Unsere
urtümliche in Angora Hand.
pankraz, -er Schmotter.
Novelle von Gottfried Keller.
"" Gutl°'d°chte" ich''wenn ich diese schonen Bilder der Desbemonab de r Helena der Imogen und anderer sah, die alle aus der hohen Selbstherrlichkeit' ihres Frauentums heraus ,o seltsamen Käuzen nachg.ngen und anhinaen rückhaltlos wie unschuldige Kinder, edel, stark und treu wie Hewen unwandelbar und treu wie die Sterne des H'wmels: gut h.er
'mir unlfrn ftattl Denn nichts anderes als ein solches festes, schon gebautes und gradaussahrendcs Frauenfahrzeug ist diese Lybia die ihren Anker nur einmal und dann in eine unergründliche Tiefe ausw.rtund wobt weiß was sie will. Diese Meinung ging gleich einer stählenden Sitzen S°nn7 in mir auf, und in deren Licht sah ich nun jede Bewegung und jede kleinste Handlung, jedes Wort des schönen Geschöpfes und es dauerte nicht lange, so überbot sie in meinen Augen alles, was der gute Dickter mit seiner mächtigen Einbildungskraft erfunden da dies lebendige Gedickt im Lickte der Sonne umherging in Fleisch und Blut, mit wirk- licken Herzschlägen und einem tatsächlichen Nacken voll goldener Locken, ^^as unheimliche Rätsel war nun gelöst und ich hv^e nichts weiter zu tun als mich n die^e mit dem Shakespeare in die Wette zusammen- a dickt te Seligkeit zu finden und mit Mühe meine geringfügige und unlkblicke Person für eine solche Laune des Schicksals oder des königlich großmütigen Frauengemütes einigermaßen leidlich zurechtzustutzen mitte ^ hundertfacher Pläne und Aussichten, welche sich an das große schoneLust- ickloß anbaueten Die unendliche Dankbarkeit und Verehrung, welche ich solchergestalt gegen die Geliebte empfand, hatte allerdings zum guten Teil br7n Grund in meiner sich geschmeichelt sühlenden Eigenliebe: aber gewiß mm. rnm nack arößeren Teile darin, daß diese Erklärungsweise die einzige 7ar w7l^ir mögllch chken ohne dies teuerste Wesen verachten und bemitleiden zu müssen: denn eine hohe Achtung, d.e ich für s« empfand, war mir zum Lebensbedürsnis geworden, und ",e,n Herz zitterte vor ihr,
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war, wie die der Postkutschen und der großblumigen Bauermacken.
(Ins Deutsche übertragen von Will Simon.)
Angora, die Stadt mit dem Ooppelantlih.
Von Dr. Leonore Kühn.
T>„, j» eine seltsame Stadt, die da auf der öden Hochfläche Kleinasiens erstanden ist nnchde.n das türkische Reich durch den Weltkrieg se.ner europäischen Länderteile so gut wie völlig verlustig ging. Durch Energie und anaestrenate Bautätigkeit ist nun aus der uralten Felsenfeste zmrpra ltllrkiick Ankara genannt) «in wunderliches Gemisch von weltverlorenem Bergnest mit primitivsten Holzbauten und von fieberhaft aufstrebender Großstadt" nach modernsten und großartigen Planungen geworden breite stattliehe Straßen, einsam ausragende hohe Mietskasernen und Re- vräsentationsgebäude neben elenden Holzbaracken und ungepslasterten Straßen in^ denen man bei nassem Wetter den Fuß von der Haustur iiur direkt in den Wagen setzen kann, um nicht in grundlosem Schmutz zu versinken! Schon weil der deutsche Unternehmungsgeist — uurch den bekannten Architekten Professor H. Jansen — Mi d'esem Werk des neuerwachten nationalen Türkentums verbunden ist, lohnt es sich, euren Blick auf'dieses bedeutungsvoll gewordene Stadtgebilde zu werfen, das dem ehrwürdigen nnb kunstreichen Konstantinopel zur ronrbe. Schon die Fahrt von Konstantinopel nach Angora bietet viel des Merkwürdigen und jenes gleiche seltsame Gemisch von P^mitivltat und europäischer Bequemlichkeit. Gut 18 bis 20 Stunden dauert die Reise im direkten Schnellzug" von Konstaninopel, oder richtiger, vom lensettigen Haidar Pascha aus, der stattlichen modernen Kopfstation der Anatoli sehen Eisenbahn auf dem asiatischen Ufer des Bosporus. Wunderschön ist die erste Strecke, die noch längs der Ufer des Marmarameeres fuhrt, nut herzlichen Ausblicken auf freundliche Vororte und auf die Prinzeninseln, wo sich Trotzki ein Asyl schuf, auf den fernen sch'ieebedeckten Olyinp _ den asiatischen Olymp — und die echt türkische Stadt Jsmid mit ihren schönen Minaretts und klobigen Befestigungen an blauer Bucht. Liannibals Grabstätte liegt hier in der Nahe, und manche anderen Erinnerungen tauchen mit den interessanten, zyprefsenurnstandenen Ruinen län$nto aberVnb wir im primitivsten Hinterland. Der Llngora-Schnellzug ist ein Ereignis für die handelstüchtigen Einwohner der kleinen Stationen. Kinder und Frauen mit zierlich geschmückten Körbchen voll rotbackiger Aepfelchen, junge Burschen mit langen Stangen, auf denen die sehr^ wohlschmeckenden, sesambestreuten Brezeln ausgereiht i'^.