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„.Mit lautem klingenden Seufzer schloffen die Glocken; brausende Orqel- I klänge ertönten. Weihrauchdüfte wehten. „O vestis inconsutilis" klana's | wie von Engelstimmen gesungen, heraus aus der Kirche in die sonndurch-'
flimmerte Luft, feierlich, getragen der die Köpfe unabsehbaren, schauernden Gemeinde. Wie ein reifes Aehrenfeld, durch das der Wind streicht, so neigten sich die Häupter; ein jeder sank ins Knie und schlug an seine Brust. l'O vestis inconsutilis" kam's wie ein Hau chvon tausend Lippen. Jeder
| lauschte in der weiten Runde. Im Dom schwieg der Gesang, man hörte die hallende Stimme des Priesters — dann ward alles still. — Nun 3eigen sie den Rock! Nun rühren sie daran!" flüsterte es um Margret --/'Un werden sie all ihre Sünden los und die Kranken gesund!" — Ach die Glücklichen!--- ’
Ueber Margret's Wangen rollten dicke Tränen. So weit war sie gewandert mit müden Füßen, nun stand sie dicht vor der Tür und konnte nicht zum heiligen Rock Ihre Brust hob sich in bitterlichem Schluchzen. Ein paar feingekleidete Herren neben ihr wurden aufmerksam. „Mädchen : warum weinst du? fragte der eine ganz freundlich, Erst erschrak sie, dann stammelte sie: „Ech — ech — kommen e su weid här — owen von der Eifel — ech haon derham en kranke Modder — hei es er Hemd" sie zog s ein wenig aus dem Bündel — „dat sollten dän heiligen Rock anrohren on nau kaon ech net erein zo em — oa Jeß — oa—oa—on nau werd mein Modder net gsond!"
.. Der Herr biß sich auf di« Lippen und stieß seinen Gefährten an; der hielt den Hut vors Gesicht und drehte sich rasch um. Da sagte der erste wieder: „Liebes Kind, weine nur nicht; das tut gar nicht not, daß du in "" hierher zu mir; stell dich mal auf die Zehen
” l'ehft du da drinnen in der Kirche, vorn um Altar das Rote? Das ist der heilige Rock. Jetzt bewegt sich's — paß nur auf — siehst du ihn?" w t>as, chor's? So schön grell und bunt, schier wie der
Rock des Mädchens bei den Wallfahrern. Laut atmend stand Margret auf den Zehen und reckte die Hände: „Heiliger Rock — mein' Modder!" . '.'St, — der fremde Herr zog sie nieder. „Siehst du wohl, nun hast du ihn gesehen und er dich auch; hören kann er dich bis hierher. 3hm bete du, was du kauft, und wenn sie drinnen im Dom wieder fingen und lauten, dann wird deine Mutter gesund"
Margret verbarg ihr Gesicht in den Händen — o, beten wollte fie Ö2«, .?W5 j!e konnte! Und sie betete aus Leibeskräften, daß ihr der Schweiß auf der Stirn perlte, betete alle Gebete, die sie gelernt hatte, und
x ÄS ™ÄCrUn9 Mantik in Richtung Südamerika benutzte dcr spanische Oberst Franco em Dornier-Flugboot, wie es der Italiener fiocateilt auf seinem Gronlandflug verwandte. Dieses Flugboot hat stine hervorragende Seetüchtigkeit beweisen können, als der englische Kapitän Courtney, der von Spanien aus nach Südamerika fliegen wollte, mitten auf dem Ozean niedergehen mußte Der Flieaer bntfJ Wck als di- fünf Passagiere des Flugzeugs, das jetzt in den Ken L Ls ee lintergmg; er wurde gerettet, da sich fein mächtiges Wasserflugzeug Äb- ErsaÄna Äbx" Ozeans schwimmend halten konnte^
Diese Erfahrung hat die Amerikaner veranlaßt, Dornier-Superwale in den Dienst von zwei amerikanischen Mstenstrecken zu stellen. Die Junkers- Werke haben in USA. eine eigene Vertretung, von der man viel hörte als die „Bremen ihren großen Flug unternahm. Dieses berühmte ÄStÄLf? bT 8nbrrkatio,l den nüchternen Namen W.3.3 erhalten. Maschinen dieses Typs sind nach ihrer auf dem Ozeanflug glänzend bestandeiwn Meisterprüfung auch von Australien aufgekauft worden wo Morgen "5P 3nnern bcs Landes nach der Küste
