Ausgabe 
19.8.1932
 
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Von Friedrich Reck-Ma Ileczewen.

Es scheint gemeinsames Geschick all der großen preußischen Soldaten ewefen zu sein, daß aus ihre Jünglingsjahre kein Strahl der königlichen önadenfonne gefallen ist.

Der Leutnant Leberecht von Blücher wird von dem großen Fried­lich mit schlichtem Abschied und dem Bescheid sortgeschickt, daßer sich um Teufel scheren solle". Worauf er sich nicht gerade zum Teufel, sondern in. dänische Dienste schert und erst später der Krone Preußens diesen und t-nen Dienst zu leisten Gelegenheit hat. Jener schlanke und feine Edel- inabe, der im Jahre 1820 als überzähliger Portepee-Fähnrich hinter Einern Zug an dem späteren Kaiser Wilhelm dem Ersten vorbeidefiliert, jinbet wegen seiner schmächtigen Gestalt nicht sonderlich viel Beifall bei (en damaligen Prinzen. Obwohl es ihm, Hans Helmuth von M o l t k e ieschieden ist, fünfzig Jahre später um die Feldzeichen seines königlichen tzerrn Lorbeeren zu schlingen, wie die Geschichte sie nur noch den ali- lömischen Legionen zuerkennt. Und als endlich aus dem bayrischen Erb- lolgekrieg der Hauptmann von Naurath vom Füsilierregiment Luck nit einer Altavdecke zurückkehrt, die nach dem Urteil des Offizierkorps im abgekürzten Verfuhren der Plünderung erworben ist, da kehrt bei der «sten Parade, die dieser Hauptmann anführt, der Leutnant Hans Ludwig Zavid von Yorck statt der vorgeschriebenen Ehrenbezeugung trotzig den Spontan zur Erde. Weil man vor einem Diebe nicht salutiert...

Der Leutnant Yorck wird von Friedrich kassiert, weilgeplündert noch richt gestohlen ist". Kehrt trotzig der Armee den Rücken, nimmt hollan- iische Dienste in Indien und Afrika, kehrt erst nach fünf Jahren zuruck. Es war damals nicht vorauszufehen, daß in der Hand, die diesem Kapi­tän Naurath den vorgeschriebenen Waffengruß verweigert hatte, in einer [alten Dezembernacht des Jahres 1812 nicht nur die Geschicke des Hauses Preußen, sondern auch die Europas liegen würden...

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Die große Tat der tauroggener Konvention, über die die Deutschen ron heute sich sehr tiefe Gedanken zu machen allerlei Anlaß haben liefe Tat, auf die ich noch zurückkommen werde, fetzte den Mann und ; trabe diesen Mann voraus.

Er war, was nach meinen Erfahrungen doch allerlei sagen will, so [iemlich der gröbste Mann der preußischen Armeegeschichte.Scharf und iantig, wie gehacktes Eisen" ... sarkastisch, spröde, einsam, unnahbar, von inem geradezu herrischen Stolz und Eigensinn: ein böser alter Jsegrimm, kr zu beißen verstand.Nie", so schreibt von ihm einer, der in seiner [iahe diente,buhlte er um die Gunst der Truppe. Selten fand er ein lusmunterndes, noch seltener ein anerkennendes Wort, unb immer war lie Höchstleistung gerade die alltägliche Norm." Als Yorck Oberst ist, zieht liner seiner Majore aus, um den überstrengen und gehaßten Regiments- bmmanbeur zu erschießen. Als Yorck mit seinem Jägerregiment >n dem [rachtvoll geleiteten Gefecht von Altenzaun zwölf Tage nach Jena zum irften Male wieder ein Fleckchen reinwäscht von der unermeßlichen Schande der Armee, da ruft er nach der Kampshandlung die Truppe miammen und sagt ihr ins Gesicht, daß er wegen feiner strenge von rjr eigentlich ja wohl die Übliche Kugel von hinten, aus den eigenen leihen, erwartet habe und daß er sich nun vonehrenhaften Serien mgenehm enttäuscht sähe. Als, ein paar Tage vor Jena, das Armee- bmmanbo ihm unb seinen Jägern als Quartier ein Dorf zuweist, bas Sie ireußischen Karten wohl noch verzeichnen, das aber bereits im breiBig= [ihrigen Krieg verschwunden ist, da fallen Über den dssdenfoheschen e- eralstabsches Massenbach und all diegelehrten Militärs Worte lie in keinem Dienstreglement vorgesehen sind. Und als rr, ebenfalls kurz or Jena, auf das in kavalleriftifch schlechter Haltung noruberbummeinbe RegimentRuborff-Husaren" stieß, da wurde bas verwohnte Berlner Offizierskorps von dem böfen Alten in einer Werfe zufammengestaucht 3ie es, innerhalb dieser letzten Rokoko-Armee, einfach unerhört wa^ Als ler Schauspieler Jffland mit ihm zusammen den Roten Adlerorden ^halten hat, da defiliert bei der Dankesaubienz Yorck beim König mck iinem Gesicht vorüber, als habe er Kröten verspeist: well ermit einem wrbammten Seiltänzer" (Jffland) zusammen die gleiche Dekoration erhal- ii-n habe, und mit Mühe verhindert es die AbiutanturbaßberGeneralauf lie Majestät loswettert. Lieft man seine Jnimebiatberichte a Fr edrich Lilhelm III., so hört man immer die Bremsen oer f°W°tischen und monarchischen Form knirschen auf Triebwerk göttlicher Grobheit und ®er gar (eine ganz unbeschreiblich zeitgemäße Lektüre!) ferne Denkschrift -egen bas verhaßte Steinsche Reformwerk liest, der erlebt baf) bie »re - Sn sich lösen unb bie Räber bes Sarkasmus unb bes Haffes auf aller- liöchsten Touren laufen. m *

