Ausgabe 
23.6.1930
 
Einzelbild herunterladen

ÜK Üt i) SxAH i Brand e Stätte im die

Kapelle n @olb= gotischer

üldct die ist von

deutschem »Muffes n Heiland en eines r Kapelle nicht mit Geschichte n Geistes- chichtlichen anbei und Kirf reibet tcn Grad: hrhunderli >itt unten ischen G r Karl V,

erk. (iigen- abratischen

Werk des zt sich wie träumerisch

ten ist bei } bas 1321 dem Brand der Resna chlanb mir. rior, seinen er ostmal!

i Hof durch uch bamals, rg in öfl* >et Hai. |ol ßtem N

: Tat mb® jatle, waren sich Br» inmanlei tchen in b« mit mlch» n Weg iibf jes Erlebst cht, nm >»- n ist, w° e Zur Erin«- «rs Hai ® Itsntunb |K jenmankl 01 pater in i* st die älteb . Papst L« »nzil tar bietet b« nst ein

Berbind lation iV Ich- Es de, eine ; cherzte * haind ib iann* ' ongeA stören » ,p FnSS nb griig lisch- W*

U 5. ü iteitnnten

;"'S* Predigel

offen gelaßen, bis der Bayernkönig Ludwig I. sie mit einer zeit­gemäßen Organisation wieder ins Leben zurückrief, heute obliegen dort etwa 100 Söhne evangelischer Eltern ihren Studien.

Der alte Einlaß.

In losem Zusammenhänge mit der Geschichte der Lutherstütten steht deralte Einlaß". Kaiser Maximilian, der die Stadt Augsburg und, wie man sagt, auch die schönen Augsburgerinnen besonders ins Herz geschlossen hatte, weilte häufig in der Stadt, die ihm sogar die Ehren­bezeichnungBürgermeister von Augsburg" beigelegt hat. Als eifriger Weidmann jagte der Kaiser häufig vor der Stadt. Da kam es denn öfters vor, daß die Nacht hereinbrach und die großen Tor« schon verschlossen waren. Damit der Kaiser mm auch nach der Tor-Sperre ohne großes Aufsehen bei Nacht in die Stadt kommen könne, wohl mag auch die Jagd nach manchem galanten Abenteuer denEinlaß" in Bewegung gesetzt haben wurde 1514 auf sein Betreiben deralte Einlaß" errichtet. Das war ein Pförtlein in der Mauer zwischen dem Gögginger- und Klinkertor mit einem über den Stadtgraben führenden Steg. Das Tor war mit einer, für die damalige Zeit überaus seltenen Mechanik ver­sehen! ein, nur dem Eingeweihten bekanntes Hebelwerk setzte die ganze Maschinerie nebst Törlein und Fallbrücke in Bewegung. Selbst Königin Elisabeth von England, die sich für dieses Kunstwerk wer weiß warum lebhaft interessierte, wurde nicht in die Geheimnisse dieses Einlaßmechanismus eingeweiht.

Die Flucht Luthers in der Nacht zum 21. Oktober 1518 vor den Nach­stellungen Kardinast Kajetans wird auch auf denalten Einlaß" über­tragen; dem widerspricht die einheimische Tradition, wonach bekanntlich Luther beimDa hinab" die Stadt verlassen haben soll. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden die wesentlichen Teile der Stadt­mauer und des Stadtgrabens eingeebnet; deralte Einlaß", der in der Gegend des heutigen Stadttheaters gestanden hat, wurde dabei beseitigt.

*

Mag auch um Stätten, die der hauch der Historie umwittert, sich stets die Phantasie noch freundlich ranken, so wird die Menschheit, solange ihr der Sinn für wahrhaft geschichtliche Größe nicht abhanden gekommen ist, immerdar Ehrfurcht bezeugen vor den ehernen Tatsachen der Vergangen­heit. DasGoldene Augsburg", die Stadt der Römer, der Reichstage, der Renaissance war dazu ersehen, den Schlußstein zu fügen zu dem Werke eines der Geistesgewaltigen, der eine Erschütterung hervorries, wie sie die Welt kaum zuvor erlebt hatte.

