Ausgabe 
5.10.1934
 
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GiehMkZamilienblätter

Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

Jahrgang 193^

Nummer 77

Zreitag, den 5. Oktober

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nicht gegen Vaters Willen. Natürlich muß ich jetzt den Brief an Vera Luzius habe!

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keinen Fall, kennst den Geliebte!"

rasch etwas geschehen, wo Weißt du, was ich mir

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gedacht habe, ich will den Ewald fragen. Brendel hat immer viel Geld, und er mag mich gern leiden. Außerdem ist er mein Vetter."

Wingart Reußner fuhr herum.Auf keinen Fall!", rief er.

Verstehst du denn nicht? Wenn er dir Geld gibt, genau wie seiner Geliebten für diese Leute ist das eine Bindung!"

Unsinn! Du bist wirklich verrückt. Er ist mein Vetter."

Mita", er trat näher, ganz erfahrene Männlichkeit, denn er war ja fast sechs Monate älter,du kennst das Leben nicht. Brendel ist gefährlich! Ich wiederhole: er soll eine Geliebte haben, eine vom Theater!"

Wie heißt sie?", forderte Mita, an dem Kern der Rede letztlich un­interessiert.

Das weiß ich nicht. Aber soviel ist ganz gewiß, Brendel kannst du nicht um Geld bitten. Das dulde ich einfach nicht!"

Mita fuhr herum.Das duldest du nicht?! Erlaube! Sind wir ver­lobt? Hast du Rechte?"

Wingart erschrak War er über das Ziel geschossen? Er lenkte ein. Vielleicht werden wir eines Tages verlobt sein, Mita? Oder glaubst du das nicht?" Und er nahm ihre Hand, die auf dem Tisch gestützt lag und streichelte sie.

Mita ihrerseits war kaum ernstlich gereizt; sie empfand, daß Win- garts Fragen rhetorisch gemeint waren und keine direkte Antwort verlangten. Sie sagte sofort versöhnlich:Wir streiten um des Kaisers Bart, Wingart. Ich muß Geld haben und sogleich. Das ist alles. Du begreifst, daß ich nicht noch einmal Luzius angehen kann, er würde erraten, für welchen Zweck ich es haben will. Es bleibt nur Brendel. Oder fall ich versuchen, den Doktor Bellmann anzuborgen? Ich fürchte, der hat selber nichts." Sie sah vor sich hin und fuhr fort, noch ehe Wingart den neuerlichen Protest hätte loslassen können,Brendel mag mich, glaube ich, ganz gern; nicht nur verwandtschaftlich. Neulich bin ich mit ihm auf der Treppe zusammengestoßen, da hat er mich gehalten, daß ich nicht fallen sollte. Es war nichts dagegen zu sagen, weißt du, nur, es geschah eine Idee zu lange, zu herzhaft zugepackt auch; eine Frau spürt so etwas."

Sie hätte das nicht in ihrer Offenheit sagen sollen, die junge Mita, dies Geständnis brachte Wingart in hellen Zorn.Und du hast diesen Vetter nicht zurückgestoßen!?" empörte er sich.

Wie konnte ich! Wir wären ja beide gefallen. Außerdem gehört Brendel zur Familie."

Wingart rang sich zur Fassung durch.Du begreifst wohl, daß du Brendel nicht um Geld angehen kannst, nicht wahr? Es ist völlig aus­geschlossen. Du wärest ja, also direkt verworfen, Mita!"

Sie stampfte mit dem Fuß aus.So rede doch nicht immerfort das­selbe! Woher soll ich denn Geld nehmen? Hilf du mir doch! Verschaffe du es mir!" Sie trat an ihn heran.Hast du gar keine Beziehungen? Deine Mutter, Wingart. gibt sie es dir nicht vielleicht?"

Wingart senkte den Kopf: er war ein wenig größer als das Mädchen; so sah er gerade in Mitas Augen. Die waren groß und sehr blau und leuchteten verwirrend. Und Wingart Reußner, Oberprimaner des Heinrich-Hertz-Realgymnasiums, fühlte bebend, wie ihn kurz und erschauernd, aber dabei heiß etwas anwehte. Es griff seiner Jugend ans Herz. Er war heiser; er räusperte sich; dann sagte er den Satz, lapidar und knapp, wie eine römische Inschrift:Ich schaffe das Geld."

Und Mita Finkendey, Tochter des Konsuls und Reeders Finkendey, griff seine Hand auf und schüttelte sie herzhaft, genau wie sie es vor nicht langer Zeit mit dem andern Mann, der schon Assessor war, ge­macht hatte. Ich schaffe das Geld. Sie fragte nicht nach dem Wie; nur die Tatsache war wichtig; und auf Wingart war Verlaß, das wußte fie. Ihr kleines Spielchen war zu Ende gespielt; mit gut gemischten Karten und geschickt gebrachten Trümpfen hatten sie gewonnen. Sie konnte nicht vermuten, daß sie ein großes gesäbrliches Spiel ent­facht hatte, das noch an diesem Abend seinen dunklen Schatten über die Gesellschaft im Hause Finkendey werfen sollte.

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geschenkt", wies Mita ab,er soll es mir Mita! Brendel kannst du nicht um das Geld Mann nicht. Du sagst: mein Vetter. Pah. Freund mit einer gewissen Nachdenklichkeit.

