land erzählte, wurde er ausgelacht. Die heißen Strome und Quellen, das dorr zur Höhe statt in die Tiefe stürzende Wasser die mächtigen Geiser der Wald von steinernen Bäumen, der gläserne Berg, der nichts anderes ist, als «in großer, glänzender Obsidianfelsen inmitten des Parkes, die gewaltigen Gebirgsketten ujw., alles wurde für wildes Phantasiegebilde gehalten.

Heute ist das einst so sagenhafte Waldland der Yellowstone-National- Park ein Naturschutzpark von über 85 000 Quadratkilometern. Mit wilden Schluchten, Schrunden, Riesenwäldern, StrörNen, Seen, steppen­artigen Ebenen, kolossalen Bergen, von denen viele tote Vulkane sind mit riesigen eingefallenen Kratern. Ein Wunderland, dessen Geschichte eine Saga der Erde ist. Was die unsterbliche Phantasie eines Richard Wagner geschaut, ist hier zur Wirklichkeit geworden. Die Montsalvat, Klingsors, Zaubergarten, Fafners Höhle, Ribelheim, der Walkürensels, der Feuerzauber mit derwabernden Lohe", sie olle liegen vor dem Auge in leiblich-nüchterner Vollkommenheit da. Und vereinigten sich auch die edle Plastik eines Phidias, die glühenden Farben eines Tizian, der eherne Griffel eines Shakespeare und die göttliche Inspiration eines Beethoven zu einer ungeheuren Symphonie zum Preise der Majestät dieses einzigen Naturwunders, sie könnten dieser Landschaft trotz ihrer unvergleichlichen Bemeisterung menschlicher Ausdrucksfähigkeit doch nicht Gerechtigkeit widerfahren lassen. Schon das Farbenspiel, das das zehn Meilen lang sich hinziehende Grand Canyon offenbart, wird allgemein als das merkwürdigste und eindrucksvollste aller Landschaften der Erde angesehen. m

Abgesehen vom Hot Springs National Park wurde der Yellowstone- Park als erster seiner Gattung von der Union zum nationalen Natur­schutzpark erklärt:For the benefit ok the people. Und kein Baum darf dort gefällt, kein Quell zerstört, nirgends der Boden umgeackert, kein Haus gebaut werden, außer jenen, die die Regierung für notwendig hält. Und obwohl sämtliche Tiere, darunter Bären und Panther, sich frei im Park herumtummeln, wurde noch nie von einem Angriff auf Menschen berichtet... Die schweren, vierspännigen Gebirgswagen, auf denen es früher in saufender, echt hinterwäldlerisch-verwegener Fahrt durch den Park ging, haben dem Automobil Platz gemacht, der berühmten Yellow Fleet, die aus siebenhundert Personenkraftwagen besteht.

Meister Martin der Küfner und seine Gesellen.

Erzählung von E. T. A. Hoffmann.

(Schluß.)

