Ausgabe 
22.9.1930
 
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Banden aber ent- südwärls erreichen Hudson- Stationen

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ausführlicher Bericht über Me bisherigen Schicksale der Expedition nieder­geschrieben und an Bord zurückgelassen.

Als alles Gepäck auf dem Eise beisammen war, wurden Vorräte, Zelte, Instrumente mit Stricken auf je einem Schlitten festgeschnallt. Ein beson­derer Schlitten mit Betten war für die Kranken bestimmt. Während dieser Vorbereitungsarbeiten wurden die Tage immer länger, und schließlich wurde das Verlangen zum Aufbruch so stark, daß nichts mehr die Mann­schaft zuruckhalten konnte. Aber dieser zu frühe Aufbruch besiegelte ihr Schicksal! Weder Wild noch Eskimos gehen vor dem Spätsommer noch so weit nach Norden, und auch bei voll beladenen Schlitten konnte der Proviant nur vierzig Tage reichen!

Am Tage vor dem Abmarsch traf jeder noch eine letzte Auswahl unter seinen Habseligkeiten, teuere (Erinnerungen M Angehörige, die Bibel und die Uhr, die den trägen Gang der Zeit verkündete, führte jeder der schwergeprüften Seemänner in der Tasche mit sich. Die Offiziere betraten zum letztenmal ihre leeren Kabinen, um sich zu überzeugen, daß nichts Wichtiges vergessen war. Im Innern der Schiffe sah es aus wie in einem Hause, das bei einer Ueberschwemmung Hals über Kopf verlassen wurde und aus dem man nur noch das Unentbehrlichste hat mitnehmen können.

Arn 22. April 1848 ertönte das Signal zum Aufbruch, und die viel zu schwer beladenen Schlitten knarrten langsam und ruckweise über das mit Schnee bedeckte, höckerige Eis. Beile, Spieße und Spaten sind unaus­gesetzt tätig, um scharfe Kanten wegzuhauen und hinderliche Blöcke beiseite zu räumen. Nur fünfundzwanzig Kilometer find es bis King-William- Land, trotzdem dauert es drei Sage! Gar zu langsam verkleinern sich die Masten und der Rumpf der zuriickgelassenen Schiffe, aber schließlich ver­schwinden sie doch.

Nun aber sah der Kapitän ein, daß es so nicht weitergehen konnte. Das Gepäck wurde aufs neue durchgefehen und alles irgend Entbehrliche ausgesondert. Die spätere Entsatzexpedition sand an dieser Stelle Massen der verschiedensten -Dinge, Uniformstücke, Messingknöpfe, Metallgegen- stände und ähnliches, was man als Münze beim Tauschhandel mit Es­kimos und Indianern hatte gebrauchen wollen. Mitgeführt wurde aber aller Proviant und alle Munition; denn wenn jener zu Ende ging, war diese ihre einzige Rettung.

Mit leichteren Schlitten fetzte sich der Zug längs der Westküste in Bewegung. Aber noch war man nicht weit gekommen, als John Irving, Leutnant auf demTerror", zusammenbrach. Mit feiner blauen Uniform bekleidet, in Segelleinen eingewickelt, ein seidenes Tuch um die Stirn gewunden, wurde er zwischen schräg gestellten Steinen eingesargt und das Grab mit flachen Steinplatten bedeckt. Neben seinem Kopf lag eine silberne Medaille, auf deren Vorderseite stand:Zweiter Mathematik- xreis der Königlichen Seekriegsschule. Dem John Irving am Mittsommer­tag 1830 zuerteilt." An dieser Medaille wurde der Tote nach langen Jahren wiedererkannt, und seine Ueberrefte konnten daher nach seinem Geburtsort gebracht werden.

Zwei Buchten der Westküste von King-William-Land sind nach den beiden Unglücksschiffen der Franklin-Expedition benannt worden. Am Strande der nördlichsten, der Erebus-Bai, waren die Kräfte der eng­lischen Seeleute so erschöpft, daß sie zwei Boote nebst den Schlitten, auf denen sie nun unnötigerweise soweit mitgeschleppt worden waren, zurück­ließen. Eine Masse anderer Dinge wurde gleichfalls hier geopfert. Hier unb da bezeichnete ein Grab ihren Weg und immer einfacher wurden diese Grabstätten, je weiter die Schar nach Süden vordrang.

Da kam das Schrecklichste. An der Terror-Bai hielten die Bande der Kameradschaft sie nicht länger zusammen! Keine Macht mehr hatte der Befehlshaber über die Mannschaft! Die ungefähr hundert noch Ueber- lebenden trennten sich in zwei wahrscheinlich gleiche Teile. Der eine mit den Schwächeren wollte zu den Schiffen zurückkehren, wo man wenigstens vor Wind und Wetter geschützt war und noch Lebensrnittel fand. Der andere zog mit dem dritten Walfischboot längs der Südküste weiter und hasste dann zum Festland hinüber nach dem großen Fischfluffe zu gelan­gen. Zweifellos beabsichtigten diese, sobald sie Hilfe gefunden, zu ihren Kameraden zurückzukehren.