Unb boch glaube ich nicht, baß, wer nur d'-fen volkstümlichen Yorck tennt, bis zum Kern bes Mannes vorgebrungen iftßief man w> er, tont, verwilbert unb verbittert aus dem Heldzug 18M ^mikehre b, von eigenen Familie nicht anerkannt roirb und wie nur em SElich von Dm geliebtes Vögelchen ihn erkennt unb iubelnd zuflattert unb tot m dfig liegen bleibt so kann man nachbenklich werden. Liest man gar.ote l"nunebiateingabe, in der er vom König die Erlaubnis er c'< tenen Sohn in die Heimat überführen zu dürfen, ließ. man, manche^miyl i5röffentlichte unb auch der Oeffentlichkeit wohl bcssgtidit iramilienbokumente, so stößt man auf einen ganj nnderen h .

rar auf einen Mann von ungewöhnlicher Bildung und Geistigkeiü son^ $rn auf einen zarten und gütigen unb wahrscheinlich g J DerrtettCn «brochenen Mann. So zart, bah er, um rmrten ä b7n,

raußte hinter der Maske bes Grobjchmiebes. Ob es . eute

* es etwas anberes war: etwas muß da gewese I , grieb=

'n ben allergröbsten Umrissen nur ahnen Tonnen. fipihenfiaur jenes | such. Genau wie bei mancher unbekannt gebliebe H Erkenntnis

«rrlichen Heeres, beffen Offizierkorps Yorck, in SJunbioMter Erk nn^ deutschen Solbatensenbung, einen und muß stündlich mit

ran aber ein Mann sich große Ziele gesteckt hat und muB n

dem Teufel der eigenen Unzulänglichkeit ringen: glaubt ihr da etwa, es bliebe diesem Mann noch Kraft unb Zeit, um strahlenb unb liebenswert zu fein? Unb wenn um mit diesem Spartaner bes von ihm [o eifernd und zornig geliebten unb heute so geschmähten Staates zu benken wenn also eine alte Frau ihr Leben lang gearbeitet hat für bie Ihren und ist todmüde: glaubt ihr ästhetisierenden Salzknaben denn etwa, diese alte Frau könne euch zuliebe nun auch noch schön sein wie eine Kokotte?

Die zeitgenössische Welt mag ihren Traum vom irdischen Paradies zu Ende träumen dis zum Gericht des Erwachens. So wird sie denn eine sauere Suppe essen und zu spät erkennen müssen, daß es in unseren Breiten nur ein Glück gibt: nie mit der lässig hingestreckten Hand, sondern immer mit der geballten Faust zu leben und im Tode getan zu haben, was man tun sollte. Und auf feinem Schilde zu liegen.