Wenn er nun zurückkehren mußte zu seinen Dauben und Bänden und daran dachte, daß nur so Rosa zu erwerben, dann war es, als griffen Krallen hinein in sein blutendes Herz und er müsse trostlos vergehen in der Ungeheuern Qual. In Träumen kam oft Reinhold und brachte ihm eltsame Zeichnungen zu künstlicher Bildereiarbeit, in der Rosas Gestalt auf wunderbare Weise, bald als Blume, bald als Engel mit Flügelein verflochten war. Aber es fehlte was daran, und er erschaute, daß Rein­hold in Rosas Gestaltung das Herz vergessen, welches er nun hinzu-- zeichnete. Dann war es, als rührten sich alle Blumen und Blätter des Werks singend und süße Düfte aushauchend, und die edlen Metalle zeigten ihm in funkelndem Spiegel Rosa Bildnis; als strecke er die Arme sehn- üchtig aus nach der Geliebten, als verschwände das Bildnis wie in büftern Nebel, und sie selbst, die holde Rosa, drücke ihn voll seligen Ver­langens an die liebende Brust. Tötender und tötender wurde sein Zustand bei der heillosen Böttcherarbeit, da suchte er Trost und Hilfe bei seinem alten Meister Johannes Holzschuer. Der erlaubte, daß Friedrich in seiner Werkstatt ein Werklein beginnen durfte, das «r erdacht, und wozu er seit langer Zeit den Lohn des Meister Martin erspart hatte, um das dazu nötige Gold anschaffen zu können. So geschah es, daß Friedrich, dessen totenbleiches Gesicht das Vorgeben, wie er von einer zehrenden Krankheit befallen, glaublich machte, beinahe gar nicht in der Werkstatt arbeitete und Monate vergingen, ohne daß er sein Meister­stück, das große zweifudrige Faß, nur im mindesten förderte. Meister Martin setzte ihm hart zu, daß er doch wenigstens so viel, als es seine Kräfte erlauben wollten, arbeiten möge, und Friedrich war freilich gezwungen, wieder einmal an den verhaßten Haublock zu gehen und das Lenkbeil zur Hand zu nehmen. Indem er arbeitete, trat Meister Martin hinzu und betrachtete die bearbeiteten Stäbe. Da wurde «r aber ganz rot im Gesicht und rief:Was ist das?" Friedrich, welche Arbe.tl hat die Stäbe ein Geselle gelenkt, der Meister werden will, oder em ein­fältiger Lehrbursche, der vor drei Tagen in die Werkstatt hmemgerochen? Friedrich, besinne dich, welch ein Teufel ist in dich gefahren und hudelt dich? mein schönes Eichenholz, das Meisterstück! ei du ungeschickter, unbesonnener Bursche." Ueberwältigt von allen Qualen der Holle, die in ihm brannten, konnte Friedrich nicht länger an sich halten; er warf das Lenkdeil weit von sich und rief:Meister! es ist nun alles au5 nein, und wenn es mir das Leben kostet, wenn ich vergehen soll in namenlosem Elend ich kann nicht mehr nicht mehr arbeiten im schnödigen Handwerk, da cs mich hinzieht zu meiner herrlichen Kunst mit unwiderstehlicher Gewalt. Ach, ich liebe Eure Rosa unausspreGich, wie sonst keiner auf Erden es vermag nur um ihretwillen habe ich ja hier die gehässige Arbeit getrieben ich habe sie nun verloren, ich weiß es ich werde auch bald dem Gram um sie erliegen, aber es ist nicht anders, ich kehre zurück zu meiner herrlichen Kunst, zu meinem würdigen alten Meister Johannes Holzschuer, den ich schändlich verlassen. Meister Martins.Augen funkelten wie flammende Kerzen. Kaum der Worte mächtig vor 2&ut, stotterte er:Was auch du? Lug und Trug? mich hintergangen schnödes Handwerk? Kuperei. fort aus meinen Augen, schändlicher Bursche fort mit dir! Unö damit packte Meister Martin den armen Friedrich bei den Schultern und warf ihn zur Werkstatt hinaus. Das Hohngelächter der rohen Gesellen und der Lehrburschen folgte ihm nach. Nur der alte Valentin faltete die Hande, sah gedankenvoll vor sich hin und sprach:Gemerkt hab^ ich wohl, daß der gute Gesell Höheres im Sinn trug als unsre Fässer, yrau Marthe weinte sehr, und ihre Buben schrieen und jammerten um Friedrich, der

Naturschutz Gebiete.

Von Felix Baumann.

Zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege fand vor kubzem in Berlin der neunte Deutsche Raturschutztag statt, mit einer Naturschutz-Ausstellung verbunden. Auch im den Vereinigten Staaten rüstet man sich zur festlichen Begehung der Jubiläen einiger berühmter Naturschutzparks. In diesem Jahre wird die achtzigste Wiederkehr des Tages der Entdeckung des Yosemite-Tals in Kalifornien gefeiert, während im nächsten Jahre der Pionier unter den amerikanischen Naturschutzparks, der Hot Springs National Park in Arkansas, auf sein hundertjähriges und die Krone aller Naturschutzparks, der Yellowstone National Park in Wyorming, auf fein sechzigjahriges Bestehen zurückblicken können. .

In den Vereinigten Staaten gibt es heute dreiundzwanzig Natur­schutzparks, die insgesamt ein Gebiet von 12 430 Ouadratmeilen umfassen. 5n diesen Naturschutzparks kommen 59 Naturschutzdenkmale aller Art, feie unter der Obhut der dem Staatsministerium des Innern angegliederten Kational Park Service foroie dem Ministerium für Landwirtschaft und Lern Kriegsministerium stehen. Dieses sorgt insbesondere für die Erhal­tung der alten historischen Forts, und dem Kriegsminister direkt unter« ssiehen außerdem noch zwölf sogenannteNational Military Parks wie «Chieamanga in Georgia, Chattaneoga in Tennessee, Gettysburg in Pennsylvanien usw. Die 23 Naturschutzparks werden nur vom National [Park Service betreut, wogegen dieNational Forests dieNational- oDÖlbcr", die in keinem Zusammenhang mit den Nationalparks stehen Der Kontrolle und dem Schutze der Forstabteilung des Ministeriums für Landwirtschaft unterworfen find. Selbst vielen Amerikanern ist der Unter« «schied zwischen den Nationalparks und den Nationalwäldern unbekannt. Während es bei den Nationalparks darauf ankommt, das Landschafts- gebilde, die Natur- und geschichtlichen Hauptmerkmale, das Tier- und Pflanzenleben im Naturzustände zu erhalten und jeder militärische und kommerzielle Zweck ausgeschlossen bleibt nur das Fischen ist in den Nationalparks erlaubt darf in den Nationalwäldern gejagt, Holz gefällt, Reisig gesammelt, Grünzeug für das Vieh geholt und die Wasser­kraft der Fälle und Bäche ausgenutzt worden. Auch stehen Ausslüglern die Wälder für Picknicks zur Verfügung.