Oer heilige Wein.

Von Josef Friedrich P e r k o n i g.

In einigen herrschaftlichen Kellern des Reiches lagert ein Rheinwein, der seinesgleichen nicht mehr haben soll. Sein Name ist. mir entfallen; nur feine Geschichte, die es erklärlich macht, daß eine einzige Flasche hundert Mark oder noch mehr kostet, ist mir gegenwärtig. Irgendwo am Rhein zog ein kleiner Bauer seine Reben aus einem schmalen Hügel. Er kann aus keiner anderen Erde gehäuft sein als jener rötlich-braunen, die über alle hänge hin zerbröselt ist, und die nämliche Sonne, die freilich aus einem Landstrich ein Paradies macht und aus einem anderen eine Oe de, leuchtet auch über ihm. Und doch geschah es, daß in einem der letzten herbste auf jenem Hügel Trauben reiften, die vor allen anderen die Gnade des reichen Sommers in sich bargen. War es dem Manne, der stets schwer um den Segen der Ernte rang, der sich und fein Haus von einer Lese zur anderen Lese notdürftig erhielt, in einem mythischen Traume verkündet worden, hatte er seine Armut mit einem fröhlichen Aberglauben zu umranken versucht, oder kochte irgendeine Widerglut, gekühlt von geheimnisvollen Winden, doch eine geheimnisvolle Süße in den Trauben gerade dieses Hügels, und fein Besitzer hatte solchen himm­lischen Vorrang erahnt, mit dem unheimlich wachen Spürsinn der Men- fchen, die von Wohllaune und Ungnade der Natur abhängig sind, erahnt, ein Tag, eine Stunde genügten, ihn zu einem Besessenen zu machen. Er wollte einen heiligen Wein keltern, wie er im Lande noch niemals getrunken worden wär, und er schickte sich mit seiner Familie an, alle Handlungen auf dieses glorreiche Ende hin einzurichten. Ein Kult um jede einzelne Beere begann. Es wurde eine tiefe mit andächtigen Fingerspitzen. Und die Beeren sättigten sich an ihrer eigenen schweren Süßigkeit immer mehr; bis tief in den Winter hinein. Dann erst wurden sic gekeltert. Aber nun wollte der dicke Traubensast nicht in Bewegung geraten. Er »erlag sich monatelang als eine träge, überfühte Maische. Und die Rot in dem Hause des Besessenen wuchs. Doch auch der Glaube ist Brot, und so erwarteten sie mit schmerzlicher Ungeduld endlich die Gärung. Aber eines Tages gingen sie weinend hinter dem Fuder Weiki daher, das in die Fremde wanderte. Es hatte den festlichen Tag der Abfüklung in Flaschen in dem nun völlig verarmten Hause nicht mehr erwarten können. Wer unter den auserwählten Trinkern dieses Weines wird die Tränen als einen heimlichen Beigeschmack» auf der Zunge spüren?

. Dies ist die sonderbare Geschichte um den einen windigen Rebenberg; leber der Gärten hat seine eigene, und es müßte schon ein gottverlassener Erdfleck fein, an den sich nicht ein Märchen, eine Mythe heftete. Man suhlt es bann im Wein, wie viel an Wunderbarem über seine Heimat in Umrebc ist; die Legende gehört in die Traube wie der Zucker. Götter ruhen auf ihrer Wanderfchast zwischen den Rebenstöcken, heilige treten ?Us Kirchen und Kapellen und wandeln auf umlaubten Wegen, und es ?®nn. 0» das holde Wunder begeben, daß in irgendeinem Berichte von neu Weinhügeln behauptet wird, wie die liebe Frau selber auf diese und ® uiederstieg. Heidentum und Christentum reichen sich über den -Hembergen brüderlich die Hände; hier bezeugen sie, daß sie aus denselben irh iK ^Münden emporstiegen, aus der ewigen Sehnsucht, eine große fv' - . .üreude, einen im Letzten unergründbaren irdischen Segen in hinein zu erhöhen.

