Ausgabe 
26.10.1931
 
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Wunder der Wittenskrast.

Von Dr. med. W. Schwei sheimer» München.

Das gehorsame Herz.

In früheren Jahren zog ein Mann auf den Universitäten umher, der Willkürlich Einfluß auf seine Herzmuskel gewinnen konnte. Der Mensch ist dazu im allgemeinen nicht imstande. Wir können wollen, daß der Arm sich bewegt, und die absichtliche Muskelzusaminensetzung führt diese Handlung aus. Aber unser Wille, das Herz schnell oder langsam schlagen zu lassen, genügt nicht zum Eintreten dieses Vorgangs. Auf Umwegen können wir das Ziel erreichen: wenn wir etwa so rasch lausen oder den Körper sonst so sehr anstrengen, daß das Herz nunmehr rascher schlägt. Mit dem Willen hat das aber nichts mehr unmittelbar zu tun. Das Herz ist eben zwar auch ein Muskel, aber er ist anders gebaut als der Arm- inuskel, und auf ihn wirkt die Nervenübertragung nicht in der gleichen Weife wie auf diewillkürliche" Muskulatur.

Nun, diesem Mann gelang es, durch eine Willensanstrengung das Herz langsam und langsamer schlagen zu lassen. Man sagt wohl: "er konnte den neroenverlangsamenden Nerv, den Nervus vagus, reizen, aber damit .st nichts erklärt. Er selbst erklärte seine Fähigkeit auch lediglich damit, daß er eben wolle, sein Herz solle langsamer schlagen, er richte seine ganze innere Aufmerksamkeit auf diesen entscheidenden Punkt. Der gleiche Mann 'onnte auch sein Zwerchfell jene große Muskelplatte, die Brust- und Bauchhöhle trennt und dem unmittelbaren Willen sonst auch nicht zu­gänglich ist, absichtlich und willentlich beeinflussen. Er lagerte es so gegen die vordere Ärustwand vor, daß das Herz ganz vorn zwischen die Nippen gepreßt wurde und dort in schauerlich deutlicher Erhebung sich »usdehnte und zusammenzog.

Eine andere absonderliche Fähigkeit des Mannes: willkürlich den einen Unterarm zum Schwitzen zu bringen, hing nicht allein mit dem Willen zusammen. Zur Erzeugung dieser Erscheinung stellte sich der Mann viel­mehr vor, daß der Unterarm in sehr heißer Luft sich befände. Aber bei der Mehrzahl der Menschen würde auch eine solche Vorstellung nicht aus- ieichen, um Schweißausbruch an beliebiger Stelle hervorzurufen. Der leipziger Physiologe Weber konnte in ähnlicher Weise sein Herz, unter jleichzeitiger Anhaltung des Atems, stillstehen lassen, bis ihm das Be­wußtsein schwand, damit der Wille ausgeschaltet wurde und das Herz wieder weiterschlug. Auch von anderen Menschen werden sichere Beobach­lungen über derartige Fähigkeiten mitgeteilt.

Aufwachen ohne Wecker.

Bei manchen Menschen besteht offenbar eine stärkere, innigere Ver- linbung von Wille und Körper als bei anderen. Der Wille kann über Lchlasdrang und Müdigkeit Hinwegbringen, das ist in vielen Menschen iiöglich. Viel seltener ist es schon, willentlich zu bestimmter Stunde oder Rinute zu erwachen. Zur Vorsicht wird ein Wecker gestellt, aber der Reiz los Willens ist so mächtig, daß das Erwachen schon vor dem Ablauf der löeckeruhr eintritt, zu ungewohnter Stunde, um 3 Uhr, 4 Uhr, 4.15 Uhr morgens. Seltsam ist es, daß in solchen Fällen gar nicht immer der Schlaf mruhig ist, wie man annehmen sollte, wenn der Wille hemmend in den schlaf hineinreicht. Manche derartigeWillenserwacher" schlafen vielmehr its zur festgesetzten Stunde ruhig und störungslos. Auf einmal, Punkt 115 Uhr, wachen sie auf, sind mit einem Schlag so munter, als sei das iire übliche Erwachensminute, obwohl diese drei Stunden später liegt.

Der Physiologe Johannes Müller sagt über seinen eigenen Schlaf- 1 Villen:Manche, wie ich selbst, können sich schlafen machen, wenn sie Nollen, wenn sie sich gedankenruhig hinlegen." Die Behandlung der s k chlaflosigkeit besteht in manchen Fällen darin, daß der Patient lernt, ! lieber schlafen zu wollen. Johannes Müller hatte auch sonst Möglichkeiten, |b-*n Willen auf den Körper wirken zu lassen, wie sie sonst selten sind. Er Ikchörte zu den Menschen, die alle Ohrmuskeln bewegen (mit den Ohren Dackeln" können). Außerdem verstand er es, sogar die Muskeln im kstkiltelohr zur Anspannung zu bringen. Näherstehende hörten das Knir- |l9en der Gehörknöchelchen. Außerdem etwas ganz Seltenes: wenn er jein Auge verdeckte, konnte er die Pupille des anderen Auges willkürlich 8 tt roeitern und verengen, eine Tätigkeit, die sonst dem menschlichen Willen jUntz entzogen ist und nur von der Stärke des Lichteinfalles abhängt.

