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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang M3 Zreitag, den l5.September Nummer^
Die kleine Passion.
Von Gottfried Keller.
Der sonnige Duft, Scptemberluft, Sie wehten ein Mücklein mir aufs Buch, Das suchte sich die Ruhegruft Und fern vom Wald sein Leichentuch. Vier Flügelein von Seiden fein Trug's auf dem Rücken zart, Drin man tm Regenbogenschein Spielendes Licht gewahrt!
Hellgrün das schlanke Leibchen war, Hellgrün der Füßchen dreifach Paar, Und auf dem Köpfchen wundersam Satz ein Federbüschchen stramm,- Die Aeugletn wie ein goldnes Erz Glänzten mir in bas tiefste Herz. Dies zierliche und manierliche Wesen Hatt' sich zu Gruft und Leichentuch Das glänzende Papier erlesen, Darin ich las, ein bichterliches Buch,' So ließ den Band ich aufgeschlagen Und sah erstaunt dem Sterben zu, Wie langsam, langsam ohne Klagen Das Tierlein kam zu seiner Ruh. Drei Tage ging cs müd' und matt Umher auf dem Papiere,- Die Flügelein von Seide fein, Sie glänzten alle viere. Am vierten Tage stand es still Gerade auf dem Wörtlein „will!" Gar tapfer stand's auf selbem Raum, Hob je ein Füßchen wie tm Trauma Am fünften Tage legt' es sich. Doch noch am sechsten regt' es sich,- Am siebten endlich siegt' der Tod, Da war zu Ende seine Not. Nun ruht im Buch sein leicht Gebein. Mög' uns sein Frieden eigen sein!
Oer letzte Liebesdienst.
Von Andre Baron Foelckersam.
Lukas wachte zerschlagen und müde auf: sein Kopf war dumpf md schwer. Er hatte die Nacht fast gar nicht geschlafen. Im Zimmer not es, trotz des frühen Morgens, drückend heiß, und er hörte in der Stille draußen die Wellen des Sees ans Ufer schlagen. Afra, d« Pointerhündin, saß vor seinem Bett. Sie hatte geduldig gewartet, bis Lukas die Augen geöffnet hatte. Jetzt rieb sie ihren b" aun= und weitzgefleckten Kopf an der Bettdecke, und leckte mit iiwer rauhen und heißen Zunge seine Hand.
Lukas schloß die Augen. Er konnte Afra nicht ansehen. Sre toi jetzt alt und fast blind und er mußte daran denken, wie sie M Welpe zu seinem Vater ins Forsthaus gebracht worden war: nie sie keine Treppen gehen konnte, und ckie sie erstaunt gekläfft Ihtte, als sie zum erstenmal einen Igel fand. Das war damals, a-5 er in kurzen Hosen herumlief und Afra ihn jeden Morgen zur schule begleitete, über den langen Damm, ins Städtchen. Jetzt Mr Lukas gewachsen. Jetzt trug er lange Hosen. Und Afra war alt geworden. Sie schleppte sich vors Haus, und sie lag stundenlang [tut in der Sonne und blinzelte träge mit ihren trüben halb- bindeu Augen. _ _ ,
Den ganzen Tag irrte Lukas planlos umher. Der Vater war iiLt Freya, der jungen Setterhündin, in den Wald gegangen. Als Akas beim Mittagessen seinem Vater gegenübersatz, fragte er: »^arf ich dein Gewehr mitnehmen, für heute nachmittag?"
»Willst du es heute tun?" _ r ,
„Es hat keinen Sinn zu warten", sagte Lukas. „Ich kann es W länger mitansehen."
»Soll ich es nicht für dich tun?"
. »Ich werde cs tun, Vater", sagte Lukas. Es würgte ihn im vilse. Er blickte hinaus zum Fenster. Hinter den Weidensträuchern eiwmerte der See in der Sonne. , , _ ,
»Du siehst ein, daß es für Afra das Beste ist", sagte sein Vater. : »bs ist das Einzige, was roh: für sie noch tun können.
"Ä"' sagte Lukas.
-Wo willst du es macken?"
„Auf der Waldwiese. Ich rudere am Nachmittag hin." Lukas konnte nichts essen. Er stand auf und ging hinaus.
Im Hos sprang ihm Freya entgegen. Lukas sah sich um. Afra lag im Schatten des Forsthauses. Sie erkannte Lukas nicht. Sie sah ihn aus ihren halbblinden Augen an und begann wütend zu bellen.
„Afra!" rief Lukas.
