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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang 1930
Montag, den 28. Juli
Nummer 58
Aber wir lassen es andere machen.
Von Theodor Fontane.
Ein Chinese (’s sind schon an zweihundert Jahr) In Frankreich auf einem Hofball war.
Und die einen frugen ihn: ob er das kenne?
Und die anderen frugen ihn: wie man es nenne? „Wir nennen es tanzen, sprach er mit Lachen, Aber wir lassen es andere machen"
Und dieses Wort, seit langer Frist, Mir immer in Erinnerung ist. Ich seh das Rennen, ich seh das Jagen, Und wenn mich die Menschen umdrängen und fragen: „Was, tust du nicht mit? Warum stehst du beifeit?" So sag ich: „Alles hat seine Zeit.
Auch die Jagd nach dem Glück. All derlei Sachen, Ich lasse sie längst durch andere machen."
Theodor Fontane.
Von Richard M. Meyer*.
Theodor Fontane ist der klassische „Berliner" der deutschen Literatur, wenn er auch in Reu-Ruppin in der Mark geboren und erst dreizehn Jahre alt nach der Hauptstadt gekommen ist, wenn er auch von väterlicher und mütterlicher Seite von Hugenotten abstammt. Er ist der klassische Berliner, wie Raimund der klassische Wiener ist; er und nicht der enge dürftige Nicolai.
Fontane besitzt die wunderbare Ironie des Berliners — eine Ironie, die, so paradox sie klingt, naiv ist; denn sie ist nichts als der unwillkürliche Zweifel an der daneben ebenso naiv auftretenden „Uederheblich- teit", wie Fontane oft und gern sagt. Sicher liegt dem Berliner ein gewisses Uederlegenheitsgesühl nahe. Er gehört einer Stadt an, die im Kamps gegen lauter Antipathien groß geworden ist — Antipathien der Regierung und des Junkertums, der Dichter und der konkurrierenden Großstädte, fast möchte man sagen Antipathien auch der Natur, die die Spreeftabt so karg bedachte. In diesem stetem Kampf hat Berlin gesiegt, und das liegt noch heute jedem Berliner in den Knochen. Auch Fontane, der seinen Freund Lepel zum Organ der eigenen Selbsterkenntnis macht: „Ja, Fontan, du orakelst da mal wieder los. Das macht, du hast einen merkwürdig naiven Glauben an dich selbst und denkst immer, bu weiht so ziemlich alles am besten. Aber ich kann dir sagen, hinter bem Berge wohnen auch noch Leute." Dies stille Gefühl der Superiorität hat der Berliner aber eben erst im Kampfe erworben, und deshalb kennt er im Grunde auch ganz genau seine Grenzen. Niemand kann bas schlagender ausdrücken als wieder Fontane selbst: „Von meiner Unausreichendheit, meinem Nichtwissen, tief durchdrungen, sah ich doch deutlich — kaum zu glauben! — daß das Nichtwissen der anderen womöglich noch größer war als das meinige. So war ich bescheiden und unbescheiden zugleich." Das ist der Berliner, wie er im Buche steht! Er kennt seine Schwächen recht gut; aber er nimmt, da er.mit ihnen doch gesiegt hat, in aller Naivität als ausgemacht an, daß er unter den Blinden noch immer der Einäugige fei. Und hierin liegt der eigenartige Sonbergefchmack der Ironie Fontanes. Fontane ist aber nicht nur der rechte Berliner — er ist der erste eigentliche Großstädter in unserer Literatur, wiederum, obwohl er aus Neu-Ruppin stammt. Schwache Ansätze dazu sanden wir bei Gutzkow, bei Wikibald Alexis; aber Fontane hätte sich nie, wie Alexis, in einer thüringischen Kleinstadt eingraben können. Er hatte einmal den Plan, nach Schmiedeberg üderzusiedeln; «ber er gab ihn bald auf. Für ihn war wie für Hebbel die große Stadt Lebensbedürfnis. Aber Hebbel brauchte Wien nur um der geistigen Aristokratie willen; Fontane brauchte die ganze Großstadt. Und es ist <mch ganz in der Ordnung, daß die Werke Fontanes die erste volle Blüte ber im „Reich" noch so jungen Großstadtkultur ist.