Der frühere Raubbau hat die amerikanischen Waldbestände arg gelichtet, die sich ursprünglich über achthundert Millionen Acres erstreckt haben nach dem Zensus vom 1. April 1929 beträgt der Gesamtwald- bestand der Vereinigten Staaten (mit Ausnahme Alaskas) 167 064 899 Acres. In Alaska befinden sich heute die beiden größten Nationalwälder: ;ber Tongaß mit 16 545 143 und ber Chugach mit 4 799 670 Acres. Den kleinsten Nationalwald besitzt Arizona in dem Crook Forest mit 1 424 291 Acres, während die achtzehn Nationalwälder in Kalifornien 19 043 520 Acres umfassen, dagegen sich die vier kalifornischen Nationalparks: Yosemite, Squoia, General Grant und Lasson Volcanic nur auf zwei Millionen Acres erstrecken.

Daß die Nationalparks auf die Amerikaner eine große Anziehungs­kraft ausüben, beweist die Besucherzahl, die sich im letzten Jahre (und «die in Frage kommende Saison ist nur kurz) auf zweieinhalb Millionen bcAiffcrtß

Der älteste Nationalpark wurde im Jahre 1882 durch Kongreßbeschluß alsHot Springs Reservation geschaffen, um seine berühmten 46 Heil­quellen, die bereits 1541 von dem spanischen Entdecker de Soto besucht wurden, den monopolisierenden und kommerziellen Gelüsten zu entziehen. Der Park, der nur 928 Acres umfaßt, wurde im Jahre 1921 durch Kcngreßbe'schluß inHot Springs National Park umgetauft. Der Park­verwaltung untersteht nur der Badebetrieb, während die 16 000 Ein­wohner zählende Stadt Hot Springs selbst, die man als dasamerikanische Aachen" bezeichnen kann, ihre eigene Verwaltung besitzt.

Das Vosemite-Tal hat seine Entdeckung vor achtzig Jahren einem Zufall zu verdanken. Längs der Flüsse San Joaguin, Merced und Fresno lebende Ansiedler, die im Sommer 1850 von herumstreifenden Indianern überfallen und ausgeplündert wurden, waren auf die Vermutung gekommen, daß die Rothäute in jener Gegend einen unzugänglichen und noch unbekannten Schlupfwinkel haben müßten. Im Mai 1^51 beschloß der amerikanische Hauptmann Boling, der Sache auf den Grund zu gehen. Unter Führung des Indianerhäuptlings Tenaya drang er in Die Gegend ein und entdeckte zur größten Bestürzung der feindlichen Wilden ihre Hochburg das Yofemite-Tal, diesen prachtvollen Erdenwmkel, der heute ein Mekka der internationalen Touristenwelt bildet. Das Tal wurde nach einem Häuptling des Mirokstammes benannt und Yosemite ist aus einer Verballhornisierung des WortesUzumaiti (Großer grauer Bar) entstanden. , . ..

Im Jahre 1852 wurde eine zweite Expedition unternommen, aber Die Schilderungen über die märchenhaften schönen Landschaftsbilder sanden nirgends Glauben. Auch dem San Franziskoer Zeitungsbesitzer I. M. Hutchins, der im Interesse seines Blattes da- Aosenute-Tal besuchte, trat man skeptisch gegenüber. Und erst seinem 1862 veröffentlichten Buche Scenes of Wonders and Curiosity in California blieb Vorbehalten den Leuten die Augen zu öffnen. 1864 waren schon 240, 1865: 360 und 1866: 620 Besucher zu verzeichnen. Das erste Haus in Dosemite-Ta ent­stand 1856 am Fuße des Sentinel Peak unb als erster weißer Ansiedler wird ein gewisser James E. L a m o n genannt Im Jahre 1866 übernahm der Württemberger Fred Leidig das Blockhaus und. nann e es Sentinel Hotel Schon am 30. Juni 1864 war das Yosernite-Tal laut Kongreßbeschluß für einen öffentlichen Vergnugungsplatz erklärt worden -to be inalienable for all time (ein für alle Mal ein unoeraußer- liches Gebiet). Arn 1. Oktober 1890 stempelte der Pr°sldent der Vereinigten Staaten, Harrison, das Tal zum Nationalpark dessen Grenzen 1905 und 1906 bedeutend erweitert wurden. Da das Bosemite-Tal seinerzeit von der Bundesregierung dem Staate Kalifornien öusiriproch gab Kalifornien am 3. April 1905 das Gebiet an 9Bfa,fimgton iuirutf-

Wie dem Yosemite-Tal erging es dem Yellowston^Park Ms sein Entdecker, Jim Bridger, von dem geheimnisvollen Wald- «nd Berg-