itoi; entarte und Heiligenkalender sind nahe Verwandte. Neben dem -uychen Lacrimae ch'risti steht die deutsche Liebfrauenmilch, und hin­

ter ihr dann die zahllosen Rheinweine, überhaupt die Weine des deutfch-n Westens; Apostel, Jünger und Kirchenheilige haben sie zu ihren Namens­patronen, und auch die strengsten Asketen und Siegelbewahrer haben niemals darüber geeifert. Es ist, als fänftige der Wein zur Duldung, wie er wiederum, ein sehr diesseitiges Gut, zuzeiten trotzdem die irdischen Bindungen lockert. Denn sonst wäre der Taumel in feinem gefährlichen Dunst nicht möglich, und undenkbar, daß er sogar die Gewalt einer deutschen Gemeinde vorübergehend aufhebt. Im Badischen nämlich ruft ein Bürgermeister während der Wochen, in denen der Ausfchank des Neuen" wichtiger ist als die ganze zeitgenössische Weltgeschichte, seine Räte zu keiner Sitzung zusammen. Und wahrscheinlich ist er rheinauf rheinab nicht der einzige einsichtsvolle Mann.

lieber den Hügeln des Weines steht zeitlose Ewigkeit. Homer sah die Weinstöcke chre Frühlingsliebe verstäuben, nicht um einen haarfeinen Grad anders, als es der rheinische Schifferknecht heute sieht. Der uralte Mond über den reifen Gärten voll Winzergesängen und Gebeten für den jungen Wein ist noch immer die magische Silberscheibe, deren Licht auf dem germanischen Urwald lag. Und der Mensch nimmt die Frucht oder das, was von ihr stammt, in sich, wie feit je, in die tiefen Jahrhunderte hinein wohl immer gedankenloser und undankbarer, in einzelnen, mit der Gabe der Besinnlichkeit Bedachten aber erhöht sich dann der Genuß um so mehr zu einer heiligen.Zeremonie. Und.damit sühnt der eine den raschlebigen Unverstand von Tausenden, die nicht mehr wissen, wie man ein Geschenk empfängt, in dem sich Erde und Himmel vermählen. Und darum darf man nicht auf den schnellen, weltlichen Rheinschiffen die richtigen Weintrinker suchen, nicht in den Schenken am Strom, und trügen sie noch so berühmte Namen. Zu dem heiligen Wein gehört die heilige Einsamkeit, wie sie nur noch einige unbekannte Gasthäuser am Rheine haben. Und mögen die geselligen Kumpane noch so lärmend behaupten, daß man über den Rand d-s Weinglases in ein paar befreun­deter oder geliebter Augen blicken müsse, es bleibt darum doch wahr: den wirklich heiligen Wein verträgt nur heiliges Leid oder heilige Freude, und die können nicht anders fein als «infam.

Zeitlich über Weinberg, Kelter und Keller steht die Wissenschaft, die Klugheit des erfahrenen Menschen. Dreitausend Jahre Weinbau haben natürlich ihre Gesetze geschaffen, bis in die raffinierte Chemie hinein. Von der frühesten Traubenpresse zur Maschine, di« hundert Hände ersetzt, von dem ersten Maischbottich zum heiligen Gärkeller, vom antiken Weinkauf zur organisierten Weinprobe auf einer der staatlichen Domänen dehnt sich ein unendlich weiter Weg, aber an feinem Anfang und an seinem End« steht die gleiche forgfame Verantwortung vor dem köstlichen Trau- benfaft, steht das unbekannte ober doch unbewußt wirkende Kulturgefühl, das sich ein würdiger Gegenstand noch immer geschaffen hat.