Denn über jener oft unerfreulichen Ironie des Großstädters darf wcm doch das Gute nicht Übersehen. Durch angeborene Extragescheitheit w dieser freilich feine Stadt nicht groß gemacht; aber durch unablässige Arbeit. Fontane sagt sich auch als „bestes Erbstück von der Mutter her — die Berlinerin war — „einen Hang nach Arbeit und solider Pflicht- «süllung" nach. Wir dürfen es den Großstädtern, dürfen es insbesondere den Berlinern nachiagen daß sie ihn besitzen. Auf dem Land, in kleineren Stabten geht in läßlicheren Verhältnissen die Straffheit leicht verloren, öeren der Vorwärtsmarsch nun einmal nicht entraten kann. Die Groh- Mntane hat allezeit für die Maschierenden alle Sympathie gehabt. Cr Habt aber ist eine Armee; jeder marschiert in Reih und Glied, so eng 1R * Aus: Sie deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts (Verlag Georg Jjonbl. Berlin). 4. Ausl. 1910.
eingezwängt, so genau an die Haltung der Nachbarn gebunden, daß es nur zweierlei gibt: tüchtig mitmarfdjieren — ober marode Zurückbleiben, liebt die Armee, wie er die Großstadt liebt: als Waffe der vaterländischen Entwicklung, als Symbol der Disziplin, bei allem „inwendigen Räsonnieren"; und hierin berührt er sich mit Gottfried Keller, weil beide Patrioten sind vom Scheitel bis zur Sohle. Nur ward ober bei Fontane diese Empfindung durch die Zeitverhältnisse noch gesteigert. Wiederholt hat er betont, wie unsolid die „gute alte Zeit" war, in der er aufwuchs. Er mag hier zu sehr verallgemeinern; uns geht hier nur an, was er in feiner Umgebung beobachtete: „Ich war unter Verhältnissen großgezogen, in denen überhaupt nie was stimmte. Sonderbare Geschäftsführungen und dementsprechende Geldverhältnisse waren an der Tagesordnung. In der Stadt, in der ich meine Knabenjahre verbracht habe — Swine- münde —, trank man fleißig Rotwein und fiel aus einem Bankerott in den anderen, und in unserem eigenen Hause, wiewohl uns Katastrophen erspart blieben, wurde die Sache gemütlich mitgemacht, und mein Vater, um seinen eigenen Lieblingsausdruck zu gebrauchen, kam aus der „Bredouille" nicht heraus. Trotz alles jetzt herrschenden Schwindels möchte ich doch sagen dürfen: die Lebensweise des mittelguten Durchschnittsmenschen ist seitdem um ein gut Teil solider geworden."
