Ausgabe 
25.8.1930
 
Einzelbild herunterladen

Ute. 60 machk ehr Um rett nut mnd d }te. Das er jeden n besten ihm ver< l tonnte, gen und ihm w

(Biefjcner ^amilicnblötter

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

e, seiner 'ast beim schick (iit sie nach , bebrüt

ig zeigte, tüte, und Stückchen eften ein. n sie auch , glitt |it in Chinn em Krieg, : Japaner i>e Natur, en könne, r Teebrett k sprechen,

mit hilse e, war es iar bis zi es, das [it ischt hatte,

Feuer und aran hatte, lßte, wo |it res abends die @(ä|et end sie st Sag mal,

ein bißchei so viel d»

was so da. scheu tarne, daß immer

il, ungesW seh ich mr staple los.

h, was die ich wieder

Jahrgang 1930

Montag, den 25. August

Nummer 65

An meinen Vetter.

Von Eduard M ö r i t e.

Lieber Vetter! Er ist eine Bon den freundlichen Naturen, Die ich S o m m e r w e st e n nenne. Denn sie haben wirklich etwas Sonniges in ihrem Wesen.

Es sind weltliche Beamte, Rechnungsräte, Revisoren, Oder Kameralverwalter, Auch wohl manchmal Herrn vom Handel, Aber meist vom ültern Schlage. Keineswegs Petit-maitres, Haden manchmal hübsche Bäuche, Und ihr Vaterland ist Schwaben.

Neulich auf der Reise traf ich Auch mit einer Somrnerweste In der Post zu Besigheim Eben zu Mittag zusammen. Und wir speisten eine Suppe, darin rote Krebse schwammen, Rindfleisch mit französischem Senfe, Dazu liebliche Radieschen, Dann Gemüse und so weiter: Schwatzten von der neusten Zeitung, Und daß es an manchen Orten Gestern stark gewittert habe. Drüber zieht der wackre Herr ein Silbern Büchslein aus der Tasche, Sich die Zähne auszustochern: Endlich stopft er sich zum schwarzen Kaffee seine Meerschaumpfeife, Dampft und diskuriert und schaut in- Mittelst einmal nach den Pferden.

Und ich sah ihm so von hinten Nach und dachte: Ach, daß diese Sieben, hellen Sommerwesten, Die bequemen, angenehmen, Endlich doch auch sterben müssen!

perlendiebstahl.

rumpetung vor.Als Ihnen Ihr Freund die Kette gab, wußten Sie da schon, daß es die Perlen der Gräfin waren?"

Josefine hob mit einem Ruck den Kopf. Er lächelte ihr zu.Sprechen Sie nur, Fräulein", sagte er gewinnend,wir werden Sie schon heraus­beißen."Ihn auch?!" Brendels Gesicht regte sich kaum.Ich will es versuchen", sagte er,aber nun erzählen Sie mir alles. Wann gab er Ihnen den Schmuck, was sagte er dabei?" Josefine zögerte: Brendel erschrak. Irrte er sich doch, war er auf falscher Fährte? Aber die impul­sive Frage: Ihn auch?! ließ ihn hoffen.Es geschah alles heute, nicht wahr?" Sie nickte stumm.Als was ist Ihr Freund beschäftigt?^ wart er leicht hin.Friseur", sagte Josefine.Und wo?"Bei Lademann auf der Wallftrahe." Brendel achtete scharf auf sich; nur hier nicht merken lassen, daß er Wichtiges erfuhr.Warum gab er gerade Ihnen den Schmuck?" Die Frage mußte gut fein, er fühlte es.

Josefine Kall hob einen strahlenden Blick zu dem Juristen auf.Georg liebt mich!", sagte sie stolz: aber dann fiel ihr wohl ein, in welcher Sage sie sich befand und sie ließ schluchzend wieder den Kopf sinken.

Brendel redete auf sie ein, er strich ihr sogar über den Nacken, aber es war nichts mehr aus Josefine herauszubringen. Da ließ er sie fort« bringen.Schröder", sagte er zu dem Beamten, der hinter dem Vorhang saß und diese Unterredung stenographiert hatte,Sie müssen mir den Friseurgehilfen Georg bei Sademann auf der Walltorstraße herausfinden: er muß sofort hierher."

Schröder ging in den Friseurladen. Er hatte eine genaue Zeit ver­abredet. Pünktlich rief eine Dame an.Georg, bist du da?" Der Gehilfe legte den Hörer hin.Moment, Fräulein Kall", sagte er seiner Sache sicher und winkte einen Kollegen heran.Georg, deine Kleine." Da stand Herr Schröder auf.Kommen Sie mit", sagte er, und wies sein Schild­chen,am Telefon ist niemand mehr. Wir wollten nur erfahren, wer Georg ist."

Brendel empfing den jungen Mann.Sie können sich setzen", sagte er, mir haben einiges zu sprechen. Ihre Personalien sind bekannt. Zunächst einige Fragen. Sie haben Ihrer Freundin Josefine Kall eine Perlenkette gegeben, nicht wahr?"

Jawohl: allerdings; das heißt ich meine, wieso weiß die Polizei davon?"

Ruhe", sagte Brendel,alles ohne Aufregung. Ich erzähle Ihnen die Geschichte nachher ausführlich. Jetzt sind noch Sie an der Reihe, lieber Freund." Er sagte wirklich: lieber Freund; er war ein netter Herr, der Referendar Brendel, besonders, wenn man es ihm wie in diesem Fall so leicht machte.Woher hatten Sie die Perlen? Ich frage nicht aus Neugierde, es ist nur, weil man ihrer Josefine Vorwürfe machte."

