daß er, der Immer nur ein Diener fremder Kunst gewesen war, nun im Alter noch begnadet wurde, selber ein Meister herrlicher Musik zu sein.
Da trieb es ihn wie einen Jüngling in der zitternden Ängst nach Hause, daß er die Töne in der Rührung verlieren und versäumen konnte, die Noten davon aufzuschreiben. Selig belastet trat er den Heimweg an, den er auf einem Kribbenweg abkllrzen wollte. Er war ihn nie gegangen, weil er bisher mit seinen Stunden nicht sparsam gewesen war; nun ging er ihn, obwohl das Hochwasser nur noch den Rand von seinem Damm freiließ. Er ging ihn rasch und ließ den Mantel flattern, er ging ihn kühn mit seiner schönsten Melodie, er ging ihn glücklich mit seinen alten Seinen, wie wenn ein Kind von seinen Büchern endlich zum Spiel hinlaufen darf. Daß er dem Tod so nahe mit seinen Schätzen kaum noch zum Auspacken kommen könnte, bedachte er nicht mehr. Der aber wußte zum andernmal, was ihm zum Besten diente und legte ihm behutsam eine alte Ankerkette in den Weg, darin der Stiefel des Verzückten sich verfing, so daß er stolperte, und zwar noch auf die Kribbensteine zu liegen kam, dann aber seitwärts umfiel auf Knie und Hände — so wird ein Hund im Spiel von Kindern umgeworfen — und mit dem Rücken in den Strom hinunterrutschte, der ihn damals wie einen teeren Sack getragen hatte und ihn mit seiner vollen Fracht nun gütig zum Kontrapunkt der Weltmusik hinuntersinken ließ.
Mein Elternhaus.
Von Börries von Münchhausen.
' Im Dezember 1890 zogen meine Eltern in das der Calenberg-Gruben- hagenschen Ritterschaft gehörige Haus Landschaftsstraße 2 zu Hannover, in dem wir nun also — erst meine Eltern mit uns fünf Geschwistern und dann meine Schwester Exzellenz von Blomberg — fast 40 Jahre eine Art ständiger Heimat neben der ländlichen Sommerheimat der Güter fanden. Es ist wohl eigentlich ein häßliches Haus, erbaut in der feit Haase in Hannover Mode gewordenen Backsteingotik, rußgeschwärzt und mit einem ebenso rußigen Gärtchen daneben. Aber für uns fünf ist es eben das Haus der Jugend gewesen und das bedeutete: es war ein helles, herrliches Haus mit riesigen Zimmern, durchflutet von ewiger Sonne und ewiger Fröhlichkeit.
Meine Eltern waren nicht Landmenfchen und auch wir Kinder find es nur teil- und bedingungsweise geworden. Zum Landmann im eigentlichen Sinne gehört eben doch, daß er die eigene Scholle, und zwar immer dieselbe, fein Leben lang bewohnt und selbst bebaut. Das war zu meines Vaters Zeiten nicht üblich. Der junge Mann aus guter Familie wurde Berwaltungsbeamier, Richter oder Soldat, ein landwirtschaftliches Studium, gar mit „Diplomlandwirt" und „Doktor der Landwirtschaft" gab es noch nicht, und erst wenn an der Majorsecke der „Blaue Brief" den Abschied brachte, setzte sich wohl der eine oder andere auf sein Gut und konnte in jenen einfacheren Zeiten auch meist leidlich mit dem Betrieb fertig werden.
Meine Eltern waren ausgesprochen kulturhafte Menschen, und unsere Kultur ist ja seit Jahrhunderten fast rein städtisch. Vater sammelte die Erzeugnisse der mittelalterlichen Kunst und des Handwerks. Mutter Handarbeiten. Beide betätigten sich auf diesem Gebiete auch vielfach schöpferisch Das ist beides schr bezeichnend für jene Jahrzehnte: Es gehört zum Lebensstil aller Geistigen, zu sammeln, und es war die Zeit der Liebhab erkünste, in denen vor allem die Frauen mit Stift und üeber, Messer und Punzeisen, Brennstift und Geißfuß, Nägeln und Kleb- ftpff Leinwand und Leder, Holz und Kupfer, Eisen und Kork alle die Muster einbrannten, einkerbten, einnagelten, einritzten, die in immer neuer Menge und Minderwertigkeit von allerhand Zeitschriften geliefert wurden. So zollten auch meine Eltern ihrer Zeit den Tribut.
