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Natur ausgesuchten: mächtige Eichen stehen, erwürgt von mächtigen Buchen die sich mit silbernen Leibern geschmeidig wie Schlangen um dre unbeugsamen Stämme der Eichen gelegt haben und grün gedeihen, wo die Eichen als heldische Ruinen stehen. .
Vier Höhen gibt es um den See, von denen man, so scheint mir, das Ganze dieser Landschaft am herrlichsten überblickt: die Rottmannshohe mit dem Bismarckturm über Leoni: den Holzhäuser Kirchberg mit der ungeheuren Linde und dem schönsten Friedhof über Ambach und Ammerland: den Kirchhof von Starnberg: die Jlkahöhe über Tutzing — die, ich bekenne es, mein Lieblingsstandort ist, wenn ich ins Ganze schauen mochte. Dort wird der See nicht nur in die Länge, sondern auch in seine größte Breite übersetzen: südwärts aber liegt das ganze Oberland da, wie in em einziges Gemälde zusammengefaßt, von den Lechtaler Alpen bis zu den Berchtesgadenern —, und der See links drunten macht zu dieser leidenschaftlichen, auch zarten, auch blütenhellen Musik den Basso Continua. Dies ist genug, und so sehr es verlockt, von Seeshaupt über Hohenleiten nach dem Loifachtal bei Beuerberg hinüberzulaufen oder von Ammerland ins Wolfratshausener Isartal oder stracks südwärts zu wandern durch Wälder und Felder und an versteckten Waldseen vorüber nach der Hirsch- berqalm der sich das oberbayrische Alpenvorland noch näher vor die Füße legt als der Jlkahöhe, oder so sehr es dazu treiben mag, sich in der Urlandschaft der Öftersten südlich des Starnberger Sees zu ver- [jeren__, mir ist es genug, wieder und wieder den Kamm der Jlkahöhe
zu ersteigen und von dort oben das ganze Land wie mit einer Hand zu ergreifen: und freilich tue ich dies fast jeden zweiten Sonntag.
Der Tod des Batterieführers.
Eine Kriegserzählung aus Siebenbürgen.
Von Otto Folberth-Mediafch.
Dr. Otto Folberth-Mediasch ist eine führende Persönlichkeit unter den Siebenbürger Sachsen. Er ist der Herausgeber ü»r Schriften des siebenbürgifchen Nationalhelden Stephan Ludwig Roth, Mitbegründer der Deutschen Buchgilde in Rumänien und Begründer des „Verbandes siebenbürgifch- deutscher Laienspielbühnen". Im vorigen Jahr wurde der erst Siebenunddreißigjährige Rektor des im Jahre 1604 gegründeten deutschen Gymnasiums in Mediasch.
Die Sonne ist eine große runde Scheibe und hängt vor ihnen im Morgennebel. Ganz nieder, ganz nahe ist sie, daß man sie greifen kann. Wer jetzt seinem Pferd die Sporen gibt und mitten auf sie zusprengt, wird mit der Mütze ihren feurigen Rand streifen. Blutrot ist dieser Rand und blutrot sein Kern, wie Möß ihn noch niemals sah, ein zähes, dickflüssiges Glühen und Lodern, Wallen und Wehen. Alles, alles andere ringsum verschluckt der weiße Rebel: die verlassenen Gehöfte, die Aecker, die spärlichen Bäume, die irrenden Reiter — nur die blutrote Scheibe verschluckt er nicht.
Langsam schiebt sich die klirrende Karawane durch die nebelweiße Wüste, Welle auf, Welle ab, über die zertretenen Kartoffelfelder der gestrigen Schlacht.
„Halt! Ha —alt!"
Wer rief aus dem Nebel?
„Hier, in dieser Bodensenke, protzt ihr ab und bauet das Geschütz auf. Verstanden, Möß?" Damit spritzt Gerö, der Nebelrsiter, wieder davon.
Langsam, entsetzlich langsam schleichen die Stunden des Wartens. Wann eigentlich ist Gerö abgeritten? Und jetzt hat die Sonne schon längst ihre Scheitelhöhe überschritten und noch keine Nachricht traf von ihm ein. Auch die Telephonisten in der Beobachtung sehen einen Schmarrn und können also nichts Gescheites melden.
Plötzlich einmal klöhnt der Summer. Man hört ihn zwanzig Schritte weit auf dem stillen Acker, auf dem der Schwarm der Kanoniere sich den Rücken von der Sonne wärmen läßt.
