liegen.
*
t
e r -
Mm «m
Beit' Mit W M Hügel tt M Nie M, |( eiren. Mi BOI Sertlüft ouberen ibeiW Mb bri
Are !«!( taitlen getoonn hliilerg weiter «Aich bet Sii ein get taut । bt||tit i bts bla
Am
wir vorstehende Ausführungen entnehmen.
Gibt es überhaupt so etwas wie Autosuggestion? Man hat es mit beachtenswerten Gründen bestritten und behauptet, daß der Begrisf in sich selbst widerspruchsvoll sei. Wir erkennen die Ausschaltung aller Kritik und die Hingabe an einen anderen als die Bedingung, die erfüllt werden muß, wenn anders echte Suggestion zustande kommen soll. Und man kann sich nun mit Grund fragen, ob ein Mensch auch sich selbst gegenüber solche kritiklose Hingabe ausüben könne. Wir wissen ferner, daß in jedem Falle echter Suggestion ein bewußter Mechanismus am Werke ist. Kann nun «in Mensch sich selbst in der Weise beeinflussen, daß er selbst seine freie Willensbestimmung, seine Fähigkeit zu freien Willens- und Wahlhand-
llnb fiel) llnbeouf gen, aus intb. • ■
w
Ais
ein jn Simm Seebai Wiegt btitiff |i<) no
Sie bl! P' 5e|tur Mittel »lebe, lit bi «nb e Altert nad) N» s fit®
jW' \ JjbMDUb Ißeses,^r niiebet 31 iiirbiinbe ttnti unb rebele b» «ege üb I ijie 5^ I einem ° iiime 11
lunqen ausschaltet zugunsten jenes unbewußten Mechanismus, der alsdann zwangshast das Handeln des Autofuggeftors, der zugleich 2luto= suggerierter ist, beherrscht und bestimmt? Ist eine derartige seelische S eib stumfchaltung möglich? Um auf diese Frage zu einer Antwort zu gelangen, wollen wir zunächst über einige Tatsachen berichten, die herkömmlicherweise als Beispiele für die sogenannte Autosuggestion angeführt werden.
Eine bekannte Anekdote erzählt:
Unter Ludwig XIV. machten sich einige Höflinge den „Spaß", einen Bedienten zu verhaften. Sie führten ihn in «in Kellergewolbe, hielten eine Gerichtssitzung über ihn ab, in der sie ihn zum -lobe verurteilten. Dann wurden dem Aermsten die Augen verbunden und es wurde ihm mitcieteilt, daß er nunmehr enthauptet werde. Man entblößte seinen Hals ließ ihn niederknien und ließ aus ziemlicher Höhe ein naßes Handtuch auf feinen Hals fallen. Der arme Bediente starb sogleich, so als ob er roirJid) enthauptet worden wäre. , . , . ,
Man könnte versucht fein, diesen Vorgang etwa folgendermaßen zu erklären- Durch die furchtbare Angst war begreiflicherweise die ganze Seele des Bedienten aufgerüttelt, bis hinaf in ihre tiefsten unbewußten Schichten. Die Borstellung „ich werde enthauptet" blieb nicht bloß an der Oberstäche seines Bewußtseins, sondern drang hmab bis in die durch die Angst gelockerten unbewußten Borstellungskomplexe. Sie faßte dort so fest Wurzei, daß nichts anderes mehr in der Seele des Unglücklichen Platz hatte Wenn aber die gesamte bewußte und unterbewußte Vorstellungswelt eines Menschen in dieser Weise unter die Herrschaft einer leitenden Vorstellung gerät, bann wird der Inhalt dieser leitenden Vorstellung für den Betreffenden zur Wirklichkeit. In unserem Falle spielten sich daher bei dem Bedienten auch alle körperlichen Vorgänge m einer der Vorstellung des Enthauptetwerdens entsprechenden Weise ab. Er starb zufolge Autosuggestion. , v _ . , . .
Wir wollen jetzt schon darauf aufmerksam machen, daß mir bei einer solchen Erklärung der Vorstellungskraft eines Menschen «ine Macht zuschreiben, die, was ihre Wirkungen auf diesen Menschen selbst anbetrifft, geradezu als unbegrenzt bezeichnet werden muß. Die Autosuggestion könnte danach geradezu (subjektive) Wirklichkeiten schaffen, st« tonnte alle körperlichen Vorgänge unter ihre Gewalt bringen, ja sie konnte sich I zur Herrin über Leben und Tod aufschwingen. Wir werden uns sicher zu einer solch weitgehenden Annahme nur bann entschließen tonnen, wenn die Tatsachen uns zu ihrer Anerkennung zwingen wenn a 0 die Annahme uns als einzige mögliche Erklärung der beobachteten Tatsachen zur Verfügung steht! , «, .. .r.