Die Weinhauer, von denen uns die Bibel erzählt, wären unter ihres­gleichen daheim, wenn sie aus der anderen Welt auf die rheinischen Reben­höhen entsendet würden. Es ist biblischer Schweiß, der auch hier in die herbe Erde tropft, die sich nur dem immerzu und unbedingt Getreuen ergibt. Es sind dieselben bronzenen Gesichter, di« sich in flehender Stumm­heit gegen die drohende Wolke wenden, es sind dieselben verkrusteten Hände, für die jeder einzelne Weinstock ein Wesen eigenen Leibes, eigener Seele ist.

Von solchen Schweigern, die aus der Mühe eines dürftigen Lebens allmählich in fröhlicher Stummheit mündeten, muß man lernen, was die Dinge reden. Sie verstehen die Sprach« des Weinlaubes und die Lust der Weinbergheimchen, sie Horen eine Musik des Windes, die zu Strom und Straße nicht mehr hinabreicht. Sie wißen den Ton des gärenden Weines, der einen uneingeweihten wohl zu erschrecken vermag, beim es klingt wie das übermäßige laute Schlucken eines Menschen, zu deuten. Man wird neben ihnen in den kühlen, feuchten Domen der Keller, wo sie nur dem Gott Wein zelebrieren, wissend und andächtig zugleich. Auch was der gärende Wein redet, wenn er sich gegen bas Altern aufbäumt, ist einer der Milliarden Dialekte dieser Welt.

Sage noch einer in luftiger Verächtlichkeit des Genusses: Wein ist Wein! Wenn er dieses hört, was wenige wißen: Alljährlich, sobald die Rebe blüht, beginnt der Wein, der von ihr stammt, und mag er bann lagern wo immer auf der Erde, sich zu regen; in Heimweh erinnert er sich d-r heimatlichen Hügel, von denen er kam. Diese seltsame Frühlings­gärung klingt Jahr um Jahr immer mehr ab, als vergäße er in dem Kerker langsam feines Schmerzes. Gibt es Lebendigeres als diese Erinne­rung? Nein: Wein ist nicht Wein. Wein ist ein Geheimnis.

Oie schwarze Spinne.

Erzählung von Jeremias G o 11 h e l f.

(Fortsetzung.)

Dort, oberhalb des Baumes, unter welchem wir gesessen, sollte ein Haus gebaut werden, wie keiner eins hätte in der ganzen Gegend.

In hoffärtiger Ungeduld, weil sie keinen Verstand vom Bauen hatten und nicht warten mochten, bis sie mit dem neuen Hause hochmütig tun konnten, plagten sie beim Bauen Gesinde und Vieh übel, schonten selbst die heiligen Feiertage nicht und gönnten ihnen auch des Nachts nicht Ruhe, und kein Nachbar war, der ihnen helfen konnte, daß sie zufrieden waren, dem sie nicht Böses nachgewünscht, wenn er nach unentgeltlicher Hilfe, wie man sie schon damals einander leistete, wieder heimging, um auch zu seiner Sach« zu sehen.

Als man aufrichtete und den ersten Zapfen in die Schwelle schlug, so rauchte cs aus dem Loche herauf, wie nasses Stroh, wenn man es anbrennen will; da schüttelten die Wertleute bedenklich die Köpfe und sagten es heimlich und laut, daß der neue Bau nicht alt werde, aber di« Weiber lachten darüber und achteten des Zeichens sich nicht. Als endlich das Haus erbauet war, zogen sie hinüber, richteten sich ein mit unerhörter Pracht und gaben als sogenannte hausräuki eine Kiibi, die drei Tage lang dauerte, und Kind und Kindeskinder noch davon erzählten im ganzen Emmental.

Aber während allen dreien Tagen soll man im ganzen Hause ein seltsam Schnurren gehört Haden, wie bas einer Katze, welcher es behaglich