Ausgabe 
5.11.1934
 
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Nummer 86

Montag, den 5. November

lhrgang 195^

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____ _____ keine Sorge machen; sie sei bet ihr im Hause bestens auf­gehoben. Nur halte sie es für ihre Pflicht, uns zu sagen, baß ihr Einfluß auf Mita nicht so bedeutend sei, das Mädchen zurückschicken zu können. Für morgen das ist also heute seien einige Filmaufnahmen vor- aefehen und vorher sei Mita nicht zu bewegen zurückzukehren. Sie, Ihr Fräulein Schwester, sei an sich erfreut, unserer Mita Gastfreundschaft gewähren zu können, und sie bitte uns, ihr Gewissen zu entlasten, um unser briefliches Einverständnis, daß Mita in ihrem Hause bleiben könne." Der Konsul machte wieder eine Pause.

Als Luzius nichts sagte, fuhr er fort:So der Brief Ihrer Schwester. Ich komme nun zu Ihnen, Luzius. Sie haben das ganze Komplott ein- gesädelt. Jawohl! Wenn Sie den Empsehlungsbries nicht versaßt hätten, wäre Mita nicht gefahren. Sie tragen ein gut Teil Schuld. Aber hier soll nicht von Schuld die Rede sein. Ich habe nur eine Bitte an Sie. Sehen Sie, Luzius, ich bin ein alter Mann. Ich muß Ihnen sagen, zu meiner Zeit, als ich noch jung war, hätte sich der Bater ausgemacht, die ungeratene Tochter zurückzuholen. Genau so war meine erste Idee. Aber meine Frau hat mich ausgelacht, und wenn ich jetzt richtig überlege: sie hat recht. Es ist ein bißchen komisch, wenn ich nach Berlin hinter Mita Herreise und sie mit väterlichem Bannfluch zurückhole. Die Zeit ist anders geworden. Wir Alten sind stehen geblieben. Wir können den Black bottom nicht tanzen und werden über den Walzer nicht mehr hinauskommen; wir hörten lieber Nikisch als Jack Hilton; und wenn uns die Tochter davonläuft, ja, da müßen wir wohl ein bißchen beschämt uns erinnern, daß wir unmodern geworden sind. Der Vogel ward flügge, wir durften ihn nicht halten; wir verstehen das nicht; aber da muß etwas stärker in ihm gewesen sein, er flog uns davon."

(Fortsetzung.)

Er nahm einen Hundertmarkschein aus der Brieftasche.Wenn Sie tfe Note präparieren lassen würden..."

Recht gern. Es handelt sich also um einen kecken Dieb, der 100 Mark nimmt, nicht wahrt" Klarfeld interessierte sich jedoch nicht für die Ant- ort; er fuhr sogleich in seiner Rede fort, ohne Luzius' Entgegnung izuwarten.Bleiben Sie fünf Minuten hier, ich gehe rasch in unser Moratorium und erledige das selbst. Wie gesagt, fünf Minuten. Dort

Herr Konsul, nicht bitter werden. Es ..."

Ich weiß, ich weiß. Mita kommt wieder. Sie bleibt unser Kind. Das ist nichts Schlechtes, was sie davontrieb. Nur daß es nötig war, Luzius, daß wir den Punkt, da sie das Kindsein abstreifte, verpaßten, das tut mir um Mita Leid Und meine Frau hat Recht. Ich will ihr nicht nachfahren."

Wieder trat eine Pause ein. Luzius wagte nicht, etwas zu sagen. Und der Konsul begann wieder:Autorität kann komisch werden. Aber es muß sich wohl jemand um das Kind kümmern. Sie stehen zwischen uns, Luzius; Sie sind nicht 18 Jahre und nicht über die 50. Bei Ihrer Schwester ist die Mita, Sie haben sie hingeschickt. Holen Sie sie zurück!"

, Sie beschämen mich tief, Herr Konsul. Ich reife selbstverständlick mit Freuden. Was ich ausrichte, weiß ich freilich nicht. Mita hat sich ein Ziel in den Kopf gesetzt."

Setzen Sie ihr ein anderes."

Vermag ich das, und welches könnte es sein?"

Das weiß ich nicht" ... . ...

Ich wüßte eines, Herr Konsul, aber es tft ganz unmöglich, darüber am "Telephon sich zu äußern."

Kennt diese Jugend, zu der Sie doch noch gehören, solche Hemmun- gen'ber Form wahrhaftig?"

Wann soll ich fahren, Herr Konsul?

Schnellstens. Wenn zureden hilft: mit dem Abendzug; daß Sie noch heute in Berlin sind und uns telephonieren können. Mita legte dem Brief Ihrer Schwester einen Zettel bei.Viele Küsse, liebe Eltern, seid ohne Sorge; ich bleibe die alte "

Aber genügt uns das! Die Mita ist em Rabenkmd!

Luzius richtete sich auf.Herr Konsul", sprach er,wenn ich noch heute abend fahren soll, bleibt mir nicht die Zeit, Ihnen einen Besuch zu machen."

Was wollen Sie noch bei mir?

Sie etwas fragen." .. ...

Ach, ich kombiniere: das, was sich telephonisch ganz unmöglich

Spötteln Sie, Herr Konsul. Ich sehe Ihr lächelndes Gesicht. Es gibt mir" den Mut zu der Frage. Ich nehme die Hacken zusammen, Herr Konsul, und bitte Sie, mir zu sagen, ob meine Werbung um Mita Ihnen nicht unangenehm wäre." s - ~.