I Wir bewundern die Rekordleistungen der Sportsleute namentlich der k stingstreckenläufer. Bei sonst einigermaßen gleichen Körperverhältnissen l «trb jener Sieger dessen Willen dem Körper stärkeren und nachhaltigeren t Atllrieb gibt. Der Läufer von Marathon, besessen von dem verzehrenden Billen, die Siegesbotschaft so rasch wie möglich der Heimat zu bringen, jlleb seinen Körper unerbittlich vorwärts, obwohl die Leistung über seine K'äste ging: ein wandelnder Leichnam, körperlich tot, aber vom Willen Bitod) beseelt, so brach er am Ziel zusammen. Beim Rekordlänjer gibt der Bick auf den Gegner oder auch die Stoppuhr dem Willen den mächtigen Mitrieb, der wie eine erbarmungslose Peitsche die Muskeln des Körpers in Höchstleistung anfeuert.

Die durchbohrte Zunge.

In Varietes und Schaubuden der Volksfeste treten zuweilen Menschen Ijif, bie sich Körperteile ohne Schmerzen und ohne Bluten mit )pigen Ptgenftänben durchbohren lassen. Man ist begreiflicherweise sehr geneigt, silier solchen Vorführungen irgendeinen Trick zu vermuten. Das braucht ßi°i°ch nicht der Fall zu'sein. Ich hatte selbst Gelegenheit, eine Frau zu k9obachten, die solche Fähigkeiten besaß. Die sehr einfache und gestünde U'vu tritt feit ihrer öffentlichenEntdeckung" alsFakirin m einem Wanderzirkus auf was ihr schon vorher immer als höchstes -diel cor» | s chwebt hatte.

L Diese Fakirin stieß sich einen spitzen Haken durch die Mitte der Zunge. Weder beim Einstechen noch bei dem ruckarUgen Herausziehen floß ein kstvpfen Blut. Weiter stieß sie sich eine Hutnadel durch den vorderen Teil ^'Halses, vor dem Kehlkopf. Dabei werden keine großen Gefäße cer- M, wohl aber Haut, Fett, Muskulatur und Bindegewebe. @s flofc tein |l|opfen Blut, die Frau spürte auch keinen Schmerz. Auch nach dem Ent­

fernen der Nadeln bluteten die Stichstellen nicht. Es entstanden jroei leichte Quaddeln, die nach einer halben Stunde verschwunden waren. Auch dann waren die Stichöffnungen noch als feine Punkte sichtbar. Ein Arzt würde es niemals wagen, die kleinste Einspritzung unter die Haut mit undesinfizierten Nadeln vorzunehmen und auch sonst wäre es niemanden zu raten, aber diese Frau bekam bei jahrelangen Einstichen mit ungerei­nigten Radeln usw. niemals eine Entzündung ober Eiterung. Auch der Arm wurde durchbohrt, oberflächlich und tiefer.

Es ist offenbar, daß die Frau mit dem Willen Vorgänge des Blutens und Schmerzens überwachen und beeinflussen kann, die unserem Willen sonst entzogen sind. Verletzt sie sich etwa mit einer Nadel beim Nähen am Finger, ohne darauf vorbereitet zu fein, so blutet die Stelle genau wie bei anderen Menschen. Während der Versuche kommt es aber nicht zur Blutung. Sie denkt sich, wie sie immer wieder sagt, dabei:es muß einfach", und dann geht es. Vor dem Durchstechen wird eine Willens­konzentration in ihrem Gesicht offenbar, während des Durchstechens wird das Gesicht ganz rot, der Atem ist angehalten. Sie spürt keinen Schmerz und verliert keinen Tropfen Blut, wenn sie will; wie das aber im ein­zelnen zustandekommt, darüber ist sie sich ganz unklar. Aus der Erzählung ihrer Lebensgeschichte geht hervor, daß sie eine sehr willenskräftige Frau sein muß.

WillkürlicheBlutungen.

Vor einer Reihe von Jahren machte ein ehemaliger Bergmann viel von sich reden, der im Varietö ohne Blut und ohne Schmerzen sich spitze Nägel durch den Körper schlagen, spitze Pfeile in den Körper schießen ließ und blutige Tränen meinen konnte. Er vermochte angeblich nur durch den Willen an beliebigen Stellen Blut aus der Haut treten zu lassen, am Knie, an Handrücken usw. In späteren Enthüllungen wurde ein Teil der Vorführungen allerdings in anderem Licht gezeigt. Es wurden bei­spielsweise zwei Stunden vor der Vorführung mit einem Lineal zwei Linien in Kreuzform in die Haut gedrückt. Was daran sichtbar ist, schwin­det nach einiger Zeit wieder. Es war nur die Willenskraft des Mannes, daß er durch bewußte Muskelkonzentration das Blut in der Gegend des Hauteindruckes sammeln konnte. Der vorher gesetzte Eindruck trat als tiefrotes Mal (Stigma") scharf hervor, die umgebende Haut wurde blut­leer und blaff. Nach mehrmaliger Wiederholung des Eindruckes an der­selben Stelle ließ Muskelkonzentration das Blut durch die Haut nach außen pressen.