Verzweifelt muß die Wanderung der Zurückkehrenden gewesen fein, verzweifelt auch der Marsch derjenigen, die weiterzogen. Von den ersteren weiß man so gut wie nichts. Die letzteren schleppten sich, ihre schweren Schlitten ziehend, müden Schritts weiter, bis sie einer nach dem andern zusammenbrachen. Niemand dachte mehr daran, die Leiche des Kameraden zu begraben; eines Sterbenden wegen konnte man sich nicht aufhalten! Jeder hatte für sich selbst genug zu sorgen. Einige starben im Gehen; dies sah man später an Skeletten, die man, auf dem Gesicht liegend, sand. Vergeblich schleppten die Ueberlebenden ihre Munitionskisten mit, ohne auch nur einen Schuß abfeuern zu können, denn keine Spur von -wild kommt im Mai und Juni auf der Insel vor.

Immer weniger wurden derer, die das Boot über Schnee und Eis wrweg noch ans Land ziehen konnten. Nun warteten sie auf offenes asaffer, um über den Sund aufs Festland hinüberzukommen. Anfang auu pflegt das Eis aufzubrechen, und jedenfalls sind die llebeitfebenben ® tiefer Zeit dort übergefetzt, denn das Boot wurde später in einer -Bud;}, die jetzt dieTodesbai" heißt, gefunden. Hätte man später dort nur , 5 ®o°t aufgefunden, so wäre es ebensogut möglich gewesen, daß Wind und Wellen es dorthin verschlagen hätten, aber die Skelette im Boot iud am Strand und allerlei Ausrüstungsgegenstände'zeigten, daß das <oot bei der Ueberfahrt und beim Landen bemannt gewesen war. Viele onate dieser verhängnisvollen Wanderung sind ewig dunkel geblieben.

.j,ar^m schleppten sie die schweren Walfischboote zwei Monate lang »nr doch schon im vorigen Jahr, auf dem Ausflug kurz

« ^ode des Admirals, das Festland im Süden gesehen haben ?er Sund ist an seiner schmälsten Stelle nur 10 Kilometer breit, frnJ'Ct .'du an jeder beliebigen Stelle auf dem Eis überschreiten

Nw wird sich das Rätsel lösen, denn alle, alle starben, und kein J. au® einem Tagebuch hat sich gefunden!

nerf? <? Nachrichten von Franklin gänzlich ausblieben, sandte man schon wahren die erste Entsatzexpedition aus. Im Herbst 1850 waren fünf­

zehn Schiffe auf der Suche; am tapfersten und energischsten war Frank- lins Gattin, die jahrelang die Hoffnung auf ein Wiedersehen nicht auf« gab! Sw opferte ihr ganzes Vermögen der Entsatzarbeit, und die Regie­rung gab im Laufe von sechs Jahren sechzehn Millionen Mark für Hilfs­expeditionen aus! Alles vergeblich! Denn das Unglück war ja längst geschehen. Eine Expedition, die schon 1848 abging, blieb im Eis stecken und kam auf einen ganz eigentümlichen Einfall, um die in Not Befind­lichen, wo sie auch fein mochten, von ihrer Nähe zu benachrichtigen. Man fing gegen hundert Bergfüchse, versah sie mit Messinghalsbändern, auf die ein kurzer Bericht über die Sage des Hilfsschiffes eingeritzt worden war, und ließ sie dann wieder laufen!

Hm Jahre 1854 wurden die Namen Franklins, Croziers, und der übrigen Teilnehmer aus der Perfonallifte der englischen Marine end­gültig geftrid)en. In Franklins Geburtsstadt wurde ihm ein Denkmal gesetzt, und in der Westminsterabtei, wo Englands Helden schlummern, errichtete man ihm einen marmornen Denkstein.

(Ein berühmter Polarreisender, Julius Payer, der Franz-Joseph- Land im Osten Spitzbergens entdeckte, hat ein Bild gemalt, das erDie Todesbai" benannte. An einer der Küsten mitten in Eis und Schnee liegt ein aufs Land gezogenes Walfischfängerboot, und zwischen dem umher« gestreuten Gepäck ruhen die Leichen mehrerer Seeleute. Im Innern des Bootes liegen andere Leichen in den verschiedensten Stellungen, die Züge in Verzweiflung und Entsetzen erstarrt! Einer liegt vornübergebeugt auf einer offenen Bibel, deren Blätter die linke Hand krampfhaft zu- sammenknüllt. Am vorderen Ende des Bootes kniet ein Mann, der letzte Ueberlebenbe, Kapitän Crozier. Mit kaltblütiger Ruhe hat er feine Flinte bereit, zwei (Eisbären nähern sich, vor ihnen will er sich und feine toten Kameraden beschützen."

