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rastloser Wille zur künstlerischen Vollendung hob Haydns Schossen baü) über das seiner Zeitgenossen empor. Ans dem unscheinbaren Choristen und Bettelmusikanten, aus dem livrierten Musikus bei Esterhaz wurde eine europäische Berühmtheit, der man in Wien, Poris und London fürstliche Huldigungen dorbrochte. Wie ganz anders verlief dieses Leben als dasjenige Mozarts! Hier ein rascher Ausstieg, ein explosives Sich- Berzehren und schließlich ein tragisches Verlöschen. Bei Haydn eine stete Entwicklung, ein zähes Sich-Durchtrotzen und, auf dem Höhepunkt, eine ebenso zielsichere und bewußte wie langanholtende Entfaltung der unerschöpflich scheinenden Kräste. Mozart ist ein Frühreifer, Haydn das direkte Gegenteil — erst der Fünfzigjährige sieht sich im Besitz der vollen Meisterschaft. Damit im Zusammenhang steht auch die auffaUenbe Gegensätzlichkeit des künstlerischen Empfindens und Gestaltens beider Meister. Nicht Mozartsche Feinnervigkcit und Sensibilität kennzeichnen Haydns Kunst, sondern eine kerngesunde Erdgebundenheit, die ^hn zu den schlichten, innig frommen Liedmelodien seiner langsamen Sätze, wie zu den urkräftigen Menuett- und geistsprühenden Finalsätzen seiner Sinfonien treibt Die Verbundenheit mit den niedersten Schichten des Volkes, der unerbittliche Zwang, sich in früher Äugend, durch welch« Art musikalischer Betätigung es auch sei, seinen Lebensunterhalt zu oerschasfen,. haben Haydn in ständige und nahe Berührung mit der österreichischen Volksmusik gebracht. Der Erdgcruch Haydnschcr Musik ist daraus zu erklären. Und schließlich ergibt sich aus oll diesen Voraussetzungen irgendwie der grundlegendste Gegensatz zwischen Hoydn und Mozart: bei Haydn herrscht die ratio, der bewußte Formungstrieb steht über dem irrationalen Erfühlen des Formganzen. Diese kriiijck)-dialektische Begabung verbindet chn in hohem Maße mit Beethoven und scheidet ihn von Mozart.
Von den zahlreichen Werken, die Haydn hinterlassen hat, und die wir heute noch keineswegs übersehen, genießen seine späten Oratorien „Die Schöpfung" und „Die Jahreszeiten" die größte Volkstiinllich- keit. Und doch beruht nicht auf ihnen, sondern auf dem rein instrumentalen Schassen di« musikgeschichtliche Bedeutung Haydns. Haydn ist der Schöpfer des modernen Streichquartetts und der erste große Meister der klassischen Sinfonie. In ihm laufen all die stilistischen Ströme seiner Zeit zusammen, er vereinigt und läutert sie zu einem organischen Ganzen und verkörpert damit den ersten ragenden Gipfel klassischer Instrumentalmusik. Zwei große synthetische Prozesse vollziehen sich in Haydns Schaffen, von denen der zweit« teilweise mit dem ersten identifch ist: auf der einen Seite handelt es sich um eine Verschmelzung Norddeutschen und süddeutsch-österreichischen Empfindens und anderseits um eine Durchdringung des höheren Kunstschaffens durch volkstümliche Kräfte. Haydn beginnt als Oesterreicher, die bunte Vielgestaltigkeit, der lockere Aufbau der österreichischen Serenaden- und Suitenmusiken kennzeichnen feine frühen Sonaten, Quartette und Sinfonien. Hätte er sich damit begnügt, so wäre er nie zur klassischen Vollendung gelangt. Aber schon in den 50er Jahren lernt er Klavierwerke Ph. E. Bachs, des zweit- ältesten, hochbedeutenden Sohnes I. S. Bachs, kennen, und da fesselt ihn, den phantasievollen Oesterreicher, die eminente