Man sieht: Seldwyla lag nicht nur in der Schweiz; und für Fontane wie für Keller ward aus eigenen Erfahrungen heraus — denn, wie Fontane sagt, man braucht nicht alles an sich selbst, man kann auch an anderen erleben — die Schilderung zweifelhafter Charaktere ein Lieb- lingsmotiö. Seine Lieblingsfiguren sind, wenn man so sagen darf, nach inwendig gewandte Seldwyler. Schach von Wuthenow renommiert nicht mit Uhrgehängen und elegantem Zollstab, aber er täuscht sich und anderen den Glanz einer falschen „Kavaliersehre" vor; Gorden (in „Cecilie") hält nicht, was er sich selbst versprach, was andere von ihm erwarten durften; Frau Jenny Treidel prunkt sich und anderen eine Sentimentalität und Vorurteilslosigkeit vor, die bei der ersten Probe brüchig werden. Ueberall Selbstbetrug über den inneren Wert, wie bei Keller über die äußere Brauchbarkeit; überall am Schluß an Bankerott. Wogegen die anspruchslose Bravheit der absolut nicht „blendenden" alten Tanten, die zu Fontanes Lieblingen gehören (in „L'Adultera", „Schach von Wuthenow", „Unwiederbringlich"; in etwas anderer Nuancierung schon in „Vor dem Sturm"), aushält. Ader Fontane ist trotz dieser gesunden und, wenn man wünscht, philiströsen Moral keineswegs ein Verächter seiner „Blender"; im Gegenteil, er liebt sie. Graf Holk (in „Unwiederbringlich") ist ihm sicherlich ans Herz gewachsen, und an Frau Jenny Treidel hat er mindestens so viel Spaß wie Keller an dem „Schmied seines Glückes". Denn bei aller durch frühreife Beobachtungskraft fast in der Kindheit erworbenen festen Moral ist Fontane doch zugleich ein Enthusiast für die liebenswürdige Täuschung berückender äußerer Formen; Demokrat in der Weltanschauung, ist er ästhetischer Aristokrat, wie Ferdinand Lassalle, wie Henrik Ibsen. Der Sohn der strengen, tüchtigen, aber herben Mutter, ist er zugleich der Sohn des haltlosen, auf den Schein angelegten, aber entzückend liebenswürdigen Vaters. Die Eltern lebten nicht glücklich miteinander. Wohl waren beide von französischer Abstammung — und es ist merkwürdig, wie stark in dieser Zeit die fremde Beimischung in unserer Literatur hervortritt: neben Fontane haben Luise v. Francois, Otto Roguette, Emanuel Geibel französisches Blut in den Adern, Sollet böhmisches, Theodor Storm polnisches. Aber der Baier war mit starkem Atavismus ganz und gar der lebhafte, moralisch wenig bedenkliche Südfranzose der „guten alten Zeit", die Mutter war durch die preußische Schule gegangen. In dem Buch „Meine Kinderjahre" (1893), einer unserer köstlichsten Autobiographien, hat Fontane beide geschildert mit einer tapferen Ehrlichkeit, bei der auch die Liebe nicht zu kurz kommt, aus der man aber doch ersieht, wie früh er (gleich dem jungen Goethe) die Eltern vergleichen und abwägen lernte. Sein Urteil entscheidend überwiegend für die Mutter, die gegen den Leichtsinn des Vaters für „Reputierlichkeit" und Wohl des Hauses einstand; fein Herz ist doch mehr bei dem Vater, den er mit wunderbarer Greifbarkeit hinstellt. Denn bei all seinen Mängeln hatte dieser eins, was der strengen Mutter fehlte: überströmende Herzensgüte.
lind damit kommen wir zu einer weiteren Eigenschaft unseres Großstädters Was hatte dem Berliner in seinem harten, Jahrhunderte dauerndem Kamps alle Tüchtigkeit geholfen, wenn in diesem von der Natur so wenig begünstigten Lande ihm auch noch die innere Sonne gefehlt hätte? Die Ironie und auch der Zwang des Kampfes machten sie oft unsichtbar; gefehlt hat sie nie. Es ist kein Zufall, daß die großen katholischen Prediger der Wohltätigkeit wie Fran von Assisi, Filippo Nero, Franz von Soles, gerade von größeren Städten, Florenz, Rom, Paris, ausgegangen sind. Eine bestimmte Höhe der Herzensgüte wird von den Versuchungen und Erfahrungen der großen Stadt sicherer geprüft und gereift, als von den Plätzen, an denen die Not und die Sünde nicht so grell hervortretmr. Hier lernt man im Bewußtsein der allgemeinen menschlichen Schwache nicht bloß verzeihen, sondern auch lieben. Hier hat es Theodor Fontane