„Hallo Geschützstation!"
„Was gibt's?"
„Eben sichten wir im Vorfeld einen Reiter mit zwei Pferden im scharfen Trab in Richtung auf euch. Es könnte ..."
„Mit zwei Pferden?"
„Ja"
„Und wer könnte es fein? So redet!"
„Meldet dem Herrn Kadetten, es könnte ... es kann nur Köteles fein."
Wie vom Blitz gerührt fährt Möß empor.
„Und Oberleutnant von Gerö?" möchte er fragend schreien, möchte er brüllen wie ein Tier, um seine Gedanken, um feine schlimmsten Befürchtungen zu übertoben. Aber er schreit nicht, er brüllt nicht, er bringt keinen einzigen Laut hervor. Er tritt mit einigen Schritten aus dem Kreis der Mannschaft heraus und wendet sich ab, das Kinn tief auf die Brust gestützt.
In zehn Minuten ist Korporal Köteles da und erstattet Meldung.
„Tot? sagst du, tot? Weißt du auch, was du redest, Bursche? — Und wo denn tot, wo?"
„Weit, sehr weit, Herr Kadett." Er zeigt mit einer hoffnungslosen Gebärde nach Osten.
„Höre, Köteles! Kennst du den Weg? Kennst du die Stelle?"
„Jawohl, ich kenne sie gut."
„Köteles, wir müssen zu ihm ... Wer weiß ... Wir müssen ihn holen."
„Gut. Herr Kadett. Zu zweit, ja, zu zweit können wir ihn schon holen. Wir mäsien aber Stangen und Zeltblätter miknehmen ..."
Und sie reiten.
Korporal Köteles hat die Zeltblätter vor sich über die Satteltaschen
Auf dem gleichen Acker, über dem sie heute morgen blutrot aufging und über den Gerö weither aus dem Nebel rief, soll er begraben werden, so beschließt Möß. Und soll bald begraben werden, sonst kommen morgen die Fremden und Vorgesetzten, die sich seine Freunde nennen und entführen ihn uns und begraben ihn selber und das hätte er sich sicher nie gewünscht. ~
Es fehlt nicht viel bis Mitternacht, als der Hustritt mit der Traglast sich der Mannschaft nähert, die rings um das verwaiste Geschütz in ihre Mäntel gehüllt liegt, stumm und wach und in bangem Brüten, was das Flimmern der Sterne über ihnen noch alles zu bedeuten habe.
Unweit grast, an kurze Pflöcke gekoppelt, das Pferderudel des Zugs. Jetzt spitzen sie die Ohren und eins aus dem Rudel wiehert, die Träume der Wachenden aufschreckend.
War es der Rappe Gerös?
Und jetzt springt die Mannschaft auf und geht dem Schnobern „Engels", das sie erkannt hat, entgegen. Und da steckt einer auch schon eine Sturmlaterne an und trägt sie herbei und jetzt und jetzt leuchten sie ihm, dem toten Führer, ins starre Gesicht. Und löschen sie wieder und wenden sich ab und lassen Arme und Schultern noch schlaffer und müder hängen als zuvor.
Dann klingt das Scheuern der scharfen Spaten durch die Nacht. Lange.
Und als es wieder stille geworden ist und Imre, der treue ungarische Burscke, seinen Herrn in die Grube gebettet hat, genau so, wie dieser gebettet zu sein in unzähligen Feldnächten sich gewünscht hat, tritt Möß vor den dunkeln Schacht und spricht das Vaterunser. Er spricht es laut und stockend. Er hat es noch nie vor einem offenen Grabe gesprochen. Er fühlt, daß er es überhaupt nur zu Ende beten kann, weil er es dem Dunkel, dem alles, alles in sich bergenden Dunkel dieser Nacht anvertraut.
Da zuckt eine Helle Lichtgarbe aus dem Geschützrohr auf. Ein Schlag und ein Stoß, als wäre die Kuppel der Sterne zerschellt. Und fauchend verläßt eine schwere Granate den Acker, der das Gebet gehört hat und nun für immer ein Grab bewahren wird.
Die Granate ist auf Befehl des Kadetten mit Zusatzladung auf die weiteste Entfernung gerichtet worden und Korporal Rufchill, der Geschützführer, hat eigenhändig den Abzugshebel gelöst.