Die Macht der Autosuggestion über unsere leiblichen Vorgänge ist grundsätzlich an unsere organischen Bereitschaften gebunden. Autosuggestion kann vorhandene, aber aus irgendeinem Grunde gebundene organische Kräfte sreimachen, sie kann das Spiel dieser Kräfte auslosen. Nicht vorhandene organische Kräfte schassen ober vorhandene vernichten kann sie dagegen niemals. Wir wollen diese Auslösungstheorie noch durch einige Beispiele erläutern und erhärten. ,, „
Nicht vorhandene organische Defekte, Schädigungen oder Krankheiten I können vorgetäuscht werden, genau so wie vorhandene derartige Mangel verschleiert werden können. Wenn ein Knabe, der die Schule schwänzen I möchte uns Kopfschmerzen vortäuscht und dabei das Krankheitsbild sehr gut nachahmt oder wenn umgekehrt ein besorgter Vater der seine 6a- ! mitie seine Krankheit nicht merken lassen will, geschickt Gesundheit vor- täuscht, so wird selbstverständlich kein Mensch hier von Autosuggestion reden. Es gibt nun aber Fälle, die zwischen einer solchen Vortäuschung und der Autosuggestion stehen, und gerade diese Fälle sind für unser Problem sehr lehrreich.
Dem Leser wird vielleicht die organische Bereitschaft, von der hier die Rede ist etwas rätselhaft erscheinen. Und er wird kritisch einwenden, daß wir hier eine unbekannte Größe in die Denkrechnung einführten. Diese Kritik ist nicht berechUgt. Denn wir reden hier von einem Faktor, der jedem Arzt, jedem Naturwissenschaftler wohlbekannt ist. Um was es sich bei diesem Faktor handelt, erkennt man vielleicht besser an der Tatsache, daß Krankheitssymptome auf autofuggeftioem Wege zum Verschwinden gebracht werden können. Wir denken an bi« vielumstrittenen Heilungen | auf autosuggestivem Wege, wie sie von Couä und andern erzielt wurden und werden. Es würde sich hierbei in der Tat um wirkliche Wunderheilungen handeln, wenn das Symptom ohne unbewußte organische Be- I reitschast des zu Heilenden erzielt werden könnte. Uebrigens muß aus- I drücklich betont werden, daß Coue selbst ehrlicherweise energisch abgeiehnt I hat daß man seine Heilungen als Wunderheilungen bezeichne. Stets.hat er betont, daß er nur organische Kräfte zur Auswirkung bringe, die in dem zu Heilenden selbst vorhanden seien.
„Ein Kind zog sich im zweiten Lebensjahr eine Augenverletzung zu. I Das Leiden war hartnäckig, denn die organische Schädigung war schwer I gewesen. Aus Anordnung des Arztes mußte das verletzte Auge viele I Monate, schließlich ein ganzes Jahr lang verbunden getragen werden. I Während dieser Zeit war das Auge also ganz außer Funkston. Die Seh- I kraft, der unbewußte organische ,Wille zum Sehen' betätigte sich nicht in ihm. Nach Ablauf eines Jahres war der organische Schaden behoben. Die ur[prüngtid)e Erkrankung des Auges .war beseitigt und das Auge tatsächlich organisch wieder völlig .gesund'. Gleichwohl blieb das Kind auf dem Auge blind, weil ... die Gewohnheit in seinem Unterbewußtsein die Uederzeugung (Imagination) gestiftet hatte, daß es nicht sehen könne. Zwanzig Jahre später kommt das Mädchen — als 23jährig« — zu Cous und ... geht schon nach der ersten Sitzung sehend nach Hause."
Was war hier geschehen? War hier Coue wirklich der Zauberer, der I Blinde sehend macht? Konnte er „Wunder" verrichten, wie einst der Heiland, der den Blinden, Kranken, Toten di« Hände auslegte und sie sehend, gesund, wieder lebendig machte, lediglich durch die Gewalt seines allmächtigen göttlichen Willens? Niemand wird so etwas glauben, am wenigsten Coue selbst, der sich nie für einen Gott gehalten oder aus- gegeben hat. Coue haste erkannt, daß bei dem Mädck>en der organische Schaden behoben, es also auf dem einst verletzten Auge nicht mehr „blind war. Daß aber die Seele noch nicht mit dem Leib in die gleiche Kerbe
El^e halbe'Stunde später riefen di« Glocken die Mönche ins Resekto- | rium Das war ungewöhnlich zu dieser Stunde. Es war noch nicht Mittag. ! Doch hörte man bald, ein Abt aus Frankreich wäre auf der Durchreise nach Polen zu Besuch gekommen. Er wolle schon nach zwei Stunden weiter gegen Breslau fahren. Darum gehe man heute früher zur Mahl- 3Cltj)a kam er auch schon an der Seite des alten Tobias gegen den er klein und ungewöhnlich jung erschien. Mochten wohl früh zu so hohen I Aemtern kommen, die Confratres in Frankreich! I
Hinter den beiden Siebten ging gesenkten Kopfes, doch mit harten, saft soldatischen Schritten ein fremder Pater. Der französische Abt grufjte mit freundlichem Ricken die sich demütig im Spalier verneigenden Mönche.
