Hummer 4
Montag, den 15. Januar
Jahrgang >934
Eichener ZamilienbMer
Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger_______
zu gehen." ab. junger
Nichten." „Dies
Adjutant ..Wen „Das „Ihre bitten!" ..Sie mißlang/
Park." ... ausge-
Bild fanden wir auch bei ihm. Sire", sagt Napoleons totenbleich.
stellt das Bild dar?"
Mädchen, das ich liebe, Majestät.
Amoure wird iebr betrübt fein, wenn Sie mich nicht wird nur betrübt sein, Majestät, daß mir meine Tat
Es"u^ticf still im Saal. Lächelnd blickt Napoleon seine erstarrten Marschälle an. Er greift sich an die 'Sstiin. „Er Ut wahnsinnig". sagt Napoleon Die Marschälle nicken. Napoleon legt die Hände ans den Rucken, er macht einen Rundgang über das spiegelnde Parkett; als er zurückkommt, an staps vorbei, sragt er.
,Sind viele Geisteskrankheiten in Ihrer Familie?
„Wir sind alle gesund, Majestät."
Napoleon steht.
„Warum wollten Sie mich ermorden?
„Weil Sie die Ehrlichkeit auf der Erde zerstören.
„Du bist ein Narr!"
Ra?o?eon^bramst auf^Di^Art, in der Sie zu mir zu reden wagen, beweist Ihren Irrsinn!"
Napoleon bezwingt sich. o ...
„Habe ich Ihnen persönlich etwas Böses zugefugt?
„Sie knechten Deutschland."
„Wer hat Sie abgeschickt?" .
Wie? Ich verstehe nicht, Ma,e,tat.
Ich will wissen, wer Sie zum Mord angesttftet und dafür be-
ÖÖ&Sr Mann hat ein schlechtes Stück über die Pucelle d'Orloans geschrieben.^ Majestät!" Napoleon preßte die
Lip'mn aufeinander. Unruhig wühlte sein Blick in den kindlich unfd)uIbi(Tcn Verhafteten.
Berwundert^sahen sich d,e Marschälle an; ein Offizier läuft aus dem Saal; Napoleon hat den Kopf gesenkt Er stemmt das E nn a^aen die Brust. In dusterem Sinnen, bei verschränkten Armen widert Napoleon über das Parkett Er steht, er dreht Nch. Mit verbissenem, wutverdunkeltem Blick mißt er von rückwärts die unfertige Gestalt des gefesselten Jünglings. Erschrocken, atemlos kämmt durch eine Seitenküre Napoleons Leibarzt gelaufen.
'„Was steht zu Diensten. @ire?"
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prüfend tritt Napoleon an die Gruppe heran. Corvisart hebt den
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beflS b7/eue"nich7'Mgjestgt. es ist Menschenpflicht. Sie zu ver
zählt hat."
„Niemand, Majestät."
„Das ist nicht wahr!"
„Doch! Gott ist es. der mich abgeschickt hat!
„So? .. Seit wann sind Sie in Wien?'
''iie* haRm "hier^ Verwandte, Freunde, Mitschuldige?"
^Jch kenne hier niemanden, Majestät. Ich bin hier zum ersten
Male in meinem Leben." m
„Wo haben Sie gewohnt? Notieren Sie, Rapp!
„Ich saß die Nacht über auf einer Bank in einem
^Ich hatte mein ganzes Geld für das ... Messer geben, Majestät. Es war sehr teuer.
„Sie sind Student?"
„Ich bin Handlungsgehilfe, Majestät.
Menschen sind nie so groß ...
Von Gertrud Freiin von den Brinken.
Menschen sind nie so groß, wie wir sie gewollt,
wie die Legenden versunkener Kastelle erzählen. I ,
Unzerbrechlich aus schmalgegliedertem Gold
schließt sich die Kette der Tage um alle Seelen.
Einmal ein Jubel, ein Opfer, ein großer Schmerz ragt bis ins Unbewölkte über die Dörferlichter. Aber das Grau senkt sich lastend und wreienwarts über Schicksal und Schrei, um Schmiedegluten und Dichter. I Menschen sind nie so groß, wie wir sie geträumt, weil unser eignes Fahlscin ihr Wachstum nicht sonnte, weil, was von unserer Sehnsucht zu ihnen schäumt, I
Schaum und nicht Quell ist, der Ebenen wassern konnte.
Menschen wären viel größer, als wir sie gedacht, fänden in uns sie weiteres Reich zu erwandern.
Aber von allen, die sterben in jeder Nacht, I
stirbt ein jeder an uns, — stirbt ein jeder an einem andern. I
Ein Deutscher 1809.
Von Walter von Molo.
.Ich verstehe diese Deutschen nicht", spricht Napoleon in der Wiener Hosburg zu seinen Marschällen Unstet, fragend flattert I Navoleons Blick in den verwunderten Gesichtern der Seinen. I rr\;e rr-rhe ist mir untertan ... nun", abbrechend schlagt Napoleon I mit der Reitgerte an seinen Stiefelschast. „Laßt den Burschen I kommen!" Ein General läuft zur Türe. „Champigny, Beseh end zeigt Napoleon mit der Reitgerte aus die besternte Brust Mines I Ministers Dieses Attentat kostet Österreich seinen Bestand! I Sie werden "jetzt die völlige Abtretung von Böhmen. Ungarn und Mähren verlangen! Haben Sic muh verstanden?
„Sire! Oesterreich kann ohne Hinterland nicht leben.
^r>ie Durchführung meiner Pläne ist mir wichtiger! I
"Sire verzeihen Sie, aber es ist meine Pflicht, Sie daran zu erinnern: die Abtretung Triests setzt das Land dem Hunger- ^^Der^ preußische Minister Stein steckt dahinter", sagt Napo- leon^als hätte er die ganze Zeit von nichts anderem gesprochen. ] !,Nur der Sifin! Weiß meine Polizei noch immer n.cht, wo der
Er 'is^uns wieder entkommen, Sire; er muß neuerlich ge-
hnrt SRriefe Petitionen und Berichte aus ganz Europa aufge- «SÄ »=«; L'°L'Schkn°'L"„K
-BZWKUWM MMLM-MZ- auf; er liest und hört zu.
„Sie heißen?"
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Napoleon wendet sich Lauerno, -„rückweichenden Mar-
tückiich langsam trittcr an fern« und ge-
ÜÄM?.‘SÄ1?
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^,Warum sind Sie hierher gereist?
„Wo?"
„In Erfurt." — ,__ „
„Er verweigert jede Nahrung, Sire.
".Ich^ bin ^stärk genug, Majestät, um in den Tod Sie täuschen sich; der Geist hangt vom Magen
Band »an T,°.


