Erfahrung lehrt, daß es Anfang gemacht wurde. Erfahrung auch bei den liegt freilich schon einige
Es hat den Anschein, als ob sich diese Vulkanen bestätigen sollte. Der Anfang Zeit zurück. Nachdem man schon vorher hatte, wie viel Energie ununterbrochen
was die jüngsten Grabungen, besonders die deutschen, zutage gefordert haben. Unter den Plänen, die die junge irakische Regierung auf ihr Programm gesetzt hat, befinden sich daher auch in kluger Erkenntnis der Werbemöglichkeiten, die sie eröffnen, solche für einen würdigen Neubau des Museums. Mit Freude darf vermerkt werden, daß, wie die Leitung des heutigen Institutes in deutschen Händen liegt, so auch die Planung des neuen Gebäudes einen deutschen Künstler anvertraut ist.
Sind diese Pläne erst einmal Wirklichkeit geworden, dann wird Bagdad, als Mittelpunkt des Verkehrs zwischen Ost und West, auch als Pflegestätte der Wiffenschaft, der Kunst der Vorzeit und der ältesten Menschheitsgeschichte seine Anziehungskraft für den Fremdenverkehr vergrößern.
Zweck von Untersuchungen fast 300 Meter tief in den dampfenden und qualmenden Krater des Vulkans Stromboli hinabgestiegen. Sie trugen Anzüge aus einem eigens für diesen Zweck hergestellten Asbestgewebe, ebenso Schuhe und Handschuhe aus sehr dickem Asbeststoff. Ueber diese Kleidung kam noch ein weiterer Schutz gegen die Hitze und gegen die gefährlichen, im Innern des Kraters massenhaft emporgeschleuderten Gesteinsbrocken. Dieser zweite Schutz bestand aus einem großen, den ganzen Körper bedeckenden Zylinder aus Stahlblech, auf dem ein kegelförmiger Helm, gleichfalls aus Stahl, aufgesetzt war. Kleine Oeffnungen in der Stahlpanzerung ermöglichten einen Ueberblick tiber die Umgebung. Zwei kreisrunde Löcher in ihr gestatteten es, die Arme herauszustrecken. In diesen Schilderhäusern aus Stahl waren noch Flaschen mit Sauerstoff untergebracht, die mit einer Armungseinrich- tnng verbunden waren. Sie ermöglichten es, inmitten der giftigen Dämpfe zu atmen und zu arbeiten.
Diese Einrichtung hat sich bewährt. Die beiden Ingenieure konnten damit auf Gesteinen und Asche, die Temperaturen von • 100 Grad Celsius hatten, drei Stunden lang umhergehen und inmitten der Schwaden ihre Untersuchungen anstellen. Die Temperatur von 100 Grad ist aber für einen Vulkan noch als verhältnismäßig niedrig zu bezeichnen. Wohl in den meisten Fällen wird es nötig sein, noch bei beträchtlich größerer Hitze und sogar inmitten von Feuersgluten zu arbeiten. Auch hierfür hat die Technik jetzt brauchbare Einrichtungen geschaffen. Im vulkanreichen Japan, wo vielleicht noch manches Vulkan-Kraftwerk entstehen dürfte, ist man nunmehr einen Schritt weiter gegangen. Der Anzug und die Panzerung, die beim Stromboli zur Verwendung kamen, lasten sich mit dem gewöhnlichen Taucheranzug vergleichen. In Japan benutzt man eine Art von Taucherkammer.
Die „Vulkankammer", wie man sie entsprechend nennen müßte, ähnelt der Kabine eines Fahrstuhls. Ihre Wandungen bestehen aus mehreren Schichten von Stahlplatten. Die Zwischenräume zwischen diesen Panzerungen sind ziemlich breit und mit Asbest ausgefüllt. Auf diese Weise wird ein wirksamer Schutz gegen die Hitze erzielt. Die Kammer vermag mehrere Personen anjzuneh- men, die durch Quarzfenster die Umgebung beobachten können. Da Quarz erst bei einer Temperatur von 1700 Grad schmilzt, kann die Glut im Innern des Vulkans auch diesen Fenstern nichts anhaben. Durch sie hindurch lassen sich sogar Filme der vulkanischen Vorgänge drehen. Ein für lange Zett ausreichender Vorrat von Sauerstoff wird mitgeführt. Gegen Hitze gepanzerte Kabel führen nach oben und enthalten eine Fernsprechleitung. Die Kammer hängt an starken Asbestseilcn und wird mit Hilfe eines am Kraterrand aufgestellten weit ausladenden Krans in den Hexenkessel hinabgelassen. Die Behauptung dürfte bald gerechtfertigt sein, daß die Technik nunmehr auch die Vulkane besiegt hat.
