Ausgabe 
25.8.1930
 
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lich er ihr durch Mollien Vorwürfe wachen, oder prägte ihm ein:II ne fallait pas la faire pleurer."

Als er hörte, daß siestark wurde wie eine normannische Sauers« {rau", machte er ihr Vorhaltungen. Heißt das, eine Frau vergessen?

Seine zweite Ehe war von kurzer Dauer, und nach Ciba ist ihm Marie-Luise jedenfalls auch nicht gefolgt. Sie tröstete sich mit ihrem Lieb­haber, dem sie einen Sohn schenkte. In ihrem Leben hat ein Napoleon keine größere Rolle gespielt als irgendein anderer Mann. Sie nahm nur Josephines Platz ein. Aber Napoleon hat Josephine nie vergessen.

In Schloß Malmaison zwischen den vielen Rosen unter alten Bäumen lebt ihr leuchtendes Bild. Marie-Luise war eine Kaisertochter, eine Frau, die ihm einen Erben schenkte; das andere, was Napoleon später noch mit Frauen erlebte, waren Liaisons. Aber eine Josephine war es nicht mehr.

Carcassonne.

Bon Hilaire Belloc.

Carcassonne unterscheidet sich von anderen monumentalen Städten hierin: daß es sich die Baugestalt vieler Jahrhunderte genau erhalten hat bis zu einem gewissen Zeitpunkt, und von diesem Zeitpunkt ab geronnen" ist und sich nicht weiter veränderte. Längs seinen Mauern wandernd, steht und spürt man all die Generationen, von jener Krise des fünften Jahrhunderts an, als man an der römischen Staatsgewalt endgültig verzweifelte, und jede Gruppe des Westreiches bloß noch auf eigenen Schutz bedacht war, bis hinauf zu jener letzten Vollendung des dreizehnten Jahrhunderts, als die mittelalterliche Zivilisation ihre volle Blüte erreicht hatte und nun reif war für den Verfall, welcher auf den Tod des heiligen Ludwig und das Verwehen des deutschen Traumes vom Reich folgte.

Keine andere Stadt vermag eine so lebenstreue und wohlerhaltene Versteinerung von jenen siebenhundert Jahren zu bieten, in welche sich die Auflösung der Antike schmelzend ergoß, und aus welchen sich dann die hochdisferenzierte Mannigfaltigkeit unseres modernen Europa heraus- kristallifiert hat.

An zauberhaftem Reiz urältesten Alters sind manche englischen Orte reicher: Winchester und Canterbury mögen unter Hunderten genannt sein. Für die Uebereinandertürmung von Epoche auf Epoche menschlicher Geschichte bieten Arles und Rom weit erstaunlichere Bei­spiele. An historischer Kontinuität wird es von den meisten Städten Europas übertroffen beginnend mit Paris, wo Rechtsprechung, Gottesdienst und Markt nun schon sechzehn Jahrhunderte dieselben Stätten bewahrt haben, bis auf London, dessen City zumindest sich die alten römischen Grenzen nach drei Seiten hin erhalten hat. Aber keine Stadt kann so wie Carcassonne diesen überwältigenden Eindruck von Ueberteben und Auferstehung geben.

Die Lage, die ganze Attitüde von Carcassonne verstärkt diesen Ein­druck. Hoch über dem Fluß, doch etwas zurückstehend von dessen Niede­rung, erhebt sich gerade gen Morgen (wenn man von Toulouse her durch die Frühe näherkommt) ein langer, steiler und isolierter Felsen, dessen ganzer Rücken, vom jähen Nordabhang bis zu dem im Süden, verzweifacht ist in seiner Höhe durch etwas, das eine einzige Riesen­mauer fcheint und mehr als zwanzig Türme. In der Tat, gerade zu solcher frühen Morgenzeit, und am besten im Winter, wenn der Frost jeden Umriß ausmeißelt, sollte Carcassonne gezeichnet werden. Man sieht es dann als glattgewobenes Band von dunklem Blaugrau, ausgezackt, zinnengekrönt und emporgetürmt, mit dem metallischen Schein der Däm­merung dahinter.

So diese Stadt gesehen zu haben, macht ein Schreiben darüber, ja selbst deren Malen, schwer; man wünschte vielmehr sie aus Email auf einem Grunde von Bronze auszuarbeiten. Dieser Felsen, gänzlich bedeckt von den Bauwerken der Stadt, steht mit dem Blick auf die Pyrenäen gerichtet und behauptet das einzige ebene Tal zwischen dem Mittelmeer und der Garonne. Und wenn man selbst nichts darüber gelesen hätte, würde man dennoch verstehen, warum es alle die Legenden über die Rückkehr der Heere von Spanien erfüllt, warum das Erinnern an Car­cassonne Victor Hugo keine Ruhe ließ, und warum es so tief ver­woben ist in die Geschichte von Karl dem Großen.