Geschlossenheit und Logik im Aufbau der einzelnen Sätze, jenes Hauptmerkmal des norddeutschen Spätbarock, das Ph. E. Bach dem frühen Klassizismus vermittelte. Haydn selbst bekennt über seine erste Bekanntschaft mit Ph. E. Bachs Klavier- ionaten: „da kam ich nicht mehr von meinem Klavier hinweg, bis die Sonaten durchgespielt waren, und wer mich gründlich kennt, der muß finden, daß ich dem Emanuel Bach sehr vieles verdanke . Von diesem Zeitpunkt an beginnt der große Verschmelzungsprozeß bei Haydn. Wie er die Widerstände seines Lebens in zähem Kampfe gemeistert hat, so eignet er sich jetzt in seiner Kunst durch vielfaches Experimentieren, unentwegtes Suchen jene gedankliche Konzentration und thematische Oekonomie an, iiir die ihm einzig und allein die norddeutsche Kunst Vorbild sein konnte. Was die Haydnschen Jnstrumentalwerke seit 1781, seit den berühmten „Russischen" Streichquartetten ganz ausschließlich und im Gegen atz zu Mozart kennzeichnet, ist die Eigentümlichkeit, das musikalisch« Geschehen eines Sonaten-Quartett- ober Sinsoniesatzes aus einem mehrgliedrigen Thema herauszuentwickeln, und dabei mit einer geradezu logischen uoige= richtigkeit jede scheinbar neu« melodische Wendung von dieser thematischen Urzelle abhängig zu machen. Hier ist die buntgewurfelte^ Mannigsaltigfe11, die lockere Gedankenaneinanberreihung ber Haydnschen ^ruhwcrke und ver österreichischen Divertimenti und Serenaden völlig überwunden. Mit einer an Kant gemahnenden kritischen Einsicht und logischen Klarheit entwickelt Haydn eine musikalische Idee und ordnet ihr den gesamten musikalischen Verlaus eines Satzes unter. Gleichzeitig aktiviert er aber auch ebenso folgerichtig den zur Anwendung gelangenden Slangapparat, im Quartett» satz die vier Streichinstrumente, in ber Sinfonie Streicher undi Bl [er, erhebt sie zu gleichwertigen Individuen, so daß ein völlig /".chorgani- [ierter Tonsatz entsteht, der motivisch aus einer Kraftquelle gefpeift wir .
Wir haben allen Grund, ein solches Formstreben als klassisch zu bezeichnen. Im Gegensatz zu Beethoven ist es aber em aufklärerisch gefärbter Klassizismus, ber uns bei Haydn entgegentritt. Dos verrat vor allem auch bie musikalische S p r a ch e von Haydns reifer Kunst. Haydns Musik ist bis zuletzt Gesellschaftsmusik in einem durch und durch qelauter- ten Sinne, bestimmt für eine Hofgesellschaft, ber mit ber großen faz- fischen Revolution bas Todesurteil gesprochen wurde. Haydn lebt noch ganz in dieser geistigen Umgebung. Beethoven gehört emer lungere Generation an, die auch in der Kunst mit freiem
Und doch herrscht auch bei Haydn nicht nur ber modische Konversationston des ancien regime. Nicht erst seine großen Quartette und die z f Londoner Sinfonien, sondern auch manche seiner früheren Werke äeig ihn von einer Seite, bie bas 19. Jahrhundert nicht mehr sah, und die auch der musikalischen Welt von heute unbekannt zu sein PsiekI • 1
Werke zeigen den tiefen Ernst, den dämomschen Witz, "der auch die ganz unsentimentalen, männlich klaren, vollbewußten Gesichtszuge eines Meister, von dem bas Schiller-Wort gilt, daß er an bes Jahrhunderts Neige stehe in „edler, stolzer Männlichkeit". Möge das Haydn-Jahr 1932 dazu beitragen, uns diesen Haydn näherzubringen, wir wurden damit m bas Wesen seiner Kunst tiefer einbringen als bas 19. Jahrhundert, Da Hein Bild im Lichte romantischer Kunstaussassung gesehen hat.