Menschen steigen in die Vulkane.
Von Dr. Hellmut Thomasius.
Was wir von den Schätzen der Erde ausbeuten, stellt nur einen sehr geringen Teil von dem dar, was wirklich vorhanden ist. Diese Beschränkung ist unfreiwillig. Wir würden mancher Energiequelle gern mehr entnehmen, von manchem Stofs gern mehr besitzen, aber der Erfüllung dieser Wünsche stellen sich Schranken entgegen, die bisher unüberwindlich waren und von denen wir nicht wissen, ob und wie weit sie sich in Zukunft öffnen werden. Sehr verschiedener Art sind diese Schranken. In weite Teile der Erde vermochten wir noch nicht vorzudringen. Vieles, was uns wertvoll sein könnte, liegt in vorerst noch unzugänglichen Tiefen, ist von Gesteinen oder von Meeren bedeckt. Ein ganzer Wall natürlicher Abwehr gegen das Vordringen des Menschen türmt sich aber da auf, ivo wir mit Sicherheit wissen, daß viel und Wertvolles zu holen wäre, an den Vulkanen. Fast unmöglich ist es, alles aufzuzählen, was sie uns liefern könnten, wenn es gelingen würde, ihnen beizukommen. Aus ihren Kratern könnten wir Feuer und Wärme, Dampf, Gase der mannigfachsten Art, also Energien der verschiedensten Form entnehmen. Zahlreiche kostbare Stoffe wie Schwefel, Borsäure, einen Reichtum von Mineralien würden wir finden. Außerdem führen die Krater wahrscheinlich bis hinab in Schichten, wo schwere Metalle in Mengen vorkommen. Der Gedanke aber, daß wir jemals bis dorthin vor-
Katarina kann sich nicht entscheiden.
Roman von Viktor von Kohlenegg.
Copyright 1932 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.
^Fortsetzung.»
Es schlug halb acht. Die Tür tat sich auf, und Klüter, Hauswart und Diener, in gestreifter Jacke, wehte, wie ein rundlicher Geist, herein. n r _ ..
„Morgen, Klüter! Verdammter Lärm heute früh... Ihr Spitz Fiffi war auch dabei. Verrückte alte Schachtel! Sollte mal Junge f Ticncn!"
Klüter brachte Licht, Luft und Heiterkeit ins Zimmer. „Hihi!" Der Profeflor sah ihn an. ..
Klüter verschwand, wie eine Motte, nach der man greifen will, und rauschte gleich darauf mit den Wasserhähnen in der Badestube.
Louis erhob sich, fühlte sich frisch, wie ein Jüngling. Er striemte sich mit lauem und eiskaltem Wasser. Alt? summte es ihm dabei aus irgendeinem Unterbewußtsein durch den Sinn. Wie vor zwanzig, dreißig Jahren — genau so alt! Es war unheimlich, wie wenig man sich veränderte: Der Mann, der den Geburtsschein erfunden hatte, war ein lebensferner Esel, ein Schuft. Ein blutjunger Fünfziger, blühend, wie ein frischer Vierziger.. Ob vter- unddreißia oder vierundsünfzig — es war immer ein Anfang!
Beim Rasieren fielen ihm die Neffen wieder ein. Die würden natürlich ihre Pauke kriegen... Sie waren sonst immer manierlich gewesen, soweit er es hatte feststellen können. Er hatte sie stets streng und vernünftig angefaßt: Sie sollten sich beileibe nicht als faule, fröhliche Erben, die auf Extrawürste Anspruch hätten, fühlen: in dem Punkt hatte er ungemütlich eigenwillige Ansichten. „Nichts ist mehr gewiß: Heute rot — morgen pleite!" hatte er ihnen gesagt. „Bloß das Tegeler Institut mutz Meißen! Dafür werd' ich sorgen!" Im übrigen war er, als allenthalben geschätzter Nothelser der bekümmerten Wisienschaft, fast ein armer 50^? TX XX
Er schabte vorsichtig gegen den Strich, um die heitre Warze aus der linken Backe herum, und schloh empfindsam ein Auge. „Springt selber mit euren kräftigen Beinen!" Auch er hatte Aufstieg und Erfolg sich selbst zu danken: alles andere machte blotz schlapp und faul. ,
Mit dem langen, komischen Dagobert, dem sonderbaren Malgenie, lag es freilich ein bißchen anders: Es gab da eine Art mäzenatischer Verpflichtung. Möglicherweise steckte doch etwas hinter seiner merkwürdigen Pinselei? Louis hatte den komischen Kerl besonders gern: Bein von seinem Bein, ihm auch äußerlich ähnlich, Sohn seines einzigen, verstorbenen Bruders.