Alle fühlen, daß es der Abschied ist. Der Abschied des Geschützes von Gerö. Der Abschied des Fähnleins von Gerö. Vielleicht sogar, wer weiß, der Abschied des Fähnleins vom Geschütz. Es stehen auf einmal fo viel Fragen, so viel Fragen vor ihnen auf. Und sie wissen nicht, wer sie beantworten wird, wenn nicht der, der bis jetzt die Klarheit des Gebens um sie schuf.
Noch vernehmen sie nach einer Weile den gedämpften Knall des auf- schlagenden Geschosses aus der Unendlichkeit der östlichen Nacht. Fast klingt es wie eine Antwort auf das laute Fragen der Herzen hier. Aber wer kann es deuten?
Noch hören sie, daß auf irgendeiner entfernten Steppe die Hunde, von Schuß und Aufschlag aufgescheucht, ju bellen beginnen. Aber lange hält ihr Bellen nicht an.
Bald ist es endgültig aus und still.
gebunden, die Stangen hält er mie Lanzen im Arm. Eine Halslange vor dem Kadetten, so trabt er dahin ... Möß reitet eigentlich mcht- Mechanisch, rein mechanisch bewegen sich seine Schenkel auf uni) ab. Er denkt I auch nichts, er sieht nichts, er sagt nichts, fern Kopf ist schwer rote Blei, droht vornüber auf die Mähne des Pferdes zu sinken.
Nach zwei Stunden ahnt Möß, daß sie gleich an Ort und Stelle sind. Einmal noch, während sie an einem Bildstock, einem verwitterten Steinmai zur Rechten vorbeireiten, sieht er Köteles fragend an.
"Nein, aber nur noch hundert Schritte weiter. In der Mitte zwischen dem' Stein da und dem Rande des Wäldchens. Gerade unter dem Apfel-
Dann, dann springt Möß aus dem Sattel und kniet auch schon mit entblößtem Haupt und gefalteten Händen an der Seite feines Herrn und Freundes. Blitzschnell hat er begriffen, daß hier schon langst alles vorbei und vollbracht ist. Der Tote liegt auf dem Rücken im Straßengraben. Er liegt da mit angezogenen Knien und in die Luft greifenden Händen, als habe er sich im letzten Augenblick noch jemandes erwehrt. Seme Augen sind jetzt wie grünes kaltes Glas. Seine Kinnlade hängt weit geöffnet herunter. Ameisen krabbeln über seine Stirne. Aus einer Brustwunde, die von einem Stich herrühren könnte, fo groß ist sie, ist Blut in ferne Kartentasche geronnen, mitten inne zwischen das Zelluloidfenster und das blank gescheuerte Lederblatt. Die Tarnopoler Karte trägt einen großen rOt 2lus ^öer Zeltbahn und den zwei Stangen hat Köteles eine Tragbahre hergestellt. Das ging noch wie es ging. Aber schwierig ist es nun, die Tragbahre mit der schaukelnden Last fo in die beiden Sattel zu heben daß sie einen sicheren Halt hat und weder mit dem Kopfende von „Engel", noch mit dem Fußende von „Cigany" heruntergleitet. Sie davor bewahren kann nur einer, der groß ist und die ungewohnte Gast den Pferden immer wieder zurechtrückt. Köteles ist groß. Koteies sorgt dafür, daß die Stangen nicht aus den Sätteln gleiten.
Möß schreitet zwischen den nickenden Köpfen der beiden Pferde einher. Gints an der Trense führt er „Cigany", rechts an der Trense fuhrt er „Engel". Er gibt sich Mühe, den Braunen und die Eisenschimmeistute eng zusammenzuhalten.» Die Gast, die teuere Gast, die sie tragen, könnte sonst doch noch einmal zwischen ihnen durch zu Boden fallen.
Mit dumpfem, hohlklingendem Stiefelschritt, in den nur manchmal leises Sporenklingen hineinzittert, der aber stundenlang umläutet wird von dem unregelmäßigen Klopfen acht harter Pferdehuse so geht es die endlose, gerade, noch immer tote Straße zurück. Den Weg aus dem Nichts — den Weg wohin? Die Sonne vor ihnen ist längst schon unter«
'verantwortlich: l)r. Hans Lhyriot. — Druck undVerlag:Brühl'scheUniversitäts-Buch- undStetndruckerei. R. Lange, Gießen.