Aber wenn ich heute auf jene Arbeiten zurückblicke, sehe ich doch deutlich, wie hoch sich der geistige und künstlerische Pegelstand meines Ulternbaufes über dem anderer Familien hob. Andere sammelten verständnislos, wahrend hier eine gediegene kulturgeschichtliche Grundlage und ein meist sehr seines künstlerisches Verständnis am Werke waren- onöere schufen nach fremden Vorbildern, während unsere Mutter eigentlich nur eigene Zeichnungen und Muster arbeitete. Und während uns heute ,^'milatwnen Jener Jahre fast durchweg töricht und unverstanden erscheinen, war in meiner Mutter ein Stück gotischer Lebenshaltung derart jtmnb'V®>Orben -?“r 'ch sagen: geblieben? — daß ihre Muster noch -heute alle Kenner wahrhaft entzücken. Freilich ist die Zahl solcher Kenner von Jahr zu! Jahr zusammengeschmolzen in einer Zeit, die an Stelle des vielfach nur das kulturlose Durcheinander von Farbflecken und fwnHAP1 n»™» kennt. Man spöttelt über die Nachahmung eines alten 9Wrr^n"^crte5l auf dem Schrank und imitiert das geschichtslose aBirrfal von Sudseefratzen und die Sinnlosigkeit physikalischer Muster ^ma^ap Brechen der Wachshaut im Batik, das Jneinanderschmelzen von Batiktropfen auf eine Leimfläche oder das wilde Durcheinander geometrischer Mgurenbrockel. So wissen wir heute, daß die vielen Auszeichnungen und Medaillen unserer Mutter doch nicht nur ihren Forschungen auf dem Gebiete mittelalterlicher Handarbeiten, sondern auch wre-n(^V)0P*Unflm-zukamen, ebenso wie Vater fast alle neuesten Weisheiten im Wiederherstellen von Burgen und Schlössern, Schränken verstand?ntL7t7und>sthi?i^ ®e(t °°"
Wesentlicher als diese feine und ein wenig staubige Luft von Gelebr- nTf h n d°ch..d'e Sonne einer wahrhaft harmo- Ehe, die alles durchglanzte, waren die Strahlen einer aanz üorurteilstofen gütigen Menschlichkeit, einer immer gleichen herzlichen 5reunN,<f)teit, eines herrlichen Humors, die unser Elternhaus durch- Rünftlernunh ffi rTT Museumsdirektoren und Antiguare und
Künstler und Gelehrte neben den bisweilen ein wenig erstaunten Mit- gliedern der hannoverschen Gesellschaft, ja, was damals fast noch mehr bedeutete: Sogar preußische Offiziere in Uniform waren in herzlicher Freundschaft mit unseren Eltern verbunden. Denn das SBetfentum meines Vaters war ihm doch (wie alle Politik!) im Grunde genommen weniger
wichtig als fein geistiges Leben. Ich glaube nicht, daß mein Vater Jemals eine politische Versammlung auch nur besucht, geschweige denn jemals darin geredet oder eine politische Stellung erstrebt hat und diese Eigenschaft hat sich auf seine Söhne restlos vererbt. Ein Leben, das der innigen und teilweise schöpferischen Teilnahme an Wissenschaft und Kunst gewidmet ist, kann — und darf — der Politik nur beschränkt Kräfte widmen. Mein Vater ist gewiß heute ebenso sehr und tief gefühlsmäßig Welfe, wie damals, als er feine Laufbahn als Verwaltungsbeamter ausgab. Ich glaube nicht, daß ich mehr als vier- oder sechsmal im Leben mit ihm über politische Dinge gesprochen habe. Daß ich nicht Welse im Parteisinne bin, sondern nur in einer Art von geschichtlichem Romantizismus, hat niemals den geringsten Zwist zwischen uns ergeben.
Wie köstlich waren jene Jahre zwischen 1890 und 1895, da ich gemeinsam mit meinem Bruder das alte Lyzeum II besuchte! Mir scheint aus der Erinnerung, als ob das fröhliche Lachen meiner drei Schwestern und der trockene Humor meines Bruders durch alle jene Tage klangen, als ob wir täglich ein Dutzend Freunde und Freundinnen um unseren Tisch sahen, täglich zur Klavierbegleitung unserer lieben Mutter Volkslieder sangen und täglich an Mittag- und Abendessen sich Tänze anschlossen, von denen damals Gavotte und Menuett zu dem alten Bestandteil von Quadrille, Franxaise, Tempöte, Walzer, Polka mit seinen Abarten, Rheinländer und Galopp hinzukamen. Wir hatten eine köstliche selige Kindheit in dem alten rußigen Haus in der Landschaftsstraße!
Meine Versmacherei blühte in diesem Garten der liebevollsten Anteilnahme aller an den Betätigungen aller natürlich wie ein Bauerngarten im Juni. Zwischen 60 und 150 Gedichte schrieb ich damals alljährlich, alle wurden in großem Kreise vorgelesen und erbarmungslos-liebevoll beurteilt. Meine alttestamentarischen Balladen schrieb ich unter dem Eindruck wiederholten Besuches in der Hannoverschen Synagoge mit meinem Schulfreund Ludwig Heyne mann, und es ist mir ein lieber Zufall, daß ich gerade ihn vor wenigen Wochen auf der menschenvollen Leipziger Straße traf, wie er eben in einen Vortrag von mir gehen wollte. Ein freundliches Schicksal schenkte mir die Gabe einer weitausgebreiteten und regen Freundschaft, so daß ich alle meine vielen Freunde, so weit sie der Krieg mir ließ, noch heute kenne und lieb habe, so wirre und verschiedene Wege uns das Schicksal auch führte.