Die Hündin sprang mühsam auf und kam auf ihren vor Alter steifen Beinen mißtrauisch auf ihn zu, dann erkannte sie ihn, rieb den Kopf an seinen Knien und wedelte beschämt. Lukas ging in die Küche und holte Afras Futterschüssel. Er hatte Afra all die Jahre hindurch selbst gefüttert. Er stellte die Schüssel vor die Küchentür. Freya kam hinzu, Lukas schob sie fort. Er hockte sich vor Afra hin und sah zu, wie sie langsam und bedächtig fraß. Er holte Milch aus der Speisekammer und stellte ihr eine Schüssel mit Milch hin. Dann ging er ins Haus, holte bas Gewehr aus dem Gewehrschrank, lud es und trug es zum Boot.
Afra lag draußen im Schatten und beobachtete ihn. Sie wußte, baß Lukas sie jedesmal mitnahm, wenn er Boot fuhr. Als er mit den Rudern aus dem Schuppen kam, sprang sie auf und bellte heiser vor Freude. Lukas konnte sie nicht ansehen. Er ging noch einmal zum Schuppen und kehrte mit einem Spaten wieder.
Afra sprang zu ihm ins Boot. Sie lag zu seinen Füßen, hielt den Kopf über dem Bootsrand und schnupperte in der Luft. Ihre Zunge hing rot und heiß aus dem Maul, sie schloß es zuweilen, dann ließ sie die Zunge wieder keuchend Heraushängen. Lukas fühlte, wie ihr Körper vom schnellen Atem bebte.
Lukas ruderte um das Schilf herum in den See hinaus. Auf dem Wasser war es nicht so heiß. Es war sehr still. Die Luft war sichtig und klar, und Lukas konnte weit, bis zu den Ufern, sehen. Er kam an der Badeanstalt vorüber. Ueber bas stille Wasser drang zu ihm das Gekreisch der Badenden, er sah den Strand von Menschen wimmeln. Lukas ruderte unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Am Bahndamm saßen einige Jungen und angelten. Sie winkten ihm zu und brüllten übers Wasser. Er ruderte mit kräftigen, langsamen Schlägen. Es wurde immer stiller und einsamer. Große, grünschillernde Libellen standen schwirrend über dem Boot. Pferde weideten am Ufer. Die Sonne brannte nicht mehr so stark, sie stand schon ziemlich tief am Himmel. Rechts am User zog sich der dunkle Streifen des Waldes.
Lukas ruderte aufs rechte Ufer zu. Er zog die Ruder ein und ließ das Boot in eine kleine Bucht einlaufen. Das Boot glitt rauschend durchs hohe Schilf. Lukas sprang aus dem Boot und machte es fest. Er nahm Gewehr und Spaten und ging über eine Wiese aus den Wald zu. Das Gras war saftig und sehr feucht. Afra trabte auf steifen Beinen vor ihm her. Lukas ging an einem Feld entlang und quer durch eine Fichtenschonung. Afra lief voraus. Sie blieb öfter stehen und blickte sich um. Sie kehrte immer wieder zurück und rieb ihren Kops an seinen Knien.
„Ja, die gute Afra!" sagte Lukas. Ihm war jammervoll zumut.
Sie gingen über eine Schneise und kamen in einen Wald. Es roch hier heiß und trocken nach Sommer. Dann kamen sie auf eine kleine Wiese mitten im Wald. Es war unendlich still. Lukas blieb stehen. Er sah sich um. Afra lag im Gras, sie ließ ihre Zunge keuchend heraushängen. Lukas zog seine Jacke aus und legte sie ins Gras. Er lehnte das Gewehr an einen Baum, steckte mit dem Spaten ein Viereck im Grase ab und begann zu graben.
Der Boden war von der langanhaltenden Hitze ausgebörrt und voller Wurzeln. Lukas riß die kleinen Wurzeln mit den Händen aus, die großen hieb er mit der scharfen Seite des Spatens entzwei. Es war ein hartes Stück Arbeit und er kam langsam vorwärts. Kleine Schweißperlen zeigten sich auf seiner Stirn, und er fühlte sein Hemd am Rücken kleben. Nachdem er eine ganze Weile gegraben hatte, setzte er sich hin. Er steckte sich eine Zigarette an. Seine Hand zitterte vor Ermüdung. Er zerdrückte die Zigarette und warf sie fort. Er stand auf und begann von neuem zu graben. Afra kam heran und schnupperte in der frischen Erde.
Als er mit dem Graben fertig war, setzte er sich auf einen Baumstumpf. Afra kam zu ihm, rieb ihren Kopf an seinen Knien und leckte die Erde von seinen Händen mit ihrer rauhen und heißen Zunge.
„Afra!" sagte Lukas, „Afra!"
Er hielt sie mit beiden Armen umschlungen, sein Kopf lag auf ihrem glatten weiß- und braungefleckten Fell, und er fühlte, rote ihr Körper vor Sitze bebte.
„Es ist nicht schlimm", sagte Lukas. „Es ist nur ein Augenblick. Nur eine Sekunde ist es. Dann ist alles vorbei. Aber er glaubte selbst nicht an das, roas er sagte. Er stand auf, ging zum Baum,