-/^"bler mit srischm Eiern und sogar riesigen zappelnden Hummern, Hühnern und sonsUgea Eßwaren zu billigsten Preisen, — so suchen die Einwohner d>ese Markt- geleqenheit auszunützen. Manche junge türkische Hausfrau besseren Standes -wie wunderhübsche, sehr gepflegt« Kinder anzuseheri -macht vom bequemen Polsterwagen aus (es stnd unsere guten, ^"uatlich Wagen 2 und 1. Klasse mit dem wohlbekannten Pluschpolster) voll Wichtigkeit und Eifer ihre Einkäufe. Aber daneben reckt manche arme bleiche Frau im schwarzen Kopftuch ihren vermummten '«auqling bettelnd hoch vor die Fenster des Bahnwagens, und auf jeder Station fitzt eine Galen« abgemagerter, scheuer Hunde mit sehnsüchtigen, hungrigen Augen vor der nahrungsspendenden Wagenreihe oder galoppiert sogar um cm Stückchen Brot lange verzweifelt dem fahrenden Zuge nach.
Nun windet sich der Zug durch großartige Schluchten und wilde enge Flußtäler hoch — zuletzt in Gebirgen, deren graugrunlicher, tonhaltiger Lehm eine fast leichenfarbige, unheimliche Landschaft von seltsamsten Formen schafft: spärliche, einsame kleine Ortschaften liegen darin verstreut. Es macht sich die Annäherung der Salzwust« bemerkbar und auf der Hochfläche Kleinasiens fährt man stundenlang durch eine endlo e. ei - töniqe Landschaft, deren einziger größerer Ort Eskischehr ist, der Knoten winkt für die Bahnlinie von Smyrna und Konstantinopel. Man steht buchstäblich nichts, nichts, nichts, außer einigen jämmerlichen Ortschaften, und die stolzerfüllte Aufregung der.EmheiMifchena^ Angora, der Musterfarm des allmächtigen und regsamen Kemal Vascha
Gbari" näherte ist nur verständlich, wenn man weiß, daß eben sonstwirklich kaum etwas in dieser trostlosen^Ebene vorhanden 's- Em relativ stattliches „europäisches" Stationsgebäude und einige ratternde Automobile auf öder Zufahrtsstraße künden> d,e Raheder »Ufa be (Shnri mit den Musteranlaqen an. Auch einige industrieUe UNlerneymeii mit lu^nagelneuen Baulichkeiten unterbrechen die Monoton.« dieser ^Lda'nnstA man, in Angora angekommen, einfach °uf die blanke,
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Münchnerin - wie auch das warineundkaltesließende^
Zimmer- dazu die schönen, niestgen Teppiche des Landes in versckwenoe Ü ch7r Fülle Auch sonst trifft man hilfreiche Landsleute - meist. Tech^ niker oder Bauarbeiter. Denn die Unternehmungen bedürfen mancher deutschen Arbeitskraft, die ja in der Türkei h°-hgeschatzt und mit ^m-
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Denkmal, auch moderne Bankgebaude «"d «in großartiges Mu eu h ch oben auf einem sonst oben Schut Hügel, der en'geKletterpart.-nburm Steine, Scherben und grundlosen Lehm verlangt, denn d e AiUo konn noch nicht überall hingelangen. Sogar eine kunstgewerbliche Schute g
einsam an einem der oben, breiten Boulevarbs auf, und diese rofsinier. teren Geschmackskünste berühren dort ganz eigenartig, wo noch nicht einmal die primitivsten Ledens- und Wohnbedürsnisse auch nur zum Teil erfüllt sind. Die eigentlichen Bazarviertel der Altstadt mit ihren schmalen Holzbudenreihen aus genagelten Brettern und den.primitiven Eßwaren, die malerischen Gruppen von Kamelen, Ziegen und Eseln an den Brunnen und vor de» Moscheen, die bunten, zerlumpten Trachten der dunkelfarbigen Männer, von unheimlichem, wild-großartigem ü.yp, und die Frauen, die meist noch entsetzt das Gesicht hinter dem schwamen riesem haften Tuch verbergen, das die ganze Gestalt nonnenhaft verhüllt das gibt doch einen nachdenklichen Kontrast zu den wenigen verlorenen modernen Prunkbauten der Stadt, deren größter Teil übrigens zunächst weiter weg vom alten Zentrum Angoras sich entwickelt, sozusagen eine zweite, neue künstliche Stadt, die viel Kosten gemacht hat. Sogar das Trinkwasser muh als kostbarer Import von Konstantinopel herangebracht werden, und die Gemüse werden zunächst noch alle von weither 8"angefchafstl Die türkische Hausfrau, die nicht gerade die allerprunitivste Ledenswe se ihren will hat es in Angora nicht einfach, und auch mancherlei gesundheitliche Gefährdungen sind für die Nichtcinheimifchen zu überwinden.