Doch es gibt noch einen anderen, besseren Grund für die Eigentümlich­keit Carcassonnes, und zwar ist das jener Gewaltakt ohne Gegenstück in der gesamten christlichen Geschichte durch den der heilige Ludwig etwas, das bis dahin eine lebendige Stadt gewesen, nun plötzlich in eine bloße Festung verwandelte. Jeder einzelne Einwohner von Carcassonne wurde hinausgesetzt, und dabei nicht etwa in Vorstädte, sondern gerade­wegs, eine Meile und mehr über den Fluß, auf die Stelle jener ent­zückenden Stadt, welche das heutige Carcasfonne der Landkarten und Eisenbahnen ist, jener Ort, wo uns das siebzehnte Jahrhundert mit seinen graziösen Ornamenten begrüßt, und wo, nach meiner bestimmten Kennt- nis, sich das beste Wirtshaus südlich des 45. Breitengrades befindet, b- Louis wandelte den Felsen in eine bloße Festung um, verstärkt sie, baute neue Türme und umgürtete diese mit jenem unübertrefflichen Kauerwerk des Hoch-Mittelalters, welches man jetzt noch in Aigues- Kortes und in Carnarvon bewundern kann.

Dieser politische Akt der Fortschaffung einer ganzen Stadt mag noch vielen anderen Orten vollzogen worden fein; er wird ganz sicher von vielen berichtet: doch kann ich mich keines erinnern, wo, wie in Car- 11 f üne' Wirkung auch bestehen geblieben ist. Dazu haben manche Machen beigetragen, vor allem aber die, daß die neue Stadt aus den uegeln eines schmalen Plateaus gerade in jenem Augenblick in die offene Übersiedelte, als alle anderen Städte Westeuropas wuchsen und ihre Wanfen brachen, gerade, nachdem die Hauptstädte in Nordwest-Europa to Verfassungen erhalten hatten, und Paris (die typische Munizipalität

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Mathilde Möhring.

Roman von Theodor Fontane.

(Fortsetzung.)

Hugo schrieb Briefe nach Haus. Auch ein paar Zeilen an Rybinsk!, um ihn wissen zu lassen, daß alles gut ab gelaufen fei.

Als er gegen sieben wieder hinüberging, fand er ein kleines Souper vor, daß Thilde samt einer Flasche Rüdesheimer (mit einer aufgeklebten Rheinlandschaft als Beweis der Echtheit) aus einem benachbarten großen Restaurant herübergeholt hatte. Das Aufmerksame, das darin lag, und beinah mehr noch der gute Geschmack, mit dem alles arrangiert worden war, blieben nicht ohne Wirkung auf Hugo, der sich plötzlich von dem Gefühl ergriffen sah, doch vielleicht in seinem dunklen Drang das Rechte getroffen zu haben. Gewiß, es waren einfache Menschen und etwas unter seinem Stand, aber doch gut und ordentlich zuverlässig. Und alles andere war ja nur Schein und Plattiertheit. Und er reichte über den Tisch hin Thilden die Hand, womit er sagen wollte: Wir verstehen unsl

Dann ließ er sich's schmecken, und als er den wiederholten Wider­stand der alten Möhring, die jedesmal die Hand über das Glas hielt, endlich besiegt und auch ihr von dem goldklaren Wein eingeschenkt hatte, verstieg er sich bis zu einem launigen Toast, darin er die gute Möh­ring mit dem guten Examinator verglich und die beiden im Verein leben ließ. Nach Tisch brachte Thilde den Kaffee, der zu Ehren des Tages von einer Extrastärke war.

Höre, Thilde, der geht aber ins Blut. Ich kriege dann immer solch Jucken."

Ach laß nur, Mutter, wenn er nur schmeckt."

Ja, schmecken tut er und stark ist er, ober wie Möhring immer sagte: Mutter, da is keine Bohne vorbeigesprungen!' Jott, wenn ich so an Vatern denke, was würde der wohl gejagt haben!"