Besonders großes Ansehen genießen deutsche Flugzeuge und deutsche Piloten in ganz Südamerika. Schon im Jahre 1919 wurde deutscher etts Tt Deutsch-Columbianische Lufttransportgesellschaft, die „Ccadta gegründet, die im Jahre 1921 auch das verkehrsarme Columbien mit Vertehrsflugzeugen befliegen ließ. Längs des Magdalenenftroms wurde eine erste^Luftftrecke nach der Landeshauptstadt Bogota gezogen bis Kilometer langen Strecke gebrauchten die Dampfer zehn
bis zwölf Tage Einem Flugzeug genügten acht Stunden. Im Juli 1928 I t fannmn hnf r b‘e L^ftverkehrskonzession in Ecuador erhallen. In Panama hat sie schon im September 1920 festen Fuß gefaßt Deutsche 5,‘Wuge fliegen heute längs der Küste des Stillen Ozeans und ver- m^n die drei erwähnten Republiken miteinander. Ganz erstaunliche Zeitgewinne erzielen auch die Junkersflugzeuge des ,Lloyd Aero B l. v.a n o" in der Andenrepublik Bolivien. Dieses hochgelegene Land
" t gar keine Eisenbahnen. Kleine Flußdampfer vermitteln daher I enlfernuna9nnerhn 9'bher ausschließlich den Verkehr von Stadt zu Stadt.
deren Bewältigung unter diesen Umständen drei Monate Zeit erforderte, werden von Junkersflugzeugen heute in acht Stunden I Ä'9. Dort befindet sich wohl auch der höchste Flughafen finh« Xv 1 Sa die Landeshauptstadt, liegt in 4200 ÜReter I Me. W,e m fernem anderen Land der Welt wird in Bolivien das ftefVU59ei1.“et« Zusammenhang mit dem Brasilienflug des Zeppelin" hat man öfter von dem Condor-Syndikat gehört tarf ^Shansa beeinflußten, von brasilianischen Finanzleuten' I
Lf Pb,? Cr tUÄn Lilugunternehmen. Im brasiliani chen Staat Rio Grande I ° Sul, wo sehr viele deutsche Kolonisten leben, haben Deutsch-Brasilia^ X fXnZÄ Luftverkehrsgesellschaft „Vorig" gegrün'L J^ Brw Aftare m? deutsch« Flugzeuge, die Entfernung Rio de Janeiro und Port« Stunden ab. Ampfer fünf Tage benötigt, auf neuneinhalb
waE-n u Leistungen teilen sich Junkers und Dornier gleicher-
9em,ar^ sich auch das deutsche Flugzeug um DeutschMulM^ ^ r5°7-etun.°n Nachdem durch die „D e r u l'u f t", die iiiittelbare N<>^' x istverkeh^gefellschaft, bald nach dem Krieg eine UN- I bei ben nidil? bu*^ Berlin und Moskau hergestellt war, die
liiM hkr, f d>ertn Grenzverhaltnissen im Osten hervorragende Bedeu- Mschen derXaXtsMbXx""' Bunkers-Flugzeugen eine Luftverbindung I er chaupfttadt der Sowjetunion und dem fernen sibirischen I
sl°gen weiten w der Goldgrabergegend bei Jakutsk her. Sie
Auch übX Sk<>Zu mtf? fee nach der nördlichen Mongolei. Vom taUtflfi&£ x°? Ukraine gehen die Schatten deutscher Flugzeuge, ietfafme übeXxoXX?Z f™0en deutsche Flugzeuge unter der Sow- iüüfienland mnÄXJP' Zx ™ ~r nad> Persien hinüber. In diesem ben Verkehr vermnÄ Ä Kamel, ebenso wie vor Jahrtausenden, Massen Weites o1 Fuukers ein weitverbreitetes Luftverkehrsnetz Asghanistail die Er-enx X’ x’ Ä” ,?lnein j,n&et rnan in Turkestan und Dornier- i?nd Lüstchen Flugzeugbaus. In Japan sind ’
toten bi Xi “ 'r5, U^CUpflfl "?,• Verkehr, in Südchina, wo Junkers- , schließlich die Derkehrsfliegern ausbilden, sieht man fast aus-
kr Kürzung C £ Dessauer Werke. Da die Lufthansa infolge i scheu Fluaz?uakak»-S 'chen ^Subventionen große Aufträge an die deut- 1 b°ß. bas beutfie X n,d>t "ergeben kann, ist nur zu wünschen, i kommt l'/ugzeug, ganz gleich, aus welchen Werkstätten «s