Tobias Siusche erschien ihnen heute ernster als sonst. Er lächelte nur selten während der lebhaften, aufgeräumten Gespräche des Gastes. Manchmal hob und wandte er das ergraute Haupt, als horche er durch die I Fenster ins Freie. Die Mönchen dachten, er mache sich Sorgen wegen den Panduren, die man gestern und heute gesehen. I
Nach einer Weile schellte am Haupttor des Klosters ungestüm die Glocke. Geschrei, Kommandoworte waren zu hören. Lärmen im Garten, I über den nun langsam fallende Flocken sich senkten. Gepolter auf der I Treppe. Ein Laienbruder stürzte aufgeregt in >den Saal, schrie atemlos: I „Die Panduren sind da!"
Scheu rückten die Patres zusammen. „ ....
Der Abt Tobias erhob sich, wartete. Der Gast aus Frankreich sah unbewegt nach der Tür. Es schien, als lächle <r. ..
Da stand auch schon der kroatische Hauptmann im Saal. Hinter ihm sechs feiner Leute, die Flinten bei Fuß. Das Rot der Mäntel glühte unter I den eisigen Schneekruften.
Der Hauptmann war höflich, aber von soldatischer Kurze. Jeder Widerstand wäre zwecklos. Der preußische König sei im Kloster versteckt. Ihn , fordere er im Namen der apostolischen Königin. Dem Kloster werde kein Leid geschehen.
Abt Tobias schüttelte ruhig das Haupt.
Es müsse ein Irrtum sein. Niemand anders wäre feit heute Morgen ins Kloster gekommen als dieser hochwürdige Abt aus Frankreich mit feinem Sekretär, dem Pater Rene. Der Herr Offizier möge sich überzeugen. Der Schlitten stehe zugedeckt im Hofe. Die Schlittenpferde im Stall. Vielleicht feien sie noch naß, wenn man sie inzwischen nicht schon trocken gerieben. m _
Der Pandurenhauptmann forderte alte Schlüssel. Der Pater Guardian und ein junger Mönch erhoben sich, gingen vor ihm her. Zwei dunkel- gefichtigte Rotmäntel postierten sich an der Türe des Refektoriums, lockerten die Handschare im Gürtel.
Es dauerte lange, bis der Offizier und die beiden Patres wiederkamen.
Die beiden Siebte fetzten ihre französische Unterhaltung fort. Der Fremde in bester Laune, wie es schien. Er meinte, er hoffe, daß dieser rote Spuk bald vorüber fei. Er wolle noch in der Rächt in Breslau fein.
Verängstigt saßen die Patres. Würde der Pandur auch Wort halten, wenn man wirklich irgendwo versteckt den König von Preußen fände? Sie schielten nach ihren Oberen. Doch die konversierten und taten, als wäre nichts geschehen.
Endlich, nach einer Stunde erst, kam der Hauptmann. Bat um Vergebung. Er habe wohl falsche Meldung erhalten. Er küßte dem Abt die Hand und neigte sich ehrerbietig auch über den Ring des französischen Gastes. Dann ging er.
Wieder erschollen draußen Kommandorufe. Eine Weile verging. Dann drängten die Rotmäntel in leidlicher Ordnung aus dem Klostergarten ins Freie. Man sah sie noch lange über die weihen Wiesen stapfen.
Bald darauf glitt der Schlitten mit dem französischen Abt und dem Pater Rene zum Tore hinaus und bog auf die Breslauer Straße.
Unweit von Kamenz, auf einer Anhöhe, über die die Poststraße hin- wegsührte, lagerten die Panduren, tranken und aßen, was ihnen der Bruder Küchenmeister auf Befehl des Abts beim Verlaßen des Klosters in die Hand gedrückt.
Als das Gefährt mit dampfenden Pferden langsam die Höhe heraufkam, erhoben sie sich vom Straßenrand. Neigten die wilden Gesichter. Schlugen demütig das Kreuz, als der junge Abt segnend die Hand hob.
Die erftg. preußische Husarenoedette, an der der Schlitten hielt, sah zwei weiße Mönchskutten neben dem König und seinem Adjutanten
Die moderne Wissenschaft der Tiefenpsychologie setzt sich die Erforschung des Unbewußten, das sich im Traum, in der Hypnose, in der Suggestion äußert, zum Ziel. Einen fesselnden Ueberblick über die Ergebnisse der Forschung gibt Prof. H bertz in seiner „Psychologie des Unbewußten" (135 S. Geb 1,80 M. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig), der
An diesem Abend ging der Abt Tobias noch nachdenklicher als am Morgen über die Wege des Klostergartens. — Hatte er recht gehandelt? Er wußte es nicht. Er fühlte nur, daß er heute das Zünglein gewesen war an der Waage der Weltgeschichte.
Oie Autosuggestion.
Bon Profesior Dr. R. Herdertz.