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Ich will leihen."

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Mita betrachtete ihren .Nun, und?"

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(Fortsetzung.»

Luzius umschlich den kleinen Damensalon; er hörte noch, und Schaden- Jieube ließ sein Gesicht ausglänzen, wie Frau Konsul Finkendey vor- plug, ihren Neffen Ewald Brendel an das Klavier zu bitten jener fiele doch zu schön und dann stieß er endlich auf Fräulein Mita finkendey, die lange Gesuchte.Hallo I"

Hallo!"

Sie verstecken sich ja!"

Vielleicht sollten Sie mich suchen?"

Und wenn man Sie gesunden hat?"

Mita wechselte die Beleuchtung, sie stand dort gerade beim Schalter. ,Zch bin überhaupt mit Ihnen böse."

Er rang komisch verzweifelt die Hände.Aber Fräulein Mita, es ist | f unsinnig, mit mir böse zu sein. Ich meine, der Grund ist so un- \ Innig! Sie glauben, wenn ich Sie zu meiner Schwester Vera nach $edin schicke mit einem netten Brief, sind Sie ein gemachter Filmstar."

Das denke ich durchaus nicht, Herr Assessor; aber daß Sie mir jede ! Unterstützung verweigern, finde ich häßlich."

Hm ...", knurrte Luzius, er sah sie an. Mita war hübsch und ! fing. Er hatte nie ein Bild von ihr gesehen, aber er war bereit, jt glauben, daß sie ein Filmgesicht habe.Hm ... Sie würden natiir- ü Ich mit der Einwilligung Ihrer Eltern reisen?"

Natürlich", echote Mita prompt. Und sie trat näher, griff zutraulich bis Assessors herabhängende Hand und drückte sie.Schreiben Sie 1 mir den Brief. Bitte, tun Sie es gleich jetzt." Sie zog den Mann neben V sih in das kleine Zimmer, in dem ein Schreibtischchen stand. War es f ist Arbeitszimmer? Luzius sah sich nicht um. Er saß plötzlich an dem i| Ifch; Mita klappte das Tintenfaß auf und legte einen weißen Bogen 1 precht.Bitte nun schreiben Sie: Liebe Vera, oder liebe Schwester i - ich schicke Dir hier eine junge Dame

Assessor Luzius schrieb. Es war nicht genau das, was fie ihm i! diktiert hatte, aber Mita war am Ende sehr zufrieden.

Erwarten Sie nun nicht zuviel", warnte er.Man wird ein paar ii Ausnahmen von Ihnen machen, und dann bekommen Sie gelegentlich ii k-scheid. Wahrscheinlich wird meine Schwester, wenn sie selber ! grabe filmt Sie auch in der Komparserie kurz beschäftigen können." faltete den Brief und schrieb die Adresse.Da. Und viel Glück." Danke", sagte Mita. Sie sah den Assessor groß an, sogroß daß tijius zur Seite blicken mußte.Sie haben schöne Augen , sagte er | utb schloß sachlich:das ist wichtig für den Film."

Ja", sagte Mita noch einmal, und da der Assessor ausstand trat \\ fii zu ihm und forderte ein Uebriges, daß er über den Brief und den || Pxm strengstes Stillschweigen bewahren müsse.

|Weshalb denn?" .. , , .

Ich muß auf gut Wetter warten", erklärte Mita,sonst oekomme I ib die Erlaubnis von Vater nie!" .

Assessor Luzius war beruhigt und versprach auch sein Stillschweigen Mich. Er gelobte es mit Handschlag, den Mita forderte. Mehr ipurde i° nun wohl nicht von ihm verlangt? Nein, Mita war zufrieden. Sie Miückte dem Assessor zum letztenmal die Hand, kräftig, kameradschaftlich : iiti> vertraut. Er lächelte ihr nach, als sie davonttef m einem wenig V Itmenhaften Tempo, das den Rock flattern machte. Er hatte nicht st leiseste Ahnung, daß er ihr in eine Falle gegangen «ar denn » hatte für diese Viertelstunde mit der heben Mita den vorsichtigen j| Hl effor beiseite gelassen. ni.

Mita lief hinaus in den ersten Stock tn ifjr 3tmmer wo Wingart -ußner wartete. Sie warf die Tür hinter sich zu, stieß einen g. !! bernpften Jubelruf aus und umtanzte den Primaner, ihren Brief in ! i<- Lust schwenkend.Ich habe ihn, ich habe ihn!

Wingart Reusiner war dies alles ein Plan? nickte ohne hberlidje Erregung.Ich sagte es dir", stellte er fest,der Luzms Ist es. Man muß ihn nur richtig anpacken. Es ist genau wie mit dein B enbel, der mir morgens deine Post, ehe Vater kommt, aus den Miefen herauRcht - wenn du die Güte haft, m.r zuweilen zu I '(treiben

'Diese letzten Worte im Tone sanften Vorwurfs Zwangen Msta zur j tgegnungWir sehen uns doch fast leben Tag, -Bingert, was

I Er strich durch^die Luft mit der flachen Hand.Genug. Wann willst

01 reifen?" , .,

Sie sah ihn an.Ich weiß es nicht. Ich muß sehen woher ich 8'to bekomme. Vater wird es mir nie geben, und Mutter wag