Mein lieber Luzius", sagte der Konsul,ich danke Ihnen, daß Sie erst" mich fragen. Was ich von Ihnen halte, wissen Sie. Die Mita ist noch viel zu jung; aber wenn Sie sich gedulden wollen, wenn Sie eines lages mit Mitas Ja zu mir kommen Sie sollen mir willkom- mCn,Dante. Herr Konsul, danke. Mit dieser freudigen Zuversicht fahre ich allo noch heute nach Berlin."

Aber vergessen Sie nicht, Luzius, Sie haben eine Mission. Sie sollen

icRencr^amilienblätter

Unterhaltungsbeilage jum Gießener Anzeiger

-gt das Mittagsblatt!"

Luzius lehnte sich zurück. Wir sind dir auf den Fersen, Bruder, dachte jetzt geht es dir wirklich an den Kragen, wer du auch sein magst. Nur ein kleiner Zufall kann dich retten, der nämlich, daß du Hand- guhe anhast und dich, ohne es zu ahnen, mit dem einzigen Mittel putzest, das dir bleibt. Und Assessor Luzius dachte befriedigt: er wird fine Handschuhe anhaben; es ist warm, er mag schön heiße Hände iben und sich prächtig tätowieren.

Es dauerte nicht fünf, sondern kaum drei Minuten, da war Klarfeld d)on zurück. Den Schein brachte er zwischen zwei Blättern Löschpapier. Sie sehen", zeigte er auf,diese Löschblätter sind rein-weiß geblieben", ib er wies sie vor.Hier ist eine Pinzette. Nehmen Sie die Note itroft an sich, die verdirbt Ihnen nicht die Brieftasche. Nur geben Sie i nicht irrtümlich aus. Es gäbe eine heillose Verwirrung."

Luzius nahm die Banknote und steckte sie in ein Einzelfach seiner : kcheintasche.Ich danke Ihnen vielmals", sagte er,wenn mein Plan ilingt, haben Sie nicht nur mir einen Dienst erwiesen."

Klarfeld lachte.Werde zu rühmen wissen, nicht wahr? Nun, ich tffe, Ihr Vorhaben gelingt, und der Dieb färbt sich peinlich die Finger. Ifoer sehen Sie sich vor, daß nicht ein Unschuldiger die Note aufnimmt i ier vielleicht zufällig berührt."

Das ist ganz ausgeschlossen", sagte Luzius.Meine Falle ist so d c:stellt, daß nur der Dieb feine Finger an dieser Note blau färben kann.

Hier habe ich Ihnen für den Fall eines Mißgeschicks noch eine kleine Masche der Essenz mitgebracht, die die Farbe wieder löst. Es ist eine I Heize, seien Sie immerhin vorsichtig damit." ....

Sie gaben sich die Hände. Klarfeld klingelte und ließ einen langen bann kommen.Lassen Sie sich zum Ausgang führen , meinte er,diese Gänge find ein Labyrinth." ~ .

Hinter dem Führer schritt Luzius zum Ausgang. Als er ins Freie tat, fand er, es röche nach Wald. Er bestieg wieder die Straßenbahn mb fuhr zur Innenstadt zurück. , .

Norm Hauptpostamt stieg er aus und betrat die große Halle. Viel- schi war er jetzt unvorsichtig, aber er wollte kerne Zeit mehr verlieren. Er suchte sich eine abseits gelegene Schreibstelle und zog eines der vor- : ßischriebenen Kuverts Auerbach hauptpostlagernd heraus. Dann kniffte | i eine Zeitung, nahm den präparierten Hundertmarkschein und tat ihn, ohne ihn direkt zu berühren, in den Umschlag, den er schloß und fran= fierte. Bei Postlagersendungen warf er ihn in den Kasten und ver leß »sch das Gebäude In der Halle hatte er fernen Bekannten bemerkt, er . traf auch auf dem Weg niemanden. -

Als er im Hotel vor feinem Schreibtisch stand, fiel ihm W°rt ber Settel in die Augen. Herrn Konsul Fmkendey annllevu eilt! (Er nahm j-gleich den Hörer ab und ließ sich verbinden. Er hatte Gluck, der Konsul ^3,^begann Herr Lorenz Fmkendey das Gespräch,uh wollte Sie flirn sprechen, lieber Luzius, aber da Sie nun anrufen, laßt ftiftbasroobl »ich telephonisch abmachen. Wir haben heute morgen einen Brief von 5)rem Fräulein Schwester bekommen. Einen sehr netten Bries, muß ich -gen. Ihr Fräulein Schwester schreibt, daß Mita bei 'hr angekommen !« mit einem einführenden Schreiben v^n Ihnen und ß s 's das Mädchen aufgenommen habe. Erst u°ch und nach habe sie , iitas Reden entnommen, daß das Kind sozusagen chll .

Luzius hustete.Mit meinem Brief, Herr Äonful bas mar so. - Eine Zwischenfrage Sie haben den Brief geschrieben.

äSBäkä« mfte fie schon und verpflichtete michi zusch 9^^ Drahtes; und So. so", machte der Konsul am «n -nächst wieder

binn noch einmal:so, so." Hierauf hüstelte jo(Iten un5

3il dem Brief. Ihr Fräulein Schwester schreibt weiter, w i

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