Diez, ebenfalls netter Junge, Dr. phil., Leiter des Archivs der „Vegumag", wo es für einen volkswirtschaftlich geschulten Mann
Damit war der Bann gebrochen.
Inzwischen hat man auch in Amerika ein Vulkan-Kraftwerk erxichtet und fast überall, wo es überhaupt Vulkane gibt, werden Pläne erwogen, ob man dem Beispiel in der Toskana nicht folgen solle. Sicherlich würden schon mehr derartige Kraftwerke in Tätigkeit stehen, wenn die Natur nicht ihrer Ausführung ein weiteres Hindernis entgegengesetzt hätte. — Mit dem einfachen Darauflosbohren kommt man nämlich nicht zum Ziel. Wie bei jedem anderen technischen Unternehmen müssen auch beim Vulkan-Kraftwerk gewisse Vorarbeiten vorangehen. Es ist notwendig, die Gesteine, in denen man arbeiten will, genau zu untersuchen, den Verlauf von Spalten zu verfolgen, Temperatur- und Druckmessungen vorzunehmen und sich genau über alle Verhältnisse zu unterrichten, unter denen man arbeiten wird. Erst dann können die aiifzu- wendenden Kräfte berechnet und die Bohr-, sowie sonstigen Maschinen zweckmäßig eingerichtet werden.
Das ist nicht anders als bei einem Tunnelbau. Der Unterschied liegt nur darin, daß man bei einem Tunnel mit immerhin noch beherrschbaren Temperaturen zu tun hat, wahrend beim Vulkan Gluten von ungeheurer Größe in Betracht kommen Sie hindern die Forschungen nnd Vorarbeiten, auf denen sich alles weitere aufbaut. Die Technik läßt sich dadurch nicht abschrecken Sw ist eben dabei, eigene Verfahren zu entwickeln, die auvichlleßlich diesen Untersuchungen und Vorarbeiten dienen fMIen. Eine Zeit lang hat man Temperatur-Fernmelder und sonstige Instrumente an Asbestseilen in die Krater hinabgelassen, letzt steigt der Mensch hinunter und arbeitet im Feuerschlund. .
Daß er dies kann, verdankt er der Technik, die es ihm in ähnlicher Weise ermöglichte, bis hierher vorzudringen, wie sie den Taucher in den Stand setzte, in früher unzugängliche Meerestiefen zn gelangen. Vor kurzem sind dank einer technisch sehr vollkommenen Ausrüstung die Ingenieure K i r n e r und M uster zum
mit Bedauern sestgestellt , ungenutzt aus den Kratern entströmt, unternahm vor etwa dreißig Jahren Prinz Conti das kühne Wagnis, in einem vulkanischen Tal der Landschaft Toskana das erste dnrch Vulkandampf gespeiste Kraftwerk zu errichten. Es war ein schweres Stück Arbeit, die Bohrungen gegen den Druck des hochgespannten Dampfes durchzuführen, diesen Dampf abzufangen und ihn nützlicher Verwendung zuzuleiten. Aber das Wagnis gelang. Das Kraftwerk arbeitet ungestört und versorgt eine ganze Anzahl von Städten und technischen Betrieben mit Strom. Außerdem ist an ihm eine chemische Industrie entstanden. Sie verarbeitet die zahlreichen wertvollen Stoffe, die die Dämpfe aus unergründlichen Tiefen mit heraufbringen nnd unter denen sich Salze der verschiedensten Art nnd die Edelgase Argon und Helium befinden.
bringen könnten, erscheint selbst vom Standpunkt unserer heutigen hoch entwickelten Technik aus geradezu unfaßbar. — Viel hat uns diese Technik gegeben, viele Reichtümer der Natur hat sie uns erschlossen, die Vulkane hat sie links liegen gelassen. Sie wagte sich nicht an sie heran. Das bedeutete aber noch keinen ewigen Verzicht. Noch mancherlei gab es, das einst für immer verschlossen schien, und die Technik hat dennoch einen Weg gefunden. Eine alte ~ " ' ' ' ' ' * " weiter geht, sobald nur erst einmal ein