Wer macht ihr Vorwürfe?"

Sieber Freund, Sie fragen immer. Sie sollen antworten! Aber Sie mögen es wissen: die Gräfin Bork erhob diese Vorwürfe."

eigentlich? I Spaniai. . Und bann hast, dm en Großen Bank, uni nach Sp»

Und oint ten." a, wenn ei

©iefi**

h auch 9*' nach N Hutter w iltnism-W iit gen* venneu» i Bedurs«- x was de>

Hegt. 61^ aber

r das M ie Hus au!

Von Frank F. Braun.

»Sieber Brendel", sagte Amtsrichter Paschke,verhören Sie doch bitte das Mädchen, das man da eingeliefert hat. Ich muß zur Staatsanwalt- Mft hinüber." Er ließ ein Protokoll über den Tisch flattern.Wissen Sie Bescheid? Perlendiebstahl bei der Gräfin Bork in der Burgstraße. Segen Sie zu, daß das Mädchen gesteht." Er lief davon.

Srenbel las den Bericht und ging hinunter. Er ließ sich das Mädchen vorsiihren. Josefine Kall war blond und hübsch. Ihr Gesicht war freilich in dieser Stunde rot und verquollen vom vielen Weinen. Sie hielt noch !mmen das Taschentuch bereit und tupfte damit gegen die Augen. Brendel betrachtete das Mädchen.Sie können sich setzen, Fräulein Kall", sagte "und mar sich klar, welche Taktik hier eingeschlagen werden mußte. »Ich möchte Ihnen einige Fragen vorlegen und bitte Sie in Ihrem eigenen Interesse, mir zu antworten. Sie haben dem Kriminalbeamten me Äussagen verweigert; mir müssen also von den Tatsachen ausgehen. S'e Md als Zofe bei der Gräfin Bork beschäftigt. Wie lange sind Sie injon dort?"

Sechs Monate", sagte Josefine Kall und unterdrückte einen Schluchzer, «tenbel sah sie aufmunternd an.Wollen Sie mir nun nicht sagen, mie w-u , *en der Gräfin in Ihre Handtasche geriet?" Josefine Kall Welte den Kopf.Schade", sagte Brendel,das hätte die Angelegenheit vereinfacht. Eine Kollegin von Ihnen hat die Perlenkette in Ihrer »Vk: bemerkt und die Gräfin benachrichtigt. Man stellte fest, daß

- oie Perlen der Gräfin roaren und ließ Sie festnehmen, da Sie sich

«eiy Auskunft zu geben, mie Sie in den Besitz des Schmuckes Qn9* seien." Er sah das Mädchen an. Josefine wird die Kette nicht Gienen Huben, dachte er, sie hätte sonst ein besseres Versteck gewählt. «.*er r ulsv bekommen, denn sie war nicht überrascht, die Perlen in liVsm $.u entdecken. Von wem bekommen? Von einem Mann natür» n?* Aurde sie als Werkzeug benutzt? Ich kann nicht das gesamte männ- mX, ,^?nal des gräflichen Hauses hier mit erhobenen Schwurfingern

imarschieren lassen. Er räusperte sich und stieß entschlossen zur lieber»

Wieso? Was geht es die Gräfin an, wenn ich Josefine eine Perlen­kette schenkte?"

Brendel sah auf seinen Bogen Papier.Ja", meinte er,die Gräfin besitzt auch solche Perlen, und da wünschte sie nicht, daß Josefine die gleichen trüge."

Herr Georg war ehrlich entrüstet.Was für eine Idee! Ich bitte Sie, Herr, als ob es nicht hunderttausend solcher Ketten gebe. Außerdem wird die Frau Gräfin doch echte Perlen tragen, denke ich."

Josefine trägt keine echten Perlen?"

Herr Georg belächelte den guten Witz.Sie würde schon ganz gern", meinte er heiter,wenn sie nur echte bekäme."

Sehr wahr", gab Brendel zu,da ist der Haken. Nun sagen Sie, bester Freund, woher hatten Sie diese Kette, die jetzt Josefine trägt? Es ist eine sehr hübsche Kette, nicht wahr?".Georg nickte erfreut, aber dann überlief ein Schatten sein Gesicht.Muß ich sagen, woher ich die Kette habe?"Sie haben sie hoffentlich nicht von einem Unbekannten gekauft?" Nein."

Brendel ließ seinen Bleistift fallen; als er wieder aufrecht saß, war er rot im Gesicht. Entweder dieser Junge log sehr geschickt, oder der Krimi­nalfall war hier zu Ende.Wann und wo fanden Sie die Kette?" Gestern in der Burgstraße."In der Burgstraße? Dort wohnt die Gräfin Bork. Wollten Sie vielleicht Ihre Freundin Josefine treffen?"

Georg nickte.Der lange Sühmann ging mit mir, wir fanden die Kette eigentlich gemeinschaftlich, denn mir sahen sie zur gleichen Zeit; aber Sühmann ließ die Kette mir; er hat keine Braut und viel wert ist so eine Kette ja auch nicht."Meinen Sie nicht?"Bei Tietz kosten sie 95 Pfennige", sagte Georg,die ich fand, war allerdings besser, die märe nicht unter zwei Mark zu haben gewesen."Das glaube ich auch nicht", sagte Brendel;setzen Sie sich eine Weile, lieber Freund; mir lassen nur fefffteüen, ob Ihre Erzählung wirklich stimmt. Ihr Kollege Sühmann wird das beweisen können." Er ging hinaus. Herr Schröder telephonierte mit dem Friseurgehilfen Sühmann; der gab den Perlenfund genau wie der Kollege Georg an.