^liUchmal Siegesflug durch die Welt nehme! Mehr, als f
P omaten vermochten, hat nach dem Krieg das deutsche (
l^"?"ch die vsersitzkgen Maschinen aus Dessau immer noch das Lllft- vcrkehrsnetz, das die wichtigsten Punkte des sonst noch ganz unentwickelten Landes miteinander verbindet. Von Tirana aus gehen Luftlinien nach SBalona, ©tutari unb Koritza. Viersitzig« unb neunsitzige Junkersflugzeuge spielen ein« ausschlaggebende Rolle auch im „Lanbe ber tausend Seen" in ber oor zwölf Jahren mit deutscher Hilfe gegründeten Republik Rinn' fanb. Lange Zeit lehrten deutsche Piloten'die Finnen die Ostsee in Ler Lust M überwinden, nach Stockholm und, über den Finnischen Meerbusen nach Reval, der Hauptstadt Estlands, laufen die finnischen Flualinien D?-' Republik Deutsch-Oesterreich bedient sich im Verkehr zwÄX ?Wwn Jugoslawien der Tschechoslowakei und Italien nur deutscher Flugzeuge D.e Oesterreichische Luftverkehrsgesellschaft verwendet auf der Strecke nach SBerlin übrigens i>en „Fliegenden Speisewagen" die rwökk- sitzig« Maschine Q 31 Selbst Polen, bem man sonst keine übertriebenen Sympathien für Deutschland nachsagen kann, verwendet auf fünf Strecken
x^'^ Schweden, die sich ebenfalls lange Zeit hindurch dieser Ma chme bedienten, gebrauchen jetzt nur noch die neunsitzig« Q24 de "nter schwedisch«r Flagge von Stockholm aus Amsterdam und Helsing- fors anfliegt. Auch in Spanien, wo die Lufthansa starke Interessen besitzt verkehren Junkersflugzeuge zwischen Barcelona, Sevilla, Madrid und (yftindlKI. I
Abendregen.
Von Gottfried Keller.
Langsam und schimmernd fiel ein Regen, den die Abendsonne schien-
Der Wandrer schritt auf schmalen Wegen Mit düstrer Seele drunter hin.
Er sah die großen Tropfen blinken Im Fallen durch den golbnen Strahl; Er fühlt es kühl aufs Haupt ihm sinken Und sprach mit schauernd süßer Qual: „Nun weiß ich, daß ein Regenbogen Sich hoch um meine Stirne zieht, Sen auf dem Pfad, so ich gezogen, Die heitre Ferne spielen sieht.
„Und die mir hier am nächsten stehen. Und wer mich wohl zu kennen meint, Sie können selber doch nicht sehen, Wie er versöhnend ob mir scheint.
--So wird, wenn andre Tagen kamen. Die sonnig auf das Heut« sehn, Um meinen fernen blaffen Namen Des Friedens heller Bogen st«hn."
Margrets Wallfahrt.
31 ooelle von Clara Viebig.
(Schluß.)
„3n den Duhm, zom heiligen Rock!"
kom^Ä" K M dat es onfe Pression - manch, dat de weg-
kommst! Das Weib stieß sie grob mit dem Ellenbogen; vorüber zogen Ne frommen Befer unb tranenben Auges sah ihnen Margret nach. Da gingen ftc hm, d'e Glücklichen, bte Auserkorenen! Die kamen nun zuerst bran, • benen gab ber heilige Rock schon alles, für sie blieb nichts mehr übrig, llnb fie hatte boch eine kranke Mutter zu Haus — oh! Eilig lief sie nach
Da war ste am Domplatz, aber eine ungeheure, viel taufenbtöpfige Menschenmasie trennte fie von bem grauen Portal, bas, weit geöffnet bi« ffromenben Scharen kaum fassen konnte. Die Domschweizer in ihren roten Gewändern mit ben langen Stäben standen wie feurig« Cherubim am Umgang zum Paradiese und ordneten die Reihen und wiesen zurecht ~ Langsam schob sich die Menge vorwärts. Ganz hinten stand Margret eingepreßt unb eingeengt. Endlich gab die Mauer vor ihr etwas nach sie schlupfte durch, nicht achtend der Knüffe unb Stöße — nun war sie nalje am Portal — nun ging’s nicht weiter, dicht gestaut stand die Menge. : -Da gab s fein J3or unb Zurück, auch hielten bie Schweizer bie Stäbe vor. Meiner kam mehr burch.