Haydn-Aneldoten.
Von Robert Braun, Wien.
Die Perücke bedeutet für Josef Haydn soviel wie bie täglich» Waschung, ohne bie er sich nicht in Orbnung fühlt. Niemals hat ihn je ein Bekannter ohne sie gesehen. Wenn Besuch gemelbet würbe, war der Griff nach ihr bas erst«, um in Form zu erscheinen. Sie war weiß gepudert unb an den Seiten hoppelt mit Ringeln verziert. Da sie zwei Finger breit über den Brauenbögen begann, schien bie Stirne niedrig und ging als Ausdruck des Persönlichen fast verloren. Doch an solchen Dingen lag ihm wenig. Obgleich zur Napoleonzeit kaum jemand mehr Perücken trug, hielt er immer noch streng darauf. So folgte sie ihm Denn in das Grab, womit freilich ihre Geschichte noch nicht zu Ende ist. Denn sie blieb nicht lange dort. Der bekannte Diebstahl seines Schädels, der bald nach feinem Tod durch Fanatiker erfolgte, trennte sie für immer von ihm.
Das Gesicht, das sie umrahmte, war bräunlich, ins Rötliche spielend, wie bei Beethoven durch Blatternarben gekerbt. Die kräftigen Backenknochen, die vorgeschobene Unterlippe betonte das Serbe. Und die Augen — zwar von Natur dunkelgrau, doch säst schwarz wirkend — wurden erst beim Gespräch durch ihre Schalkhaftigkeit oder beim Musizieren durch den Feuergeist, der da durchschlug, anziehend, sonst hatten sie beinahe etwas, das man fürchten konnte. Die Gestalt war mittelgroß, knochig, herbe in der Bewegung.
Manche Menschen oeränbertr aus eigener Machtvollkommenheit Dinge, bie für anbere unerschüterlich gelten. So hat Prinz Eugen Oesterreich für seine Heimat erklärt, obgleich ihn Frankreich geboren hatte. Stendhal liebte Mailand so sehr, daß er auf seinem Grabstein „müanese“ schreiben lieh, unb nicht „aus Grenoble", wie es der Wahrheit entsprochen hätte. Haydn aber erklärte rundweg den 1. April 1732 als unzutreffend für seinen Geburtstag und ernannte den 31. März dazu, wofür er füglich heute noch gilt. Grund seiner Abneigung gegen diesen Tag war: er wollte kein „Aprilnarr" sein.
Zwei Dinge bezeichnen ihn als rechten Süddeutschen: ein Gemisch von Humor und Frömmigkeit, das so weit reicht, daß man bas Tempo seiner Meßen tabelt, da man eher babei tanzen könne als beten. Der Meister antwortet barauf: „Ich weiß es nicht anbers zu machen. Wie ich's habe, so geb ichs. Wenn ich aber an Gott bentc, so ist mein Herz so voll Freude, daß mir die Noten wie von der Spule laufen. Und da mir Gott ein fröhliches Herz gegeben hat, so wird er mir schon verzeihen, wenn ich auch fröhlich diene."
Wie sehr der scherzhafte Zug seine Musik durchbringt, bezeugt überdies der genialische Einfall ber „Abschiebssymphonie", wo die Musiker einzeln und in Abständen sich erheben, bie Notenhefte zuklappen, bas Licht auslöschen und fortgehen, — um dem Fürsten Esterhazy zu bedeuten, daß er ihnen endlich den ersehnten Urlaub gewähren möge; was er denn auch versteht. „Ich habe Ihre Absicht wohl durchschaut. Nun gut. Morgen packen wir ein" — sagt er zu Haydn. Auch die „Symphonie mit dem Paukenschlag" soll einem Scherz ihr Dasein verdankt haben: der unvermittelte Ton sollte di« schlasenden Engländer aufwecken.