Die blutigen Tränen, die der Mann meinen konnte, kommen auf folgende Weise zustande. Kurze Zeit vor der Vorführung mürbe mit einem spitzen Gegenstand ein scharfer Eindruck in das Innere des Augen­winkels gemacht. Der Eindruck verschwand wieder, so daß Untersucher nichts davon sahen. Aber er genügte, um später bei starker Blutansamm- lung im Kopf und besonders in der Augengegend etwas Blut austreten zu lassen. Tränen konnte der Mann mit Leichtigkeit jederzeit erzeugen. Das Blut lief dann in Verbindung mit dem Tränenwasser als wässerige Blutflüssigkeit die Backen hinunter. Die hier angewandten Vorbereitungen erklären in Wirklichkeit sehr wenig von dem Phänomen. Cs bleibt immer noch die Fähigkeit, an einer bestimmten Stelle durch den Willen eine stärkere Blutansammlung hervorzurufen, eine Möglichkeit, die den meisten Menschen jedensalls nicht zur Verfügung steht.

Die Tränen der Filmschauspielerin.

Auch bei der Fähigkeit, willkürlich zu weinen, Tränen zu erzeugen, ist zwischen zwei Arten zu unterscheiden. Man erinnert sich noch an jenen berühmten Prozeß um die Tränen der Asta Nielsen. Es wurde behauptet, jene unaufhaltsam rollenden Tränen seien aus künstlichen Stof­fen hergestellt, ein Hauptbestandteil sei Glyzerin. Asta Nielsen konnte aber Nachweisen, daß es in der Tat echte, ungekünstelte Tränen seien, die sie während der Aufnahme weinte. Diese Tränenerzeugung geht bei ihr wie bei der Mehrzahl der Menschen nicht direkt durch Willens­beeinflussung vor sich, sondern auf dem Umweg über traurige Vorstellun­gen. Sie versetzt sich seelisch in .Sagen, bei denen Weinen eine natürliche Gemütsreaktion darstellt, und das genügt, um die Tränendrüsen zu starker Absonderung anzuregen. Es gibt aber auch Menschen, die unmittelbar durch den Willen die Tränendrüsen anregen können, wie man etwa willentlich eine sonst ruhige Hand vorübergehend zum Zittern bringen kann.

Von indischen Fakiren werden Wunderleistungen berichtet, unb bann wird zur Erklärung vielfach hinzugefügt: bie Leistung fei körperlich gar nicht vollbracht worben, fonbern es habe sich um eine Massensuggestion ber Umstehenben gehanbelt, bie zu sehen glaubten, was ihnen suggeriert worben sei. Eine gleichzeitig aufgenommene Photographie habe von dem angeblich gesehenen Phänomen nichts erkennen lassen.

Wunden durch Hypnose.

Diese Erklärung dürfte doch für mindestens zahlreiche der geschilderten Phänomene nicht zutresfen. So einfach liegen die Dinge nicht. Es gibt eine direkte und eine indirekte Willensbeeinsluffung auf den Körper. Ein Beispiel: Rudolf Schindler, ein Münchner Nervenarzt, hat durch hyp­notische Willensbeeinflussung bei geeigneten Personen Wunden entstehen lassen. Das geschah z. B. bei einer als hysterisch zu bezeichnenden Frau. Schindler unb bie anberen beobachtenben Krankenärzte sicherten sich von Anwenbung irgenbwelcher Hanbgrisse bei ber Entstehung von Blutungen baburch, baß starke Gipsverbänbe an den betreffenden Körperteilen ange­legt wurden (linker Oberschenkel), an denen die Blutung entstehen sollte. Hypnotische Beeinflussung bringt es fertig, daß die Frau an ganz bestimm­ter Stelle und zu ganz bestimmter Zeit eine Blutung oder eine mit Blut gefüllte Blase entstehen läßt. Die blutige Blase entsteht zur festgesetzten Zeit unter den Augen des Arztes innerhalb fünf Minuten. Zur Sicherung war auch hier ein Gipsverband angelegt, in den an ber betreffenden Stelle ein Uhrglas eingegipft war, durch bas man bie Hautstelle beobach­ten konnte. Aehnliche Erscheinungen ließen sich bei anberen Menschen feststellen. Eine mechanische Erklärung für biefe Vorgänge ist nicht zu geben. Schinbler ist aber ber Ansicht, baß in ben beschriebenen Fällen bie Blutungen unb Blasendilbung von ber Vorstellung ber Menschen über»