Ausgabe 
26.9.1930
 
Einzelbild herunterladen

fingen:

Steige» r, oer= euchen ielodie le und ft des

nz im

Stampft, Freundinnen!

Denn wir blicken abwärts, blicken nieder auf den flehenden, den flehenden neuen Reis!"

Am Abend des Crnteopfers ziehen die Mädchen mit körnergefüllten Bambusrohren heim, stampfen sie taktmäßig auf den Mutterboden und

ickt, ist «gesicht h voll- ritiven

m un- len zu da er n und )t, zur rlichen irdern. Schal- chölzer, iürbis- en der en den Lestat­

en die elodien urvolk- rt der gierten dann ,en e" mlichen i alles Men- rn der er und : hoch- wahr-

Völker Natur- tg des Denn es ein- ndlung nd des nfaches macher en und lligkeit Wind ch an- mzung n aller briges. f o im oft zu, Jriefter

an die inferer ampete Schall inecken ild ge- Zulu- Wenn schreit: nicht!" weiter ngloife >chil- ;en zu er die wohin

>ie bei musi- sernte ikaner Stäbe . Stuf zau- mpfen haben m die t den n den Ernte lagen.

Selbst das Abschleppen der Ernte geschieht musikalisch: die Reisbündel werden an einem langen, seilbespannten Bambusrohr von zwei Männern getragen; dabei laßt man sie so schaukeln, daß sie mit klagendem Ge­räusch an den Bambus scheuern. Zum Schälen der frischen Ernte hat man liegende, oft mehrere Meter lange Holzblöcke mit Vertiefungen; in diese schütten ine Frauen den Reis und enthülsen ihn durch gemeinschaft- Iches Stampfes mit Holzstocken. Da die Höhlungen verschieden tief und die Stocke verschieden groß sind, so ergeben sich Geräusche abweichender Farbe, deren herrschende Teiltone eine Art Melodie im Durcheinander von Hoch und Tief, Hell und Dunkel innerhalb der oft recht verwickelten Rhisthmen und Gegenrhpthmen vortäuschen. Bon 'allen Beobachtern wird der Reiz dieses Klanggewebes gepriesen:Ting tung tutunanulan gondang , besingt es schallnachahmend ein einheimischer Dichter Dam erklingen uralte Gesänge im Takt der Stampfer " d

>2%ben m"ben der Musik selbst in den Hochkulturen nidjt entzogen Der Kulturmensch vergeistigt sie aber, indem er die Magie (einem großartigen Weltgebaude einfügt. u

Unter falscher Flagge. Erfinder", die keine waren.

Von Graf Carl v. Klinckowstroe m.

m (*i*f^rnforrn5sC vergessen, wie mich einst im Gymnasium mein (M(Wtsprofffor, der von meinen Kenntnissen nicht eben viel hielt jcrad,tl.cf) fragte ob j* Leibniz für einen Keksfabrikanten hielte. Ich habe den Herrn Professor keiner Antwort gewürdigt. Leibniz ist an den ieibmzkeks ebenso unschuldig wie Bismarck an den nach ihm benannten beringen. Cs springt in die Augen, daß der Zusammenhang zwischen Gegenstand und Namengebung hier eine ganz andere Bedeutung hat als etwa bet der Sacher-Torte, bei den Hoffmannstropfen oder beim Papmschen Dampftopf.

Oft aber finden wir wirkliche Urheberbezeichnungen, die mit einer Erfindung oder einem Projekt unlöslich verknüpft erscheinen und den- f>uf emem Irrtum beruhen. Dazu gehört zum Beispiel das bekannte physikalische Spielzeug, das man allgemein alsCartesianischen Taucher" oder ..Cartes,anisches Teufelchen" bezeichnet. Dieses hat nämlich mit dem Philosophen Eartesius (Descartes; gestorben 1650) nicht das min- deste zu tun Dieser kleine Apparat besteht aus einem mit Wasser gefüllten (fegefafj, das oben mit einer elastischen Membran abgeschlossen ist Md m welchem als Teufelchen gestaltete kleine Figuren aus hohlem i die eine feine Deffnung haben, schwimmen. Durch Fingerdruck auf die abschließende Membran kann man die Figürchen nach Belieben au,- und abfteigen lassen. Die Erklärung ist die, daß durch den Druck des Ringers die Luft im oberen Teil des Gefäßes ein wenig zusammen- Scpre&t mirö. Der Druck pflanzt sich durch das Wasser fort und treibt cltMs Wasser in die hohlen Glaskörper, wodurch diese schwerer werden >md sinken. Dieses Experiment wurde zuerst um 1645 im Schoße der Eademia de Lyncei zu Florenz angestellt, und zwar in feiner urspriing- I ld,enrS.efta^,al^ Thermoskop in offener Glasflafche mit engem Hals, m roeldjem Glashohlkugelchen mit kurzem Röhrenstück schwammen. Atha- uasius Kircher und R. Magiotti, die zu den hervorragendsten I Physikern des damaligen Italien zählten, untersuchten die sich dabei I °dsp,elenden Vorgänge und gaben bereits 1648 die richtige Erklärung p°s Experiment wurde damals und noch bis ins 18. Jahrhundert hinein k rper.."?enf2m Ftorentinum" bezeichnet. Wer zuerst die Bezeichnung ^attefianlscher Taucher" prägte, und warum dies geschah, bleibt unauf- I Wart. Diese Benennung taucht erstmalig und vereinzelt um 1710 auf, »ärgerte sich aber erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein (JU kn ersten elektrischen Apparaten, die der Mittelschüler feinten»