Er liebte Kinder, schone Frauen, das Spiel, Jagen und Fischen, und den Wein. Als ihn im Alter der junge Esterhazy einen Wagen mit Pferden anbietet, ersucht er, diese Gunst, in eine Ladung Tokayer umzuwandeln, was ihm gerne gewährt wird. Auch bleibt er immer ein Bewunderer ber Weiblichkeit. Einmal begleitet er eine gräfliche Sängerin auf dem Klavier. Als sie sich, um die Noten besser zu lesen, über ihn beugt, schiebt sich ihr Brusttuch auseinander, und er setzt mitten im Spiele aus. Auf die strenge Frage: „Was ist das, Haydn, was macht Er da?" erhält sie die Antwort: „Aber gräfliche Gnaden, wer sollte hier nicht aus ber Fassung kommen?" Trotz ber eifersüchtigen Gattin ergibt sich ihm manche Gelegenheit, Frauen zu bienen. Sein Verhältnis mit der Sängerin Luigia Polzelli ist bekannt.
Als ein Jahr vor feinem lobe „Die Schöpfung" im alten Universitäts- faa[ aufgeführt wird, erzeigen sich bie Damen fo sehr besorgt, daß kein Luftzug ihm schade, daß sie ihn in ihre Schals einhüllen. So sitzt ber Greis als Einziger ber Anwesenben mit bem Zweispitz debeckt, — wie eine Äumie umwickelt von rotem, blauem, golddurchwirkten Musselin.
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Währenb des zweiten Londoner Aufenthalts fand eine große Pftngst- feier in ber St. Pauls-Kathedrale statt, wo ein Chor von viertausend, auf bem Gerüst ber Kuppel verteilten Kinbern mitwirkte. Haybn ftanb unter ben geladenen Gästen. Der Organist gab ohne Bah bie Melobie an, worauf bie Kinberstimmen sie allein mit solcher Zartheit unb Helle, hauchenb unb rauschenb, fortführten, baß olles, insbesonbere aber ber Meister, tief bauen ergriffen war. „Keine Musik", erzählte er barüber, „rührte mich zeitlebens so heftig als diese anbachtsvolle unb unftfjulbige. Ich ftanb ba unb weinte wie ein Kind." Erinnerte er sich vielleicht an seine eigene Sängerknabenzeit in St Stephan, wo er als achtjähriger Knabe gekommen war?
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Von Haydns zweiter Londoner Zeit — er ist damals 65 Jahre alt — hat sich ein Büchlein erhalten, dessen herdstbraune zweiundzwanzig Blätter ein rot unb blauer Umschlag zusammenhält. Welche Dinge hat nun bieser Mann für würdig ber Auszeichnung befunben?
Es fängt in ber Art eines Reisenotizbuches mit Abressen an: Mrs. Bindon, Dr. Darlington, Compose at Bath, Queen Square ... Dann ober folgten 'kurze Geschichten, bie ihm wohl gelegentlich von Begleitern erzählt werden, unb bie er gern sich merkt, um sie zu Hause ber Frau ober Freunden beim Wein wieberzugeben. Da wirb als mertroürbig ongemertt: bas auffattenb schone Wetter im April 1794. Die Einheiten ber englischen Flotte. Eine Gebichtstrophe. Ober „Ebbe und Fluth ist alle 7 Stund, im früh Jahr fallt das Wasser 18 schueh, die übrige Sejon aber nur 7 schueh."
Dann eine Geschichte von bem sehr reichen unb frommen Lorb Litt- lebon, ber feinem lieberlichen Sohn eine Frau verschafft, boch bie Kränkung erleben muß, bah sie bieser ihm roieber zurückschickt. Der Vater, ben bie


