube daß 1$ biejen ‘f, mir den Heldentod meines Brudes schilderte, mindestens dreitz g 9dtDie 'lange Gesangenschast machte sich allmählich bei allen una^ genehm bemerkbar. Das ewige Einerlei, die ständige Untat'gke , man durch Studien aller Art zu bekämpfen suchte, rief Mi der 4 eine nicht zu beschreibende Gereiztheit hervor. d'ezuHader unbtol untereinander führte. Ich trieb damals Franzos.fch, EnMch, Spa»'M Türkisch und Holländisch, schrieb Tagebücher und las Roman-. » trotzdem war ich mit meiner Tätigkeit, die den Tag voUstandg s ^ nicht zufrieden. Es fehlte irgend etwas, was man nur fühlte, aber i beschreiben konnte. Und hierzu tarn noch die Sorge um unser g
Vaterland.
schaff mit einer merkwürdigen Frau bad.» das ist das Leben zu
-u w nach MM
ist die Mosel.
3n englischer KriegSgesangenschast.
Von G e o r g H e h, Gießen. siSSKBSÖ MMUW WDWWZWW sä« ssr‘ja
gingre"Sn°arrrber Missionsstation Ndanda Mein Wagen-
Ä“” *1 wu^iJÄi’V«. «»■ --- » ">- ”?>»'
nahm In Ndanda, wo wir nachmittags ankamen, wurde uns Milch reis mit Fleisch vorgesetzt, der ganz vorzüglich mundete. Obwohl.ich a es sthr bald wieder von mit gab, was mir als Dy-enter,-kranken bekannt war, so verschlang ich doch recht
hatte damals den reinsten Heißhunger nach s° chen Dmgen Hrbueven ’ ntnino Tnnp Mir laaerten auf Stroh chutten in einem ou]ieren, uh steundttchen Rauwk ber sehr schmutzig war. Ich war daher froh, als ich endlich mit anderen Kranken zusammen in einem Lastauto nach Lindi überführt wurde. Vor der Abreise wurden mir meine beiden shxsrÄÄ
®uiche berumftanöen. Je weiter wir uns von der Front entfernten, desto schlechter wurde die Behandlung. Die Verpflegung und Unterkunft war an manchen Tagen ganz fürchterlich. Befonders mangelhaft waren die Bedürfnisanstalten, die in großer Anzahl zwar °?^L"^Nustckrist die aber fast alle mit Schildchen versehen waren mst der Aufschrift
Sergeant major only", oder „commamder only . Es war daher sehr schwer, ein nichtreserviertes derartiges Plätzchen M fmben.
Kurz vor Lindi wurde ich von einem indischen Arzt m einem an der See gelegenen Lazarett untersucht. Er leche mir 3®ei Smger auf Die cherzqeqend und stammelte dann in gebrochenem Deutsch. „Gesund, ich glaube"9 Damit war mein Schicksal besiegelt. Man nahm mich aus »em Lazarett, das übrigens sehr sauber war, heraus und führte mich aus einen freien Platz, der mit Stacheldraht umgeben war. fyer bheb ich mit ungefähr zwanzig anderen Gefangenen den ganzen Tag m glühender Sonne liegen. Gegen abend schlug man für uns em kleines Spitzzelt auf, das aber nicht Raum für alle bot. Ser größte Test der Kranken mußte daher im Freien schlafen. Ich, als Schwerkranker, bekam von meinen Kameraden einen Platz tm Zelt zugewiefen und war fo meniaftens Qcqcn bic fühle geschützt. .
Am anderen Tag wurden wir in einem Leichter, der von emem kleinen Küstendampfer geschleppt wurde, nach Lmdi selbst gebracht, wo ich trotz Fieber in ein Gesangenlager eingesperrt wurde. Schon m der Nacht stieg meine Temperatur aus 40 Grad. Es wurde em englischer Arzt herbeigerufen, der sich sehr nett benahm und meine sofortige Ausnahme in das Lazarett anordnete, wo sich eine englisch^ Krankenschwester meiner liebevoll annahm. Es wurden mir heiße 5Md)en auf den Bauch gelegt, und zur Durststillung gab man ch'r Fruch saste^ Meine Nahrung bestand von nun an nur noch aus Starkekleister (Arrowroot), aber trotzdem besserte sich mein Zustand nicht. Meme Körperkräfte nahmen Derartig ab, bah ich mich kaum noch aufrichten konnte Nach sechstägigem Aufenthalt in ßinbt brachte man mich in einem Hospstalschiff nach Daressalam. Aus einer Tragbahre trug man mich an Bord, wo mir eine Krankenschwester als Mittagessen e,n Hähnchen mit Reis und eine halbe Flasche Rotwein vorsetzte. W,e ich mir die e Herrlichkeiten alle zu Oemüte geführt habe, weiß ich nicht mehr. Aus jeden Fall hatte ich Messer und Gabel nicht notig denn das bauerte mir viel zu lang. Diese Schwelgerei mußte ich leider schwer büßen. Mein Darm erhob sehr bald Protest und ließ sich erst nach einigen