Sefiort die bekannte Leidener Flasche. Was hat sie mit Leiden zu » 'l* e,nc Erfindung des Camminer Domherrn und Hofgerichts- I ®roa[b Bürgen von Kleist (1745), der sich eifrig mit elek- MHYen Experimenten beschäftigte. Kleist korrespondierte über seine Ent- «ung sogleich mit deutschen Physikern in Berlin, Halle und Danzig, mo im Januar 1746 wurde, wie wir wissen, der Versuch zuerst in Lei- I ~ mie- ob durch Kleist selbst oder durch einen der deutschen iZ'k mrf)t bekannt. Der holländische Physiker M u s s che n b r o e k Miev 1746 darüber an Reaumur, und von diesem erhielt der damals I " -ich maßgebende Physiker Abbe Rollet davon Kenntnis. I 1,77* veröffentlichte d,e Beobachtungen mit der elektrischen Verstärkungs- I

K3U*a*??men mit anderen elektrischen Versuchen und gab dem Äp- I khJx RumenLeidener Flasche", weil er der Meinung war, man | unh b,c Entdeckung zuerst gemacht. So führte sich dieser Name ein, I be,n Slaby schon 1897 als den Vater der drahtlosen Tele- si ,^otte das Nachsehen. Es wäre daher richtiger, von I

'.Kleistschen Flasche" zu sprechen.

der Erfindung, an die sich der Name eines Mannes knüpft, !

latern1^, tlrheber ist, ist das sog Cardan-Gehänge, d. h. die Ring- I Uni issä^'^ovynms Cardanus ist zu dieser Ehre gelangt, weil er I einem Ringgehänge gelagerten Tragsessel Kaiser !

;Lnnbeschreibt, der noch im Museum zu Madrid vorhanden ist. Das I teÄiM9* mar schon der Antike bekannt: Philon von Byzanz! 'N iühif*5 Uw vor Christus alsAufhängung eines Tintenfasses I knbeÄ.?trt; Wilars skizzierte um 1245 einenWärmeapfel", Um Fiz, ^k'ikuchen in den damals ungeheizten Kirchen am Altar benutzten, I laoerunn *5 ')onde zu wärmen. In diesenAepfeln" schwebte in Ring- j «ijo smx6 Ekeme Pfanne mit glühenden Holzkohlen. Man konnte | -warmekugel drehen wie man wollte, die Kohlenpfanne blieb 1

\!n "^gerechter Sage Einen Kompaß im fR^e^ngc finden wir unter ben zahlreichen Zeichnungen, die uns Leonardo da Vinci hinterlassen hat (um 1500). 1" c 1

°r ^nd hundert Jahren erregte das Drummondsche Kalklicht großes Aufsehen das insbesondere für Zwecke der Bildprojektion eine bis dahin I ^rveichk starke Lichtguelle bot. Auch diese Erfindung segelt unter fal- | wer flagge, denn Thomas Drummond gilt zu Unrecht als Erfinder I @5rf ^ulklichts (1825). Die Beobachtung des intensiven Leuchtens von Kalk und anderen Mineralien im Knallgasgebläse ist schon lange vor Drummond gemacht worden, wenn auch unter anderen Gesichtspunkten Leuckstwlrkung, so von Robert Hare (1802), H. Davy I e 3 e 11 u s (1820) und B. Billiman n (1823). 1823 ver-

I c^icbe b«r englische Arzt Goldsworthy (Burnet, eine Schrift in welcher er auf die Bedeutung des Kalklichts als Lichtguelle für ver- I schiede ne Zwecke hmwies. Ein Jahr später hat George Birckbeck erst­malig das Kalklicht im Projektionsapparat verwendet. Drummond kommt rft/lr ^'tter in Frage: ihm gebührt nicht die Ehre dieser Erfindung.

Schließlich erweist sich auch die berühmte Geschichte von dem Ei des Columbus als eine Anekdote, die wahrscheinlich mit dem Nachentdecker Amerikas nichts zu tun hat. «ie geht offenbar zurück auf die volks­tümliche spanische RedensartHänschens Ei". In Caldera ns Lust­spielLa dama duende" (Die Dame Kobold"), 1629 aufgeführt, heißt es:

I.. das andere (Geheimnis)

Kennst du doch, mit Hänschens Ei?

Womit viele hocherhabene Geister sich umsonst bemühten, Um auf einen Tisch von Jaspis Solches aufrecht hinzustellen: Aber Hänschen kam und gab ihm Einen Knicks nur, und es stand."