Und nun mußte sich Hugo in einen Großvaterstuhl setzen und genau berichten, wie es eigentlich gewesen wäre. Ja, Thilde fragte sogar, ob er auch nicht zu sicher geantwortet hätte. Sie habe mal ge­hört, das könnten die Herren nicht leiden. Hugo beruhigte sie hierüber, und als alles erzählt und im Vorbeigehen auch erwähnt war, daß er gleich an seine Mutter und Schwester nach Owinsk geschrieben habe, kam er überhaupt auf Owinsk und seine Jugend und sein Elternhaus zu sprechen, und welch forsches Leben sie da geführt hätten. Bürgermeister und Apotheker und Rechtsanwälte, die lebten immer am forschesten, weil sie das meiste Geld hätten, und eigentlich fei solch kleinstädtisches Leben viel vergnüglicher als ein Leben in der großen Stadt, und immer sei was los, und wenn sie nicht Skat spielten, so spielten sie Theater, und wenn nicht Ball wäre, so wäre Schlittenbahn, und dann bimmelte das Schellengeläute den ganzen Nachmittag, und die Schnee­flocken flögen, und die hübschen Frauen (denn in den kleinen Städten

der damaligen Zeit wie auch der heutigen) seinen Umfang und feine Bevölkerung verdreifachte.

Und als die Uebersiedlung der Bevölkerung einmal vollzogen war, hörten Stein und Türme von Carcassonne auf zu wachsen und sich zu verändern. Die Menschen waren gegangen. Noch war die Festung von großem Wert im Kriege, noch versuchte der schwarze Prinz sie zu zer­stören, und es ist erst kürzlich und innerhalb lebendigen Erinnerns, daß sie aufhörte, als befestigter Platz in Atlanten (und Regierungsämtern!) zu figurieren: doch die Notwendigkeit unmittelbarer Verteidigung, und fomit auch der Werkeifer der Umgestaltung, sie find längst verschwunden.

Die neue Stadt in der Eebene veränderte sich beständig und ver­ändert sich noch. Sie hat fast alles Mittelalterliche verloren; noch führt sie, als eine Art Trägheitsmoment, ein gewisses Louis Quatorze-Arom mit sich, aber die Maurer sind dort ebenso eifrig dran, wie allüberall zwischen Mittelmeer und Aermelkanal: denn Niederreißen und Neubauen ist die ewige Lust der Franzosen. Die Felsenfeste aber dauert aus. Sie wird in Ordnung gebracht, sobald ein Stein herausfällt kein Mensch hat hier Unsinn geschwätzt gegen eine Restaurierung, denn das Gefühl der Vergangenheit ist einfach zu stark aber wiewohl es sorgfältig und ständig repariert wird, verändert sich Alt-Carcassonne nicht. Es gibt keine andere Mauern-Reihe in Europa, von der man ein gleiches sagen kann.

Wenn man rund um diese Wälle wandert und von ihrer Höhe aus die lange Gebirgslinie betrachtet, so ist man anfangs gebannt von jenem modernen Ding, der Landschaft, oder von dem noch moderneren Reiz hoher Berge. Dann aber fühlt man, was das Mittelalter hier geplant, gewollt hat mit Masse und Gewicht und Höhe, und fragt sich, durch welchen Glücksfall des Geistes ihm die Suggestion der Unenolichkeit solchermaßen gelingen konnte: man denkt an Beauvais, das unend­lich hoch ist gegen Abend, und an den Turm von P o r t r u t, welcher höher scheint als jeder Gipfel.

Doch wenn diese allgemeineren Empfindungen durchlaufen sind, kommt man auf eine ganz andere Sache. Ein kleiner Turm dort, der gefährlich aus der Mauer herausragt, zeigt drei Reihen kleiner roter Ziegel in einem mörtelähnlichen Stein. Ms ich diese Mauerung erblickte, ging ich nah heran und berührte sie mit meiner Hand. Sie war römisch. Ich erkannte die Merkmale fehr wohl. Diese Ziegel hatte ich schon gesehen, ich hatte sie locker aufgelesen in einem arabischen Stall am Saume der Sahara, und ich hatte sie auch durch das Moos blicken sehen in den Hoch­mooren von Northumberland. Ich kenne einen Mann, der diesen Ziegel voll Ehrfurcht heim zu sich nach Sussex brachte, biejen Ziegel, den er weit hinter Damaskus unversehrt im syrischen Sande gefunden hatte.

Es ist leicht, vom Imperium zu reden und zu sagen, daß es feine Ordnung von Tyne bis zum Euphrat aufgerichtet hatte. Aber wenn man die Welt einsam, zu Fuß, kreuz und quer gewandert ist, wenn man ihre ungeheure Mannigfaltigkeit und Weite gesehen hat und dazu dennoch überall diese Einheitlichkeit selbst der Ziegel in ihren Schichtungsreihen, dann beginnt man langsam jenen Namen Rom zu verstehen.

(Autorisierte Ueberfetzung von Sigismund v. Radecki.)

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