*

So war der Mann. Stoisch. Alt-Römifch. Wie jener MoUke, dessen wirkliche Geschichte bis heute nicht geschrieben ist. Was aber Yorcks Werk ... eben jene tauroggener Konvention anbetrifft, so glaube man ja nicht, daß dieser Mann söbelrasselnd und unbeschwert, ein Schlagetot aus dem Bilderbuch, zum Feinde übergegangen wäre. Schon in der eigenen Brust, in dem umbüfterten Gemüt, das ihn, wie bie ganze, schwer deutbare Rasse der Ostpreußen beseelt, schlummert ihm der Feind.Er war", schreibt einer seiner Adjutanten,nicht leichten Gemüts. In der Mitte der Gefahren kalt und sicher, war er, solange sie nur drohten, voll finsterer Bilder. Jede Möglichkeit in leidenschaftticher Anschaulichkeit voraussehend, durchlebte er alle Qualen ihrer Auswirkung. Nach dem Spiele der Wolken schauend, sah er bann beginnenbes Getümmel, roilben Kamps und Nieder­lage." Man wird zugeben, daß eine solche Hamletnatur schwer sich burch- ringt zur raschen Entscheidung, deren Schnelligkeit, wie Wallensteins Kata­strophe lehrt, in solchen Fällen alles bedeutet. Stellt der oberflächliche Betrachter jener kritischen Dezembertage die Sachlage sich etwa so vor, daß Napoleon (Macdonalds Korps!) wehrlos war und daß dann dieser Yorck aus sicherem und warmem Schlupfwinkel über ihn herfiel und zu den Russen lief: bann irrt man allerbings gröblich. Ungeheuer war in der eigenen Truppe der Widerstand soldatischer Treue ... gleichgültig, ob dieser französische Bundesgenosse verhaßt war oder nicht. Als Yorck wenige Stunden vor der entfdjeibenben Verhandlung mit dem (in russi­scher Uniform steckenden!) Clausewitz zusammen eben einen Eska­dronsstall der westpreußischen Württemberg-Dragoner betritt, findet er dort den Rittmeister von Manstein auf den Knien vor und belauscht dieses Gebet:Lieber Galt, ich aller Sünder hab's ja wahrhaftig nicht verdient, daß ich gefunden Leibes heimkehre zu Weib und Kind, und ich will ja schon ganz zufrieden sein, wenn ich einen Arm oder beide Beine verliere und meine Kinder mich auf einem Wägelchen herumfahren. Wenn du, lieber Gott, mich aber in Schande und Untreue schickst und ich Verrat mitmachen [oll, dann..."

Und das Mansteinsche Gebet endetfür den Fall des Falles" in einem fürchterlichen Fluch. Glaubt man etwa, man könne das Ehrgefühl und die Treue solcher Männer verschieben wie eine Schachfigur? Zudem soll man nicht vergessen, daß die Kampfkraft des X. französischen Korps (Mac­donalds noch ungebrochen und die französische Festungs-Reserve von Danzig in bedrohlicher Nähe war ... daß beide über Yorck herfallen konnten, wenn er nicht rasch handelte und bie Russen nicht sofort sich In »setzten. Clausewitz aber, ber in entscheibenber Stunbe als russi- eneral mit Yorck verhandelte, kann mit dem abverlangten Ehren- ivort wohl den guten russischen Willen, nicht aber die russische Tat ver­bürgen. Ein letztes Mal überlegt Yorck, fühlt den in Ehren ergrauten Kopf unsicher auf den Schultern sitzen. Denkt an den vergötterten Staat unb unterschreibt.

Tut ben Schritt ins Ungewisse. Hält vierundzwanzig Stunden später Europas Schicksal in der alte Hand.

Jeder der Großes will, muß über den Bodensee reiten. Und nie zum zweiten Male schreibe ichs hier auf steigt ein Mann höher, als wenn er nicht weiß, wohin er geht.

Oie Brüder vom guten Vollmondgesicht.

Flämische Legende von Charles de Coster.

(Schluß.)

Und wie sie plötzlich aufstanden, bemerkten sie, wie ein schöner und heller Stern vom Himmel zur Erde fuhr, ganz nahe von ihnen und dieses war gewißlich ein Engel des lieben Gottes, der sich also vom Para­dies herniederfallen lieh und nahe bei ihnen war, ihnen besier zu helfen.

Wie sie dieses günstige Vorzeichen wahrnahmen, faßten die Frauen einen festeren Mut, und Wantje redete wieder und sprach:

Die heilige Jungfrau will uns erhören, dessen bin ich guter Hoff­nung: laßt uns jetzt zum Dorfeingang gehen, in der Nahe der Kirche und unseres Herren, der darinnen weilt (hier bekreuzigten sich alle), in Tapferkeit den Eisenzahn und feine Genossen zu erwarten. Und wann wir sie nahen sehen, dann müssen wir, ohne zu sprechen und uns zu rühren, aus sie schießen. Die heilige Jungfrau wird unsere Pfeile lenken.

Das heiße ich gut gesprochen, wackeres Mägdlein", sprach Meister Bredael,auf, laßt uns gehen. Ich sehe es an deinen Augen d.e durch die Nacht glänzen: ber Geist Gottes, ber dorn Feuer gleicht, glüht in beinern jungfräulichen Herzen. Ihr müßt auf sie Horen, ihr wackeren Frauen."

Wohl, wohl", erwiderten sie.

Und die weibliche Schar stellte sich auf dem Wege hinter der Kirche auf.

Unb boch warteten sie, verwirrt unb ängstlich, unb sie hörten Geräusche von Schritten unb Stimmen, die allmählich sich steigerten, wie von Leuten, die sich nähern.