I - ®ie RedensartHänschens Ci" übertrug Vafari in feinen 1555 erschienenen Kunstlerbiographien 1550 auf den Baumeister Filippo | Vrunelles ch, (gestorben 1444). Als dieser gelegentlich einer Ver­sammlung von Architekten aus allen Ländern, die 1421 nach Florenz berufen worden waren, um zu beraten, wie man den unvollendeten Bau i;L >nl£S Sam,a Mar>a del fiore mit einer Kuppel abschließcn könne, feinen kühnen Plan entwickelte, wurde er bitter verhöhnt. Zornig nahm er erst dann wieder an den Beratungen teil, nachdem eine ehrenvolle mnf;a,-Un?-un ,f)n "gangen war.Die anderen Baumeister", erzählt nnh Mn"m?^nr(9ern9eJe^P/ b"6 er seine Meinung eingehend bargelegt unb fein Modell gezeigt hatte. Das wollte er nicht. Aber er machte den fff m?fr«*iS al-,<lbl9e£'1 'JJ!e|fUrtl b6n Vorschlag, daß derjenige, welcher ein 7* ""stecht fest auf eine JDlormorplatte stellen könne, die Kuppel bauen L .Ue- ba s'ch hierin sein Talent zeigen würde." Alle versuchten nun, das --""stecht hinzustellen, aber keinem gelang es, bis man Brunelleschi nufforherte, es selbst zu tun. Dieser stieß es mit dem schmalen Ende auf , Mstmorplatte und brachte es so zum Stehen. Als die Künstler riefen , o hatten sie es auch fertigbringen können, antwortete ihnen Brunelleschi lachend, sie wurden es auch verstanden haben, die Kuppel zu wölben

I wenn er ihnen fein Modell oder eine Zeichnung gezeigt hätte.

Das Beispiel vom Ei paßt auf Brunelleschi sehr gut, da die von ihm vollendete Kuppel in der Tat die Form eines an der Spitze eingedrückten 7.*" zeigt. BeNzoNi übertrug 1565 die Erzählung in feinerGe­schichte der neuen Welt auf Christoph Columbus, räumt aber ein, baff er sie nur vom Hörensagen kenne. Danach soll Columbus bas Ei 1493 nad, feiner ersten Reise auf einem ihm zu Ehren gegebenen Gast­mahl bes Karbinals Mendoza so hingestellt haben.

Dunkle Blätier.

Aus dem Taschenbuch eines deutschen Ingenieurs.

Von Max E y t h.

(Fortsetzung.)

, Du erwartete mich ein nicht geringer Schrecken. Das Pferd stand mit faft auf die Erde gesenktem Kopf stockstill, die Vorderbeine in wunderlich unnatürlicher Stellung auseinander gespreizt, die Hinterbeine nach vorn gesetzt, wie wenn es sich setzen wollte. Aber es rührte sich nicht. Ich sprang auf das Tier zu, packte die Zügel und versuchte seinen Kopf aufzurichten. Es rührte sich nicht! Seine Augen waren geschlossen Es öffnete sie, als ich es zärtlich auf den Hals klopfte, sah mich vorwurfsvoll an und schloß sie wieder.Ich muß ihn um jeden Preis an den Trog bringen; er braucht Wasser," dachte ich und zog nach Kräften am Zügel. Aber es half nichts. Dogan stand still, wie wenn er aus Holz geschnitzt wäre. Wenn er stürbe?! Er sah aus, als ob er nicht weit dazu hätte.

Ich eilte nach dem Brunnen, schöpfte meinen englischen Korkhelm voll Wasser und hielt ihm den Trunk unter die Nase. Er pustete ein wenig öffnete die Augen nochmals, schüttelte den Kopf unb trank nicht.

Wieber versuchte ich, völlig ratlos, am Zügel zu ziehen. Es schien mir wenn ich nur eine Bewegung in bas rätselhafte Wesen bringen könnte, wäre schon etwas gewonnen. Aber alles war vergebens. Es war, als ob feine Hufe auf bem Boben festgenagelt wären.

Sollte ich in bas Dorf gehen unb Hilfe holen? Das einzige Gäßchen, foeit ich es sehen konnte, war leer, bie Hütten ausgestorben. Alles war auf bem Felbe. Nur ein Trüpplein nackter Kinder stand in vorsichtiger Entfernung, jeden Augenblick bereit, die Flucht zu ergreifen. Unb dann hätte mich auch kein Mensch verstanden.

Es blieb mir nichts übrig, als zu warten. Ich setzte mich neben das Pferd auf den Boden. Achmed und der Sais mußten nach einiger Zeit nachkommen. Eine bange Stunde schlich dahin. Der einzige Trost, den sie brachte, war, daß der Schatten der Sykomore uns näher gekrochen tarn und endlich auch El Dogan bedeckte. Aber keine Worte, kein Streicheln kein fünftes, ausmunterndes Klatschen machte den geringsten Eindruck' Er rührte sich nicht. Ich fing an, froh zu fein, daß er wenigstens nicht umgefallen war.