Sehr intereffant sind eine Reihe großartiger uralter hethitischer und sonstiger asiatischer Skulpturen, Grabsteine und üewaltig- Reste voi uralten Kultbauten, die vor einem vom Deutschen Archäologischen Institut vor kurzem ausgegrabenen stattlichen Tempel, dem Augustusteinpel aus römischer Zeit, im Freien gruppiert sind Um sie zu bestchtigen muß e man aber erst den dicksten Schnee von die en seltenen Kunstwerken absegen, und man watete bis über die Knöchel im nassen Schnee. Das Klima .st naturgemäß auf dieser Hochfläche sehr rauh. M
©ine Feuersbrunst hat vor einigen Jahren große Teile der Altstadt zerstört und so von selber Platz für Neues gefchaffen. Aber noch stehen ganze Gaffen von Holzhäuser» mit vorspringenden, primitiven Erkern, bie bei Tauwetter den Passierenden unbarmherzig durchnassen der stch etwa mit dem offenen Wagen in das Gewirr dieser oberen Straßen» viertel wagt, um zu der interessanten alten Burgmauer mit ihren vielen Türmen zu gelangen oder zum uralten Schloß, das auf einem steil- abfallenden Felsen über stillen Tälern thront. .
Außer den berühmten Angorakatzen und Angoraziegen ist hier noch höchst merkwürdig eins der allerältesten menschlichen Gefährte, der Dchscn- karren mit zwei klobigen Rädern und an Stangen ausgehangtem Ledersack als schwankender Behälter für den Reisenden. Auch ein primitiver Dreschschlitten aus Holz mit eingesetzten schürfen Steinen und anderes ■ • ' Gerät hat sich hier noch im Gebrauch erhalten. So reichen sich älteste Kulturtraditionen und neueste Kulturbestrebungen die
(Fortsetzung.)
Shylocks möchten uns wohl das Fleisch ausschneiden, aber sie werden nun und nimmer eine Barauslage zu diesem Behuf wagen und unsere Kaufleute von Venedig geraten nicht wegen *ne7 luftigen Habenichts von Freund in Gefahr, sondern wegen einfältigen Aktienschwindels und halten dann nicht im mindesten so sch melancholische Reden, sondern machen em ganz dummes Gestcht dazu. Dock eigentlich find, wie gesagt, alle solche Leute wohl m der Welt, ober nicht so^ hüb sch beisammen, wie in jenen Gedichten ; "'s Erüft ^'n ganzer Sckurke auf einen ganzen wehrbaren Mann, nie em vollständiger Ra N einen unbedingt klugen Fröhlichen, so daß es zu keinem rechten Traueriviel und zu keiner guten Komödie kommen kann
Ick aber las nun die ganze Nacht in diesem Buche und verfing mich ganz in ^ms lben da es mir gar so gründlich und sachgemäß geschrieben kckkn 7nd m r außerdem eine solche Arbeit ebenso neu als verdienstlich vmkam We7 nun alles übrige ,o tresflich, wahr und ganz erschien und üd es Mr die eigentliche und richtige Welt hielt, so verließ ich mich ms- befonberc auch bei ben Weibern, die «s vorbrachte, ganz auf ihn, verlockt imb geleitet von dem schönen Sterne Lydia, und ich glaubte, hier ginge mk eck Licht aiis mid sei die Lösung meiner zweiseloollen Verwirrung