So lebhaft nun auch die Anteilnahme meines Elternhauses an mittelalterlicher Kunst war — der zeitgenössischen stand sie fremd gegenüber. Ich glaube nicht, daß ich als Schüler mehr als zweimal im Theater war und auch die Gemäldegalerien waren uns allen ziemlich fremd. Dos bedeutet gewiß eine Einseitigkeit, und ich habe vor allem unter der literarischen Leere meines Elternhauses später lange zu leiden gehabt, da ich nun natürlich mehr als andere nachzuholen, mehr als andere auch zu vergessen hatte. Wir waren völlig entrückt dem Tagesstreit der Kunstmoden, so wie wir es durch eine gewisse Weltfremdheit unseres Hauses auch sonst waren. Wir haben als junge Menschen nichts geahnt von gesellschaftlicher Streberei, von höfischen Jntriguen, von Klassen- und Rassenhaß, von Eifersucht etwa auf Eleganz, Rang und Namen.
Elternhaus — jedes ist ein Paradies für die, welche als Kinder in „just diesem" leben durften. Aber ich glaube doch, daß wir fünf Geschwister dcks unsere nicht nur von uns aus als ein Paradies bezeichnen dürfen. Viele Hunderte von Freunden haben es uns später viele tausend Mole bestätigt: Euer Elternhaus hatte einen Stil, der weder vorher noch nachher da war, es wehte eine Luft der Freiheit, der Geistigkeit, der Reinheit durch das alte Haus in der Landschaftsstraße, die alle glücklich machte, die darin atmen durften. Ich möchte stundenlang plaudern über mein geliebtes Elternhaus!
Deutschland, Weltlieferant für Flugzeuge.
Von Kurt H a l l b e r g.
Selbst in Deutschland ist es kaum bekannt, daß es keinen Erdteil gibt, über dem nicht deutsche Verkehrsflugzeuge ihre Bahn durch den Aether ziehen. Bald nach dem Kriege brachte Professor Hugo Junkers in seiner viersitzigen Maschine vom Typ F 13 das erste Verkehrs- und brand- sichere Ganzmetallflugzeug heraus, das so bald Schule machte, daß heute in allen Staaten mit Fluginteressen nur noch die silberglänzenden Alu- miniumslugzeuge nach Junkers Vorbild hergestellt werden. Die Dessauer Werke haben inzwischen neun-, zwölf-, fünfundzwanzig- und fünfzigsitzige Tiefdecker hergestellt, die, wie das erste Junkersche Verkehrsslug- geng, die Tragflächen in der Höhe des unteren Randes des Maschinenrumpfes haben. Das kleine, schön geschnittene Flugzeug vom Typ F13 ist aber noch heute in aller Welt begehrt. Nach der geglückten lieber» Windung des Ozeans durch ein mehr für den Frachtdienst bestimmtes Junkersflugzeug W 33 herrscht auch nach diesem Typ im Ausland lebhafte Nachfrage, besonders da, wo starker Frachtluftverkehr besteht. Große Erfolge haben im Ausland auch die Dornier-Werke erzielt; als die Bestimmungen des Friedensvertrages den Bau von Großflugzeugen in Deutschland unmöglich machten, nahm Dornier die Fabrikation in Pist auf. Zwischen Italien und Griechenland, Tripolis, der Türkei und Spanien sind noch heute vornehmlich die großen Flugboote der Friedrichshafener Konstrukteure im Gebrauch, die, wegen ihrer Ausmaße nach de» Riesen des Ozeans benannt, „Wal" und „Superwal" heißen. Das vitt- sitzige Dornier-Landflugzeug „Merkur", wie die anderen Dornier-Flug- zeuge, ein Hochdecker, wird vor allem in der Schweiz und in Rußland verwandt. Die Rohrbach-Werke im Norden Berlins haben i9r Großflugzeug „Roland" vorzugsweise an Spanien verkauft.
Man weiß, wie lange sich der Junkers-Flugverkehr dagegen gewehrt hat, in der Deutschen Lufthansa aufzugehen, welche die verschu- denen Luftverkehrsgesellschaften, wie sie bis 1926 bestanden, ausgenommen hat. Wenn man hört, welche starken Äuslandinteressen die Junkersweri noch heute haben, kann man diese Haltung verstehen. Wenn auch Albann heute unter italienischem Einfluß steht und das „souveräne KönigE politisch kaum etwas anderes als ein italienisches Protektorat ist, so W
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