Dunkle Blätter.

Aus dem Taschenbuch eines deutschen Ingenieurs.

Von Max E y t h.

(Fortsetzung.)

Ich wußte bereits, weshalb Raines Bey trotz feiner hohen und viel­fach begünstigten Stellung und feiner halb vollendeten Pariser Erziehung mir merkwürdiger Zähigkeit an der türkischen Tracht festhielt, die sonst am Hofe der vizeköniglichen Prinzen fast verschwunden war. Eine weite türkische Hose kann Taschen bergen, von denen ein europäisches Beinkleid keine Ahnung hat. Und aus dieser Tasche heraus konnte er eine Welt von Bedürfnissen befriedigen. Sie hatten ihn längst für den unruhigen (Seift Halirns unentbehrlich gemacht. Aber diesmal versagten die Hosen.

Doch Halim hatte seine Aufwallung bereits unterdrückt und die Ruhe des Orientalen wiedergewonnen. Es war hübsch, zu beobachten, und täglich bot sich hierzu Gelegenheit, wie die Erziehung des vornehmen Türken die Natur des Arabers beherrschte.

Was machen wir jetzt?" fragte er mich freundlich, aber dringend. »Man sollte nie ohne den Grundriß eines Jagdschlosses auf Reisen geben, Herr Eyth! Wo ist er?"

In Schubra, Hoheit!"

Ich werde Achmed el Soyer hinschicken, ihn zu holen."

Er liegt in einem Schrank in meiner Wohnung unter hundert andern Papieren und Zeichnungen. Achmed wird ihn nie finden."

Ich werde den Schrank holen lassen."

Ich hätte fast gelacht, was ziemlich gefährlich gewesen wäre, denn es war Halim Pascha tiefer Ernst.

Bis Tanta", sagte ich, mich fassend,ginge dies unschwer mit der Bahn. Aber von dort hätte es seine Schwierigkeiten. Der Schrank ist zu groß für ein Kamel, und das Wasser im Kanal von Kassr-Schech steht schon zu niedrig für Boote."

Dann nimmt man zwei Kamele und trägt ihn an Stangen", meinte Halim entschlossen.Man muß sich zu helfen lernen, Herr Eyth. Ich hasse nur e i n Wort, aber das auch gründlich, das Wort,impossible. Sie haben mir das noch nie gesagt und sollen es mir nie sagen. Aber das ist richtig: es geht zu langsam mit den Kamelen."

Ich könnte die Zeichnung ja selbst holen!" schlug ich vor.

Bravo, Herr Eyth!" rief der Pascha.Romes, den Eisenbahn­fahrplan!"

Rames zauderte diesmal nicht einen Augenblick, lieber feine schönen Züge spielte ein Lächeln beruhigten Selbstvertrauens. Dann bückte er sich, versank in feiner linken Hosentasche und brachte aus der Gegend der Knie den verlangten Fahrplan hervor, den er selbstgefällig ausbreitete. Halim nahm ihm das Blatt rasch aus der Hand und sagte, mit einem Wink auf die Taschen des Adjutanten zu mir:

Sehen Sie!"

Ich verstand den leisen Tadel, der in diesen zwei Worten lag; doch wie konnte ich dem Ideal, dos sich Halim von einem Ingenieur gemacht hatte, näher kommen, ohne ebenfalls türkische Hofen zu tragen, und so weit habe ich es zum Glück oder leider wer will es entscheiden? nie gebracht. Unbedingt mußte ich allerdings im stillen zugeben: auf den Trümmern einer alten Griechenstadt, an der verlassensten Grenze des Nildeltas, ohne jede Vorbereitung auf Verlangen den neuesten (Elfen« bahnfahrplan hervorzuziehen, war eine großartige Leistung. Halim überlegte:Wenn Sie in einer Stunde hier weggehen, so können Sie um drei Uhr fränkischer Zeit in Mahallet el Kebir sein, unsrer nächsten Station ah der Zweiglinie nach Samanud. Dann können Sie mit dem Abendzug bis Kairo kommen und dort übernachten oder noch nach Schubra reiten. Gut! Am andern Morgen holen Sie die Zeichnung und ohren mit dem Neunuhrzug bis Tanta zurück. Dorthin schicke ich Ihnen ein gutes Pferd. So sind Sie abends bequem wieder hier, und wir können übermorgen früh zu bauen anfangen. Geht es fo?"

Jnfchallah!" rief ich. Die Luft des Orients wirkte in diesem einsamen Landeswinkel mächtiger als in Kairo. Halim lächelte über meine sprach­lichen und, wie es fast klang, religiösen Fortschritte.